I spread my wings and I learn how to fly...

Reisezeit: August 2006 - August 2007  |  von Tilo Spitze

Neuseeland: Geschichten, die Tilos Leben schreibt...

Nun denkt ihr bestimmt, dass der letzte Tag nicht zu übertreffen sei, na ja der darauffolgende Tag hatte es auch ziemlich in sich...
Ich bin wiedereinmal spontan durch die Landschaft gefahren und sah am Straßenrand ein Schild für einen 30km entfernten See, von dem weder ich noch meine Reiseführer etwas wussten, also hin da! Der Hinweg an sich war schon ein ziemliches Abenteuer, da 25km der Strecke aus einer grobkörnigen kurvenreichen Schotterpiste, bestand. Aber das bedeutete ja natürlich, dass es dort keine anderen Leute gibt, denn keiner außer mir ist so bescheuert, sein Leben für irgendeinen See zu riskieren. Und so war es auch, ich ganz alleine und ein super geiler, riesengroßer Bergsee! Hatte aber auch einen Nachteil, dass ich der Einzigste dort war: so konnten sich alle ortsansässigen Moskitos auf mich konzentrieren. Neben dem See war dann noch so ein kleines unscheinbares Schild für eine Wanderung. Also Wanderschuhe und kurze Hose an, Fotoapparat gepackt und losgestiefelt, natürlich mit der festen Überzeugung, dass ich die angegebenen drei Stunden locker unterbiete. Selbstverständlich habe ich auch nichts zu trinken eingepackt, schließlich laufe ich ja an einem super klaren, reinen Bergsee, und außerdem musste ich ja schnellstmöglich den Blutsaugern, auf dem Parkplatz entkommen. Am Anfang verlief der Weg schön direkt am See entlang, ich muss noch erwähnen, dass der komplette See von einer Art tropischem Regenwald umgeben war. Denn der Weg entfernte sich nach einer Weile immer mehr vom See und führte in den extrem stark bewachsenen, kühlen, dunklen Wald, und zwar stark Berg auf. Aber Tilo, der sich nach vielen Wanderungen in aller Welt, als erfahrenen Wanderer sah (&#61514 spurtete selbstverständlich weiter. Und nach zwei Stunden, total durchgeschwitzt und kurz vor dem austrocknen, war ich am Ziel: ein Aussichtspunkt, von dem man den kompletten See überblicken konnte. Also wie auch auf den Bildern zu erkennen, habe ich etliche hunderte Höhenmeter zurückgelegt, und das auf einem "Weg", den wahrscheinlich erst einer vor mir gelaufen ist, um die winzigen roten Dreiecke an die Bäume zu heften, damit man sich nicht verläuft (was leider nicht so ganz funktioniert hat, aber dazu gleich mehr). Auf jeden Fall war ich überglücklich, endlich oben zu sein und der Lohn, die unglaublich schöne Aussicht war unbezahlbar! Nach kurzer Rast entschied ich mich dann den Rückweg anzubrechen...einfach nur immer den kleinen roten Dreiecken folgen. Ähm ja, das hört sich einfacher an, als es war, musste ich doch immer darauf achten, wo ich meinen nächsten Schritt hinsetze. Fazit: Tilo steht alleine in einem riesigen übelst stark bewachsenen Wald, ohne ein kleines rotes Dreieck in Sichtweite. Was nun? Umdrehen? Nee...kann ja nicht so schwer sein zurück an den See zu laufen...der is ja riesig! Also Querfeld ein, durch n Wald, bis meine Beine bis zu den Unterschenkeln im Sumpf steckten und mir die Farne und anderen Pflänzchen bis über den Kopf ragten. Egal...immer der Nase nach, die sich jedoch nachdem ich knapp fünf Meter rückwärts einen Hang runtergerutscht war (mich dabei auch zweimal überschlagen habe), im Dreck steckte. Aufgestanden und gemerkt das zwei Meter weiter eine fünf Meter tiefe Klippe war. Ahh!!! Irgendwie habe ich es nach zwei Stunden dann doch geschafft, wieder am See zu sein, zwar absolut dreckig und mit ziemlich lädierten Gliedmaßen, aber noch am Leben. Puh... erstes Abenteuer überstanden.

Das war natürlich noch nicht genug Action für mich, also wurde es bald wiedereinmal lustig! Grund dafür war mein leerer Tank, der Grund dafür war meine Abneigung für einen Liter Benzin 72 Euro-Cents zu bezahlen, ist das doch normalerweise 4Cents günstiger. Also die Tankstelle boykotiert und darauf gehofft, dass es im nächsten Ort wieder günstiger ist. Problem war nur, dass der nächste Ort 65 km weit entfernt war, aber da mein Lämpchen noch nicht leuchtete, hätte das schon hingehauen, wenn im nächsten Ort noch eine Tankstelle offen gehabt hätte. Der nächst größere Ort war von dort aus nocheinmal gut 30km entfernt, "ach wird schon passen!". Selbstverständlich verlief die Straße nicht schön eben, wie sonst immer, nö...riesige Berge, also schön mit ner 30 den Berg hoch und dann die nächsten fünf Kilometer ohne Gas geben runterrollen lassen. Und meine Rechnung ging auf: Ich hab's dann noch bis zur nächsten Tankstelle geschafft, und dort 75 Euro-Cent für nen Liter bezahlt...das nenn ich mal effektiv!
So das war's erst mal mit dem heutigen Tag, mal sehen was der morgige bringt...

der garstige Papagei hat versucht mein Auto aufzufuttern...

der garstige Papagei hat versucht mein Auto aufzufuttern...

Deluxe- Fruehstueck, fuer umgerechnet 5 Eus. Darunter auch ein Versuch von einem deutschen Roggenbrot!

Deluxe- Fruehstueck, fuer umgerechnet 5 Eus. Darunter auch ein Versuch von einem deutschen Roggenbrot!

und dann habe ich noch die super Woche mit meinen Jungs gebuehrend ausklingen lassen

und dann habe ich noch die super Woche mit meinen Jungs gebuehrend ausklingen lassen

© Tilo Spitze, 2006
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ich verlasse den behüteten Kokon, aus dem Umfeld meiner Familie, um in die große weite Welt aufzubreche: Tilo`s Trip beginnt und soll folgendermaßen aussehen: Deutschland-Thailand-Neuseeland-Australien-Fidschi-Neuseeland-Thailand-???-Deutschland
Details:
Aufbruch: 15.08.2006
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: 15.08.2007
Reiseziele: Thailand
Khao San Road
Neuseeland
Australien
Fidschi
Der Autor
 
Tilo Spitze berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
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