Südafrika 04.11.2016 - 26.11.2016

Reisezeit: November 2016  |  von Johanna Bley

Krüger National Park: Tag 6 - Auf der Jagd nach No 5

Full House :)

Diesmal starten wir um 6 Uhr zur ersten Tour, da um 4 Uhr aufstehen einfach brutal ist. Aber so sind wir ausgeschlafen und bereit den Leoparden zu finden – plus noch ein paar andere, von denen wir bisher keine guten Fotos schießen konnten
Direkt ein paar Meter hinterm Camp läuft ein Schabrackenschakal über die Straße. Die erste Sichtung wieder ein Treffer! Aber wir sind immer noch auf Raubkatzenkurs und fahren so unsere altbekannte Strecke ab, in der Hoffnung, dass manche Tiere über Nacht in ihrem Gebiet geblieben sind. Und tatsächlich sehen wir wieder die Hyänenbabies an derselben Stelle wie gestern. Und auch unsere Löwin liegt noch an derselben Stelle. Wir sind nun ziemlich sicher, dass sie krank ist, können ihr aber auch nicht helfen. So ist dann leider die Natur…

Dem Katzenliebhaber bricht das Herz...

Dem Katzenliebhaber bricht das Herz...

Zu unserem Glück treffen wir auch noch auf einen Kronenducker und nochmals ein Nashorn, welches nah der Straße grast. So gelingen uns nochmal ein paar tolle Fotos. Selbiges gilt für viele weitere Tierarten, ehe wir am späten Morgen ins Camp zurückkehren um zu frühstücken. Nun verliert man hier im Park ziemlich das Gefühl für Datum und Wochentag und wir haben seit Tagen keine Zeitung, Fernsehen oder Internet. Da vergisst man auch schon mal, was in der Welt so vor sich geht, wie die Präsidentschaftswahlen. Entsprechend doof gucken wir erstmal, als im Mugg & Bean der Fernseher aufgedreht wird und die Breaking News von Trump über den Bildschirm flimmern. Auf der gesamten Terrasse herrscht Schweigen und bedauerndes Kopfschütteln, während wir der uninspirierenden Rede des neuen US-Präsidenten lauschen. 2016 hat mal wieder voll zugeschlagen…

Wir gönnen uns erstmal wieder das leckere Früchtemüsli und starten dann zur Vormittagstour. Wie immer werden die Sichtungen mit zunehmender Hitze rarer, doch plötzlich entdecken wir eine Horde Geier, die einen Zebra-Kadaver auseinanderreißen. Das ist schon ein echt starkes Bild und wir beobachten das Treiben eine Weile. Danach kehren wir an einem Picknickplatz ein, von welchem man ein Wasserloch überblicken kann. Siehe da, ein Krokodil! Die sind in dieser Gegend eher selten, da es kaum Wasser gibt. Und schon nach wenigen Minuten verschwindet es wieder. Das nenn ich Timing. Für heute sind wir schon mal recht zufrieden Über Mittag legen wir jedoch erstmal eine Pause ein und warten, bis es sich abkühlt.
Voller Hoffnung auf einem weiteren Gepard fahren wir gegen halb 5 nochmal unsere Strecke ab. Leider entdecken wir nur in weiter Ferne einen Honigdachs im Zickzacklauf…es dämmert schon und ich werde langsam ungeduldig, wann uns Nummer 5 vor die Linse läuft. Oder wenigstens ein Gepard von vorne. Doch unser Warten wird belohnt, als wir in der Ferne zwei Wagen stehen sehen. Da läuft er, unser Gepard von gestern, mit großen Schritten durchs Gras. Einfach toll. Auch er ist nach ein paar Minuten verschwunden und wieder bewundern wir unser Timing. Vielleicht hält unser Glück ja noch an

Mahlzeit

Mahlzeit

Und schon war es wieder auf Abwegen

Und schon war es wieder auf Abwegen

Als wir das Satara fast erreicht haben stehen auf einmal duzende Autos am Straßenrand. Bereits zwei oder drei sind ein gutes Zeichen, doch hier muss es etwas Phänomenales sein. Ich hoffe natürlich direkt wieder auf mein Lieblingstier und die Vollendung der Big 5. Doch es ist kein Leopard, der uns erwartet, sondern ein kleiner gut getarnter Haufen neben einem Busch: dort liegen vier Schabrackenschakal-Welpen, jedes kaum eine Hand voll! Das ist natürlich ein besonderer Fund. Entsprechend schwer ist es die Rasselbande auf Bild einzufangen, zumal es zunehmend dunkler wird. Die Kleinen sind ohne Mutter und bewegen sich kaum. Doch wir warten, die Chance lassen wir uns nicht entgehen. Und siehe da, die Mutter taucht auf und ihr Wurf springt sofort auf die zu. Die Welpen werden gesäugt, geputzt und zum Spielen entlassen. Einfach toll, so etwas beobachten zu dürfen <3

Mama und ihre Kleinen

Mama und ihre Kleinen

Kurz vor Torschluss fahren wir und grillen uns noch schnell ein Steak. Heute haben wir uns für die Nachtpirsch angemeldet. Die meisten Tiere, die uns noch fehlen sind nämlich nachtaktiv, inklusive der Nummer 5. Bester Hoffnung steigen wir also um 20 Uhr in den Safariwagen und fahren in die Dunkelheit. Man sieht wirklich schlecht, trotz Scheinwerfer, und auch unsere erste Entdeckung, eine Ginsterkatze, ist kaum zu erkennen. Wir fragen uns bereits, ob sich die Pirsch wirklich lohnt. Doch dann taucht ein Stachelschwein auf und wir sind wieder zufrieden Fast 2 Stunden fahren wir umher und sehen leider nur Tiere, die wir auch schon bei Tag beobachten konnten. Ich bin totmüde und nicke immer wieder weg, überzeugt, dass eh nichts mehr kommt. Doch plötzlich ist er da: Der Leopard! Ganz unscheinbar sitzt er im Baum und kümmert sich nicht mal um die Hyänen, die am Stamm hochspringen und uns erst auf ihn aufmerksam gemacht haben. Alle im Wagen sind ganz aus dem Häuschen und schießen ein Bild nach dem anderen. Und wir haben unsere Big 5 voll, endlich! Nun kann nichts mehr schief gehen
Danach heißt es schnell zurück ins Camp und husch husch ins Körbchen. Morgen haben wir den weiten Weg bis ins Lower Sabie vor uns und damit unseren letzten Tag im Krüger…

Der Leopard - No 5 von 5

Der Leopard - No 5 von 5

© Johanna Bley, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach langem Warten war es endlich soweit: unsere Rundreise durch Südafrika geht los! Wie immer alles selfmade zusammengewürfelt, vom Krüger bis Kapstadt...
Details:
Aufbruch: 04.11.2016
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 26.11.2016
Reiseziele: Südafrika
Der Autor
 
Johanna Bley berichtet seit 6 Jahren auf umdiewelt.
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