One Love

Reisezeit: November 2015 - September 2016  |  von Markus Knüsel

last surfer in the highlands

schottland black & white

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schottland black & white

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road trip durch die highlands mit meinem kumpel chappi

ich habe mich für dieses kapitel extra in die mitte edinburghs begeben, sitze auf einer bank, geniesse die sonnenstrahlen, wie sie mich wärmen, höre einen dudelsack johlen und erkenne den schottischen akzent, wenn die leute miteinander reden. ich versuche somit die besten worte zu finden, um das zu beschreiben, was ich in den letzten tagen erlebten durfte und wie ich mich dabei fühlte, denn dieses schottland ist einer der wundervollsten plätze dieser erde, ganz gewiss!
zuerst musste ich aber noch aus newcastle raus. und die letzte nacht dort im norden englands hatte es in sich. als ich gegen mitternacht den dorm aufsuchte, überraschte mich eine indische familie. zwei männer, eine frau und ein kleiner junge in einem männer dorm? okay, müssen die ja wissen, dachte ich mir, was sie damit dem kind antun. jedenfalls ramba-zamba bis zwei uhr morgens mit voller beleuchtung an im zimmer. als dann die zwei herren vor 6 uhr morgens bereits wieder lautstark miteinander diskutierten - und inder können sehr laut diskutieren - war es um meine strapazierfähigkeit geschehen. ich stauchte den einen typen zusammen, gab ihm zu verstehen, dass ein dorm eben wie es der name ja schon sagt, zum schlafen sei. seine antwort, dass er sich von einem jungen schnösel wie mir nichts zu sagen habe, liess dann auch meine stimme etwas lauter werden. ich bemerkte, dass wohl er der junge bursche hier von uns zwei sei, worauf er mir antwortete: „bitte nicht so laut, weil sonst erwacht noch mein sohn…“ boooom, und ich war auf voller betriebs temperatur angelangt. der zweite mann merkte, dass mit mir nicht gut krischen essen war und mischte sich ein, entschuldigte sich bei mir, riss den anderen raus aus dem zimmer und sie kamen erst zurück, als sie frau und kind abholten. sein blick wollte mich töten, ich lächelte ihn nur siegessicher an, worauf er schnaubend den schlafraum verliess. ich bin ja normalerweise nicht so, jedoch ist auch meine gutmütigkeit nach 10 monaten dorm leben ein wenig strapaziert…

aber nun zum schönen teil dieses kapitels – caledonia! ich fuhr mit dem bus nach edinburgh, wo mich typisch schottisches wetter empfing. das erste mal auf der ganzen reise musste ich meinen grossen rucksack-regenschutz benutzen. im hostel, gleich unmittelbar neben dem castle, traf ich dann auf chappi, einen guten kumpel von zu hause. und gleich am ersten abend ein highlight meines ganzen trips; das edinburgh military tattoo festival, das original! die mächtige bühne auf dem schloss vorplatz imponierte mir und kannte ich nicht in dieser weise von meinen bisherigen besuchen in edinburgh. umso gigantischer war dann der auftritt im stadion. die jordanische leibgarde war zu gast am diesjährigen tattoo und sogar der könig von jordanien inklusive seiner bildhübschen frau, königin rania, waren an diesem abend zu gast in dieser arena. das wetter war stürmisch und ein bisschen regnerisch, was aber der guten stimmung gar nichts abtat. als dann die highland tänzerinnen und eine formation aus neuseeland ihr bestes gaben, gab es auch bei mir kaum ein halten mehr. das feuerwerk am schluss fiel leider dem sturm zum opfer. nach der vorstellung ging ich seit langem wieder mal so richtig aus. den nächsten (hangover) tag verbrachten wir mit fringe festival (strassen künstler anlass, gegen veranstaltung zum tattoo), olympischen spielen gucken und bierchen trinken am berühmt berüchtigten grass markt. good times!
am folgenden tag holten wir unsere perle (auto) ab und besuchten einen supermarkt, wo wir uns mit zelt, schlafsäcken, matten, teller, pfannen und proviant für die kommenden tage eindeckten. zurück zu den camper-wurzeln! die erste fahrt führte uns zum loch lomond und an einen sehr netten camping platz. unterwegs mussten wir aber eine kurze schreckens sekunde überstehen, denn wir küssten einen randstein bei voller fahrt. der pneu wurde in mitleidenschaft gezogen, eine grosse beule zierte unser rad vorne links. bisschen wundsalbe drauf und ein pflaster und weiter ging es…, nein, aber wir verloren keinen druck, also ging es im gleichen stiele weiter. der abend endete dann wie die folgenden abende enden werden; schottisches bier, schottischen whisky und brasilianische olympische spiele. einfach herrlich!

wir befanden uns bereits in den highlands (aus dem schottisch-gallischen: a‘ ghaidhealtachd), eine historische region schottlands und unser nächster stopp war fort williams, wo wir dann auf dione aus luzern stiessen. gewollt wohl bemerkt, chappi hatte mit ihr schon vor der reise abgemacht. sie lief den 96 meilen (ca. 154 km) langen west highland way von milnagavie nach fort william, was ich persönlich sehr hoch einzuschätzen wisste. sie borgte mir sogar ein paar von ihren trecking schuhen, da ich immer noch mit surfer shorts und turnschuhen unterwegs war. die halbtages-wanderung führte uns den glen nevis entlang zu einem wunderschönen wasserfall. neben wandern musste wir einen saukalten fluss überqueren, schlammige moor felder durch marschieren oder über eine hängebrücke unseren weg zum wasserfall und zurück bahnen. der hike war aber einfachste stufe und wir kamen kaum ins schwitzen. dennoch liessen wir es uns nicht nehmen, zusammen im dorf ein pub aufzusuchen und uns ein bierchen zu genehmigen. heile welt, bis auf die beschissenen mücken überall.
die nacht war sternen klar und saukalt, aber gerade als wir das zelt abbauten und losfahren wollten, begann regen einzusetzen, welcher unser ständiger begleiter in den kommenden tagen sein sollte. in isle of skye hatten wir glücklicherweise im voraus ein backpackers gebucht, so konnten wir wenigstens unsere nassen kleider trocknen lassen. isle of skye war sehr stürmisch und ausser dem wasserfall an der küste und einem schloss sahen wir nicht extrem viel – alles war wolkenverhangen und die sicht war ziemlich beschissen! bei stürmisch kühlen 8 grad draussen genehmigte ich mir eine portion haggis im benachbarten pub und stellte mir dabei vor, wie es sein müsste, bei diesem wetter draussen zu wandern und zu campen. der abend im pub wurde besonders lustig, gesellten sich doch drei musiker dazu und gaben freihand ihr bestes, sogar wenn sie auf dem boden sitzen mussten. in kombination mit bier, netter bedienung und olympischen spielen der perfekte abend in einer sonst eher grausigen nacht!

warntafeln wiesen uns am nächsten tag bereits darauf hin, dass auch in den kommenden tagen mit viel regen zu rechnen sei. und die total 4.5 stunden fahrzeit in den norden waren geprägt von regen, hochwasser, vielen wasserfällen, und überfluteten strassen. der nächste zeltplatz war ganz im hohen norden von schottland und lag direkt an der küste und an kliffen. wunderschöner spot…, hätte das wetter mitgespielt. sogar einige surfbretter und surfanzüge erspähte ich, aber bei diesen winden war an surfen gar nicht zu denken. für mich war die nacht der blanke horror, zwar fanden wir beim aufbauen des zeltes windschutz von einem grossen camper, dennoch kriegte ich die kaltnasse zelt blache irgendwie jede 5 sekunden an die fresse geknallt, kaum schlaf gekriegt.
in der hoffnung auf besseres wetter machten wir uns auf richtung nordosten. und tatsächlich war uns das wetter auf einmal holde. der zeltplatz lag erneut an der küste und wir konnten kaffee an der sonne geniessen und grillierten leckeren schottischen lachs auf dem feuer, ohne dabei nass zu werden. nach erholsamen 10 stunden schlaf bahnten wir unseren weg richtung süden fort. vorbei an leuchttürmen, wasserfällen, seen, schlössern und whisky distilleries erreichten wir hopeman, zeltplatz wieder direkt am meer liegend. nach einer richtig grossen portion fish & chips suchten wir ein lokales pub auf, um – richtig erahnt – olympische spiele zu schauen. dass da drin dann später noch eine geburtstag party abgehen würde, wussten wir zu diesem zeitpunkt auch noch nicht. lustig verkleidet feierte man den 21. Geburtstag eines einheimischen girls und wir mitten drin. funny!
st. andrews war dann letzter halt auf unserem kleinen road trip. die ruinen, den hafen und den golfplatz begutachteten wir bei strahlendem sonnenschein, wir bestaunten die schönheit der stadt und genossen einfach das perfekte ambiente! erneut bildeten bierchen und olympische spiele die letzten tätigkeiten dieses tages.
als wir wieder in den lowlands zurück waren, in edinburgh um genau zu sein, waren wir verändert. unsere blicke waren tief geworden. wir waren als jungen abgefahren und als männer zurückgekehrt. naja, wir wollen hier mal nicht übertreiben, aber dieses land hat mich schon richtig elektrisiert und in seinen bann gezogen. edinburgh in der festival-zeit ist voll mit lästigen touristen, durch und durch, jede strasse ist verstopft mit nicht-schotten. es war teilweise schwer einen platz in einem pub oder kaffee zu finden geschweige einen tisch in einem restaurant. und doch liebe ich diese stadt. nach kapstadt für mich die zweit beste stadt der welt. und als uns die sonne die restlichen tage in edinburgh begleitete, war ja alles im butter! schottland, du warst wieder mal bombastisch zu mir, besten dank für die tolle zeit. und danke chappi für nette begleitung!
chappi verliess edinburgh direkt an ein musikfestival in der schweiz und mich zog es weiter nach irland. na dann – slainte!

edinburgh

edinburgh

unterwegs in den weiten schottlands

unterwegs in den weiten schottlands

military tattoo festival

military tattoo festival

military tattoo festival - highland dancers

military tattoo festival - highland dancers

© Markus Knüsel, 2016
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Die Reise
 
Worum geht's?:
be travel, be knüsi - 12 monate pures reiseabenteuer
Details:
Aufbruch: 14.11.2015
Dauer: 10 Monate
Heimkehr: 13.09.2016
Reiseziele: Schweiz
Kenia
Tansania
Malawi
Sambia
Simbabwe
Mosambik
Südafrika
Neuseeland
Tonga
Vereinigte Staaten
Großbritannien
Irland
Belgien
Deutschland
Der Autor
 
Markus Knüsel berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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