Osteuropareise

Reisezeit: Juli - September 2009  |  von Tabea Lerch

Budapest

Budapest is beautiful!
Ich glaube man trifft selten drei Hauptstaedte so nah beieinander wie Wien, Bratislava und Budapest. Nun, dank dieser Naehe bin ich direkt von Bratislava nach Budapest gekommen. Die Zugfahrt war wohl die komfortabelste meiner ganzen Reise. Im Eurocity, der von Berlin kam, mit klimatisierten Abteilen (ha, davon hatte ich bisher nur getraeumt), in 2 1/2 Stunden nach Budapest.

Parlamentsgebaeude

Parlamentsgebaeude

Waehrend der Fahrt unterhielt ich mich mit einer aelteren Bulgarin, die ganz interessiert an meiner Reise war. Ich habe ihr das Prinzip von hospitality erklaert und sie war ganz fasziniert. Allerdings hielt sie das alles fuer hoechst gefaehrlich und undurchschaubar. Aber es sei sicherlich toll fuer soziologische Studien. Sie gab mir dann noch Tipps, wo in Bulgarien es schoen sei (Sofia solle ich besser auslassen, aber das hatte ich eh vor, zu weit im Westen).

In Budapest angekommen, lief ich zur Wohnung meiner Hosts, die sehr zentral liegt. Besser gehts eigentlich gar nicht. Maite ist Belgierin und Sam franzose, die hier beide als Lehrer arbeiten. Sie sind an dem Tag in eine neue Wohnung gezogen und ueberliessen mir ihre Alte. Dort schlief ich zusammen mit einer Polin, die von einem Workcamp in Mazedonien zurueckkam und einem andere Franzosen aus Lille. Die beiden fuhren am naechsten Tag weiter, so dass ich ab da die Wohnung fuer mich allein hatte.

Traditionelle Trachten der Magyarn

Traditionelle Trachten der Magyarn

Dienstag besichtigte ich Pest. Das Parlamentsgebaeude ist neogotisch und dem House of Parliament in London nachempfunden. Sehr schoen' Mittags in der groessten Hitze war ich im ethnografischen Museum, wo es eine gute Ausstellung ueber alte Braeuche und Sitten der Magyarn gab. Danach machte ich Rast in einem Park. Ich kam dann ins Gespraech mit zwei Jungs auf der Bank neben mir. Sie sind Italiener aus Rom und ebenfalls zu Besuch hier. Es kam dann, dass wir zusammen weiterliefen und die Stadt erkundeten. Es war sehr witzig und wir haben uns gut verstanden. Wir tauschten dann Nummern aus, um evtl. Mittwoch noch mal was zusammen zu machen. Abends traf ich Maite und Sam zum Dinner (vegetarian surprise), sehr lecker'. Sie zeigten mir dann moch ein paar nette Pubs. Die beiden sind sehr locker und angenehme Gespraechspartner, ein bisschen alternativ und super nett.

Schloss im Stadtpark

Schloss im Stadtpark

Mittwoch war dann die Budaseite dran. Dort gibt es ein Schloss und die Altstadt. Da hat es mir nicht gefallen, es war alles auf Touristen ausgerichtet und man traf nirgendwo Einheimische, dafuer ueberteuerte Restaurants, viel Tand und Kitsch und viele Deutsche. Nachmittags lief ich ueber die Donauinsel spazieren, wo vor kurzem noch das Sziget-Festival stattfand. Es ist momentan sehr heiss hier und man muss sein Tempo arg reduzieren, damit man nicht umkippt. Erst gegen Abend ist es angenehmer und man kann fast die ganze Nacht im TShirt draussen rumlaufen.

Bett in "meiner" Wohnung

Bett in "meiner" Wohnung

Abends kamen die zwei Italiener zu mir. Sie hatten angeboten, zusammen Pasta zu kochen. Da sag ich nicht nein. Sie heissen uebrigens Gorgio und Ascanio (nicht Armani). Ascanio kochte unter schwierigen Bedingungen (es gab nur einen Topf) und so sah ich zum ersten Mal jemanden Nudeln in einer Kuchenkastenbackform kochen. Sie passten genau rein
Das Essen war simpel, eine Sosse aus Knoblauch, Oel und Paprika, aber lecker. Spaeter gingen wir noch was trinken und ich fuehrte uns in die Pubs, die die anderen mir am Abend zuvor gezeigt hatten. Wir hatten dann nette Diskussionen ueber italienisches Essen, Berlusconi und die Mafia. Zwischendurch haben die beiden heftig auf italienisch diskutiert und ich fands sehr lustig. Es klingt einfach toll in der Sprache und mit den vielen Gesten, die sie machen. Spaet in der Nacht brachten sie mich zurueck zu "meiner" Wohnung und liefen rueber nach Buda zu ihrem Hostel. Das war vielleicht einer der schoensten Abende.

Donau mit Parlament und Szigetinsel

Donau mit Parlament und Szigetinsel

Heute geht die Reise weiter nach Eger, einem netten Staedtchen weiter westlich. Dort gibt es guten Wein und eine Gegend, die sich "Tal der schoenen Frauen" nennt. Ich werde herausfinden, was dahintersteckt...

Ascanio beim Pastakochen

Ascanio beim Pastakochen

© Tabea Lerch, 2009
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Die Reise
 
Worum geht's?:
In gut zwei Monaten quer durch Osteuropa und zwar low budget, allein und mit möglichst viel Kontakt zu Einheimischen. Start: Kassel - Ziel: Istanbul!
Details:
Aufbruch: 12.07.2009
Dauer: 10 Wochen
Heimkehr: 21.09.2009
Reiseziele: Tschechische Republik
Polen
Slowakei
Ungarn
Rumänien
Bulgarien
Türkei
Der Autor
 
Tabea Lerch berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.
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