Hello Canada - Roadtrip Vancouver -> Calgary
von Banff nach Calgary Tag 18
Langsam neigt sich unser Urlaub dem Ende entgegen. Die bisherigen 2,5 Wochen sind viel zu schnell vorbei gegangen. Das liegt vielleicht auch daran, dass wir so viel unternommen und gesehen haben
Heute morgen räumten wir unsere Hütte auf und aßen eine Kleinigkeit. Unser Aufenthalt in Banff war der einzige mit Frühstück inklusive. Das Frühstück wurde von unserer Vermieterin jeden Tag in unserem Kühlschrank deponiert. Es bestand aus 4 Scheiben Brot, was eher die Konsistenz von Toast hat, Käse, Schinken, Salami und 4 Eiern. Es war so viel Belag das wir uns zwischenzeitlich noch ein Brot kauften um uns von dem nicht benötigten Belag Sandwiches zu machen.
Nicole wollte am ersten Tag hier in Banff schnell mal eins der Eier von unserem Frühstückskörbchen essen. Sie ist von gekochten Eiern ausgegangen. So wäre es bestimmt in Deutschland gewesen, hier waren es aber ungekochte Eier für das obligatorische Rührei zum kanadischen Frühstück. Ein bisschen hätte ich bestimmt lachen müssen wenn sie das rohe Ei aufgeschlagen hätte
Jetzt mussten wir noch unser Gepäck zusammen packen. Mal schauen wie wir das ganze Zeug am Freitag für den Flug in die Koffer bekommen. Wir haben gar nicht so viel Zeug gekauft...
Wir verabschiedeten uns noch von Karen und fragten sie, ob wir unser Auto noch kurz stehen lassen dürfen. Wir wollten nochmal kurz in die Stadt, um ein paar Fotos im Weihnachtsladen zu machen.
Wir hatten ja "Bäumchen" mit auf unsere Reise genommen und der Laden bot sich perfekt für Fotos an. Dieser kleine Weihnachtsbaum wurde uns von Radana für unseren Weihnachtsurlaub in Amsterdam geschenkt. Das fanden wir so lustig, dass "Bäumchen" ab sofort mit uns auf Reisen geht.
Da die Fahrt nach Calgary nur 1,5 Std. dauerte, hatten wir noch etwas Zeit um schnell noch 2 Stopps in Banff anzufahren. Der erste Halt war der Trail zum Gipfel des Tunnel Mountain. Auf dem Weg dorthin lag noch der Viewpoint "Surprise Corner". Der Parkplatz dieses Aussichtspunktes war schon so voll, dass wir weiter zum Tunnel Mountain Trailhead gefahren sind. Beide Stopps liegen kurz hintereinander auf der Tunnel Mountain Road. Auch dieser Parkplatz war schon voll, daher bin ich noch ein paar hundert Meter weiter gefahren um zu wenden. Wieder runter zum Surprise Corner - Parkplatz immer noch voll. Also wieder hoch zum Tunnel Mountain Parkplatz - auch voll. Ich wusste ja jetzt, wo ich drehen kann... Wieder beim Parkplatz des Wanderwegs angekommen, beschlossen wir, dass wir unser Auto einfach am Fahrbahnrand parkten. Wir waren nicht die einzigen, die auf diese Idee kamen. Wird schon kein Ticket dafür geben...
Der Weg auf den Gipfel führte mal wieder stetig bergauf. Wie soll´s auch anders sein, wenn man ganz hoch will.
Nicole wollte zu Beginn unseres Aufstiegs wieder zurück zum Auto, da sich das Vorhaben zu anstrengend für diesen Morgen anfühlte. Sie hatte leider mal wieder nicht gut geschlafen. Im Gegensatz zu mir. Ich schlief hier bisher überall sehr gut.
Nicole überlegte es sich zu meiner Freude anders und lief mit mir den Berg hoch. Anstrengend war es schon. Auch wenn der Tunnel Mountain der kleinste Berg in der Umgebung von Banff ist.
Oben angekommen stellten wir fest, dass sich die 2 km steil bergauf gelohnt hatten. Die Ausblicke in das Bow Valley waren grandios. Was ein Glück hatten wir wieder sehr gutes Wetter mit klarer Luft und weiter Sicht.
Nach unserem Abstieg zum Auto haben wir wieder unser Glück beim Surprise Corner Viewpoint versucht. Auch hier hieß es, einfach am Straßenrand das Auto in den "Büschen" parken... Wird schon gutgehen...
Der Aussichtspunkt war ein paar Treppen den Berg hinauf gelegen. Von dort hatte man eine gute Sicht auf das Fairmont Banff Springs Luxushotel, welches schon ein beeindruckendes Gebäude ist. Eine Übernachtung dort kostet zwischen 800 EUR bis über 1.200 EUR pro Nacht. Das Hotel ist auch für die Öffentlichkeit frei zugänglich und unsere Vermieterin hatte uns einen Ausflug dorthin empfohlen. Das müssen wir uns jedoch für den nächsten Besucht aufheben...
Da wir ja nicht so lange nach Calgary fuhren, beschlossen wir, nicht den Highway sondern die Neben(land)straße zu nutzen und in Canmore einen Zwischenstopp zu machen.
Ihr müsst wissen.. Dort gibt es einen See, den man sich anschauen kann...
Leider war die Straße zum Grassi Lake wegen Steinschlag geschlossen.
Das war dann unser letzter See - versprochen
Wir haben noch eine Runde mit dem Auto durch Canmore gedreht. Auch wieder ein touristischer Ort, aber nicht so touristisch ausgebaut wie Banff und Jasper. Viele Touristen nutzen Canmore als Übernachtungsort um den Banff NP zu besuchen. Die Hotels sind hier wohl um einiges günstiger.
Da sich langsam Hunger bei uns meldete, hielten wir noch an einem Real Canadian Superstore. Etwas planlos sind wir durch den Laden gestreift, da wir auf Anhieb nichts fanden, dass uns zusagte.
Bei der Gelegenheit fragte ich kurzentschlossen in der Drogerieabteilung nach "Glucose tablets", die kanadische Bezeichnung für Traubenzucker. Die Angestellte des Supermarktes wusste erst nicht was ich meinte, schickte mich dann zu einem abgetrennten Bereich im Laden. Das ist die "Apotheke". Dort bekommt man seine verschreibungspflichtigen Medikamente - und Traubenzucker...
Viel Auswahl gibt es nicht, aber die Dame im weißen Apothekerkittel hatte große Dosen mit Tabletten in zwei Geschmacksrichtungen. Von der einen Geschmacksrichtung gab es auch ein "kleineres" Röhrchen (vom Umfang dicker als Mentos) mit weniger Tabletten für unterwegs. Zum Testen habe ich mir eine große Packung gekauft und muss sagen, dass diese geschmacklich und von der Konsistenz nicht schlecht sind. Die Verpackung (auch die kleineren Röhrchen) finde ich jedoch im Gegensatz zu den Dextroblöcken eher unpraktisch für unterwegs.
Auf unserem Streifzug fanden wir dann tatsächlich noch ein Mitbringsel und endlich 2 Sandwiches, die uns zusagten.
Diese aßen wir auf unserer Fahrt. Die Landstraße nach Calgary ließ sich sehr gut fahren und langsam änderte sich die Umgebung. Die hohen Berge und die Wälder wichen einer offeneren Landschaft, wobei wir weiterhin dem Bow River folgten, welcher uns seit Lake Louise begleitet. Es tauchten immer wieder Ranches auf und auf den weiten Grasflächen standen vereinzelt Pferde oder Rinder. Schließlich ist Calgary die Hochburg der Cowboys und Rodeo.
Es ist schon beeindruckend, wie groß die Weideflächen sind. An der Straße folgt man endlosen Zäunen und nur bei der Zufahrt zu der jeweiligen Ranch ist ein Gitter im Boden über das Pferde und Rinder nicht gehen.
Ca. 45 Minuten vor Calgary hielten wir nochmal an einem Parkplatz. Hier in der Gegend ist der Bow River sehr breit geworden. Als wir ausstiegen, sahen wir ein Damm, welcher den Bow River aufstaut. Auf dem dadurch entstandenen "See" (ist das überhaupt ein See oder nur ein sehr breiter Flussabschnitt?) waren jede Menge Anwohner mit Kanus, Surfbrettern (es war windig) unterwegs. Ein paar Leute standen mit einem großen Pickup und entsprechendem Anhänger an einer Rampe um das Boot auf dem Anhänger zu Wasser zu lassen. Das Boot und der Pickup waren wie fast alles hier mindestens eine Nummer größer als in Deutschland.
Der Rest der Fahrt war unspektakulär und die Skyline von Calgary tauchte schnell am Horizont auf.
Nach den Wochen auf Landstraßen war der Großstadtverkehr mit vierspurigen Straßen herausfordernd.
Problemlos fanden wir unser Hotel in Down Town, dass glücklicherweise eine Tiefgarage hat. Unser Zimmer ist dieses Mal im 21 Stock und hat zwei Queenbetten. Mit großem Erstaunen stellten wir fest, dass man hier im 21 Stock das ganz Fenster öffnen kann... und Problemlos seinen Kopf raus strecken kann. Ein ganz komisches Gefühl
Zum Abschluss des Tages sind wir wieder mit dem Aufzug runter und noch etwas durch die Stadt spaziert.
Zuerst sind wir in den Prince`s Island Park. Ein großer Freizeit- und Erholungspark, der auf einer Insel im Bow River liegt. Auf dem Weg zum Park sind wir über die erste Sehenswürdigkeit, die Peace Bridge, gestolpert. Wir schauten uns kurz diese auffällige rote Brücke an und zogen weiter. Damit hatten wir schon eins der sehr wenigen Highlights von Calgary gesehen.
Durch den Park haben wir eine große Runde gedreht und uns die verschiedenen Areale angeschaut. Im vorderen Bereich des Parks befinden sich Picknicktische, Spielplätze, großzügige Liegewiesen und eine Bühne. Auf dieser übte gerade eine große Gruppe Mädels einen Tanz zu indischer Musik. Je weiter man an das andere Ende der Insel läuft, desto naturbelassener wird der Park. Hier kann man auch einen sehr großen Bieberbau und einen Bieberdamm bestaunen. Es ist schon faszinierend, was diese kleinen Tiere so bauen.
Als wir die Insel wieder Richtung Stadt verließen, haben wir noch einen Schlenker über die Stephen Avenue gedreht. Die zweite Sehenswürdigkeit an diesem Tag. Hierbei handelt es sich um einen Straßenabschnitt, der wie eine Fußgängerzone verkehrsberuhigt ist. Dort gibt es viele Geschäfte, Bars und Restaurants. Es war ganz nett mal drüber zu laufen und sich das ganze anzuschauen, jedoch häuften sich gegen Abend die Betrunkenen bzw. Obdachlosen und Suchtkranken auf der Straße. Auch die Security und Polizeipräsenz nahm zu, so dass wir uns lieber wieder Richtung Hotel begaben.
Auf dem Weg zum Hotel fragte ich (Nicole) mich, was es mit den ganzen +15 Skywalk Schildern auf sich hatte. Im Aufzug unseres Hotels war neben dem Knopf für ein Stockwerk auch dieses Zeichen. Wir fanden heraus, dass in Down Town viele Gebäude über Gangways miteinander verbunden sind, so dass man klimatisiert, trockenen Fußes und ohne Autoverkehr durch die Innenstadt kommt. Das Streckennetz umfasst über 16 km und wir werden das morgen mal erkunden.
| Aufbruch: | 07.06.2026 |
| Dauer: | 3 Wochen |
| Heimkehr: | 27.06.2026 |