Wann kannst du kommen?

Reisezeit: Juli / August 2019  |  von Beatrice Feldbauer

Brasilia

Ich habe mich für Brasilia entschieden, die neue Hauptstadt dieses riesigen Landes. Belem ist zu weit, Rio zu naheliegend. Also Brasilia.

Über diese Stadt habe ich immerhin schon mal eine ausführliche Dokumentation gesehen. Über die modernen Gebäude dieser speziellen Hauptstadt, die mitten in den brasilianischen Urwald gebaut wurde. Die Kirche von Brasilia hatte ich schon als Kind irgendwo gesehen und mir ihr verbinde ich eine spezielle Erinnerung.

Es muss in der 3. oder 4. Klasse gewesen sein, als die Aufgabe im Zeichnen hiess: Zeichnet eine Kirche der Zukunft. Lasst Eure Fantasie walten und zeichnet eine ungewöhnliche Kirche.

Ich hatte die Kathedrale von Brasilia kurz vorher irgendwo gesehen und zeichnete sie aus dem Gedächtnis, jedenfalls ungefähr. Der Rundbau mit der Krone obendrauf. Zweifellos eine fantasievolle Zeichnung, nur eben nicht selber kreiert. Trotzdem bekam ich ein grosses Lob vom Lehrer, das ich mit schlechtem Gewissen einheimste. Konnte mir nicht vorstellen, dass er diese Konstruktion nicht selber auch schon gekannt hatte...

Nun war ich also auf dem Weg in diese Stadt. Zwei Flüge gaben mir Zeit, meinen Portugal-Krimi zu Ende zu bringen. Über einen Zwischenstopp in Sao Paolo - wär vielleicht auch ein paar Tage wert gewesen - erreichte ich kurz vor dem Eindunkeln Brasilia. Da der Flugplatz in der Nàhe der Stadt liegt war ich auch ganz schnell beim Hotel.

Ein grosses, ein anonymes Hotel hatte ich gebucht. Nach dem sehr familiären Aufenthalt in der Pousada in Foz de Iguazu, wollte ich jetzt ein grosses Haus, ein schönes bequemes Zimmer, möglichst mit Aussicht von weit oben.

Und das habe ich gefunden und kann es kaum fassen. Im 13. Stock mit freiem Blick auf 'meine' Kirche und das Nationalmuseum. Nebst dem Zimmer gibt es einen kleinen Vorraum mit Sitzgruppe und Fernseher und ein Schreibpult. Und alle mit dieser grandiosen Aussicht.

Ich bin völlig begeistert, kann mich kaum satt sehen und bleibe gleich im Hotel. Zwar habe ich an der Rezeption noch gefragt, ob es irgendwo eine Show gäbe. Folklore oder ein Konzert. Nein, meinte er, nur in den Kirchen.

Ich gehe ins hoteleigene Restaurant und bestelle das Rindsfilet. Bin immer noch auf der Suche nach dem richtigen typischen Stück Fleisch. Das Gorganzola-Filet von gestern finde ich übrigens auch auf der Speisekarte, scheint eine brasilianische Spezialität zu sein.

Bei der Bestellung eines Glases Wein stutze ich. Stimmt der Preis? 68 Riales, das sind 17 Franken, mehr als das Filet, das ich bestellt habe. Sorry, meint der Kellner, noch bevor ich überhaupt etwas gesagt habe. Er hat sozusagen auf meine Frage gewartet. Dann eben doch ein Bier, das kostet nur 15.

Ich bin in einem 4-Stern Hotel. Der Preis für die Übernachtung, der in der Lobby angeschlagen ist, ist knapp so hoch, wie ich für die 3 Nächte bezahle. Das hat möglicherweise damit zu tun, dass ich am Freitag-Abend gekommen bin und über Booking gebucht habe. Bis Montag. Ab dann sind wahrscheinlich wieder Business-Preise angesagt.

Mein Filet schmeckt fein, hat zwar eine dicke Speckschicht, die unerwartet gut schmeckt, aber es ist nicht heiss. Fast möchte ich sagen kalt. Schade drum. Ob ich es in die Küche zurück geben wolle, fragt der Kellner. Doch das will ich nicht, da käme es möglicherweise zäh und durchgegart wieder zurück. Immerhin ist es jetzt gerade richtig in der Konsistenz. Sehr zart und in der Garstufe genau so wie ich es mag. Dazu gibt es (heisse) Pommes, Reis und ein Gries, der mich an die Schweizer Spezialität Riebel (Mais- oder Griesmehl) erinnert. Maniok, meint der Kellner auf meine Frage.

Für morgen habe ich eine City-Tour gebucht. Bin gespannt und werde jetzt noch ein wenig im Internet surfen - Brasilia entdecken.

einfach sagenhaft schön

einfach sagenhaft schön

Meine Ferienlektüre - gerade ausgelesen.
Hat zwar weder mit Paraguay noch mit Brasilien zu tun, ist ein Portugal-Krimi mit ein paar portugiesichen Ausdrücken (immerhin) mit dem sehr sympatischen Kommissar Leander Lost. 
Das Buch habe ich spontan in Kloten gekauft.

Meine Ferienlektüre - gerade ausgelesen.
Hat zwar weder mit Paraguay noch mit Brasilien zu tun, ist ein Portugal-Krimi mit ein paar portugiesichen Ausdrücken (immerhin) mit dem sehr sympatischen Kommissar Leander Lost.
Das Buch habe ich spontan in Kloten gekauft.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Eine unerwartete Einladung ist der Start zu einer ungeplanten Reise.
Details:
Aufbruch: 15.07.2019
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 12.08.2019
Reiseziele: Paraguay
Brasilien
Der Autor
 
Beatrice Feldbauer berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
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