Südafrika 04.11.2016 - 26.11.2016

Reisezeit: November 2016  |  von Johanna Bley

Johannesburg: Tag 23 - Die Abreise

Abschied nehmen fällt oftmals schwer

Heute schlafen wir nochmal aus aber als ich wach werde wird mir direkt das Herz schwer. Dreieinhalb Wochen sind schon vorbei und es geht zurück nach Hause. Aber heute genießen wir nochmal Wärme, Sonne und Südafrika! Und passend dazu gönnen wir uns nochmal das Brie-Bacon Croissant und das Früchtemüsli von Mugg&Bean Es ist ein wirklich schöner Tag, anders als vorhergesagt, und so sitzen wir uns genießen das Frühstück auf der Terrasse. Während ich durch Facebook scrolle trifft mich dann fast der Schlag: einen Tag nach unserer Abreise aus dem Storms River Mouth Camp ist dort ein Feuer ausgebrochen und der Cattle Baron sowie der Shop sind völlig runtergebrannt. Nur einen Tag nachdem wir selbst noch drinsaßen. Gott sei Dank ist niemandem etwas passiert und auch der Wald wurde nicht beschädigt. Aber trotzdem ist es bitter
Während wir zur Mall laufen setzen wir zum ersten Mal Fuß auf den Boden von Johannesburg. Es fühlt sich seltsam an, einen Kilometer lang sind wir dabei praktisch die Einzigen und auf jeden Fall die einzigen Weißen. Die befinden sich entweder in den hochgesicherten Villen um uns herum oder in den Autos. Daran könnte ich mich glaub ich nie gewöhnen…auch heute Nacht haben wir wieder hinter Elektrozaun und zwei Gittertüren geschlafen. Das einzig Negative, was wir von diesem Urlaub mitnehmen, ist die Schere zwischen arm und reich und die immer noch offensichtlichen Überreste der Apartheid.
Für unseren Tag in Johannesburg haben wir lange überlegt und uns schließlich für Constitution Hill entschlossen. Wir nehmen ein Uber dorthin und besichtigen die ehemalige Gefängnisanlage (wo wir Robben Island ja leider schon verpasst haben…), in der neben Nelson Mandela auch Mahatma Gandhi inhaftiert war. Vorab muss man sagen, dass die Anlage sehr verwirrend ist. Der Eingang ist nicht offensichtlich und die einzelnen Trakte liegen über ein öffentliches Areal verteilt, sodass man praktisch immer wieder raus und rein geht. Gut ausgeschildert ist es auch nicht. Und im Frauengefängnis läuft nebenbei noch eine Fashion Show?! Man könnte wohl soviel mehr daraus machen, irgendwie ist das hier nicht ganz gelungen. Aber es sind viele Berichte ehemaliger Inhaftierter und Wächter zu lesen, die einem wirklich die Augen öffnen. Viele der farbigen Eingesperrten waren wegen Nichtigkeiten eingesperrt, in eine Zelle gesperrt mit Mördern und Vergewaltigern, denunziert von den Wächtern und schlechter behandelt als die weißen Gefangenen. Es ist schon abartig, was Südafrika noch bis vor wenigen Jahrzehnten durchgemacht hat.
Es ist früher Nachmittag und wir haben noch massig Zeit, aber wir wollen dennoch schon zum Flughafen. Johannesburg ist eine Industriestadt, die uns kaum reizt, das Apartheidsmuseum ist weit weg und für die Hop On Hop Off Tour ist zu wenig Zeit. Dann machen wir halt noch Shopping am Flughafen
Wieder nehmen wir ein Uber und vertrödeln uns die Zeit mit Souvenirkäufen, durch die Läden schmökern und Bierchen trinken. Und ganz pünktlich heben wir ab Richtung Madrid. Leb wohl Südafrika, du wirst uns fehlen! Hoffentlich sehen wir uns bald wieder

© Johanna Bley, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach langem Warten war es endlich soweit: unsere Rundreise durch Südafrika geht los! Wie immer alles selfmade zusammengewürfelt, vom Krüger bis Kapstadt...
Details:
Aufbruch: 04.11.2016
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 26.11.2016
Reiseziele: Südafrika
Der Autor
 
Johanna Bley berichtet seit 6 Jahren auf umdiewelt.
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