One Love

Reisezeit: November 2015 - September 2016  |  von Markus Knüsel

die grenzen des aloha

paia beach

paia beach

paia beach

paia beach

paia beach

paia beach

haleakala

haleakala

haleakala

haleakala

haleakala

haleakala

bericht aus maui

im flugzeug roch es ein wenig nach schweiss, als wir kurz nach mittag aufsetzten. auf dem nassen asphalt des rollfeldes holperten wir dem freudig ersehnten ausstieg entgegen. nicht dass mich die ältere dame vollgelabert hätte, nein im gegenteil, die diskussion war super nett. nein, die propeller maschine behagte mir nicht so. alles so eng und unkomfortabel. der flughafen war unerwartet gross und die bus chauffeure unerwartet unspontan. also musste ich ein taxi zum backpackers nehmen, da ich anscheinend zu viel gepäck dabei hatte. naja, könnte schlimmer sein. das banana bungalow hostel war die ganze zeit eine hass-liebes-beziehung. ich hatte seit langem wieder sau viele nette leute kennengelernt, aber der ort war auch übersäht mit drogenopfern, alkis oder sonst nicht ganz dichten & anderweitig psychisch leicht angeschlagenen leuten. beispiele gefällig? gerne: amerikanischer junge, der sich immer und überall kratzen musste und irgendwie unkontrolliert komische zuckte, was mehr auf unhygiene und entzugsproblem schliessen liessen als sonst eine krankheit. ein weiterer amerikanischer junge, der ohne weed am morgen ganz verloren war, wie auch ohne seine dicke brille, welche er im suff verlegte hatte. dass er dabei meine sachen durchwühlen musste, bis er sie fand (zwischen meiner matratze und der wand), so war das nicht vorgesehen. und ganz nebenbei sah es auch nicht bestens um seine körperhygiene aus. der ganze raum roch nach seinem schweiss, und das nicht wenig! oder ein älterer herr, ebenfalls eine ami, in scheidung lebend, der sich den ganze tag alles mögliche reindröhnte, damit er den verlust seiner frau vergessen machen konnte. nichts war unmöglich da. mir soll es ja egal sein, wenn die damit glücklich sind…

leider hatte ich das pech, mein bett im letzten und hintersten raum zu haben. heiss, stinkig, voll mit mücken und zusammen mit den schlimmsten, eben aufgezählten persönlichkeiten im 4er dorm. das glück stand definitiv nicht auf meiner seite, und ohne auto war man auch ein bisschen aufgeschmissen. aber man macht, was man in solchen situationen immer macht; improvisieren und möglichst wenig zeit dort verbringen.
maui – die insel im südpazifik wurde von mutter natur reichlich beschenkt und hatte viel vorzuweisen, also los, explore! das hostel bot jeden tag eine gratis tour an, also meldete ich mich da gleich an und am ersten tag fuhren wir diverse strände ab. mit wir meine ich unsere gruppe, bis auf 2 leute und mir alles deutsche. erster stopp, hookipa beach. netter strand, gut um zu schwimmen, da sehr flach. hab ich dann auch gleich ausgenutzt und einige runden gemacht, während der rest der gruppe sich am strand braten liess. zweiter beach war ein bisschen ausserhalb von paia und es hatte wellen. und dutzende monster schildkröten am strand liegen. da ich weit und breit kein brett verleih ausfindig machen konnte, widmete ich mich diesen riesen kröten dingern, der rest der gruppe liess sich am strand braten. der dritte stopp; paia city. ich ging die stadt erkunden, die anderen liessen sich am strand vor ort… richtig, braten. zurück im hostel gab es dann freibier und wie es bei freibier so läuft, hatte sich der grösste teil der leute abgeschossen und das nicht wenig! drinking games verursachten hemmungslose situationen. von achselhaar ablecken über unterwäsche tausch zwischen mann und frau bis lap dance, alles lag drin. die folgende nacht/früher morgen war dann der reinste horror. zuerst konnte ich nicht schlafen weil es heiss war, dann frassen mich die mücken fast auf, später poppte jemand im dorm. und als wäre es nicht genug hatte dieses vergnügende pärchen noch den wecker wechselnd auf 6 uhr, 6.30 uhr und 7 uhr gestellt, ohne auch nur die anstalten zu machen, den scheiss abzuschalten. jedenfalls kriegte ich keine zwei stunden schlaf und war viel zu müde für die wanderung, welche am nächsten tag auf dem programm stand. das "neue" pärchen ging übrigens auf die wanderung, schliesslich hatten sie ja offensichtlich genug, vor allem genug tief, geschlafen. idioten! also gesellte ich mich zu simon, ein soloturner junge, und guckten zusammen den champions league final. dann begaben wir uns an den strand und liessen uns braten. nein, scherz! wir widmeten uns den kröten zu, während wir uns braten liessen.

den abend verbrachte ich dann mit lukas aus ebikon, nori aus zürich und claudia, einem deutschen mädel aus bayern. quatschen mit super leuten, wie hat mir das gefehlt! da claudia am nächsten tag einen termin in einem tattoo studio in lahaina hatte, konnte ich mit lukas und ihr im auto mitfahren. dort angekommen, wellen entdeckt, surfboard gefunden. während claudia sich stechen liess, paddelten lukas und ich da raus. ich war endlich wieder da draussen und langsam konnte ich als paddel-monster am surf break aufrocken. es war teilweise eine echte challange für mich, einen spot und einen surfshop in unmittelbarer nähe zu finden, doch wenn dann, dann richtig mit herz und seele. dinge in einem anderen licht zu sehen und surfen ist einfach ideal dafür, da keine zwei tage gleich sind, auch wenn man am selben ort surft. die echte magie des surfens kann schon an kleinsten bewegungen von hand und füssen die dazu dienen das gleichgewicht zu verlieren erlebt werden; oder am bewundern des horizontes und beim versinken in seine eigenen gedanken! das meer und ich, in lahaina noch luki dazu. perfekter surf! langsam krieg ich auch ein paar guten wellen pro set und das ist einfach ein himmlisches gefühl, eine unbeschreibliche genugtuung nach getaner arbeit und eine angenehme innere ruhe nach dem ausstieg aus dem wasser!
wieder zurück im hostel, claudia mit einem neuen tattoo, überredete mich lukas für ein vulkan abenteuer am abend. und im nachhinein eine der besten entscheidungen auf hawaii bisher. so fuhren wir den haleakala hoch, nahmen noch die stopperin natalie aus frankreich unterwegs mit und machten uns auf 3000 meter über meer gemütlich, so gut es möglich ist bei diesen kalten temperaturen sich gemütlich zu machen und guckten uns den sonnenuntergang an. der gipfel war wolkenlos und somit konnten wir das lichtspiel aus sonnenuntergang und wolken begutachten. der reine wahnsinn. wir warteten noch auf die komplette dunkelheit und wir konnten mars, southern cross oder die milchstrasse sehen. einmaliges erlebnis! als wir um 11 uhr wieder zurückkamen, war wieder eine grosse party im gange mit reichlich viel alkohol. tanzende, halbnackte leiber, torkelnde & johlende jungs und sich anbandelnde zufallsbekanntschaften, höchsten für eine nacht jedenfalls. das übliche also. jedenfalls wussten am nächsten morgen die meisten leute nicht mehr was und mit wem sie (rum-) gemacht hatten, ganze bikini oberteilte waren spurlos verschwunden oder häufig wusste manch einer nicht, wieso es ihm/ihr nicht so gut ging. ich verschaffte denen gerne abhilfe, und einige schämten sich ein bisschen. ich hingegen hatte offensichtlich meinen spass dabei. tag 5 brachte uns (nari, claudia, lukas und mich) in den süden, wir hatten ein super schnorchel angebot entdeckt und wollten das vor ort buchen. das lock angebot von 50$ für zwei leute traf die volle wirkung, wir hätten jedoch 70$ pro person zahlen sollen, lock angebot war nur gültig am donnerstag und da waren wir alle gar nicht mehr auf maui! mir waren 70$ zu viel und verzichtete, schlussendlich ging niemand von uns. wir versuchten unser glück daraufhin in turtle town und wurden hundert fach belohnt. schildkröten am beach, im wasser und mit denen zu schnorcheln ein weiteres highlight meiner reise.

danach musste ich mich leider von den anderen drei leuten verabschieden, welche mir schon richtig ans herz gewachsen waren. der himmel weinte mit mir und zwei volle tage schüttete es nur so runter, was es runterschütten mag. dazu wurde ich krank, fieber und ohren- plus gelenkschmerzen machten mir einen strich durch die rechnung, hatte ich doch mit dem gedanken gespielt zu surfen, wenn die anderen nicht mehr da sind. also blieb ich zu hause im backpackers und mir fiel fast die bude auf den kopf. nicht surfen zu gehen machte mich fast fertig, der regen machte mich fertig, das fieber machte mich zusätzlich fertig – ich war fertig mit maui!
leute, das hört sich jetzt an, als hätte ich die schnauze voll, dem ist aber gar nicht so. ich bin immer noch astronom und nutzte jede gelegenheit high zu werden. ich habe ebenfalls immer noch mystische visionen und kosmische vibrationen. immer wenn man nämlich denkt, du bist gerade auf dem grössten abenteuer deines lebens, trifft man auf menschen, deren story nochmals um einiges härter beziehungsweise spannender sind. solche geschichten lassen mich wie ein touristen wirken und ich bekomme das gefühl, dass ich wieder nur an der oberfläche kratze. das gibt zusätzlich motivation. es gibt dann aber auch phasen, da bin ich so voll mit eindrücken, es erschlägt mich fast. da brauche ich einfach ein, zwei tage abstand von allem, sonst kann ich weitere erlebnisse gar nicht mehr aufnehmen. und dann trifft man auf die schön in diesem blog beschriebenen komischen leuten und man merkt wieder, was für ein geiles leben man gerade eigentlich hat… - ich habe fertig!

haleakala - lukas und meine wenigkeit beim gemütlichen sonneuntergang

haleakala - lukas und meine wenigkeit beim gemütlichen sonneuntergang

haleakala

haleakala

haleakala - lukas und natalie beim betrachten des schauspiels

haleakala - lukas und natalie beim betrachten des schauspiels

knüsi beim schnorcheln mit den schildkröten

knüsi beim schnorcheln mit den schildkröten

© Markus Knüsel, 2016
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Die Reise
 
Worum geht's?:
be travel, be knüsi - 12 monate pures reiseabenteuer
Details:
Aufbruch: 14.11.2015
Dauer: 10 Monate
Heimkehr: 13.09.2016
Reiseziele: Schweiz
Kenia
Tansania
Malawi
Sambia
Simbabwe
Mosambik
Südafrika
Neuseeland
Tonga
Vereinigte Staaten
Großbritannien
Irland
Belgien
Deutschland
Der Autor
 
Markus Knüsel berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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