Südafrika 04.11.2016 - 26.11.2016

Reisezeit: November 2016  |  von Johanna Bley

Krüger National Park: Tag 7 - Auf der Jagd nach WiFi

Was man einmal sah, kommt fünffach wieder!

Heute Nacht hat es zum ersten Mal geregnet und so empfängt uns ein herrlich kühler Morgen. Wieder fahren wir um 6 Uhr los, damit wir zeitig im Lower Sabie eintreffen. Überall im Park haben sich Pfützen gebildet, es wimmelt nur so von Tausendfüßlern und Käfern. Man sieht auch noch mehr Impalas und Giraffen als sonst. Für die Tiere wird es hier nach dem Regen sicher zum Schlaraffenland. Wir nehmen die Hauptstraße Richtung Tshokwane und sehen nichts Besonderes, als Martin plötzlich bremst und aufs Grasland deutet: fünf Geparden laufen an der Straße entlang. FÜNF! Die Katzen sind unfassbar elegant und man kann gar nicht mehr wegsehen. Wir sind froh an unserem letzten Tag noch so ein Highlight gesehen zu haben

Nochmal ein Zwischenstopp bei den süßen Kleinen

Nochmal ein Zwischenstopp bei den süßen Kleinen

Zwei der fünf auf Abwegen

Zwei der fünf auf Abwegen

In Tshokwane machen wir eine kurze Pause und kaufen einen Kaffee. Auf der Weiterfahrt nach Lower Sabie geht es wieder recht uninteressant los, sodass ich mich kurzerhand auf den Rücksitz packe und eine Runde schlafe Wenn das Auto so sanft schuckelt klappt das wunderbar. Nach einiger Zeit weckt Martin mich, da er zwei Nashörner entdeckt hat, das eine könnte sogar ein Jungtier sein. Bei der Masse ist das nicht so leicht zu erkennen…

Als wir das Lower Sabie erreichen sehen wir nach 4 Tagen zum ersten Mal eins: WiFi! Keiner von uns war so lange offline, also sind wir gespannt. Die iPhones rödeln tatsächlich erstmal ein paar Minuten bis alle gefühlten 5.000 Nachrichten geladen sind. Dann heißt es erstmal Übersicht verschaffen: was ist wichtig, was interessant, was löschenswert (wie die unzähligen Kommentare zu Trump). Wir mampfen wieder unser Tropical Müsli während wir mühselig alles durchlesen und allen antworten, die schon anfingen sich Sorgen zu machen. Und tatsächlich kam genau in meiner Offlinezeit eines meiner Klausurergebnisse. Also noch schnell auf dem Uniserver einloggen und das Beste hoffen…1,0! Wenn das mal keine schöne Überraschung im Urlaub ist Für mich ist der Tag jetzt schon gerettet und wir gehen wieder offline, bis wir morgen in die Zivilisation zurückkehren.
Auf unserer Mittagstour entdecken wir zwei dösende Löwinnen, einen wirklich großen Löwen nebst Giraffenkadaver (auch wieder ein geniales Bild), einen Kampfadler mit Beute sowie drei Krokodile beim Sonnenbaden. Die Flora ist hier unten wieder ganz anders als beim Satara und wir freuen uns über die Vielfalt. Nur der Leopard, der will uns bei Tageslicht einfach nicht begegnen…

Wenn einen Wasserbock eins nicht interessiert, dass die Krokodile neben ihm

Wenn einen Wasserbock eins nicht interessiert, dass die Krokodile neben ihm

The predator and it's prey

The predator and it's prey

Am frühen Nachmittag beziehen wir dann unser Safarizelt. Im Lower Sabie war keine Hütte mehr zu bekommen, also kriegen wir für unsere letzte Nacht nochmal Dschungelfeeling Das Zelt hat wirklich was von Jurassic Park und ich fürchte mich etwas vor Spinnen, Schlangen und Mücken. Aber für eine Nacht ist es schon eine Erfahrung. Und immerhin hat das Zelt eine Küche und ein Bad. Dennoch kann ich eins schon jedem uneingeschränkt empfehlen, was mir meine liebe Freundin Stephi schon mit auf den Weg gegeben hat: auf jeden Fall ein Reisemoskitonetz einpacken. Man minimiert nicht nur das Malariarisiko, man verhindert auch, dass einem abends die dicken Motten ins Gesicht schwirren und sich die Spinnen ins Bett abseilen (einen großen Kandidaten haben wir im Olifants nämlich schon außen am Netz herabkrabbeln sehen). Absoluter Standard ist daher für uns: erstmal Netz aufhängen und mit Mückenspray eindünsten

Auf unserer Nachmittagsroute fahren wir bis zum Crocodile Bridge Camp, was leider außer einem Gate nichts Spannendes zu bieten hat. Auch die Rückfahrt ist zu Weilen dröge, bis auf eine Gruppe von vier Nashörnern, und eines rennt sogar Wir beschließen zum Abschluss nochmal den Löwen mit der Giraffe zu besuchen…vielleicht ist er ja aufgestanden. Als wir die Stelle erreichen säumen wieder dutzende Autos den Straßenrand, sodass man Großes vermuten, wenn auch kaum sehen darf. Und tatsächlich frisst der Löwe geräuschvoll am Kadaver, überall hängen Leute aus dem Fenstern um Fotos zu machen und zu beobachten. Leider haben wir einen Dornenbusch im Weg, sehen aber immer wieder ein Giraffenbein wackeln beim Versuch des Löwen, ein Stück aus dem zähen Fleisch zu reißen. Wir entschließen uns zu warten, da man so etwas auch nicht alle Tage sieht. Und als der Löwe satt zu sein scheint, verschwinden auch die meisten und wir ergattern eine Pole Position. Leider wirft sich der König der Tiere nur noch in den Sand und beginnt zu verdauen, sodass wir fast schon fahren wollen. Als plötzlich eine Löwin auftaucht und schnellen Schrittes Richtung Löwe läuft. Da das Männchen zuerst frisst, ist vielleicht nun sie an der Reihe. Zunächst fahren sich beide kurz und heftig an, dann beginnt sie zu fressen und er schaut friedlich zu. Nach 40 langen Minuten haben wir dann endlich genug tolle Bilder gesammelt und kehren zum Camp zurück. Was für ein toller letzter Tag! Und morgen geht es in die Drakensberge…

Mahlzeit!

Mahlzeit!

© Johanna Bley, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach langem Warten war es endlich soweit: unsere Rundreise durch Südafrika geht los! Wie immer alles selfmade zusammengewürfelt, vom Krüger bis Kapstadt...
Details:
Aufbruch: 04.11.2016
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 26.11.2016
Reiseziele: Südafrika
Der Autor
 
Johanna Bley berichtet seit 6 Jahren auf umdiewelt.
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