Quer durch die Anden in 180 Tagen

Reisezeit: Januar - Juli 2008  |  von Julia und Markus

Peru: Machu Picchu

16. Mai:

Machu Picchu, die verlorene Stadt der Inkas, Weltkulturerbe und eines der neuen 7 Weltwunder. Um es sehen zu koennen, ohne den teuren und ausgebuchten Inkatrail zu gehen, muss man vorher nach Aguas Calientes, dass nur mit dem Zug zu erreichen ist. Dieser kleine Ort hat so gar nichts Attraktives an sich. Die Lage am Rio Urubamba, eingeschlossen von dicht bewachsenen Steilhaengen, waere eigentlich wunderbar, aber die Betonbunker, die da reingebaut wurden, sind alles andere als schoen.

Machu Picchu, wie mans von der Postkarte kennt. Der Berg hinter der Stadt ist der Huayna Picchu.

Machu Picchu, wie mans von der Postkarte kennt. Der Berg hinter der Stadt ist der Huayna Picchu.

Als wir aus dem Zug ausgestiegen waren, sind wir auch schon in eine Menschentraube reingelaufen, die Hostels an den Mann bringen wollten. Wir haben uns von einer Frau beschwatzen lassen, die uns um 50 Soles ein Zimmer fuer drei Personen angeboten hat. Das hat dann natuerlich nicht gestimmt, und es war 50 Soles pro DOPPELzimmer, und dann nochmal 30 fuer ein Einzelzimmer. Mittlerweile waren wir aber an den Nepp rund um Machu Picchu schon gewoehnt und gar nicht mehr so verwundert. Das gute an der Unterkunft war, dass sie im Einheimischenviertel von Aguas Calientes lag, und deshalb die Laeden rundherum relativ billig waren. Falls ihr mal nach Aguas Calientes kommt und die Hauptstrasse zur Plaza hochgeht, das ist die Touristenhauptstrasse mit den teuren Restaurants. Geht nach rechts ueber eine der Bruecken ueber den Fluss, und ihr seid im billigeren und authentischeren Viertel. Wir koennen euch nur empfehlen, dorthin zu gehen!

Wir haben uns dann gleich zum Ticketbuero aufgemacht, um die Boletos fuer Machu Picchu zu kaufen. Wir haben uns auf ca. 15 Euro eingestellt, aber die Preise muessen im letzten Jahr explodiert sein. Wir haben naemlich 122 Soles, ca. 30 Euro, bezahlt! Aber was bezahlt man nicht alles fuer ein Weltwunder.

Am naechsten Tag sind wir schon vor Tagesanbruch los, um den Fussweg nach Machu Picchu hochzugehen und noch vor Sonnenaufgang oben zu sein. Wir waren nicht die einzigen, die diese Idee hatten, aber die ersten, die auf dem Weg waren. Allerdings wurden wir von vielen Leuten ueberholt, die voellig ausser Atem die Stufen raufgehetzt sind und sich dabei fast auf die eigene Zunge traten. Nur um mit Puls 180 dann oben vor verschlossenen Tueren zu warten, weil die Anlage sowieso erst um 6 aufmacht. Insgesamt waren es so um die 1750 Stufen, die wir zu Machu Picchu raufgestiegen sind, und das feuchte Klima hat das Schwitzen noch verstaerkt. Es lohnt sich aber schon, ein paar Minuten vor Oeffnung da zu sein, weil die ersten Touristenbusse ziemlich genau um 6 Uhr ankommen, und man vor diesen Massen in der Schlange stehen sollte. Ausserdem kann man dabei noch ein bisschen sparen, der Bus kostet natuerlich extra und zwar gar nicht wenig.

In der Urwaldregion um Machu Picchu gibt es uber 200 verschiedene Orchideen und es werden immer wieder neue entdeckt. Viele davon kann man auch beim Aufstieg nach Machu Picchu und auf den Huayna Picchu bewundern.

In der Urwaldregion um Machu Picchu gibt es uber 200 verschiedene Orchideen und es werden immer wieder neue entdeckt. Viele davon kann man auch beim Aufstieg nach Machu Picchu und auf den Huayna Picchu bewundern.

Beim Eingang gibts noch die Kontrollstelle, wo eigentlich die Rucksaecke durchsucht werden sollten. Angeblich darf man naemlich nichts zu essen und trinken mit reinnehmen. Alles Bloedsinn! Das einzige, was den Leuten abgenommen wurde, waren die Wanderstoecke, alles andere konnte mit rein. Nehmt also genug zu trinken mit! Weil wir der Verkaeuferin der Tickets geglaubt haben, mussten wir uns suendteures Wasser beim Kiosk oben kaufen, und haben fuer 300ml 10 Soles bezahlt. Nur zum Vergleich, normalerweise kostet die doppelte Menge 1 Sol!

Morgenstimmung vor Sonnenaufgang

Morgenstimmung vor Sonnenaufgang

Und schon geht die Sonne auf, herrlich!

Und schon geht die Sonne auf, herrlich!

Auch die Lamas geniessen die ersten Sonnenstrahlen

Auch die Lamas geniessen die ersten Sonnenstrahlen

Und die schneebedeckten Berge leuchten im Hintergrund

Und die schneebedeckten Berge leuchten im Hintergrund

Aber trotz all dieser Unannehmlichkeiten war Machu Picchu das Geld wert. Die Lage ist einfach einmalig, auf einem Berghang mitten im Urwald. Man kennt die Bilder zwar, aber wenn man es mit eigenen Augen sieht, wird es erst so richtig lebendig. Wir sind am Vormittag auch gleich auf den Huayna Picchu raufgestiegen, ueber schwindelerregend steile Stufen.

Nochmal 1000 Stufen auf den Huayna Picchu. Insgesamt sind wir an dem Tag geschatzte 5000 Stufen rauf und runter gestiegen.

Nochmal 1000 Stufen auf den Huayna Picchu. Insgesamt sind wir an dem Tag geschatzte 5000 Stufen rauf und runter gestiegen.

Ueppiger Wald bedeckt die Berge

Ueppiger Wald bedeckt die Berge

Ganz schoen steil, aber bei weitem nicht so schlimm wie es hier aussieht

Ganz schoen steil, aber bei weitem nicht so schlimm wie es hier aussieht

Von oben hatten wir einen fantastischen Ausblick auf die Taeler und den Urwald rundherum und auf die darunter liegende Anlage von Machu Picchu. Wir sassen fast 2 Stunden oben und haben die Aussicht genossen.

Aussicht vom Gipfel des Huayna Picchu

Aussicht vom Gipfel des Huayna Picchu

Unten liegt Machu Picchu, und die Serpentinen, die die Busse hochfahren. Der kleine rote Punkt ist Mathias.

Unten liegt Machu Picchu, und die Serpentinen, die die Busse hochfahren. Der kleine rote Punkt ist Mathias.

Machu Picchu ist angeblich in der Form eines Kondors angelegt.

Machu Picchu ist angeblich in der Form eines Kondors angelegt.

Dort oben waren auch viele, denen man angesehen hat, dass sie sich normalerweise nicht mit wandern beschaeftigen. Wie die auf ihren Hintern runtergerutscht sind weil sie Angst vor der Hoehe hatten, war schon witzig anzusehen.

Steile Stufen, und viele Leute

Steile Stufen, und viele Leute

Das ist der Huayna Picchu von unten

Das ist der Huayna Picchu von unten

Mittlerweile duerfen uebrigens nur noch 400 Personen pro Tag raufgehen, wir waren um ca. 8 Uhr dort und hatten die Nummern 166 bis 168. Zu Mittag hat man also keine Chance mehr, da raufzukommen.

Als wir wieder heruntergekommen sind, hat gerade die Stosszeit begonnen. Wir haben deshalb beschlossen, rauszugehen und am Nachmittag nochmal zu kommen. Rund um Machu Picchu gibts leider das Monopol der Sanctuary Lodge, einem suendteuren Hotel, dem auch der Kiosk und die anderen Einrichtungen gehoeren. Oben habt ihr schon gelesen, zu welchen Preisen das fuehrt! Wir haben also die Zeit bis halb 3 am Nachmittag totgeschlagen, und sind nochmal hinein. Da ist es schon wesentlich ruhiger, und wir konnten die Atmosphaere von Machu Picchu nochmal richtig geniessen. Die Ruinen selbst sind uebrigens nicht sonderlich beeindruckend, da waren die Mauern in Cusco schoener. Aber die Lage machts aus! Und trotz der vielen Besucher gibt es immer noch Flecken, wo man sich alleine hinsetzen und geniessen kann.

Am Nachmittag ist es schon viel ruhiger

Am Nachmittag ist es schon viel ruhiger

Der Handwerksbezirk

Der Handwerksbezirk

Tempel des Kondors, Teil des Gefaengnisbezirkes

Tempel des Kondors, Teil des Gefaengnisbezirkes

Am spaeten Nachmittag kam die Sonne nochmal hervor

Am spaeten Nachmittag kam die Sonne nochmal hervor

Es war ein wunderschoener Tag in Machu Picchu!

Es war ein wunderschoener Tag in Machu Picchu!

Am spaeten Nachmittag machten wir uns auf den Rueckweg nach Aguas Calientes, und wir gehoerten zu den wenigen, die das zu Fuss gemacht haben. Fast alle fahren mit den niegelnagelneuen Mercedesbussen runter, fuer die man 6 Dollar einfache Fahrt bezahlt. Leider bekamen wir kein Zugticket mehr, um noch am selben Tag aus Aguas Calientes wegzukoennen, und so mussten wir nochmal hier uebernachten, und konnten erst am naechsten Tag zurueck nach Ollanta fahren.

Bei der Abfahrt in Aguas Calientes

Bei der Abfahrt in Aguas Calientes

Insgesamt ist Machu Picchu ein sehr teurer Spass. Angefangen bei den Zugtickets, ueber den Eintritt, bis hin zu den Restaurants in Aguas Calientes wird einem so richtig das Geld aus der Tasche gezogen. Aber fahrt trotzdem hin, es ist wunderschoen!!!

© Julia und Markus, 2008
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Eintauchen in die wunderbare Welt Südamerikas, die Anden mit Zelt und Rucksack entdecken, und 6 Monate Zeit dafür - ein Traum für so viele, und für uns geht er jetzt in Erfüllung. Mit diesem Reisebericht wollen wir allen Zuhausegebliebenen zumindest ein paar wenige Eindrücke von unserer Reise geben, und bei manchen vielleicht das Fernweh wecken damit sie es uns gleichtun und diese traumhafte Welt entdecken.
Details:
Aufbruch: 06.01.2008
Dauer: 6 Monate
Heimkehr: 05.07.2008
Reiseziele: Argentinien
Chile
Bolivien
Peru
Ecuador
Der Autor
 
Julia und Markus berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
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