Osteuropareise

Reisezeit: Juli - September 2009  |  von Tabea Lerch

Mosna

Ich bin in Mosna bei Medias auf der Schusterfarm abgekommen.
Es ist sehr idyllisch hier. Die Familie ist gross und besteht aus den Eltern und fuenf Kindern. Da aber das ganze Jahr ueber Wwoofer da sind (Freiwillige aus aller welt, die hier arbeiten udn dafuer Kost und Logis bekommen), sind sie beim Essen selten weniger als zehn Leute. Es gibt einen langen Esstisch, um den dann alle herumsitzen und in der Mitte steht eine grosse Vase mit Sonnenblumen drin.

Was hier gegessen wird, ist fast alles aus eigener Herstellung. Vieles kommt von den 9 Kuehen und einem Wasserbueffe, wie Milch, Kaese, Quark und Butter. Daneben gibt es noch drei Pferde, zwei Hunde und eine traechtige Katze. Vor einigen Tagen wurde geschlachtet und so gabs fuer mich zur Begruessung ein frisches Schnitzel mit Kartoffeln und Salat. Am ersten Abend durfte ich mich auch gleich beim Kuehemelken versuchen. Das ist harte Arbeit und man muss kraeftig ziehen und druecken, damit was rauskommt. Sie haben dafuer einen Melker aus dem Dorf angestellt.

Bis zum Sonnenuntergang war ich dann mit der kleinen Rahel (10) auf der Weide und habe Kuehe gehuetet. Gleich hinterm Haus geht es einen Begr hoch und der ganze Huegel mit vielen terrassen bildet die Weide. Von dort oben hat man einen super Rundblick auf den Ort, der fast so gross ist wie Nieste. Da es nach hinten raus keine Zaeune gibt, muessen die Kuehe die ganze Zeit gehuetet werden. Manchmal brechen sie aus und dann heisst es rennen udn sie wieder zuruecktreiben. Meist sind sie aber friedlich am grasen und so hatten wir zwei viel Zeit, um Wettrennen und Stockkaempfe auszutragen, zu singen und einen riesigen Blumenstrauss fuer die Mutter zu pfluecken.

Die ganze Familie spricht uebrigens deutsch und rumaenisch fliessend und auch englisch sehr gut. Die Vorfahren des Vater waren Siebenbuerger Sachsen und Mitglieder der ungarischen Minderheit im Land. Das ist fuer mich sehr angenehm, weil ich mich mit allen super unterhalten und endlich mal wieder deutsch sprechen kann. Gerd aus Friesland (30) ist noch bis Mittwoch hier. Er reist drei Monate umher und hat schon in Schweden, Estland, Polen und Ungarn gewwooft. Gestern hat er mit Willy (dem Vater) den Pferdefuhrwagen repariert und eine Schaufel zusammen geschweisst. Ich komme mit allen gut klar und habe mich von Anfang an hier wohl gefuehlt. Ich glaube, dass diese Woche wie im Flug vergehen wird.

Heute haben ich im Garten Erdbeersetzlinge gepflanzt, bei der Hausarbeit geholfen, Kuerbisse gespalten fuer die Pferde, mit den Kindern gemalt und mit Rahel eine Fahrradtour durchs Dorf gemacht. Es war sehr spannend zu sehen, wie die Leute hier wohnen. Viele Haueser sind bunt bemalt, von Weinreben umgeben und sind recht einfach. Ich hoffe, die Bilder koennen einen Eindruck vermitteln. Ich geniesse die koerperliche Arbeit, das gute Essen und das Familienleben.

© Tabea Lerch, 2009
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Die Reise
 
Worum geht's?:
In gut zwei Monaten quer durch Osteuropa und zwar low budget, allein und mit möglichst viel Kontakt zu Einheimischen. Start: Kassel - Ziel: Istanbul!
Details:
Aufbruch: 12.07.2009
Dauer: 10 Wochen
Heimkehr: 21.09.2009
Reiseziele: Tschechische Republik
Polen
Slowakei
Ungarn
Rumänien
Bulgarien
Türkei
Der Autor
 
Tabea Lerch berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.
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