In 360 Tagen um die Welt

Reisezeit: August 2006 - Juli 2007  |  von Markus Steininger

Argentinien: El Calafate/El Chaltén

9.-15.11.06
Fuer unsere letzte Nachtfahrt in Argentinien hatten wir uns eine ordentliche Strecke ausgesucht: Puerto Madryn-Rio Gallegos waren 18 Stunden, dann umsteigen und nochmals 4 Stunden nach El Calafate. Wir hatten allerdings Glueck, da der Bus nicht voll besetzt war und uns so waehrend der Nacht 2 Plaetze pro Person zur Verfuegung standen.

Die argentinischen Doppeldeckerbusse sind wesentlich bequemer als die europaeischen, da der Sitzabstand ungleich groesser ist.

Die argentinischen Doppeldeckerbusse sind wesentlich bequemer als die europaeischen, da der Sitzabstand ungleich groesser ist.

Im Bus gabs wieder Abendessen und Fruehstueck. Trotztdem ist eine derart lange Fahrt anstrengend. Das war auch der Grund, weshalb wir beschlossen nicht nach Ushuaia auf Feuerland zu fahren. Denn das waeren weitere 12 Stunden pro Richtung gewesen. Dazu kam noch die geringe Aussicht auf schoenes Wetter an der Suedspitze Suedamerikas.

El Calafate ist eine kleine Stadt am Lago Argentino und Ausgangspunkt fuer die Besichtigung des suedlichen Teils des Parque National los Glaciares. Wir hatten ein schoenes Zimmer in der Hostel Los dos Pinios (70,- P) gefunden. Das ueberraschte uns, hatten doch alle Traveller davon berichtet, dass die Region sehr teuer sei. Das stimmt auch besonders fuer die Restaurantes. Deshalb nutzten wir erstmals die Gemeinschaftskueche, die es in den meisten Hostels des Suedens gibt, und machten uns das Abendessen zwei mal selbst.

Am Nachmittag nach unserer Ankunft besuchten wir die kleine Lagune, die zwischen El Calafate und dem Lago Argentino liegt.

Die kleine Lagune ist ein Naturschutzgebiet fuer diverse Wasservoegel.

Die kleine Lagune ist ein Naturschutzgebiet fuer diverse Wasservoegel.

Am darauf folgenden Tag nahmen wir am Morgen den oeffentlichen Bus zum Gletscher Perito Moreno. Das Interessante am Parque National de los Glaciares ist die Tatsache, dass er sich etwa auf der geografischen Breite Prags befindet und die Gletscher trotztdem auf einer Seehoehe von lediglich 450 m im Lago Argentino und im Lago Viedma enden.

Am Vormittag war der Himmel meist bedeckt.

Am Vormittag war der Himmel meist bedeckt.

Der Gletscher Perito Moreno ist etwa 4 km breit und 30 km lang. Am Rand und in der Mitte sind deutlich die Moraenen zu erkennen.

Das Naehrgebiet des Perito Moreno liegt in kleinen Seitentaelern am Fuss der Zweieinhalbtausender.

Das Naehrgebiet des Perito Moreno liegt in kleinen Seitentaelern am Fuss der Zweieinhalbtausender.

Sein Ende findet Perito Moreno im Lago Argentino, hier die Nordseite.

Sein Ende findet Perito Moreno im Lago Argentino, hier die Nordseite.

Der Gletscher zaehlt zu den wenigen weltweit, die bestaendig wachsen. So erreichen die Eismassen zur Zeit wieder die Halbinsel Magallanes und schneiden somit den suedlichen Teil des Lago Argentino vom noerdlichen Teil ab. Dadurch steigt der Wasserspiegel im Brazo Rico um viele Meter an.

In der linken unteren Ecke ist die Halbinsel Magellanes zu erkennen, links oberhalb der Brazo Rico.

In der linken unteren Ecke ist die Halbinsel Magellanes zu erkennen, links oberhalb der Brazo Rico.

Zur Zeit hat das Wasser einen Tunnel durch die Eismassen geschmolzen, wodurch sich der Wasserspiegel in beiden Teilen des Lago Argentino wieder ausgeglichen hat.

Zur Zeit hat das Wasser einen Tunnel durch die Eismassen geschmolzen, wodurch sich der Wasserspiegel in beiden Teilen des Lago Argentino wieder ausgeglichen hat.

Im Spaetsommer werden die Bruecken durch die Sonne und das Wasser so weich geworden sein, dass sie mit lautem Getoese einstuerzen werden. Das war zuletzt im Maerz 2004 ebenso der Fall.

Die 60 m hohe Eiswand kann von einem Boot aus der Naehe besichtigt werden.

Die 60 m hohe Eiswand kann von einem Boot aus der Naehe besichtigt werden.

Wir verzichteten auf die Bootsfahrt, da wir ohnedies fuer den naechsten Tag eine ganztaegige Bootstour gebucht hatten. Statt dessen nutzten wir das langsam besser werdende Licht zum Fotografieren und Filmen.

An der Abbruchkannte ragen bizarre Eisskulpturen Richtung Himmel.

An der Abbruchkannte ragen bizarre Eisskulpturen Richtung Himmel.

Schliesslich waren wir so vom Anblick fasziniert, dass uns der Retourbus davonfuhr. Das hatte den Vorteil, den nun mittlerweile strahlend schoenen Tag zu einem Spaziergang durch den Wald am Seeufer nutzen zu koennen. So bekamen wir voellig neue Perspektiven vor die Linsen.

Die abgebrochenen Eisbloecke schwimmen im milchig gruenen Gletscherwasser des Lago Argentino.

Die abgebrochenen Eisbloecke schwimmen im milchig gruenen Gletscherwasser des Lago Argentino.

Da sich der Gletscher taeglich um ca. 1 cm vorschiebt, brechen immer wieder grosse Eisbloecke ab und treiben anschliessend im See.

Da sich der Gletscher taeglich um ca. 1 cm vorschiebt, brechen immer wieder grosse Eisbloecke ab und treiben anschliessend im See.

Tags darauf waren wir den ganzen Tag auf einem anderen Teil des 1.600 qkm grossen Lago Argentino unterwegs zu weiteren Gletschern. Nach einer Fahrzeit von mehr als 2 Stunden hatten wir zunaechst Glaciar Spegazzini erreicht.

Das Schiff kaempfte sich durchs Packeis immer naeher an die Eiswand heran.

Das Schiff kaempfte sich durchs Packeis immer naeher an die Eiswand heran.

Im blau glaenzenden Eis ist deutlich die Mitterlmoraene zu erkennen.

Im blau glaenzenden Eis ist deutlich die Mitterlmoraene zu erkennen.

Im Anschluss gings weiter zum groessten Gletscher im Nationalpark, dem Glaciar Upsala. Der Name geht auf ein Forscherteam der schwedischen Universitaetsstadt zurueck.

Riesige Eisberge in unmittelbarer Naehe des Bootes kuendigen den Upsala Gletscher an.

Riesige Eisberge in unmittelbarer Naehe des Bootes kuendigen den Upsala Gletscher an.

Der Glaciar Upsala ist mit 595 qkm und einer Laenge von 60 km einer der groessten der Welt.

Der Glaciar Upsala ist mit 595 qkm und einer Laenge von 60 km einer der groessten der Welt.

Im Unterschied zum Perito Moreno schrumpfte der Glaciar Upsala in seiner Laenge in den letzten 20 Jahren um 5 km.

Am Rand des Gletschers ist deutlich zu erkennen wie sehr seine Dicke abnahm. Sie betraegt heute an dieser Stelle noch immer 60-80 m.

Am Rand des Gletschers ist deutlich zu erkennen wie sehr seine Dicke abnahm. Sie betraegt heute an dieser Stelle noch immer 60-80 m.

Deutlich erkennbar sind die gewaltigen Gletscherspalten.

Deutlich erkennbar sind die gewaltigen Gletscherspalten.

Zu guter Letzt fuhren wir noch einen dritten Arm des Brazo Norte an. An der Bahia Onelli gingen wir an Land und spazierten in 15 min. zum Lago Onelli.

Im Lago Onelli enden insgesamt 3 Gletscher.

Im Lago Onelli enden insgesamt 3 Gletscher.

Nach drei Tagen in El Calafate fuhren wir mit dem Bus 4 Stunden nach El Chaltén. Dieser Ort liegt am Fuss des Fitz Roy Massivs und ist das Zentrum des argentinischen Trekkings. Auch wir freuten uns darauf, rund um die spektakulaeren Gipfel zu wandern. Doch genau hier machte uns das Wetter einen dicken Strich durch die Rechnung. Waehrend der 4 Tage (Hostel Condor de los Andes, 135,- P, sehr gut) stuermte, regnete und schneite es fast staendig. Wenn die Wolken gelegentlich aufrissen, dann nicht ueber den Dreieinhalbtausendern, sondern auf der "falschen" Talseite.

Blick ueber El Chaltén auf die "falsche" Bergkette.

Blick ueber El Chaltén auf die "falsche" Bergkette.

Wir nutzten die Tage trotzdem zu kleineren Wanderungen. Eine fuehrte hinauf bis zum Lago Torres, in den der Glaciar Torres muendet.

Wahrend der Sturm ueber den Lago Torres peitschte versteckte sich der gleichnamige Berg hinter dichten Wolken. Nur das Ende seines Gletschers war gut zu erkennen.

Wahrend der Sturm ueber den Lago Torres peitschte versteckte sich der gleichnamige Berg hinter dichten Wolken. Nur das Ende seines Gletschers war gut zu erkennen.

Wir waren sehr froh Haube und Handschuhe mitgenommen zu haben, begann es doch am Rueckweg zu schneien. Dafuer wurden wir durch den Anblick von Kondoren und mehreren Spechten belohnt.

"Rotkopfspecht" bei der Arbeit.

"Rotkopfspecht" bei der Arbeit.

Am naechsten Tag wollten wir dann zum Fitz Roy. Doch als der Schneefall immer staerker und der Wind immer eisiger wurden, beschlossen wir nach der tollen Aussicht am Mirador wieder umzudrehen.

Suchbild: Wer findet den Fitz Roy?

Suchbild: Wer findet den Fitz Roy?

Da wir natuerlich das Kapitel nich mit obigem Foto schliessen wollen, gibts noch ein letztes stimmungsvolles:

So sehen der Cerro Torre (li) und der Fitz Roy (re) angeblich aus!

So sehen der Cerro Torre (li) und der Fitz Roy (re) angeblich aus!

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Mit dem Rucksack Richtung Westen: Südamerika (Argentinien, Bolivien, Peru, Chile), Neuseeland, Australien, SO-Asien (Thailand, Vietnam, Kambodscha, Malaysia, Myanmar)
Details:
Aufbruch: 02.08.2006
Dauer: 11 Monate
Heimkehr: 11.07.2007
Reiseziele: Argentinien
San Pedro De Atacama
Arequipa
Colca Canyon
Bolivien
Neuseeland
Australien
Thailand
Vietnam
Kambodscha
Malaysia
Der Autor
 
Markus Steininger berichtet seit 18 Jahren auf umdiewelt.
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