One Love

Reisezeit: November 2015 - September 2016  |  von Markus Knüsel

tranquillo hombre

monterey - my name is gump, forrest gump!

monterey - my name is gump, forrest gump!

monterey

monterey

highway one

highway one

highway one

highway one

highway one - robbe am chillen...

highway one - robbe am chillen...

... oder brunftschrei

... oder brunftschrei

kalifornische weingegend

kalifornische weingegend

tja, da stand ich also, immer noch krank und fiebrig, auf den kalten strassen san franciscos und versuchte ein taxi zu kriegen, welches mich zum autoverleih fährt. schnell hand in die höhe strecken und schon fuhr ein gelbes auto mich richtung warf. die taxi fahrt war lustig und unterhaltsam, die auto übergabe unkompliziert und unbürokratisch. bis dahin lief alles am schnürchen, vielleicht bis auf das fieber, aber das glück schien auf meiner seite! denkste… der ford focus hatte nämlich kein navi und auf meine anfrage hin erklärte man mir, dass sie ausverkauft seien. naja, ich hatte ja noch ein mobile, mit welchem ich zwar nicht mehr telefonieren konnte, da mikrophon kaputt, aber dieses mobile hatte ein navi app, welches ich schon des öfteren in der schweiz benutzte. na dann mal los. offline ging gar nix, also ging ich online. keine ahnung wie viel mich das kosten wird, aber online ging auch nicht besser als offline. die dame hinter dem avis schalter bemitleidete mich und schenkte mir eine karte von san francisco und kalifornien. na herzlichen dank! der knüsi hatte zu hause noch nie ein auto besessen und sollte jetzt nur mit karte raus aus frisco finden. aber was hatte ich für eine andere wahl? also los… über die golden gate bridge fuhr ich los und fand die ausfahrt für die autobahn 101 nach süden nicht, also fuhr ich mit dem glauben richtig zu sein rund 30 kilometer richtung norden, bis es das erste mal beschriftet war, dass es sich um die 101 north handelt. gut, kehrt und wieder zurück ins gewühl von san francisco. und wie murphys gesetz es in solchen situationen will, wurde ich zu schnell und mit karte in der hand geblitzt (auf der golden gate brücke) und dann berechnete man mir noch 10 dollar zoll taxe, weil ich vom norden her nach frisco kam. tranquillo hombre, ich war kurz vor einem schreikrampf. die 101 south fährt durch die ganze stadt als normale strassen, nicht als freeway und war kaum beschildert. irgendwie schaffte ich es aber trotzdem raus und fand mich wieder richtung süden, jedoch begleitete mich starke kopfschmerzen und augenbrennen richtung san jose. dort machte ich dann einen stopp, ass was und sagte mir erneut: tranquillo hombre, wenigstens die richtung stimmte! mein erstes ziel war monterey und diese ausfahrt verpasste ich beinahe vor lauter karten anschauen. in der information vor ort holte ich mir dann eine karte von monterey und fand das hostel auf anhieb! geschafft! in doppelter hinsicht! das hostel war aber sehr nett und zentral gelegen. aufgrund des grossen wassermangels in kalifornien übergab man mir zwei jetons für je 3.5 minuten duschen. auf dem weg zum meer und hafen gegend lief ich am bubba gump shrimp vorbei, wo ich natürlich gleich zuschlug und ein leckeres shrimp-sandwich ass. für alle die jetzt nicht verstehen, bubba war der buddy im vietnamkrieg von forrest gump im gleichnamigen film, welcher später das business für den verstorbenen freund übernahm. egal, jedenfalls wendete sich der tag doch noch zum guten, fieber und kopfweh war weg und ich hatte das beste shrimp-sandwich in der hand, das ich je gegessen hatte. was wollte man mehr? okay, vielleicht ein funktionierendes navi-gerät…

durchgeschlafen, gut gefrühstückt und das navi mit dem wifi im hostel so gut wie möglich aktiviert, ging es los richtung süden dem highway 1 entlang. über big sur die küsten strasse entlang bis cambria. und die fahrt war der absolute hammer, so schönes wetter, einzigartige landschaften und ein offensichtlich gesunder knüsi kostete alle highlights an dieser strecke aus. das hostel in cambria war dann einzigartig. einzigartig schön. in einem alten gebäude gleich neben einer nicht mehr aktiven kirche. das haus stand für rustikale schlichtheit, frische oder auch ruhe und der begriff bezog sich auf den natürlichen wie auch menschengemachten vibe und auf unauffällige eleganz. so sassen alle gäste im wohnzimmer bei einer tasse heisser schokolade zusammen und quatschten bis tief in die nacht hinein. frühstück gab es auch; selber gebackenes brot, die restlichen sachen kamen praktisch alle aus dem garten. man fühlte sich einfach heimisch.
von cambria fuhr ich dann richtung landesinnere, mein ziel war las vegas, aber das wollte ich nicht in einem tag fahren. also stoppte ich in bakersfield. keine schöne stadt, die gegend um bakersfield waren aber beeindruckend, ölfelder soweit das auge reichte. 35 grad erwarteten mich und war ein vorgeschmack auf vegas. ich leistete mir seit rund 5 monaten wieder mal ein einzelzimmer mit tv und einem pool vor der hütte. vor dem vergnügen wusch ich noch meine kleider in einem waschsalon und das war ja schon lustig. diese amerikaner waschen fast alle dort und parkierten teilweise so nah beim eingang, dass man kaum noch die türe des shops öffnen konnte. schon eine ziemlich faule nation. abends zog ich mir junk food rein, schaute copa america im tv und kühlte den raum so schön runter, auch wenn das der erkältung nicht so gut tat. mir tat es persönlich mental gut!

460km bis vegas! also los! vorbei an hunderten von windrädern und einem flugzeug friedhof gab es nach der hälfte der strecke einen unfall. ein lastwagen hatte gleich beide spuren blockiert und für zwei stunden ging gar nix. keinen meter! draussen waren schon über angenehme 40 grad. und die amis wären nicht amis, wenn nicht einige mit ihren pick-ups versucht hätten, durch die wüste ihren eigenen weg zu bahnen. mit mehr oder weniger erfolg. jedoch gab es auch diejenigen, welche auf dem pannenstreifen nach vorne fuhren, obwohl alle wussten, dass es keine ausfahrt weit und breit gab. also hatten einige leute ihre autos quer gestellt, dass uns niemand rechts überholen konnte. das endete mit bösem blut und angestrengten diskussionen. erst als eine frau ihre zwei kampf hunde aus dem auto holte, stiegen wieder alle in die autos und hatten sich lieb. als es dann wieder lief, gab mein navi den geist auf und ich durfte mein hostel erneut auf der karte suchen. hmpf! kurz vor las vegas passierte ich das grösste sonnenkraftwerk der welt, welches nun google gehört. drei riesen grosse spiegel türme reflektieren zusätzliches licht auf die panels. das ganze sah ziemlich science fiction mässig aus.
die erste nacht in vegas schlief ich ein bisschen ausserhalb des strips. 45 grad, hostel leer. alle leute im hostel waren wegen einem electro festival da, welches über die ganze nacht andauerte. also schliefen alle leute durch den tag hindurch und tanzten bei mondschein. es waren aber sehr kaputte leute. ich habe ja schon so einige festivals erlebt, auch electro festivals, aber was ich da zu sehen kriegte war einfach nur krank. drogen hölle! jedenfalls waren wir in der nacht nur zu zweit im raum, der rest war an der party. ich konnte aufgrund der sauhitze nicht schlafen und als dann noch ein ami um mitternacht in unser zimmer stürmte und rund eine stunde mit seiner freundin lautstark telefonierte, war es dann fast ganz geschehen mit dem schlaf. auf meine frage hin, ob er nicht auf dem korridor telefonieren könne, meinte er ziemlich trocken, ob ich eins auf die nase haben möchte… mochte ich nicht! aber er wechselte dann doch das zimmer, ihm war es wohl zu heiss da drin.

am nächsten morgen wechselte ich hotel, schliesslich kriegte ich besuch aus der schweiz von sabrina. der zufall wollte es aber, dass ich vorher noch lukas traf, welcher ich in hawaii kennenlernen durfte und wir verabredeten uns für den abend. ich ging dann rund 3 stunden an die pool party vom hotel flamingo. und schon abartig was da schon am frühen nachmittag alles abgeht. in vegas war alles erlaubt, gibt es keine grenzen und keine regel. die glitzerwelt hatte auch ihre schattenseiten. so lag mein erstes hostel gleich neben dem strassenstrich und ganz viele obdachlose zierten die strasse. kein schönes bild von las vegas. aber ich war ja nun im flamingos. ein riesen hotelkomplex mit casino, restaurants, unterhaltungsmöglichkeiten, konzerten und 24h betrieb. alles was das herz wünschte. dann holte ich abends sabrina vom flughafen ab, fuhren zum hotel und dann gleich los ins getümmel. wir trafen wie abgemacht lukas und sein schweizer-kollegen-paar sabrina und sandro. offensichtlich bleibt ja was in vegas passiert in vegas. also hier nur eine kurze aufzählung der nacht: essen, gamblern, trinken… jedenfalls fehlte uns am morgen keine freund und auch kein finger... oder so!
nach vier stunden schlaf standen sabrina und ich schon wieder auf und legten uns satte 6.5 stunden auf den liegestuhl am pool und genossen die pool party mit dj. lukas gesellte sich am späten nachmittag auch dazu, nachwehen vom vortag gaben ihr bestes bei ihm. jedenfalls brachte ich abends sabrina wieder zum flughafen und zog bei luki ins zimmer. hatte zwar einen dorm bett in einem hostel gebucht gehabt, aber ich zog das freie bett bei lukas gerne vor! und ich nutzte das aus. immer noch ein bisschen erkältet und zwei nächte ohne viel schlaf pennte ich 10 stunden am stück durch.

leider musste ich mich auch von lukas verabschieden. ihn werde ich aber noch ein weiteres mal in san diego treffen. die 450km nach las vegas waren heiss, aber zum glück keinen grossen stau. jedoch veralberte mich das navi gleich zweimal. es lotste mich über eine offroad strasse und danach fiel es ganz aus, also wieder mit karte. und das nach los angeles, dem zweit grössten ballungsgebiet in amerika. abenteuer pur, da noch einige strassen gesperrt waren wegen den busch- und waldbränden. aber ich hab das hostel gefunden, direkt am hollywood boulevard.
bereit für ein weiteres ghetto? die stadt los angeles, rund 600km südlich von san francisco, gilt als die unterhaltungshauptstadt der welt und blendet seine besucher mit all dem glanz der stars, den hollywood-studios, dem hollywood boulevard und seinem skandalösen nachtleben, den luxus boutiquen von beverly hills, den stränden von venice und den star-villen von malibu. sie ist auch der geburtsort der modernen skate-kultur. die kalifornier haben es auch wirklich drauf – dort muss man hin, baby!
doch die stadt der engel lässt sich nicht auf den walk of fame, die starpartys und die plastisch aufgehübschten blondinen mit fake-inventar reduzieren… nein, in la trifft man auch auf obdachlosigkeit und fäulnis. der hollywood boulevard riecht überall nach urin, penner schlafen direkt vor den theatern und betteln um wenige cents. die sterne am boden der schauspieler oder musiker kann man teilweise vor dreck kaum noch lesen. es ist eine weitere realität kaliforniens, die einem anspringt wie ein wütender hund. wie ein dorn im finger sticht die armut heraus – aus dem sterilen kalifornischen dekor, das die verschiedensten verbote kennt, wie das biertrinken auf der strasse, rauchen im umkreis von 6m von den türen und fenstern öffentlicher gebäude und, noch verrückter, doch mindestens ebenso ernst gemeint, das eigene auto mit alter unterwäsche zu waschen. und ich spar mir lieber den satz über waffen, denn das ist einfach nur noch verrückt…

jedenfalls klapperte ich in den 4 tagen in los angeles die touristischen sehenswürdigkeiten ab wie der eben schon erwähnte hollywood boulevard, wo filmschaffende, musiker oder andere unterhalter mit einem stern verewigt wurden. die 5 km hin und zurück plus alle shops und das hollywood zeichen am hügel bedeutete für mich einen ganzen tages ausflug. für die santa monica / venice beach benötigte ich ebenfalls einen ganzen tag. mit der metro hin und zurück zu fahren waren ja schon satte zwei stunden lang, aber auch am strand gab es so einiges zu entdecken; santa monica pier mit dem vergnügungs park namens pacific park. oder dann der berühmt berüchtigte venice boardwalk mit vielen strassenkünstler, dem skate park oder dem muscle beach. habe noch nie in meinem leben so viel muskeln und so viel silikon gesehen. meine fresse, dass sich die leute so noch überhaupt hübsch finden, ist mir ein rätsel. neben glitz und glamour gabe es aber auch dort die kehrseite der medaille. viele obdachlose irrten umher, verlagerten ihr klo, dusche und waschküche in die öffentlichen toiletten vor ort und nicht selten wurde mir die ganze bandbreite an drogen angeboten.
ach ja, nebenbei hat mir noch der kundendienst der avis schweiz geschrieben, nach über 2 wochen notabene, dass sie mir nicht helfen können und ich den kundendienst doch anrufen solle. das ganze system ist doch krank. nun gut, trifft auf mich persönlich immer noch zu, aber auf dem weg zur besserung…

ölfelder um bakersfield

ölfelder um bakersfield

solarkraftwerk bei las vegas

solarkraftwerk bei las vegas

vegas

vegas

vegas

vegas

vegas - blick vom hotelzimmer

vegas - blick vom hotelzimmer

vegas - flamingo hotel

vegas - flamingo hotel

st.monica beach

st.monica beach

venice beach - skate park direkt am strand

venice beach - skate park direkt am strand

party bus... man beachte den kinderwagen vor der offenen tür, was hier wohl gefeiert wurde?

party bus... man beachte den kinderwagen vor der offenen tür, was hier wohl gefeiert wurde?

venice beach - wellenwarnung mit guter begründung

venice beach - wellenwarnung mit guter begründung

© Markus Knüsel, 2016
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Die Reise
 
Worum geht's?:
be travel, be knüsi - 12 monate pures reiseabenteuer
Details:
Aufbruch: 14.11.2015
Dauer: 10 Monate
Heimkehr: 13.09.2016
Reiseziele: Schweiz
Kenia
Tansania
Malawi
Sambia
Simbabwe
Mosambik
Südafrika
Neuseeland
Tonga
Vereinigte Staaten
Großbritannien
Irland
Belgien
Deutschland
Der Autor
 
Markus Knüsel berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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