Vietnam 2008

Reisezeit: März / April 2008  |  von Michael Markiewicz

Angkor Wat: 2. Tag

Heute morgen bin ich wieder mal von alleine aufgewacht. Das Hotel, Bopha Angkor, ist sehr ruhig gelegen und geschmackvoll eingerichtet mit einer Menge Reliefs und Friesen, alles in ocker und dunkelrot gehalten. Wieder einmal eine kleine Oase zum Wohlfuehlen.

Heute geht es auf zu den Tempelanlagen. Ich habe mir ein Auto mit Fahrer und Guide gegoennt, zu einem ueberschaubaren Preis. Das am meisten benutzte Transportmittel sind Motorbikes mit einem kleinen Anhaenger fuer vier Personen.

Bis zu den ersten Tempeln ist es nicht weit und zum Gleck habe ich im meine Eintrittskarte ja bereits gestern geloest, so dass ich nicht in der Schlange anstehen muss.

Erste Station ist wieder Angkor Wat, das Vorzeigeobjekt. Die Anlage ist bereits in helles Sonnenlicht getaucht, aber der Besucherstrom ist ueberschaubar.

Die Anlage ist riesig und zu der Hochzeit der Khmer erbaut und von einem breiten Wassergraben umgeben.

Wassergraben um Angkor Wat

Wassergraben um Angkor Wat

Mein Guide, der recht gut und verstaendlich Englisch sprich, erklaert mir ausfuehrlich die mystischen Szenen auf den zig-meterlangen Wandreliefs. Die Anlage im Detail zu schildern wuerde sicher den den Reisebericht sprengen, da kann wer will in diversen Bildbaenden nachlesen. Ich beschraenke mich lieber auf die Beschreibung meiner Eindruecke.

Reliefs erzaehlen die Geschichte

Reliefs erzaehlen die Geschichte

Die gesamte Anlage ist, zumindest die aeussere Schicht aus tonnenschweren Sandsteinbloecken zusammengesetzt. Unvorstellbar welcher Aufwand vor rund tausend Jahren notwendig war um diese Berge von Material aus weiter Ferne heranzuschaffen und dieses Bauwerk in nur 37 Jahren zu verwirklichen.

Eine architektonische Meisterleistung, dies alles ohne Moertel zusammenzufuegen, dass es ueber ein Jahrtausend fast unbeschadet ueberstanden hat.

Die Anlage ist teilweise von Saeulengaengen durchzogen und umfasst mehrere fast quadratische Bereiche in riesigen Ausmassen.

Mauer in Angkor War

Mauer in Angkor War

Der Tempel im Innern ist eine Abbildung des Berges Meru, auf dem die Goetter wohnen. Alles hier hat irgendeinen Bezug zur Goetterwelt und ist mit sehr viel Symbolkraft angelegt.

Der Tempel von Angkor Wat

Der Tempel von Angkor Wat

Ich bin sehr beeindruckt und geniesse den Rundgang in vollen Zuegen, obwohl es bereits sehr heiss ist, ueber 35 Grad.

Weiter geht es zu Angkor Thom, dem groessten Bereich, in dem einmal vor fast tausend Jahren ueber eine Million Menschen (inkl. Aussenbezirken) gelebt haben sollen. Die Zufahrt ist gesaeumt von einer Allee von Skulpturen, die den Eingang beschuetzen sollen.

Waechter des Eingangs von Angkor Thom

Waechter des Eingangs von Angkor Thom

Selbst innerhalb der Anlage muessen wir wieder eine Strecke mit dem Auto zuruecklegen um zum Herz der Anlage, Bayon, zu gelangen.

Bayon

Bayon

Nach ausfuehrlicher Besichtigung geht es weiter zu den Elefantenterassen, einer Art grosser Tribuene von der aus Aufmaersche und Vorfuehrungen verfolgt wurden.

Elefantenterassen

Elefantenterassen

Ein weiterer Hoehepunkt ist dann Preah Khan.

Nun wird es aber Zeit fuer eine kleines Mittagessen, bevor die Meute auf die Idee kommt. Danach koennen wir dan Ta Prohm recht einsam geniessen. Die Anlage wurde nur wenig restauriert und weitgehend in ihrem desolaten Zustand belassen. Insbesondere haben im Laufe der Jahrhunderte riesige Baemue ihre Wurzeln ueber die Truemmer gestuelpt. Ein wenig Urwaldstimmung kommt auf, nicht zuletzt wurde hier Tomb Raider gedreht.

Ta Prohm, die mustische Ruine

Ta Prohm, die mustische Ruine

Dann ueberrede ich meine beiden Fuehrer doch noch nach Banteay Srei zu fahren, ca. 20 Kilometer ausserhalb der zentralen Anlagen. Die 10 $ Aufpreis schocken mich nicht, schliesslich ist eine Stunde Fahrt im klimatisierten Auto mit eingeschlossen, eine Wohltat.

Banteay Srei ist eine recht kleine Tempelanlage mit den schoensten Reliefs, unglaublich wie filigran man Sandstein behauen kann, dreidimensional und plastisch.

Relief in Banteay Srei

Relief in Banteay Srei

Auf der Hin- und Rueckfahrt sind die Gegensaetze zu dem noblen Ort Siem Reap erschreckend. Auf dem Land zeigt sich die bittere Armut der Bevoelkerung. Die Strasse ist gesaeumt von armseligen Huetten, hier gibt es nur waehrend der Reisanbauzeit Arbeit, den Rest des Jahres vegetiert die Bevoelkerung vor sich hin. Da hier eine "Haupstrasse" vorbeifuehrt, versuchen die Menschen durch Strassenverkauf zumindest ein wenig Geld zu verdienen. Auf der Rueckfahrt halten wir mehrfach kurz an und besichtigen die notduerftigen Unterkuenfte, natuerlich gegen eine kleine Spende. Als Wohlstand gilt es hier, wenn man eine eigene Handpumpe hat und das Wasser nicht kilometerweit schleppen muss.

Huette am Strassenrand

Huette am Strassenrand

Im Gegensatz zu Vietnam gibt es hier offensichtlich recht wenig Schulen, meist mit auslaendischer Hilfe finanziert, aber die Lehrer koennen von dem kargen Lohn nicht leben, muessen durch Nebentaetigkeiten ihr Gehalt aufbessern und vernachlaessigen den Unterricht.

Aber schon haben wohlhabende Geschaeftsleute aus Siem Reap sich hier Parzellen fuer teilweise grosszuegige Wochenendhaeuser gesichert.

Am Abend komme ich recht geschafft und mit einem Ueberfluss an Eindruecken zurueck. Die heisse Dusche hilft mir wieder auf die Beine zu kommen.

Danach bummele ich ein wenig durch den quirligen Ort und speise im Deadfish. Eine Art Lagerhalle mit Holzkonstruktion im Inneren und niedrigen Tischen auf verschiedenen Ebenen. Sehr viel Ambiente, in einem Bassin schwimmt ein Krokodil, aber jeder Sicherheitsingenieur wuerde sofort einem Herzschlag erliegen.

Restaurant Deadfish

Restaurant Deadfish

Der Fisch ist ausgezeichnet, wenn auch fuer meinen Geschmack etwas viel Koriander, wieder eine gut Empfehlung aus dem Lonely Planet. Zwischendurch gibt es noch eine Auffuehrung von Apsara Taenzerinnen.

Anschliessend schlurfe ich noch ein wenig ueber den Nachtmarkt und gehe dann doch etwas geschafft ins Bett.

© Michael Markiewicz, 2008
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Individuelle Reise durch Vietnam von Nord nach Süd mit einem Abstecher nach Kambodscha im März/April 2008
Details:
Aufbruch: 20.03.2008
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 14.04.2008
Reiseziele: Vietnam
Kambodscha
Der Autor
 
Michael Markiewicz berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.