Höhepunkte Jordanien

Reisezeit: März 2019  |  von Herbert S.

Ajlun - Mamlukenburg

Durch die Stadt Amman

moderne Moschee in Amman

moderne Moschee in Amman

fahren wir ca. 70 km nordwärts zur ältesten mamlukischen Burganlage aus der Zeit der Kreuzritter. Ajloun ist durch ein Erdbeben fast vollständig zerstört worden, aber inzwischen recht umfangreich wieder aufgebaut und restauriert worden. Beeindruckend ist die Aussicht, auch wenn der Blick heute nicht bis nach Jerusalem oder den See Genezareth reicht.
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3 km westlich der kleinen Stadt Ajloun erhebt sich eine Burg auf einem steilen Hügel und dominiert die Umgebung: Qala'at ar Rabad.

Qala'at ar Rabad.

Qala'at ar Rabad.

Die Burg Qala'at ar Rabad wurde von einem Neffen (und General) Sa-Iddins 1184-85 vermutlich auf den Mauern eines christlichen Klosters erbaut, um den Kreuzfahrern im Norden Transjordaniens zu begegnen (1187 schlug Saladin sie denn auch in der Schlacht von Hittin, fast in Sichtweite auf der anderen Jordanseite) und den Eisenerzbergbau um Ajlun zu schützen. Das Fort kontrollierte das Jordantal und drei wichtige Wadis, die hinunter zum Jordan führen. Damals bestand es aus einem angedeuteten Quadrat mit vier zweigeschossigen Türmen in jeder Ecke. 1214 erweiterte Sultan Aybak diesen Kern um weitere zwei Türme und entsprechende Räume im heutigen Eingangsbereich. Bereits 1260 zerstörten Mongolenheere die Burg, aber die Mamluken bauten sie unter Sultan Baibars bald wieder auf. Wegen ihrer exponierten Lage diente sie auch als Nachrichten-Relaisstation für Rauchsignale und Brieftauben. Erstaunlich war die Übertragungsgeschwindigkeit: Nachrichten aus Nordsyrien erreichten die Zentrale in Kairo innerhalb eines Tages. Noch im 17. Jh. war eine osmanische Garnison in der Burg stationiert, danach verfiel sie, unterstützt durch die Erdbeben der Jahre 1837 und 1927. In jüngster Vergangenheit wurde die Burg teilweise wieder aufgebaut und gut restauriert. (Dumont)

Leider fehlt jede Beschreibung innerhalb der Burg, so dass die Orientierung hinsichtlich der Verwendung der Räume nicht transparent wird. Dagegen gibt es in einem der Räume ein kleines Museum mit Ausstellungsstücken.

Schließlich - und dies ist absolut lohnend - erreicht man den höchsten Punkt der Burg und wird mit einem Rundumblick belohnt, der heute allerdings nicht optimal ist. Ansonsten wäre Jerusalem und der See Genezareth wohl zu sehen gewesen.

© Herbert S., 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ich weiß auch nicht, warum wir bei all unseren Reisen Petra ausgelassen haben. Nun gab es eine Möglichkeit 'auf die Schnelle' d.h. konzentriert die Höhepunkte Jordaniens zu erleben. Gut dass wir es nun hinter uns haben, denn am Rückkehrtag twittert Trump, die Golanhöhen sollten endgültig zu Israel gehören. Ob dies für die krisengeschüttelte Gegend nicht wieder Öl ins Feuer giessen bedeutet?
Details:
Aufbruch: März 2019
Dauer: unbekannt
Heimkehr: März 2019
Reiseziele: Jordanien
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 18 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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