One Love

Reisezeit: November 2015 - September 2016  |  von Markus Knüsel

sun diego

übergrosses eis am pacific beach

übergrosses eis am pacific beach

pacific beach

pacific beach

pier

pier

surfspot an pacific beach

surfspot an pacific beach

ja, man kann mir eine gewisse trägheit vorwerfen, schliesslich weilte ich inzwischen 4 wochen in san diego. aber hey, wo sonst kann man besser seine zeit verbringen als in san diego?
ich musste aufgrund einer weiteren sinnlosen amerikanischen regel mein geliebtes hostel in ocean beach verlassen und nach pacific beach ziehen, was aber ja keine abstufung sein sollte, oder doch?
meine erste uber-fahrt von ocean beach nach pacific beach war dann aber schon der absolute reinfall. fahrerin fand mich nicht, rief mich dann auf meine schweizer nummer an und sie verstand mich nicht, weil sie praktisch nur spanisch sprach. nach unglaublichen 20 minuten erklärungen am telefon, kam sie dann doch noch an. der anruf kostete mich wohl das zehnfache von der fahrt. der albtraum ging weiter, sie hatte zwar ein navi – auf spanisch – doch das fahren allgemein war nicht ihre stärke. und es ging so weit, dass sie mich fragte, ob ich den weg kenne, als sie sich zum x-ten mal verfahren hatte. wtf? wieso lässt uber eine solche frau überhaupt zu? jedenfalls war meine benotung dementsprechend schwach.
das beach bungalow hostel lag unmittelbar am strand. folgende tage herrschte immer gleicher tagesablauf. surfen (wenn es die wellen zuliessen), joggen, chillen, braten am beach, leute beobachten, lesen, ausgehen und schlafen. zwischendurch besuchte ich auch die beach von la jolla, ocean- oder mission beach, indem ich mir einen beach cruiser mietete. alles friede, freude, eierkuchen? denkste…
vom hohen hostel standard in ocean beach geblendet, wurde ich in pacific beach bitter enttäuscht. nicht vom hostel oder vom staff her, nein, die waren auch top, ich spreche viel mehr von den gästen. es war voll mit gruppen reisenden, speziell mein 12er dorm. ob eine gruppe australische surfer oder irische kampf-party-hennen, jede gruppe tat ihr eigenes ding, soziale kontakte waren fehl am platz, die restlichen leute waren ihnen ziemlich egal. an den weekends war das hostel dann überfüllt mit amerikaner, die ihr freies wochenende an der beach geniessen wollten. und wie sie es teilweise genossen… 24 stunden reinschütten, was der körper verträgt (oder dann doch nicht). aber der hauptgrund für mein kleines zwischentief war ich selber, mein körper! am 5ten tag vergass ich beim surfen meine ohren stöpsel und prompt erwischte mich eine welle so, dass ich danach gar nichts mehr hörte. resultat davon war eine ohr entzündung und leider die gewissheit, dass damit mein surf abenteuer auf dieser reise ein abrupt schlechtes ende nahm. ozean mein lieber schatz, ich liebe dich vom ganzen herzen, aber manchmal strapazierst du meine geduld. ein schlimmer moment, da ich mit so einen „letzten surf“ nicht gerechnet hatte, aber schlussendlich lag ja der fehler bei mir. und im gleichen atemzug beschloss ich, diesen lebensstil beizubehalten, so gut das die arbeit und ferien in zukunft zulassen werden. aber ich werde ganz bestimmt wieder unglaubliche wellen geniessen, mit freunden da draussen hangen wie soldaten in schützengraben, harte wellenlose zeiten durchstehen müssen, sonnenuntergänge anschauen und mit freunden triumphierend mit salz verkrustetem gesicht sorgenfrei lächelnd zuprosten. schon solche gedanken zauberten mir dann ein lächeln zurück auf mein gesicht. und es bleibt ja die lust erhalten, irgendwann zurück zu kommen, noch mehr zu entdecken und noch mehr zu surfen. es war ja nicht ein „lebewohl sagen“, sondern eher ein „bis bald“!

mit neuen geschichten aus dem hostel kann ich natürlich dienen, zur genüge. grundsätzlich waren ja die 11 irinnen in meinem zimmer echt nette geschöpfe gewesen, doch wenn die sich mal entschieden haben, auszugehen – was mehr die frage war, wann als ob – war ausnahmezustand im zimmer. 4 beschissene stunden vorbereitung; make up, haare glatt machen (in dieser zeit war auch kein mobile phone laden möglich, weil alle steckdosen benutzt wurden), vorglühen, den ganzen sonnenbrand abdecken, sich zu hip hop klängen schon mal die beine warm machen und dummes geschwätz. naja, das war ja noch ganz lustig. besoffen nach hause kommen war dann der weniger lustige part davon. licht an, 1 stunde lang den abend revue passieren lassen – in einer lautstärke wohlbemerkt, dass wohl das ganze backpackers wusste, wer wie viele jungs abgeschleppt hatte – während ein teil der gruppe sich lauthals im klo übergeben musste oder einen depressiven heulanfall kriegten, bis dann alle zu bett gingen. aber da sie sich so abgeschossen hatten, traute sich jeweils niemand mehr auf das obere etagen bett, somit schliefen meistens zwei mädels in einem bett. ja gut, und dann lagen sie dort wie ein toter fleischkäse bis mittag, teilweise komplett nackt, da nicht mehr daran gedacht wurde, etwas überzuziehen. manch einer, also vor allem die männer, mag jetzt wohl denken; ach dieser teufelskerl knüsi, was für ein glückspilz, alleine mit 11 irischen girls. es tut mir leid, aber das machte mich gar nicht mehr an…
aber nicht die ganzen zwei wochen waren schlecht. der staff war echt super nett, die lage hammer und ich lernte auch nicht-irische leute kennen. wie zum beispiel christina und michaela aus frauenfeld. ach was habe ich mich gut amüsiert mit diesen beiden, leider blieben sie aber nur zwei nächte in san diego. ein beach club bot abwechslung mal anders an, in form eines goldfisch rennen. man versuchte einen goldfisch mittels einem strohhalms von einem becken ende ans andere zu lotsen. lustig zu sehen, in der schweiz wäre das aufgrund tierschutz bestimmungen sicherlich verboten gewesen.

einige male fuhr ich mit dem cruiser zurück zum ocean beach und besuchte den „alten“ staff. unaufhaltsam kam aber das ende meines aufenthaltes in grossen stücken näher und somit auch das verabschieden von diesen leuten, die mir so am herzen lagen. sniff!
die letzten zwei tage in san diego verbrachte ich im down town, auch der uber dorthin funktionierte dieses mal einwandfrei. ein bisschen shopping und herumhangen mit nave, welche ich aus ocean beach kannte, stand auf dem programm. am ersten abend ging ich dann mit björn aus, ihn hatte ich auf maui kennengelernt und er arbeitete im hostel wo ich übernachtete. mit ein paar leuten vom staff besuchten wir in eine piano bar. ja genau, klavier! aber hey, da waren zwei jungs am flügel und man konnte sich gegen entgelt lieder wünschen. die jungs waren weltklasse, egal ob klassisch, country, rock, metal oder hip hop, sie hatten alles drauf. teilweise wurde der bass mit beatboxen oder auf den flügel schlagen noch verstärkt. man, waren die beiden talentiert.
gleich neben uns in der piano bar sassen eine frau und ein mann, welche ein date hatten. sie schmiss sich innerhalb kürzester zeit so viele drinks rein, so dass sie sich schon bald übergeben musste. clever zeitpunkt ausgewählt, das männliche date sass draussen beim rauchten. in einer ersten phase kotzte sie nur sich selber an, dann den ganzen tisch und zum schluss noch in grossem bogen auf den boden. die beiden jungs am piano spielten weiter, als wäre nichts passiert. sie änderten jedoch den text in dem song auf das eben passierte ereignis im lokal und als das date zurückkam wurde der arme kerl ein bisschen auf die schippe genommen – viel glück fürs nach hause bringen, augenzwinkern!
am zweiten tag liefen mir dann einige leute mit seltsamen kostümen oder ganz bunten haaren entgegen. es war eine internationale comic convention am start und die leute eiferten ihren comic idolen nach. echt schräge szenen, die aber grossen anklang fand. es konnte durchaus vorkommen, dass man batman im starbucks kaffee antraf oder captain america beim rotlicht am gehsteig wartete.
wie bereits erwähnt, san diego war letzte station vor meiner rückkehr nach europa, oder besser gesagt nach england. in pacific beach hatte ich diesbezüglich auch etwas zeit gehabt, mein leben der vergangenen 9 monate zu reflektieren. und wisst ihr was? ich würde alles genau gleich machen, okay vielleicht nicht mehr ein dorm mit 11 irinnen teilen wollen. aber knüsi hat es geschafft und lebt noch immer den endlosen sommer. in diesem sinne – time is always now!

surfen am pier

surfen am pier

beach bungalow hostel - sonnendeck mit blick aufs meer (ganz rechts)

beach bungalow hostel - sonnendeck mit blick aufs meer (ganz rechts)

san diego down town

san diego down town

noch kurz eine boutique eröffnet in san diego

noch kurz eine boutique eröffnet in san diego

piano bar san diego

piano bar san diego

© Markus Knüsel, 2016
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Die Reise
 
Worum geht's?:
be travel, be knüsi - 12 monate pures reiseabenteuer
Details:
Aufbruch: 14.11.2015
Dauer: 10 Monate
Heimkehr: 13.09.2016
Reiseziele: Schweiz
Kenia
Tansania
Malawi
Sambia
Simbabwe
Mosambik
Südafrika
Neuseeland
Tonga
Vereinigte Staaten
Großbritannien
Irland
Belgien
Deutschland
Der Autor
 
Markus Knüsel berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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