Hello Canada - Roadtrip Vancouver -> Calgary
Von Clearwater nach Jasper Tag 7
Es folgt noch ein kleiner Nachtrag zum gestrigen Tag -
Nicole hat endlich einen Bären in freier Wildbahn gesehen
Er tauchte plötzlich auf dem Rückweg von unserem letzten Stopp am Waldrand auf. Der kleine Schwarzbär schaute uns kurz an und verschwand im Wald.. Leider habe ich in diesem Moment irgendwas im Handy nachgeschaut, sodass ich nur noch seinen pelzigen Hintern im Gebüsch verschwinden sah. Aber ich hatte ja meine Bärensichtung ja schon in den USA. Hat ja nur 15 Jahre gedauert bis Nicole auch einen Bären zu Gesicht bekam
Am Abend in Clearwater hatten wir auch noch eine sehr komische Begegnung mit ein paar Einheimischen.
Wir waren gerade zu Fuß auf dem Rückweg vom Dutch Lake in unsere Unterkunft, als ein ziemlich heruntergekommenes Auto anhielt, die Fenster wurden geöffnet und einer der 4, sehr suspekt aussehenden, Typen fragte, ob wir Schnaps kaufen wollen. Wir verneinten natürlich diese Frage und sahen zu das wir schnellstmöglich in Richtung Hotel gingen. Die Kerle waren uns echt nicht geheuer.. Keine Ahnung wo die herkamen und was passiert wäre, wenn wir stehen geblieben wären. Besser nicht drüber nachdenken....
Jetzt aber zu der Fahrt nach Jasper.
Wir waren diesmal früher im Restaurant um nochmal unser Glück beim Frühstück zu versuchen. Die sehr nette Bedienung hatte auch noch einen freien Tisch für uns. Nicole und ich bestellten uns jeder ein Frühstück und einen Kaffee. Als das Frühstück kam wussten wir sofort, dass wir wohl bis Abends nix mehr zu essen brauchen würden. Nicoles Teller war reichlich mit Rührei, Bacon, Bratkartoffeln und Toast bestückt. Mein Teller sah auch nicht wirklich gesünder aus. Ich hatte mich für ein Omelett gefüllt mit Bacon, Wurst, Schinken und Käse entschieden. Dazu gabs auch noch Bratkartoffeln und gebuttertes Toastbrot. Das erinnerte uns eher an ein reichhaltiges Abendessen.
Mit gefüllten Mägen traten wir die 3,5 Stündige Fahrt nach Jasper an.
Die Fahrt war an für sich nicht sonderlich aufregend. Die Straße führte uns eigentlich nur durch bewaldetes Gebiet ohne nennenswerte Ausblicke. Wir haben noch 2 Schwarzbären im Straßengraben etwas fressen gesehen. Wir hatten leider keine Möglichkeit an zu halten. Daher haben wir im vorbei fahren leider nur ihre Rücken sehen können.
Ein paar Kilometer weiter standen einige Fahrzeuge am Straßenrand. Diesmal haben wir zeitig reagiert und konnten hinter einem Wohnmobil anhalten und hofften auf eine weitere Tiersichtung. Leider war das nicht der Fall. Wir sahen, dass ein Motorradfahrer anscheinend mit einem kleinen Reh kollidiert ist. Das Reh lag am Straßenrand und der Fahrer ein paar Meter weiter. Zum Glück waren schon einige Ersthelfer vor Ort und kümmerten sich um den anscheinend unverletzten Fahrer. Da wir die Situation nicht stören wollten, sind wir zügig weiter gefahren. Hoffentlich ist dem Biker nichts weiter passiert.
Kurz vor Jasper erreichten wir den Mount Robson Provincial Park. Der Berg war schon von weitem zu sehen Der Mount Robson ist der höchste Berg in den kanadischen Rockys. Ganz schön beeindruckend mit seiner Höhe von 3954 Metern.
Nach einem kurzen Halt am Welcome Center und einigen Fotos, holten wir uns noch einen Iced Coffee (es war ganz schön warm mittlerweile) und setzten unser Fahrt nach Jasper fort.
Je näher wir nach Jasper kamen, desto mehr sah man von dem verheerenden Waldbrand der hier 2024 wütete. Die Schäden sind noch weithin sichtbar. Überall an den Berghängen und am Straßenrand sieht man die verbrannten Überreste der Vegetation. Wir waren beide erschrocken als wir sahen, dass viele Einwohner in Containern leben müssen. Der Wiederaufbau der Stadt läuft immer noch. Immerhin wurden bei dem Brand ca. 30 - 50 % der Stadt eingeäschert! Im touristischen Zentrum der Stadt sieht man nichts von dem Brand. Entweder kamen die Flammen nicht bis hier hin oder das Zentrum wurde sehr schnell wieder aufgebaut.
Unsere Unterkunft, das Chalet Patricia, haben wir schnell gefunden. Es liegt nur wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt.
Die Pension ist ein Wohnhaus mit 2 vermieteten Zimmern. Der Rest des Hauses wird noch von den Vermietern bewohnt. Am Eingang fanden wir einen Zettel an der Tür kleben der Hinweise auf die Lage unseres Zimmers und das Versteck des dazugehörigen Schlüssels enthielt. Irgendwie ganz nett diese kleine Schnitzeljagt. Wir folgten den Hinweisen zur Rückseite des Hauses und trafen dort auch auf unsere Vermieterin Darlene. Eine sehr nette und sympathische Frau. Ich hatte gehofft das sie uns jetzt zeigen würde wo der Schlüssel versteckt ist und welche Tür in unser Zimmer führte. Dem war nicht so - sie ließ uns mit einem Lächeln im Gesicht die Hinweise weiter verfolgen
Nach erfolgreicher Suche konnten wir unser Zimmer betreten. Es stellte sich heraus, dass uns mehr als ein Zimmer zur Verfügung stehen würde. Die Unterkunft besteht aus einem Schlafzimmer., einem Bad und einem großen Essbereich mit Eckbank, Kühl-Gefrierkombination, Mikrowelle, Wasserkocher, TV und einem weiteren Bett. Viel mehr als wir erwartet hatten.
Nachdem wir unser Gepäck in die Unterkunft gebracht hatten, sind wir zu Fuß Richtung Zentrum und dort die Shoppingmeile entlang geschlendert. Primär sind dort Restaurants, Gift-Shops und Outdoorläden vertreten. Am Ende der Hauptstraße konnten wir noch beobachten, wie ein Polizist in einem Zivilfahrzeug das Blaulicht aktivierte, in einem Affenzahn die Fahrtrichtung wechselte und ein etwas schneller fahrendes Fahrzeug anhielt und kontrollierte.
Im ganzen Ort darf man max. 30 km/h fahren und Fußgänger haben immer Vorfahrt. Nachdem wir die Reaktion des Polizisten erlebt hatten, beschlossen wir, hier definitiv max. 30 km/h zu fahren...
Auf dem Rückweg haben wir im Supermarkt noch unser Abendessen gekauft und sind zurück in die Unterkunft.
Kein Wunder, dass bei dem großen Brand Hilfe aus Alaska und Australien kamen. Mit der Einheitsstärke in Jasper kommt man nicht gegen 100 Meter hohe Flammen auf einer riesigen Fläche an.
| Aufbruch: | 07.06.2026 |
| Dauer: | 3 Wochen |
| Heimkehr: | 27.06.2026 |