Work & Travel in Australien

Reisezeit: Oktober 2005 - März 2006  |  von Ferdinand Kopietz

Sydney - Ein grosses Abenteuer Down Under: Im Casino - StarCity

Blink, Blink...

Blink, Blink...

Abgesehen davon, dass leben in Sydney nicht unbedingt guenstig ist, kann man sein Geld auch noch in StarCity loswerden. Das Casino liegt direkt an der touristischen Hafenpromenade 'Darling Harbour' und lockt mit allerlei Blink, Blink jeden ahnungslosen Backpacker - mit ein paar lockeren $$$ - in seinen suendigen Schlund. In der Regel kann man froh sein mit seiner Kleidung aus diesem Milieu zu entkommen.

Wir (Anders, Dennis, Sarah und Ich) 'noch' alle heiß und siegessicher...

Wir (Anders, Dennis, Sarah und Ich) 'noch' alle heiß und siegessicher...

Nachdem ich mir dieses Horrorszenario recht lebhaft aufgebaut habe, entschloss ich mich mit nicht mehr als 20$ die Halle des Boesen zu betreten Wie ich es aus Deutschland kenne, bin ich erstmal von einem Dresscode ausgegangen, d.h. ich habe meine neue Arbeitskleidung (fuer den Catering Service) eingeweiht - die Schuhe muessen ja schonmal eingetragen werden - und dass ich keine Krawatte oder Fliege tragen muss, habe ich auch schon mitbekommen.
Im Casino angekommen waere ich dann glatt als Casino-Manager durchgegangen - voellig overdressed. Das ist dort wirklich der reinste Kindergarten. Viele Lichter (als blinkt), die Croupiers sehen aus wie Clowns und liegen mit dem Kopf schon fast auf der Tischplatte, voellig demotiviert.

Ja,ja. Dennis und Ferdi (aus Seefeld/Austria) noch am Lachen...

Ja,ja. Dennis und Ferdi (aus Seefeld/Austria) noch am Lachen...

Egal, hauptsache ich war drinnen. Zunaechst musste ich mich aber erstmal aklimatisieren, d.h. mit dem grellen Licht zurecht kommen, den Geruch des Geldes aufsaugen und meine 20$ in Chips umtauschen. Mit dem Casino-Jargon noch nicht ganz konform habe ich an der Kasse erstmal 20 Coins verlangt, und hielt ehe ich mich versah einen Becher voller 1$ Muenzen in den Haenden - Ok, so hatte ich mir das nicht vorgestellt Irgendwie war es mir dann aber auch wieder peinlich zum Kassierer zurueckzugehen und die Transaktion rueckgaengig zu machen - das geht bestimmt auch direkt am Rouletttisch. Nachdem ich mir das Spielgeschehen am Tisch 5min. angesehen habe und die 50$- und 100$-Scheine nur so ueber den Tisch geflogen sind, war ich mir mit den Muenzen auch nicht mehr so sicher. In dem Augenblick sichtete ich dann auch meine Rettung. Einen Muenzautomaten, der Scheine wieder rausgibt - puhh

So stand ich dann mit meinen 20$ am Rouletttisch. Mindesteinsatz 2$, der guenstigste Tisch, den ich finden konnte. In einem unauffaelligen Moment habe ich dann die Gunst der Stunde genutzt und meine 20$ in Chips verwandelt - die Geldklammer habe ich sicherheitshalber in der Brusttasche gelassen

Jetzt konnte es losgehen. Fest damit gerechnet nach diesem Abend nie mehr arbeiten zu muessen, habe ich todesmutig einen 2$-Chip auf Rot gesetzt - ist in den letzten 15 Runden naemlich nur zwei Mal gefallen. Mit meinen Gedanken schon bei meiner Segelyacht, wurde ich sehr unsanft vom Croupier von den Seychellen an den Tisch zurueckgeholt: 'Mindesteinsatz fuer Farbspiele 10$!' - Ok, spaetestens jetzt war jedem am Tisch klar, dass ich von diesem Spiel nicht den blassesten Schimmer habe.

Natuerlich habe ich mich nicht entmutigen lassen - hallo, ich bin hier, um die Bank zu sprengen. Da haelt mich so ein bunter Croupier auch nicht von ab. Und da in der letzten Runde erneut schwarz gefallen ist, gab es gar keinen Zweifel mehr 'Jetzt faellt die Kugel auf Rot!' Ich habe mich nicht umsonst jahrelang mit Mathematik durchgeschlagen. Es liegt foermlich auf der Hand. Ich muss nur noch nach dem Kessel mit dem Gold greifen. Ja genau, der Regenbogen endet genau vor meinen Fuessen: '10$ auf Rot!'
Naja, auf die 0 ist die Kugel auch schon lange nicht mehr gefallen. Aber rein rechnerisch sollte doch... Sollte!!! Rein rechnerisch - alles klar. Dann waere auch rein rechnerisch mal mindestens jeder zweite Mathematiker steinreich

Aber was solls. Mit so ner Yacht kann ich sowieso nichts anfangen - aber nicht arbeiten waere schon schoen gewesen

Jetzt wollen wir aber nicht gleich den Kopf in den Sand stecken. Ich hab doch noch 10$ - meine Altersvorsorge. Da mir die Mathematik nicht wirklich geholfen hat, setze ich auf das bewährte Prinzip: 'Viel hilft Viel!', und versuche mit den letzten verbliebenen fünf Chips das Feld soweit wie möglich abzudecken, d.h. ich verteile die Chips auf irgendwelche Linien und Kreuzungen. Bete, bettele und sehe meine Zukunft in die Tasche des Croupiers wandern - das war es wohl auch nicht. Der Abend war nun gelaufen - fuer mich.

Anders, ein dänischer Nicht-Mathematiker aus dem Wohnheim setzte dann mal ganz entspannt zweimal in Folge auf die 21 - hallo, noch nie was von Wahrscheinlichkeiten gehört. Anscheinend nicht, genausowenig, wie die Kugel. Nach ein paar weiteren glücklichen Fügungen ging Hannes am Ende des Abends mit einem Plus von ca. 170$ aus dem Casino - so hatte ich mir das auch irgendwie vorgestellt. Aber hey, insgesamt gesehen war unsere Gruppe im Plus, das ist doch das Einzige, was zählt 'Einer für Alle und Alle für Einen!'

Und die Moral von der Geschicht...
...Mathebüchern traut man nicht!
oder
...auch 20$ können verdammt wehtun!

Es hat sich leider ausgelacht...Aber ich komme wieder - mit mehr Geld, denn 'Viel hilft Viel'

Es hat sich leider ausgelacht...Aber ich komme wieder - mit mehr Geld, denn 'Viel hilft Viel'

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ab nach Australien, um Sprache, Menschen und Kultur kennenzulernen. Und auch ein wenig Spaß zu haben:-)
Details:
Aufbruch: 07.10.2005
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 05.03.2006
Reiseziele: Australien
Der Autor
 
Ferdinand Kopietz berichtet seit 18 Jahren auf umdiewelt.
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