Hello Canada - Roadtrip Vancouver -> Calgary
Jasper Tag 10
Als wir heute Morgen aus dem Fenster schauten, sah das Wetter nicht so prächtig aus. Wir wollten heute das Columbia Icefield besuchen. Das Columbia Icefield ist die größte Eisfläche in den kanadischen Rocky Mountains und eines der größten Eisfelder südlich des Polarkreises. Es erstreckt sich über eine Fläche von rund 325 Quadratkilometern.
Da das Eisfeld ca. 100 km von Jasper entfernt ist, sind wir direkt nach dem Frühstück gestartet. Noch einmal schnell den Tank füllen und dann weiter. Aktuell kostet der Sprit hier 1,85 kanadische Dollar. Das sind ca. 1,14 €. Und die Kanadier beschweren sich über hohe Spritpreise...
Auf dem Weg zum Columbia Icefield haben wir noch an den Athabasca Falls gehalten. Diese Wasserfälle sind nicht besonders hoch (23 Meter), aber er führt enorme Wassermassen mit sich. Der Weg dorthin war mal wieder ein nicht sehr langer und gut ausgebauter Weg. Man kann den Wasserfall von mehreren kleinen Plattformen aus betrachten. Wie immer waren wir nicht alleine an solchen Attraktionen. Teilweise muss man kurz warten bis man einen guten Platz für ein Foto bekommt. Unglaublich was hier los ist. Ich bin gespannt was bei den ganz "großen" Sehenswürdigkeiten los ist.
Je näher wir dem Eisfeld kamen desto mehr Schnee lag am Straßenrand. Das Visitor Center liegt schließlich auf 2035 m Höhe. Hier war´s dann doch ganz schön frisch.
Am Visitor Center oder auch Discovery Center sah man, dass dieses Gletscherfeld eine riesige Touristenattraktion ist. Dort steht ein monströses Gebäude, dass aus 2 Restaurants, einem Starbucks, einem Souvenirshop, einer Ausstellung und den Schaltern für Ticketverkäufe besteht.
Dort kann man Tickets für einen Skywalk kaufen. Auf diese Aussichtsplattform mit gläsernem Boden bekommen uns keine zehn Pferde.
Auch Tickets für einen Ausflug auf den Athabasca Gletscher kann man dort erwerben. Die Touristen werden dann mit Omnibussen zum Gletscher gefahren, wo sie im Anschluss mit speziell bereiften Bussen über den Gletscher gefahren werden um dann aus zu steigen und über die Eisfläche zu laufen. Der Spaß kostet 160$ pro Person. Das waren wir absolut nicht bereit auszugeben. Ich bin mir auch nicht sicher wie förderlich das für die "Gesundheit" des Gletschers ist.
Wir entschieden uns dazu einen kurzen Trail zum Fuß des Gletschers zu laufen.
Dazu mussten wir unser Auto nur zu einem Parkplatz auf der anderen Seite des Discovery Centers bewegen. Das einzig nicht Ausgebaute auf diesem Gelände war anscheinend die "Straße" zu dem Parkplatz. Es war eine reine Schotterpiste mit unzähligen Schlaglöchern. Ganz schön rumpelige Fahrt. Wir haben uns gefragt, ob das Geschirr des vor uns fahrenden Wohnmobils das heil überlebt.
Mittlerweile zog in der Ferne eine ziemlich dunkle Wolkenfront auf. Windig wurde es auch noch. Nicole und ich blieben noch kurz im Auto sitzen und überlegten, ob wir gehen oder nicht. In den letzten Tagen haben wir ja zu genüge das wechselhafte Wetter in den Rockys erlebt. Deshalb entschlossen wir uns trotz der dunklen Wolken uns wetterfest an zu ziehen und den kurzen Weg los zu laufen. Bisher haben wir ja immer Glück mit dem Wetter gehabt. Das wir diesmal bestimmt auch so sein.
Keine 50 Meter vom Auto weg fing es dann doch leicht zu regnen an. Die Wolken kamen auch ziemlich schnell in unsere Richtung. Aber das kann ja in 2 Minuten wieder rum sein...
Je näher wir dem Gletscher kamen, desto windiger und regnerischer wurde es. Wir waren auch fast die Einzigen, die in Richtung des Gletschers liefen. Am Ende des Trails mussten wir feststellen, dass man wegen eines kleinen Flusses quer vor dem Fuß des Gletschers nicht mehr weiter gehen durfte. Von hier sah diese Eisfläche auch nicht spektakulär aus. Es war halt eine dreckige große Eisfläche. Ziemlich langweilig.
Mittlerweile regnete es auch so stark das wir so schnell wie möglich zum Auto zurück liefen. Der Regen war eisig im Gesicht. Zum Glück sind unsere Jacken Wind- und Wasserdicht. Im Gegensatz zu unseren Hosen.
Mit komplett durchnässten Hosen und kalten Beinen sind wir am Auto angekommen. Zum Glück hatten wir Wechselklamotten im Auto.
Nach dem nassen Erlebnis auf dem Icefield, sind wir wieder zurück zu unserer Unterkunft gefahren. Auf dem Weg sind wir noch auf einen Parkplatz gefahren und wollten mal schauen, was es da so zu sehen gibt. Meistens gibt´s irgendwas zu sehen, wenn da noch weitere Autos oder Wohnmobile stehen. Und siehe da - die Tangle Falls. Auf dem Parkplatz trieb sich auch ein krächzender Rabe umher und blökte alle Touris an. Da gibt´s bestimmt öfter mal was zum essen...
Im Anschluss haben wir auch noch einen schönen Stopp beim Honeymoon Lake eingelegt.
Dieser See liegt ein gutes Stück tiefer und näher an Jasper. Da mittlerweile auch wieder die Sonne raus kam, war es an dem See sehr angenehm warm. Wir sind etwas am Ufer lang gelaufen und haben ein paar Fotos gemacht. Ich habe im angrenzenden Wäldchen auch noch einen Specht gefunden, der eifrig an den Stämmen der Nadelbäume klopfte und bestimmt essbares suchte.
Direkt an dem See befindet sich ein Picknickplatz und ein kleiner Zeltplatz.
Faszinierender Weise standen auf dem Zeltplatz nicht nur vereinzelt Wohnmobile, wir haben auch zwei Zelte gesehen.
Der Platz selbst ist in einem leicht bewaldeten Gebiet gelegen und es wird vor Bären gewarnt. Um dort zu Zelten gehört meiner Meinung nach einiges an Mut dazu.
Der See selbst war einfach nur schön. Die ein Uferseite mit dem Picknick- und Zeltplatz ist leicht bewaldet und auf der anderen Uferseite steigen die Berge empor. Ein toller Platz zum verweilen, aber leider hatten wir nix zum Picknicken dabei.
Nach dem See ging es flott wieder zu unserer Unterkunft, da wir die nassen Sachen aus dem Auto laden und noch etwas draußen zum trocknen aufhängen wollten. Im Anschluss waren wir mal wieder kurz einkaufen. (Irgendwie schaffen wir es, dass wir jeden Tag wegen einer oder zwei Sachen einkaufen gehen müssen.)
| Aufbruch: | 07.06.2026 |
| Dauer: | 3 Wochen |
| Heimkehr: | 27.06.2026 |