Hello Canada - Roadtrip Vancouver -> Calgary

Reisezeit: Juni 2026  |  von Arno Ammann

Jasper Tag 8

Maligne Lake und Moose Lake

An unserem ersten vollen Tag in Jasper sind wir früh aufgestanden, da wir zum Maligne Lake und zum Medicine Lake fahren wollten. In den Sommermonaten soll es dort sehr voll sein. Dadurch ist auch die Parkplatzsituation sehr angespannt und es ist ratsam ganz früh bzw. ganz spät dort hin zu fahren.
Die Fahrt zum Maligne Lake dauert ca. 50 Minuten und führte uns durch die verbrannten Waldgebiete. Wildtiere gab es nicht wirklich zu sehen, aber das ist nach dem verheerenden Feuer verständlich. Es ist schon erschreckend wie groß die verlorene Waldfläche ist.
Am Maligne Lake angekommen haben wir dank unserer frühen Anfahrt schnell einen Parkplatzgefunden. Nachdem wir unsere Sachen im Rucksack verstaut hatten, sind wir ein bisschen am Ufer gelaufen und haben uns an der atemberaubenden Aussicht auf den See und die Berge nicht sattsehen können. Unsere Bilder werden weder den Farben noch den Dimensionen gerecht.
Am See kann man für viel Geld eine Bootstour zum Sprit Island buchen, welche ca. 1,5 - 2 Stunden dauert und uns locker 300 Kanadische Dollar gekostet hätte. Das Foto dieser kleinen Insel im Maligne Lake ist so ziemlich das bekanntste Motiv in den Rockys. Wir haben uns aber gegen diese Bootstour entschieden da uns 300 $ für ein Foto dann doch zu viel sind. Wir sind lieber zum Moose Lake gelaufen. An diesem See besteht eine große Chance Elche (Moose) zu sehen. Nicht zu verwechseln mit dem englischen Begriff "Elk". Das bezeichnet hier das große Rotwild, wie z. B. Wapitis.
Der Weg dorthin war sehr schön und es waren auch sehr wenig Menschen unterwegs, so dass wir die Ruhe der Gegend genießen konnten. Als wir uns dem See näherten, bemerkten wir, wie alle (wir auch) auf einmal ganz still wurden. Man hörte maximal die Klicken der Kameras. Es war der Wahnsinn diese Stille an einem sehr ruhigen See mit kaum Wasserbewegung zu erleben. Das Surren von größeren Insekten war fast schon störend...
Elche haben wir leider keine gesehen, aber der Weg zu dem See hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Als sich eine Familie, leider sehr lautstark redend, dem See näherte und auch dort nicht still wurde, sind wir und die anderen, welche bis dahin dort waren, den Rundweg weitergelaufen.
Es ist sehr schade, dass wir immer wieder erleben, wie irgendwelche "Trampel" ohne Feingefühl in eine Situation poltern und den Moment kaputt machen. Auf dem Weg zum See ist vor uns ein Fotograph mit einem riesigen Objektiv gelaufen, welcher wohl auch auf tollte Tiersichtungen gehofft hatte. Mit dem Eintreffen dieser Familie war seine Hoffnung endgültig dahin.
Der restliche Teil des Rundwegs verlief durch den Wald und wir haben einige Tierspuren von Elchen und Rotwild entdecken können. Unser zuvor erstandenes kanadisches Anti-Mückenspray half bedeutend besser als das gute alte Autan. Darüber lachen die Stechmücken hier nur.

Bootshaus am Maligne Lake

Bootshaus am Maligne Lake

Moose Lake

Moose Lake

Als wir zurück an den Maligne Lake kamen, beschlossen wir, noch ein bisschen das Ufer auf der anderen Seite zu erkunden und sind einen Teil des Mary Schäffer Loop gelaufen. Am Ufer hat man tolle Ausblicke auf den See und die Berge dahinter. Leider war es an dem Tag nicht windstill, so dass wir keine Bilder mit der Spiegelung der Berge im See machen konnten.
Ursprünglich hatten wir für diesen Tag auch eine Wanderung durch den Maligne Canyon geplant, doch dieser ist nach dem Waldbrand vor zwei Jahren weiterhin geschlossen. Daher hatten wir jede Menge Zeit den See und die Ausblicke zu genießen, was ich für uns echt gelohnt hat. Sobald die Sonne hinter den paar Wolken auftauchte, wurde es mega warm.
Auf dem Rückweg zum Auto waren wir noch im Restaurant/Kantine und Souvenirshop. Dort haben wir die horrenden Preise bestaunt. Ein Croissant für 7 $ oder ein Portemonnaie für 100 $. Es ist auch faszinierend, wie viele Menschen sich dort oben, meiner Meinung nach, überteuerte Kleidung kaufen.

Richtung Parkplatz (welcher schon super voll war), haben wir noch an einem Stand der Ranger von Parks Canada gehalten und die Dame dort nach Ihrer Meinung zu dem überall empfohlenen Bear-Spray, welches dort auch verkauft wurde, gefragt. Ihrer Meinung nach, ist es auf den Hauptrouten nicht wirklich nötig, da dort so viel los ist, dass eine Begegnung mit einem Bären eher unwahrscheinlich ist. Man soll sich während der Wanderung unterhalten und vor unübersichtlichen Abzweigungen laut "Hey Bear, i'm coming around!" rufen und dann passt das schon. Sie hat uns auch empfohlen, einfach hinter anderen zu laufen, dann können wir weglaufen, wenn der Bär die Leute vor uns frisst. Von den Bärenglocken hat sie uns auch abgeraten, da das Gebimmel dieser Glocken die Bären eher neugierig machen würde.
Zurück am Auto wurden wir direkt von kreiselnden Fahrzeugen belagert, welche sehr heiß auf unseren Parkplatz waren. Was ein Glück hatte sich Arno heute morgen durchgesetzt und dafür gesorgt, dass wir zeitig (ok eine Stunde später als von ihm ursprünglich geplant -> aber es war nicht alleine meine Schuld) an dem See waren.

Auf dem Rückweg hielten wir noch am Medicine Lake und machten nur kurz ein paar Fotos. Leider war es windig, so dass es wieder keine Spiegelungen zu sehen gab. Der See dort war leider auch sehr überlaufen, da gerade zwei Busse angehalten und alle Insassen für Fotos zum See rausgelassen hatten. Ein Teil des Uferbereichs war abgesperrt, da ein Adlerpärchen dort nistet. Leider hat der See einiges seiner Schönheit verloren, da alle Bäume im Umkreis verbrannt sind.
Als wir den Parkplatz Richtung Jasper wieder verließen, begegneten wir zwei Bighornschafen (ohne Bighorn, da wohl noch jung) auf der Straße. Die zwei sahen sehr zerrupft aus, da sie sich wohl noch im Fellwechsel befanden. Sie sind in aller Ruhe mittig auf der Straße gelaufen und alle Fahrzeuge in beide Richtungen hielten an bzw. passierten die zwei äußerst langsam.

Medicine Lake

Medicine Lake

Zurück in Jasper sind wir kurz in unsere Unterkunft und haben uns für den restlichen Tag gerüstet und mit einem Mittagessen beim Griechen gestärkt.
Da das Wetter nicht beständig aussah, beschlossen wir, noch zwei weitere Seen, welche man gut mit dem Auto erreichen kann, zu besuchen.
Unser Weg führte uns am Patricia Lake vorbei zum Pyramide Lake. Leider verpassten wir die Abfahrt zum Patricia Lake. Wir fanden diese verpasste Gelegenheit als nicht all zu schlimm, da wir in den nächsten Tagen noch unzählige weitere Seen zu Gesicht bekommen sollen.
Der Pyramid Lake ist nach dem Berg, welcher direkt an den See grenzt und wie eine Pyramide aussieht, benannt. Auf dem See gibt es eine kleine Insel, die man über eine Holzbrücke erreicht. Vom Parkplatz aus, sind wir ca. 800 Meter parallel zur Straße über einen Waldpfad zu der Brücke am See gelaufen. Auf den ersten Blick sah die Insel mit der Brücke irgendwie nicht so toll wie auf den ganzen, zuvor gesehenen, Fotos aus. Sobald man ein paar Meter auf die Brücke lief und durch die Kamera/Handy schaute sahen wir erst dieses tolle Motiv. Was so ein Blick durch ein Objektiv ausmachen kann...

Brücke zum Pyramid Island

Brücke zum Pyramid Island

Wir streiften noch etwas über diese kleine Insel und erfreuten uns an den tollen Ausblicken. Auf dem Rückweg zum Auto hat Nicole mal wieder ihr "Tier-Radar" angeworfen und eine Wapiti-Kuh im Wald entdeckt. Ich habe schnell mein Handy gezückt und ein Foto gemacht. Lange sind wir nicht stehen geblieben. Momentan sind viele dieser Tiere mit ihren Kälbern unterwegs und daher extrem aggressiv. Wir haben zwar kein Kalb gesehen, aber wir wollten nicht abwarten bis das Wapiti uns sieht und evtl. sein Baby verteidigen möchte. Diese Wapiti-Kühe können bis zu 270 kg schwer werden.
Zurück am Parkplatz sind wir direkt zu unserer Unterkunft gefahren, da Nicole mittlerweile ziemlich Müde war. Dort gab es noch einen Fertigsalat aus dem Supermarkt, die sind erstaunlich gut.
Morgen geht´s dann mit der Gondel auf den Whistlers Mountain.

Anmerkung der Redaktion: Letztendlich ist Arno bestimmt 10 Minuten vor mir eingeschlafen...

© Arno Ammann, 2026
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach langem warten haben wir wieder die Möglichkeit den europäischen Kontinent zu verlassen. Dieses Mal wollten wir Berge sehen, anstatt nochmal Wüste und rote Steine ;-) Unsere Wahl fiel auf Kanada. Mit dem Mietwagen geht´s im Juni, innerhalb von 3 Wochen, von Vancouver Calgary.
Details:
Aufbruch: 07.06.2026
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 27.06.2026
Reiseziele: Kanada
Der Autor
 
Arno Ammann berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.