Zwischen RHÖN und THÜRINGER WALD

Deutschland-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai - Dezember 2020  |  von Birgit H.

Ziemestalbrücke - Thüringer Schiefergebirge

Rennsteigtunnel

Rennsteigtunnel

Thüringer Wald mit dekorativen Nebelfetzen

Thüringer Wald mit dekorativen Nebelfetzen

eine Bahnlinie - dann muss ja wohl auch eine Eisenbahnbrücke zu finden sein ...?

eine Bahnlinie - dann muss ja wohl auch eine Eisenbahnbrücke zu finden sein ...?

... sieht gut aus, denken wir...

... sieht gut aus, denken wir...

Auto parken - zu Fuß Brücke suchen ...

Auto parken - zu Fuß Brücke suchen ...

vorbei an Kuhweiden ... 2 mal sogar - siehe Text

vorbei an Kuhweiden ... 2 mal sogar - siehe Text

hier fanden wir es noch lustig, über den umgestürzten Baum zu klettern

hier fanden wir es noch lustig, über den umgestürzten Baum zu klettern

hier sieht es dann nicht mehr soooooo gut aus

hier sieht es dann nicht mehr soooooo gut aus

wir müssen uns geschlagen geben und den Rückzug antreten

wir müssen uns geschlagen geben und den Rückzug antreten

16.06.2020

Ich bekomme Besuch von meinem Sohn Tim und möchte ihm die Thüringer Landschaft ein wenig zeigen. Das Wetter ist derzeit nicht für lange Wanderungen geeignet: es hat schon einige Tage geregnet, viele Wege sind sehr matschig und die Vorhersage für heute ist auch alles andere als "trocken".

Irgendwo in einer Facebook-Gruppe, die sich mit Ausflugszielen in Thüringen beschäftigt, sah ich mal ein Foto einer stillgelegten Eisenbahnbrücke, das mich fasziniert hat. Diese nehme ich als Ziel für den heutigen Ausflug.

Die Ziemestalbrücke ist ein 115 Meter langer und 32 Meter hoher Viadukt der Bahnstrecke Triptis–Marxgrün in Thüringen, der zwischen 1893 und 1895 erbaut wurde. Sie führt auf fünf Gerüstpfeilern (engl. trestles) in leichtem Bogen über den Ziemesgrund zwischen Ziegenrück, Altenbeuthen und Remptendorf. Amtlich gehört der Viadukt zur Gemeinde Remptendorf. Er ist eingleisig und besteht vollständig aus Stahl. Die Brücke verläuft in einer Kurve mit einem Radius von 193 m und mit einem Gefälle von 2 %. Um höhere Geschwindigkeiten zu erreichen ist der Brückenkopf geneigt. (Quelle: Wikipedia)

Es geht von Kühndorf zunächst über die A71 Richtung Oberhof und durch den Rennsteigtunnel, mit fast 8 km der längste Straßentunnel Deutschlands (Baubeginn 1998 - Fertigstellung 2003).

Die Autobahn führt immer wieder durch Tunnel und über hohe Talbrücken, die dann den Blick freigeben: heute auf Nebelfetzen in den Wäldern, was durchaus seinen Charme hat.

Bei Stadtilm verlassen wir die Autobahn, und es geht weiter auf der B90 Richtung Rudolstadt. Wenn wir durch die Städte fahren, sehen wir viele große Gebäude, die verlassen und baufällig Geschichten der Vergangenheit "erzählen".

Weiter geht es über Bundesstraßen nach Saalfeld und wir erreichen das Thüringer Schiefergebirge Obere Saale.

Das Thüringer Schiefergebirge schließt sich östlich an den Thüringer Wald an und reicht als naturräumliche Einheit bis zum oberen Saaletal im Bereich der Saaletalsperren.
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Das Thüringer Schiefergebirge ist Teil einer ausgedehnten, meist etwa 300 m bis über 530 m ü. NN hohen, flachwelligen variszischen Mittelgebirgs-Rumpffläche, die nach Norden allmählich zum Thüringer Becken hin abflacht. Dieser Gebirgsstock umfasst sehr unterschiedliche Landschaften, ...
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Auf der Kammlinie, dem Rennsteig, im Westen des Gebirgsstocks erreichen die Berge Höhen zwischen 700 m und über 860 m ü. NN. Auf einer Fläche von ca. 700 km²[A 1] sind die größten Höhen über NN zu finden. Der höchste Berg ist der Große Farmdenkopf (868,7 m ü. NHN)[1] unweit des Übergangs zum Thüringer Wald.
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Das Thüringer Schiefergebirge innerhalb der Naturräume Thüringens
Im Unterschied zum Kammgebirge Thüringer Wald sind besonders im Kammbereich langgestreckte, hochflächenartige Bergrücken mit steilen Hängen und tief eingeschnitte Täler typisch. Im Gebiet der steilwandigen Täler von Schwarza und Saale erreichen die Höhenunterschiede zwischen Hochfläche und Talsohle oft 300 m und mehr, was für ein Mittelgebirge recht viel ist.
(Quelle: Wikipedia)

Ca. 2 Stunden brauchen wir für die Anfahrt, aber dann nochmal fast eine weitere Stunde, bis wir irgendwo zwischen Ziegenrück und Altenbeuthen parken, um diese Brücke per pedes zu suchen.

Irgendwo starten wir dann zwischen Kuhweiden, den Weg zu Fuß, den google maps uns anzeigt.

Erster Versuch:
falsch um die Kuhweide herum und Ende des Weges am Ende eines Ackers. Also zurück, leider bergauf.

Zweiter Versuch auf der anderen Seite der Kuhweide:
Es geht wieder hinab - durch ein Waldstück. Gräser und Brennesseln sind bis in Brusthöhe gewachsen und der Weg lässt sich nur noch erahnen. Tim ist nicht wirklich erfreut und verweist mich auf das Risiko sich hier ein paar Zecken einzufangen, folgt mir aber... noch ... bis dann jäh nicht Brennesseln und Zecken, sondern umgestürzte Bäume unseren Weg beenden: der Wald sieht aus, als habe ein Riese mit den Bäumen Mikado gespielt und ein weiteres vorwärts Kommen gestaltet sich als "mission impossible" - 300 m vor dem angezeigten Ziel auf google maps!!

Also Rückzug! Den steilen Brennesselweg wieder hinauf. Weit sind wir nicht gelaufen, aber wir kommen zu dem Schluss, uns die Laune nicht verderben zu lassen und wir deklarieren diesen Fehlversuch als "Urwald-Workout".

Komplett verschwitzt steigen wir ins Auto und fahren weiter. Mir fällt der Spruch ein: "mit der Kirche um`s Dorf" und ich würde ihn heute so formulieren: "mit dem Auto um die Eisenbahnbrücke" - die wir bisher tatsächlich noch kein einziges Mal gesehen haben. Langsam zweifeln wir, ob es sie überhaupt gibt

Irgendwo an einer Wandertafel machen wir den nächsten Versuch:
Auto parken. Hier finden wir einen normal begehbaren Forstweg und endlich, nach ca. 2 km Fußweg stehen wir mitten im Wald direkt am Fuß des Viadukts!

Kein Mensch weit und breit und nun haben Mutter und Sohn gleichermaßen Freude am Klettern, fotografieren und staunen. Und so startet nach dem "Urwald-Workout" das "Brücken-Workout". Tim gönnt sich einige Klimmzüge mit Aussicht und ich starte Höhenangstbewältigungs-Klettern

Inzwischen hat sich sogar die Sonne entschlossen, uns die passende Beleuchtung für wundervolle Bilder zu liefern.

Zurück nehmen wir die Route über Hohenwarte, welche lange Stücke am Hohenwartestausee vorbei führt. Diese Region ist mit Sicherheit auch einen Ausflug wert

zweiter Wanderversuch - hier liegen die Bäume NEBEN dem Weg

zweiter Wanderversuch - hier liegen die Bäume NEBEN dem Weg

und dann ENDLICH : die Ziemestalbrücke - es gibt sie wirklich

und dann ENDLICH : die Ziemestalbrücke - es gibt sie wirklich

und nun gibt es ein ausgiebiges Brücken-Shooting

und nun gibt es ein ausgiebiges Brücken-Shooting

das einzige Verbotsschild, das wir gefunden haben: am Tunneleingang

das einzige Verbotsschild, das wir gefunden haben: am Tunneleingang

nicht mehr so alles wirklich o.k.

nicht mehr so alles wirklich o.k.

bridge over troubled water... oder so...

bridge over troubled water... oder so...

© Birgit H., 2020
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Dieser LIVE-Reisebericht wird in Worten und Bildern von Ausflüge und Wanderungen in der Gegend um Rhön und Thüringer Wald berichten.
Details:
Aufbruch: 15.05.2020
Dauer: 7 Monate
Heimkehr: Dezember 2020
Reiseziele: Deutschland
Live-Reisebericht:
Birgit schreibt diesen Reisebericht live von unterwegs - reise mit!
Der Autor
 
Birgit H. berichtet seit 8 Jahren auf umdiewelt.
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