USA und Kanada 2012

Reisezeit: Juni / Juli 2012  |  von Fritz Kastellan

Tag 16 unserer Reise (Niagarafälle)

Als ich mich um 8h auf dem Weg zum Supermarkt machen wollte um Brot zu kaufen, hat es mir in der Haustür erst einmal den Atem verschlagen und die Brille beschlagen. Ich denke, wir haben am frühen Morgen schon weit über 30° und........Nieselregen, oder ist es wohl die Feuchtigkeit der nahe gelegenen Niagarafälle? Ein Saunaaufguss ist nix dagegen, und mein T-Shirt ist ruck-zuck klamm. Wer konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, daß dies erst der Anfang sein sollte.Wer konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, daß dies erst der Anfang sein sollte.
Da schon gestern die Schätzwerte unserer Rezeptionistin, was Endfernungen anbetrifft, nicht ihre Stärke zu sein scheint, nehmen wir lieber gleich ein Taxi zu den Fällen. Gut haben wir daran getan, denn die ca. 4km hätten wir nicht (nach ihrer Schätzung) in 5-7 Minuten geschafft. Hinzu kam noch die oben erwähnte wahnsinnige Luftfeuchte. Der Zugang zu den Fällen gestaltete sich gleich wie auf einer Kirmes, ein Schausteller und Zockerbude neben der anderen. Dies hat mich stark an Las Vegas erinnert.

Der Zugang zu den Wasserfällen, Las Vegas im Kleinformat.

Der Zugang zu den Wasserfällen, Las Vegas im Kleinformat.

Mutter und Sohn auf dem Weg zur "Maid of the Mist"

Mutter und Sohn auf dem Weg zur "Maid of the Mist"

Ankunft bei noch recht diesigem Wetter und leichten Sprühnebeln

Ankunft bei noch recht diesigem Wetter und leichten Sprühnebeln

Der den Eriesee mit dem Ontariosee verbindende Niagara River, der zugleich die östliche Begrenzung der Niagara-Halbinsel bildet, stürzt 58 Meter in die Tiefe. Dabei werden die Fälle durch die oben gelegene Insel Goat Island (Ziegeninsel) in zwei Teile gespalten. Der US-amerikanische Teil hat eine kürzere Kantenlänge,als die kanadische. Das Wasser des US-amerikanischen Teils fällt nach 21 m auf eine Sturzhalde. Der kanadische Teil (Horseshoe, zu deutsch Hufeisen) hat eine freie Fallhöhe von 52 m.
Was die wenigsten wissen ist, der Wasserdurchfluss beträgt, je nach Jahreszeit, durchschnittlich 4.200 m³/s (ungefähr das Doppelte des Rhein-Abflusses), wobei zu sagen ist, dass je nach Tageszeit nur etwa ein Viertel bis die Hälfte der gesamten Wassermassen die Fälle hinunterstürzen. So werden die Wasserfälle nachts, außerhalb der Saison sowie bei geringer Frequentierung durch Touristen auf bis zu 10 % der ursprünglichen Wassermenge gedrosselt und die verbleibenden 90 % über ein Stauwehr für die Stromgewinnung umgeleitet. Zu Saisonzeiten werden die Wasserfälle sprichwörtlich per Knopfdruck allmorgendlich angeschaltet.

- Hier muss ich für den Moment meine Berichterstattung unterbrechen, da die WLan-Qualität unseres kanadischen Motels so schlecht ist, dass ich für das Hochladen eines Bildes mehr als 10 Minuten benötige-

alles sieht nocht sehr unfreundlich aus

alles sieht nocht sehr unfreundlich aus

Der Horseshoe

Der Horseshoe

Wolkenverhangener Himmel

Wolkenverhangener Himmel

Obwohl das Wetter an diesem Morgen keine große Freude macht entschließen wir uns doch die Rundfahrt mit der "Maiden oft he Mist" im Whirlpool der Wasserfälle zu machen. Ausgestattet mit "Ganzkörper-Kondomen" besteigen wir mit etlichen anderen Bekloppten das Boot, um ganz nahe an die Fälle, sowohl auf der kanadischen- (Horseshoe) als auch der amerikanischen Seite, heranzufahren. Dass wir trotz Regencape aufgrund des Sprühnebels und der Gischt nass bis auf die Unterhosen werden, versteht sich am Rande, sollte aber dem Erlebten keinen Abbruch tun. Es ist schon ein phänomenales Schauspiel, was die Naturgewalten zu bieten haben. Gott sei Dank lockert das Wetter auch wieder auf, so dass wir relativ schnell wieder abtrocknen.

auf geht's zum Boot in Uniform

auf geht's zum Boot in Uniform

im Hintergrund kann man schon erkennen, wie unwirtlich das Wetter war

im Hintergrund kann man schon erkennen, wie unwirtlich das Wetter war

Leinen los!!

Leinen los!!

ohne Worte

ohne Worte

Nass ist kein Ausdruck

Nass ist kein Ausdruck

Mit der Bootsfahrt nicht genug, begeben wir uns mit einer weiteren Gruppe "Behind the Falls", also quasi hinter den Vorhang aus Wasser. Der Zugang führt über einen Lift 70m in die Tiefe, von wo aus ein Tunnellabyrinth zu verschiedenen Plattformen und Ausgucken führt. Gegen die Duschen die man dort mitbekommt war alles bisher erlebte ein laues Frühlingsdüftchen.

Um dann das Hardcore Programm ein wenig normal auslaufen zu lassen, haben wir noch den sogenannten "White-Water-Walk" gemacht. Dies ist ein Gehweg am Rande des Niagara-Flusses vorbei, wo es ungemein hohe und gefährliche Stromschnellen gibt. Wer dort hinein fällt, hat keine Chance zu überleben.

Der "White-Water-Walk"

Der "White-Water-Walk"

T-Shirt und Hose sind noch total nass

T-Shirt und Hose sind noch total nass

Ein wenig schlau machen hat noch niemanden geschadet

Ein wenig schlau machen hat noch niemanden geschadet

Bitte um Entschuldigung für die Verspätung, aber das Internet im "alten" Hotel war mehr als mies. Zwischenzeitlich sind wir in Pennsylvania in der Nähe von Pittsburgh angekommen, wo wir Morgen die Amish-People besuchen werden.

© Fritz Kastellan, 2012
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Die Reise
 
Worum geht's?:
New York City, Cape Cod, Boston, Bar Harbor, Quebec City, Montreal, Ottawa, Toronto, Niagara (Kanada), Harrisburg, Hershey, Gettysburg, Lancaster, Washington DC, New York City = ca. 3800 Km ;o)
Details:
Aufbruch: 30.06.2012
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 26.07.2012
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Der Autor
 
Fritz Kastellan berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.
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