One Love

Reisezeit: November 2015 - September 2016  |  von Markus Knüsel

die kehrseite der medaille

mission district

mission district

mission district - der typ bestand drauf, auch auf dem photo zu sein

mission district - der typ bestand drauf, auch auf dem photo zu sein

mission district - die antwort auf die terror attacke

mission district - die antwort auf die terror attacke

mission district - homage für prince

mission district - homage für prince

mission district - womens building

mission district - womens building

mission district - ein sinnbildliches photo. super helden überall und ein obdachloser schläft im vordergrund...

mission district - ein sinnbildliches photo. super helden überall und ein obdachloser schläft im vordergrund...

golden state warriors - immer und überall

golden state warriors - immer und überall

fortsetzung folgte, und wie! immer noch fiebrig nahm ich den flug von kauai nach honolulu in angriff. jedoch waren die 35 minuten flugzeit schnell rum. die shuttle situation in honolulu war dann aber sehr ungünstig, waren doch einige flugzeuge voll mit touristen zur selben zeit gelandet. kein günstiger shuttle in die city, also nahm ich ein taxi. ich bekam eine monster limousine, welche man sonst nur von den hollywood filmen her kennt. und das ganz alleine für mich! im hostel kannte man mich bereits, schliesslich war ich das dritte mal da. kurzes shoppen in waikiki und möglichst schnell wieder zurück. waikiki beach war noch viel mehr belegt als bei meinem letzten aufenthalt und es hatte ohne zu übertreiben 5 mal mehr surfer da draussen gehabt als sonst. die surfshops waren leer, alle bretter draussen im meer. in meinem zustand war aber an surfen gar nicht zu denken. der flug am nächsten tag nach san francisco war dann schon einiges schlimmer. in diesem zustand machte es einfach keinen spass zu reisen und zu fliegen. aber ich schaffte es ohne grössere probleme. die subway brachte mich zu der powell street station und dort kam ich zum ersten mal so richtig in kontakt mit dem land der unbegrenzten möglichkeiten. mich empfingen ausschliesslich obdachlose leute auf der strasse, vereinzelt einige business leute in ihren anzügen, aber 95% obdachlose junkies. das backpackers war schnell gefunden und ich verlängerte gleich um zwei weitere tage, da ich wusste, dass ich mich ausruhen musste, aber von der stadt wollte ich ja schliesslich auch noch was sehen.

san francisco zählt zu den finanzzentren an der pazifik küste und zu den 20 reichsten städten der welt. und sie imponiert mit der high-tech-inkubationszone namens silicon valley - das wichtigste technikzentrum des landes, in dem firmen wie apple, facebook, google und intel angesiedelt sind. doch sf ist vor allem für seine alternative kulturszene bekannt, die in den 60er- und 70er jahren hippies beherbergte und als geburtsort im kampf für die rechte von homosexuellen gilt. es ist eine stadt, die vor toleranz und offenheit strotzt. hier brummt das leben. überall wehten regenbogen flaggen an den häuser, homosexuelle paare schlenderten händchen haltend herum, ohne dabei dumm angestarrt zu werden. doch schaut man etwas genauer hin, dann sieht es nicht mehr ganz so rosig aus. vielmehr ist die stadt alles anderes als ein abbild von harmonie und glück…

die stadt, die in den 60ern das zentrum der psychedelischen revolution war, sieht sich jetzt so einigen problemen gegenüber. dazu gehört vor allem der steigende konsum von drogen wie meth amphetamin, das sich wie eine epidemie durch die strassen der stadt in die herzen der gemeinschaften frisst. es heisst zwar immer, vom schwein ist alles essbar, doch das gilt sicher nicht für diese synthetische droge, in der man solch erstaunliche inhalts stoffe wie quecksilber aus batterien, industrie lösungsmittel, spülmittel, frostschutzmittel und andere hochgiftige chemikalien findet. kurzum, crystal meth ist wie ein junkie salat. doch die behörden stehen dieser plage anscheinend besonders machtlos gegenüber. der tenderloin-bezirk ist das perfekte beispiel: er liegt direkt im stadtzentrum, nur wenige blocks von union square und der glitzerwelt entfernt und ist der treffpunkt aller amerikanischen aussenseiter. obdachlose, crack-süchtige, prostituierte, schizophrene und andere verrückte leute wandern dort wie zombies auf den gehwegen herum, labbern einem unverständlich an, schlafen in der eigenen pisse oder schreien laut vor sich hin. es scheint manchmal fast wie eine szene aus „the walking dead“ – nur dass wir uns in der realität befinden.
aber weder dies noch das fieber hielten mich davon ab, die sonst so wunderschöne stadt anzuschauen. tag eins lief ich mir fast die füsse wund. zu fuss vom backpackers zur fishermans warf war schon ein ganz gutes stück zu laufen und inzwischen hatte ich nur noch meine flip flops. das letzte paar schuhe liess ich in hawaii zurück, machte keinen sinn die noch zu waschen… jedenfalls schnell sah ich schon gleich zu beginn den cablecar, alcatraz und die golden gate brücke und lief immer weiter bis marina green, wieder über pier 39 zurück zum hostel. also in einem tag all diese touristischen sachen abgeklappert. danach wollte ich noch das mietauto buchen, das hatte eigentlich oberste priorität. und das war gar nicht so eine einfache angelegenheit. hertz verlangte stolze 1600 dollar für 12 tage, ohne versicherung wohlbemerkt. das kann doch nicht sein, also checkte ich einige anbieter online: hertz online: 1200 dollar, avis online 900 dollar und gewisse waren ausgebucht. langsam wurde ich ranzig, so richtig sogar. das wieder gestiegene fieber unterstützte meinen ärger noch zusätzlich. also griff ich zur letzten möglichkeit und buchte den wagen über avis schweiz online für 450 schweizer franken inkl. allen versicherungen und null selbstbehalt. wie ist das möglich, dass es in der schweiz ein viertel von dem kostet, was es hier verlangt wird? jedenfalls guter tipp an alle amerika reisende; bucht zu hause in europa, ihr spart da ein heiden geld! kaum gebucht, stürzte internet ab, so dass ich nicht wusste, ob es nun übermittelte oder nicht. eine auftragsbestätigung blieb bis heute aus, betrag wurde aber auf kreditkarte verbucht. naja, mal abwarten…

am folgenden tag, immer noch krank und am tag nach der terror attacke gegen einen schwulen klub in florida, dachte ich, es sei an der zeit, das schwulen- und kulturen viertel mission district zu besuchen. einfach so, auch als solidarität mit anders denkenden und fühlenden menschen. und es war für mich persönlich das viel grössere highlight als die golden gate brücke, denn da sieht man so viele wunderschöne kunstwerke an den wänden der häuser, so viele nette restaurants, bars oder coffee shops und eine gesellschaft, die einfach zufrieden und friedlich ist. die regenbogen-flaggen wie auch die usa-flaggen auf öffentlichen gebäuden wehten alle auf halbmast, doch kein anzeichen sich unterkriegen zu lassen. so ist das richtig! ich verbrachte praktisch den ganzen tag dort und betrachtete kunstwerke, später im soma (south of market) district waren die skater mehr im vordergrund getreten und überall gab es skate parks & skater, die ihre tricks auf offener strasse zum besten gaben. auf dem rückweg ging ich mir eines der berühmt berüchtigten amerikanischen medikamenten einkaufen und das haute so richtig rein. gute 10 stunden schlaf ohne auch nur einmal aufzuwachen. nicht schlecht. auch der husten und das halsweh, wie weggespült. das war ja eine tolle sache, dachte ich zumindest. tag drei stand chinatown und north beach auf dem programm, zweites auch besser bekannt unter dem namen „italiener-viertel“. vorher ging ich aber zur avis-auto-abgabestelle, denn ich hatte immer noch keine antwort gekriegt von avis schweiz – immerhin dies, der wagen war gebucht und bezahlt! chinatown und italiener viertel wurden ihrem namen gerecht, sehr chinesisch und sehr italienisch. ich genehmigte mir eine richtig leckere pizza in einem restaurant und einen espresso, bevor ich mich richtung hostel zurück machte. unterwegs ging es mir dann immer schlechter, ich hatte schüttelfrost und ehrlich gesagt erst dann bemerkte ich, dass es sehr unvorteilhaft ist, dass ich trotz fieber immer noch in shorts & flipflops herumlungerte, da zwar eitel sonnenschein herrschte, aber der wind und auch die temperaturen von ca. 15 bis 17 grad nicht sehr sommerlich waren. zurück im hostel stieg das fieber wieder über 38 grad, husten und schnupfen begleiteten das fieber. shit, back in business!

nach ami-medikament und weiteren 12 stunden fühlte ich mich noch nicht viel besser, ich war immer noch todmüde. ich entschied den tag zu hause zu bleiben und mich auszuruhen, hatte mir wohl in den letzten paar tagen zu viel zugemutet. und das tat ich auch. ich las viel und lungerte noch viel mehr im hostel rum. mir kam in den sinn, dass ich ja noch danae in hawaii versprochen hatte, mich bei ihr zu melden, sobald ich in san francisco bin. der zufall wollte es, dass sie nur rund hundert meter vom hostel arbeitete und so verabredeten wir uns zu einem kaffee gleich um die ecke! wunderbare abwechslung im tristen relax tag. und dabei erzählte sie mir, dass sie dasselbe auch nach hawaii hatte, es dauerte in ihrem fall ganze zweieinhalb wochen, bis sie wieder zur arbeit gehen konnte. beschissene 18 tage… dann war ich ja nicht einmal in der hälfte!!!
der folgende tag war ein abbild vom vortag, ich hab nix gemacht, verfolgte rumänien vs schweiz per live ticker, schrieb diesen blog und hab geschaut, dass ich nicht gross im wind draussen ausgesetzt war. am frühen nachmittag besuchte ich danae nochmals an ihrem arbeitsplatz, der berühmten cheesecake factory! als ich da oben auf der terrasse am union square angekommen war, traute ich meinen augen nicht. die warteschlange um dort zu essen war lächerlich lang, ich hätte zwei stunden warten sollen. als sie mich entdeckte, konnte ich schlange mit touristen und krawatten tragenden herren passieren und kriegte sofort einen tisch für mich alleine. neben dem gratis essen brachte sie mir auch noch 4 paar schuhe mit, von welchen ich ein paar aussuchen konnte, denn wir haben dieselbe grösse. nun bin ich also wieder im besitz von schuhen, neben meinen flipflops. manchmal ist es einfach nur gut, freunde auf der ganzen welt zu haben!

ja, das alles hört sich jetzt an, als hätte ich von san francisco gar nicht so viel gesehen. dem ist aber nicht so, die drei ersten tage spulte ich einige meilen ab, da ich immer zu fuss unterwegs war. die letzten zwei tage, ja da hangte ich sie schon ziemlich stark im hostel herum, doch das war noch nichts im vergleich zu zwei schwedischen jungs aus meinem zimmer. die verbrachten rund 18 stunden von 24 stunden im zimmer. entweder schlafen oder auf dem handy was lesen, mehr lag bei denen nicht drin.

jedenfalls als ich san francisco verliess, war ich immer noch nicht auf dem damm!

sf

sf

sf - naja, dieses tixi klo wird wohl auch ziemlich schnell voll sein

sf - naja, dieses tixi klo wird wohl auch ziemlich schnell voll sein

sf - skyline

sf - skyline

alcatraz

alcatraz

pier 39

pier 39

china town

china town

italien viertel

italien viertel

© Markus Knüsel, 2016
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Die Reise
 
Worum geht's?:
be travel, be knüsi - 12 monate pures reiseabenteuer
Details:
Aufbruch: 14.11.2015
Dauer: 10 Monate
Heimkehr: 13.09.2016
Reiseziele: Schweiz
Kenia
Tansania
Malawi
Sambia
Simbabwe
Mosambik
Südafrika
Neuseeland
Tonga
Vereinigte Staaten
Großbritannien
Irland
Belgien
Deutschland
Der Autor
 
Markus Knüsel berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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