Südost-Asien

Reisezeit: November 2004 - Februar 2005  |  von Gerhard Friedinger

Nach Bangkok geht's: Sa11.12.-Mo13.12. Die Wogen des Chao Phraeya

Hi ihr Daheimgebliebenen!
Ein Kapitel geht jetzt für mich zu Ende. Ich verlasse morgen gegen Mittag Bangkok mit dem Jet nach Hanoi. Habe mit heute die Tickets und die Einsreisevisa für Laos, Kambodscha und Vietnam abgeholt. Alles problemlos gelaufen, phantastisch!

Aber zurück zum Vergangenem. Außergewöhnliches hat sich so gesehen nichts ereignet. Aber bei meinem Rundgang hörte ich auf einmal Lautsprecherdurchsagen. Ich befand mich gerade im Bereich der Brücke Namens Rama IV, diese von weitem sichtbare Brücke mit den dominanten Aufhängeabspannungen. Neugierig wie ich bin, nein, eigentlich wissbegierig, ging ich der Sache nach.
Wurden da nicht Vorbereitungen getroffen, für eine Wettfahrt mit Barken? Ihr wisst ja, das sind jene Wassergefährte, wie ich schon beschrieben habe, als ich das Museum der königlichen Barken besuchte.
Tatsächlich wurden für einen Wettkampf von Barken Vorbereitungen getroffen.
Am Weg dorthin traf ich einen total begeisterten Polen, der inzwischen mit einer Polin verheiratet ist und in Vancouver, Kanada lebt. Ganz begeistert erzählte er mir, was er da schon gesehen hatte. Leider war ich schon zu spät dran, aber es war ja nur die Vorbereitung für den Wettkampf, der am nächsten Tag stattfinden sollte.
Am Samstag, nach dem obligatorischen Frühstück ging ich zum besagten Ort. Von weitem konnte ich schon den Platzsprecher hören.
Was ich aber da zu sehen bekam, übertraf tatsächlich alle meine Erwartungen.
Wenn man solche Boote wettkampfmäßig, ähnlich einem Kajak, auf dem Wasser dahinfahren sieht, dann kommt da schon eine gewisse Freude auf. Die Besatzung eines solchen Bootes beträgt zwischen fünf und fünfundfünfzig Mann!
Bei den geringeren Anzahl von Ruderern ist das Ganze noch relativ einfach, aber wenn dann alle 55 Mann, im gleichen Paddelstich das Wasser zerpflügen und dann noch rhythmische Schlagkommandos die beschriebene Situation begleiten, dann sind das schon gewisse ergreifende Momente. Die Barken pflügen dann mit großer Geschwindigkeit durchs Wasser, angefeuert von den Zusehern und den Kommentaren des Platzsprechers, eigentlich derer Dreier, die sich bei den Beschreibungen der Situation fast überkugeln.
Man muss das einmal gesehen haben, ich glaubte es nicht, bis ich dies sah, dass es so spannend sein konnte.
Leider wurden nicht meine Favoriten Sieger, es waren dies, die "Police Cadetet" und eine Studentengruppe, sie waren auf den Plätzen gereiht.
Aber es war ein toller Tag, als ich nach Hause ging waren sicher 6 bis 7 Stunden vergangen, abzulesen auch an der Haut, die eine leichte Rötung erhalten hatte. Aber nochmals Glück gehabt, kein Sonnenbrand.

Von oben, von der Brücke aus betrachtet, ist so eine einheitliche Manpower, versehen mit dem rhytmischen Schlagrufen, ein Bild das bewegt.

Von oben, von der Brücke aus betrachtet, ist so eine einheitliche Manpower, versehen mit dem rhytmischen Schlagrufen, ein Bild das bewegt.

Auf dem Weg zum Start in voller Besetzung. Show gehört auch dazu, wenn man sich vorm Publikum dann in der Vorbeifahrt verneigt.

Auf dem Weg zum Start in voller Besetzung. Show gehört auch dazu, wenn man sich vorm Publikum dann in der Vorbeifahrt verneigt.

Opfergaben an die Geister oder Götter sind mit an Bord.

Opfergaben an die Geister oder Götter sind mit an Bord.

Show ist alles, Kriegsbemahlung oder Sonnenschutz, beides ist zulässig. Hauptsache ist, mann gewinnt.

Show ist alles, Kriegsbemahlung oder Sonnenschutz, beides ist zulässig. Hauptsache ist, mann gewinnt.

Dabeigewesen zu sein, ist zuwenig, dass Puplikum honoriert nur den Gewinner.

Dabeigewesen zu sein, ist zuwenig, dass Puplikum honoriert nur den Gewinner.

Thailändisch, die Höflichkeit auch im Boot gegenüber dem Puplikum.

Thailändisch, die Höflichkeit auch im Boot gegenüber dem Puplikum.

Am Abend, in der Khoa San Road, gab es dann noch eine Polizeirazzia. Jedes Auto, das vorbeifuhr, wurde gefilzt und auf Rauschgift im Fahrgastraum oder Kofferraum samt Insassen durchsucht. Auch das Aussehen, vorbeigehender Touristen und Einheimischer erweckte das Mistrauen der Polizisten, sie wurden ebenfalls auf Drogenbesitz untersucht. In der Zeit wo ich den Vorgang beobachtete, wurde offensichtlich nichts gefunden.

Nächtliche Drogenrazzia im Touristenviertel

Nächtliche Drogenrazzia im Touristenviertel

Auch Taxis blieben davon nicht verschont

Auch Taxis blieben davon nicht verschont

Nachdem ich am Sonntag kein Glück hatte, der Empfehlungen im Reiseführer zu folgen, weil am Sonntag die Linienschifffahrt nach Bang Jay eingestellt war, versuchte ich es am Montag erfolgreich.

"Bang Yai" lieg an einem Klong, der eigentlich das ursprüngliche Flussbett des "Cao Phraya" Flusses ist. Es ist dies, ca. eineinhalb Stunden dauernde Fahrt, in einem so genannten Longtail Boot, das den Linienbetrieb in den nördlichen Teil von Bangkok, den Verwaltungsbezirk Thonburi, aufrechterhält.
Thonburi ist eigentlich die Schwesterstadt von Bangkok im Westen gelegen. Beide Großstädte sind heute zu einer Einheit zusammengewachsen, werden aber weiterhin getrennt verwaltet. Thonburi ist noch nicht so weit fortgeschritten wie Bangkok. Dieses Thonburi, so meint der Reiseführer, sei am besten, am Flußweg kennen zu lernen.
Dort gibt es noch die ursprüngliche Situation, das die Besiedelung an den Wasserwegen erfolgte.
Also kaufte ich mir ein Ticket um 30 Bath. Wegen der Eigenregie des Bootsführers, wurde die Rückfahrt um 50 Bath etwas teurer. Es war ein tolles Erlebnis.
So ein Longtailboot ist eigentlich eine Zille, so wie wir sie kennen, aber ein großer Schiffsdiesel am Heck, direkt mit der Schiffschraube verbunden, wird wie ein Quirl durch den Bootsführer gelenkt. Diese Boote sind sehr schnell unterwegs und bei unruhigem Wasser springen sie regelrecht von Welle zu Welle.

Am Klog mit dem Longtailboot unterwegs. Links und rechts die auf Pfählen gebauten Häuser und der Strommast steht auch im Fluß.

Am Klog mit dem Longtailboot unterwegs. Links und rechts die auf Pfählen gebauten Häuser und der Strommast steht auch im Fluß.

Kein Hochwasser, es ist die normale Lebensweise von manchen traditionellen Thais.

Kein Hochwasser, es ist die normale Lebensweise von manchen traditionellen Thais.

Mama ist zum Einkaufen oder zur Arbeit unterwegs

Mama ist zum Einkaufen oder zur Arbeit unterwegs

Ein Plauscherl auf der Veranda gefällig?

Ein Plauscherl auf der Veranda gefällig?

Mit dem Linienboot werden nicht nur Personen sondern auch Güter des täglichen Gebrauchs transportiert.

Mit dem Linienboot werden nicht nur Personen sondern auch Güter des täglichen Gebrauchs transportiert.

Auch Tempelanlagen fehlen nicht am Klong

Auch Tempelanlagen fehlen nicht am Klong

Stromversorgung auf thailändisch, es funktioniert auch!

Stromversorgung auf thailändisch, es funktioniert auch!

Auf dem Weg zur Arbeit.

Auf dem Weg zur Arbeit.

Stilleben mit Wasser und Natur pur.

Stilleben mit Wasser und Natur pur.

Das war es somit vorerst aus Bangkok, ein Wiedersehen in Vietnam.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Mit dem Rucksack auf Abenteuer und Entdeckung. 28.November 2004 bis 11.Februar 2005.
Details:
Aufbruch: 28.11.2004
Dauer: 11 Wochen
Heimkehr: 11.02.2005
Reiseziele: Thailand
Vietnam
Kambodscha
Laos
Der Autor
 
Gerhard Friedinger berichtet seit 19 Jahren auf umdiewelt.
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