Höhepunkte Jordanien

Reisezeit: März 2019  |  von Herbert S.

Wadi Rum

Über die Schnellstraße (Kings Way) Amman – Aqaba geht es dann weiter nach Süden bis wir nach Osten ins Wadi Rum abbiegen. Schon auf der Fahrt preist der geschäftstüchtige Khalil die Verlängerung der Jeep-Fahrt mit Mittagsessen an, schließlich hatte er mit einem Picknick für 10 Dinar Schiffbruch erlitten. Nun gibt es für 15 Dinar eine zweistündige Verlängerung mit Vorspeisenbuffet und Tee aus den Jeeps.

die Landschaft ändert sich während der Fahrt auf dem Kings Way

die Landschaft ändert sich während der Fahrt auf dem Kings Way

nach dem Abbiegen taucht inmitten der wüstenähnlichen Landschaft eine Bahnlinie auf

nach dem Abbiegen taucht inmitten der wüstenähnlichen Landschaft eine Bahnlinie auf

Gegen 12.15 Uhr starten wir dann in 5 Pickups, um nach einer kurzen Fahrt von ca. 20 min im Schatten zu parken und etwas die Umgebung erkunden können.

allmählich wird auch diese Landschaft touristisch erschlossen

allmählich wird auch diese Landschaft touristisch erschlossen

29.631289 N / 35.481170 O

29.631289 N / 35.481170 O

Es macht auch Laune zu Fuß ein wenig die Umgebung zu erkunden, denn die karge Landschaft birgt auch Überraschendes wie Blumen und blühenden Ginster.

auch auch Schädel sind zu finden

auch auch Schädel sind zu finden

Währenddessen wird ein umfangreiches Büffet aufgebaut, das man dann auf den Motorhaube des Pickup verspeist.

Nach dem Picknick startet die herrliche Rundfahrt z.T. durch Tiefsand mit imposanten Felswänden und -Formationen, einer höheren Sanddüne, die ich wegen meines Muskels auslassen muss, und einigen Felsmalereien und zahlreichen freilaufenden Dromedaren. Sie dauert in der Tat bis kurz nach 16.00 Uhr.
Es folgt ein Bilderbuch mit weitgehend unkommentierten Fotos, da ich mich nicht in der Lage sehe, eine Auswahl zu treffen.

die große Sanddüne - 29.562715 N / 35.441557 O

die große Sanddüne - 29.562715 N / 35.441557 O

Die Felsen des Wadi Rum dienten vielen Durchreisenden als "Schwarze Bretter", an denen sie Mitteilungen hinterließen oder Bilder ihrer Tiere. Besonders fleißig waren thamudische Beduinen, die, erstmals im 8. Jh. v.Chr. in der Gegend von Mekka erwähnt, in der Nabatäerzeit auch hier lebten und offenbar in guter Nachbarschaft mit den inzwischen sesshaften Nabatäern. Viele Graffiti geben den Historikern Hinweise auf Lebensweise und Religion der Urheber. Manche geben schlicht den Namen des Schreibers auf dem Fels bekannt, andere sind nach unserem heutigen Empfinden einfach grafisch schön. Neben thamudischen Felszeichnungen (eigentlich Felsritzungen) findet man auch nabatäische und (selten) minäische aus früharabischen Zeit.

Das Wadi Rum gehört zu den großartigsten Wüstenlandschaften Jordaniens, ja des Nahen Ostens. T. E. Lawrence, zu dessen zweiter Heimat es wurde, beschreibt es als "eine Prozessionsstraße mit riesigen Felsbauwerken zu beiden Seiten". In der Realität handelt es sich um Verwerfungen von Sandsteinfelsen auf Granitsockeln, die bei der Bildung des ostafrikanischen Grabenbruchs (vor ca. 30 Mio Jahrenl angehoben wurden. Zwischen ihnen verläuft das Wadi. Diese Granitberge machen die Faszination des Wadis aus. Die Erosion hatte viel Zeit, den Sandstein zu Sand zu erodieren und sich am harten Granit „die Zähne auszubeißen"; übrig blieben die bizarren Formen der Berge und der Sand der Wüste. Die Einmaligkeit des Wadi Rum wird gerade durch die isoliert stehenden Felsmassive geprägt.

29.527356 N / 35.477215 O

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Bildnis von T.E Lawrence

Bildnis von T.E Lawrence

© Herbert S., 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ich weiß auch nicht, warum wir bei all unseren Reisen Petra ausgelassen haben. Nun gab es eine Möglichkeit 'auf die Schnelle' d.h. konzentriert die Höhepunkte Jordaniens zu erleben. Gut dass wir es nun hinter uns haben, denn am Rückkehrtag twittert Trump, die Golanhöhen sollten endgültig zu Israel gehören. Ob dies für die krisengeschüttelte Gegend nicht wieder Öl ins Feuer giessen bedeutet?
Details:
Aufbruch: März 2019
Dauer: unbekannt
Heimkehr: März 2019
Reiseziele: Jordanien
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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