Hello Canada - Roadtrip Vancouver -> Calgary

Reisezeit: Juni 2026  |  von Arno Ammann

Clearwater Tag 6

Moul Falls 2.0

Wir haben erfahren das unser Hotel auch Frühstück anbietet. Das wollten wir dann auch mal probieren. Ich (Arno) musste leider schon auf dem Zimmer mein Frühstück spritzen, da ich leider einen etwas zu hohen Blutzuckerwert hatte. Im Restaurant angekommen wurde uns von der netten Bedienung mitgeteilt, dass gerade kein Tisch frei ist und wir noch 10 Minuten warten müssen. Ok, kein Problem - wir kommen gleich wieder. Zurück im Restaurant warteten noch 2 Leute auf einen Tisch. Wären wir mal in der Tür stehen geblieben und nicht rum gelaufen... Wir warteten noch ein paar Minuten - anscheinend wollte niemand seinen Tisch verlassen. Jetzt musste ich aber wirklich mal was essen. Ich hatte ja schon gespritzt.
In der Nähe gab es einen Tim Hortons (eine sehr beliebte Fastfood Kette). Den fuhren wir dann auch schnellstmöglich an, damit ich was zu essen bekomme. Dort bestellte Nicole sich einen Wrap + Kaffee, Ich entschied mich für ein Double stacked Sandwich + Kaffee. Dieses Sandwich schmeckte wie der Egg Mc Muffin von Mc Donalds Der Kaffee war auch nicht toll. Obwohl im ganzen Laden mit dem ach so tollen Kaffee geworben wurde.
Leider hat mir dieses Sandwich nicht gereicht, sodass ich noch etwas anderes brauchte. Für mich gab es noch einen Applefritter (Donut gefüllt mit einer Apfel-Zimt-Mischung) und Nicole holte sich Timbits (die kleinen Kügelchen die entstehen wenn man die Löcher im Donut aussticht) Das war bedeutend besser

Als nächstes machten wir uns nochmal auf den Weg zu den Moul Falls. Wir fühlten uns bedeutend fitter als gestern und wussten ja was auf uns zukommt, wenn wir hinunter zum Wasserfall laufen.
Auch das Wetter war besser. Das konnte nur gut werden
Mit gepacktem Rucksack gingen wir dann los. Die Wanderung sollte ja insgesamt ca. 3 Stunden dauern. Auf dem Weg kam uns eine Familie die recht durchnässt aussah. Die haben bestimmt mit den Kids im Wasser gespielt....
An den Treppen angekommen sahen wir auch warum die Familie und einige, die die Treppen hochkamen so nass waren. Durch den gestrigen Regen kam noch mehr Wasser den Wasserfall runter und das aufgewirbelte Wasser verbreitete sich überall als feiner Nebel.
Am Boden des Wasserfalls konnten wir dann das Spektakel im vollen Umfang betrachten. Vor dem Wasserfall wurde man nur wenig von dem vernebelten Wasser besprüht. Aber alle, die hinter dem Wasserfall durch gelaufen sind, waren komplett durchnässt. Einige Besucher wussten das wohl und waren mit Regenjacken und
-hosen ausgestattet. Die sahen aus, als ob sie mit diesen Klamotten in einen Pool gesprungen wären.
Uns sprach noch ein Pärchen an, ob wir auch hinter den Wasserfall wollten. Wir verneinten lachend diese Frage. Die Frau verstand unsere Überlegung sehr gut. Ihr Mann eher nicht. Er war auf der anderen Seite. Wenn wir das Shirt ausziehen ginge das schon... Seine total durchnässte Hose und komplett nassen Schuhe änderten irgendwie unsere Meinung nicht.
Wir machten ein paar schöne Fotos, machten uns an den steilen Aufstieg über die dort angebrachten Metalltreppen und gingen den restlichen Weg gemütlich zurück zum Auto.

Der Blick von oben. Der Wasserfall ist nicht zu sehen, aber dafür ein sehr schöner Regenbogen

Der Blick von oben. Der Wasserfall ist nicht zu sehen, aber dafür ein sehr schöner Regenbogen

Der steile Abstieg

Der steile Abstieg

Ray Farm

Im Anschluss fuhren wir weiter die Clearwater Valley Road hinauf (den unbefestigten Teil der Straße), da wir in dem hinteren Bereich noch die Wanderung zu Ray Farm machen wollten. Hierbei handelt es sich um eine verlassene Farm in der nähe eines Sees und einer Mineralquelle. Eine Familie mit 3 Kindern hatte dort zwischen 1932 und 1946 gelebt und das Land bewirtschaftet. Mittlerweile zerfallen die Farmgebäude und die Natur holt sich das ursprüngliche gerodete Land zurück. Es sollte sich um eine einfache Wanderung handeln, bei der man gute Chancen auf Tiersichtungen hat.
Am Parkplatz angekommen trafen wir ein älteres Pärchen, welches gerade zurück zum Auto kam. Sie berichteten uns, dass leider eine Brücke des Rundwegs nicht passierbar ist. Auf ihrem Weg sind sie einem Stinktier begegnet, welches vor ihnen den Pfad entlang lief und sie gar nicht bemerkte. Stolz zeigten sie uns das Video von dem Stinktier.
Wir liefen den Rundweg Richtung Farmgebäude und hatten natürlich unsere Bärenglocke dabei. Zunächst verlief der Weg etwas durch den Wald, so dass wir uns lieber lauter Unterhielten um nicht einen Bären oder so zu überraschen. Als die Landschaft offener wurde und man sich dem ursprünglich gerodeten Land näherte, packten wir die Bärenglocke weg und hofften ein paar Tiere in der offenen Vegetation zu sehen.
Man kann sagen, dass wir ganz viele Tiere hautnah zu Gesicht bekamen. Leider waren es jedoch nur Stechmücken, denen das deutsche Autan, mit dem wir uns vorher eingesprüht hatten, total egal war. Die Landschaft dort ist aufgrund der Quellen auf dem Gelände sehr feucht und es gibt reichlich stehendes Gewässer. Ein Paradies für Stechmücken!

Dummerweise waren wir die einzigen Menschen vor Ort, so dass sich die sch.. Viecher voll auf uns konzentrierten.
An der Farm angekommen, konnte man die verlassenen Gebäude sehen, welche wegen Einsturzgefahr umzäunt waren.
Weiter führte der Weg über eine kleine Brücke zu dem Grab der ursprünglichen Farmer, da dieses jedoch weiter oben im Wald lag und der Weg nicht wirklich einladend aussah, haben wir uns den Abstecher gespart. Der Rundweg ging über eine kleine Brücke in Richtung einer Mineralquelle. Die Mineralquelle ließ lange auf sich warten und der Weg wurde immer mehr zu einem bewachsenen und unwegsam werdenden Pfad. Arno wollte an mehreren Stellen umdrehen, doch ich blieb stur und wollte mich nicht von ein paar Zweigen aufhalten lassen. Ok, es waren mehr als nur ein paar Zweige im Weg und der Pfad wurde auch immer "urwaldiger", aber ich wollte auf keinen Fall einknicken und Arno Recht geben.
Nach einiger Zeit erreichten wir endlich die Quelle. Es ist schon erstaunlich, welch mineralischer Hügel sich im Laufe der Jahre bildet, aus dem kontinuierlich Wasser sprudelt. Die Mücken fanden die Gegend übrigens auch mega, so dass wir nicht lange verweilten.
Nach der Quelle kam die laut der anderen Wanderer nicht passierbare Brücke. Gut, barrierefrei war sie nicht, aber man konnte sie überqueren. Es handelt sich um eine kleine Holzbrücke, die über einen nicht all zu großen Bach führte. Ein Baumstamm war vor längerem auf die Brücke gekracht, so dass sie an der einen Seite nach unten gesackt war und nun sehr schräg in der Gegend rumhing. Sie war jedoch stabil und man konnte die Brücke mit drei großen Schritten meistern. Alternativ wäre man auch gut zu Fuß durch den kleinen Bach gekommen (wir sind ja nicht aus Zucker).
Der restliche Weg führte erst durch bewaldetes Gebiet und danach an einem See entlang. Von dem See konnte man nicht ganz so viel sehen, da die Böschung stark bewachsen war. Tiere haben wir außer einem kleinen Frosch, etwas kleines undefinierbares im Gebüsch, ein paar Vögeln und natürlich jede Menge Stechmücken nicht gesehen.
Zurück am Auto haben wir uns erneut mit Autan eingesprüht (man darf die Hoffnung nicht verlieren) und sind weiter zu unserem letzten Stopp, dem Bailey's Chute..

Der Rundweg

Der Rundweg

ein Paradies für Mücken.. Die rote Farbe kommt von mineralischen Ablagerungen

ein Paradies für Mücken.. Die rote Farbe kommt von mineralischen Ablagerungen

Ray Farm

Ray Farm

Mineralquelle

Mineralquelle

Der Alice Lake...

Der Alice Lake...

Bailey's Chute - Ob es da was zu trinken gibt?

Der Weg vom Parkplatz zu den Bailey's Chute war sehr entspannt zu laufen (800 Meter ca. 10 Min). Es gab jedoch ein paar ungewöhnliche Pflanzen zu sehen, welche sich später als Gelbe Scheincalla (auch Amerikanischer Stinktierkohl oder Stinkender Willie genannt) herausstellte. Es lebe meine Pflanzen-App, welche sich hier echt bezahlt macht.
Bailey' Chute selbst ist ein weiterer kleiner Wasserfall, an welchem man im Spätsommer bzw. Herbst die Lachse flussauf springen sehen kann. Natürlich waren keine Lachse in Sicht, aber das macht ja nix. Baileys gab es leider auch nicht an diesem Spot.
Zurück am Auto ging es die unbefestigte mit Schlaglöchern übersäte Straße zurück nach Clearwater.

Dort haben wir am Clearwater Stop einen sehr leckeren Burger gegessen. Es handelt sich um eine Bude am Highway an welcher wir nie gehalten hätten, wenn diese nicht in vielen Reiseberichten gelobt worden wäre. Die Bude wird von einem jungen Paar betrieben und der Vater von der Frau ist aus Deutschland. Sie hat von Ihm "kochen" gelernt, so dass die Speisekarte auch German Bratwurst mit Sauerkraut im Hotdogbrötchen, Currywurst und Schnitzel im Angebot hat. Die Betreiber waren sehr nett und die Burger waren mega lecker. Da das Wetter sehr gut war, sind wir noch zum Dutch Lake (nur 8 Min von unserem Motel) gelaufen und haben die Abendsonne am See genossen.

Bailey's Chute

Bailey's Chute

Welche Kraft Lachse haben müssen um hier rauf zu kommen... Wir würden beim Versuch gnadenlos absaufen...

Welche Kraft Lachse haben müssen um hier rauf zu kommen... Wir würden beim Versuch gnadenlos absaufen...

Stinkender Willie, die Blätter können bis zu 70 cm groß werden

Stinkender Willie, die Blätter können bis zu 70 cm groß werden

Murtle oder Clearwater River (beide fließen durch den Park)

Murtle oder Clearwater River (beide fließen durch den Park)

© Arno Ammann, 2026
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach langem warten haben wir wieder die Möglichkeit den europäischen Kontinent zu verlassen. Dieses Mal wollten wir Berge sehen, anstatt nochmal Wüste und rote Steine ;-) Unsere Wahl fiel auf Kanada. Mit dem Mietwagen geht´s im Juni, innerhalb von 3 Wochen, von Vancouver Calgary.
Details:
Aufbruch: 07.06.2026
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 27.06.2026
Reiseziele: Kanada
Der Autor
 
Arno Ammann berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.