Quer durch die Anden in 180 Tagen

Reisezeit: Januar - Juli 2008  |  von Julia und Markus

Peru: Cañon de Colca

Der eigentliche Grund, weshalb wir nach Arequipa gekommen sind, ist aber der Colca Canyon. Ums einfacher zu machen, haben wir uns einer gefuehrten Tour angeschlossen. Der erste Tag begann dann gleich ziemlich stressig. Es gibt am Morgen nur einen Bus, der zum Canyon faehrt, und zwar um 6 Uhr frueh. Deshalb sollten wir um ca. 5:20 Uhr vom Hotel abgeholt werden. Der Typ von der Agentur kam aber erst um 10 vor sechs, weil er die Nacht auf einer Feier durchgemacht hat und die Zeit uebersehen hat. Irgendwie haben wirs noch in den Bus geschafft, war aber mit Rennerei verbunden. Man faehrt dann zuerst 4 Stunden bis Chivay, wos eine kurze Pause gibt, und dann nochmal zweieinhalb Stunden bis Cabanaconde, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung in den Canyon. Nach einem mittelpraechtigen Mittagessen gingen wir um 2 Uhr Nachmittags los. Zuerst ein Stueck flach bis zum Rand des Canyons, und dann steil in Serpentinen runter.

Der Colca Canyon. Die weissen Punkte unten sind die zwei Doerfer, durch die wir am zweiten Tag durchgewandert sind.

Der Colca Canyon. Die weissen Punkte unten sind die zwei Doerfer, durch die wir am zweiten Tag durchgewandert sind.

Bis zum Grund des Canyons, wo der Rio Colca fliesst, waren es drei Stunden und 1000 Hoehenmeter Abstieg, was wir doch in unseren Knien spuehrten. Unser Guide Roy hat nicht sonderlich viel erzaehlt, lag wahrscheinlich an der Feier vom Vortag. Der Canyon selbst wirkt jetzt nicht unbedingt so, als waers der tiefste Canyon der Welt. Wir haben ihn uns irgendwie spektakulaerer vorgestellt. Er ist im wesentlichen nur ein tiefes Tal mit Bergen rundherum.

In diesen steil anfallenden Haengen nisten die Kondore

In diesen steil anfallenden Haengen nisten die Kondore

Es gab sehr viele grosse Kakteen

Es gab sehr viele grosse Kakteen

Und manche haben sogar geblueht!

Und manche haben sogar geblueht!

Abendessen - Alpaka mit Reis und Tomate natuerlich - gabs in dem kleinen Dorf San Juan de Chuccho, wo wir auch in einfachen aber angenehmen Huetten die Nacht verbracht haben.

Der zweite Tag begann relativ frueh, weil wir aber schon um 8 im Bett waren, war das Aufstehen kein Problem. Fruehstueck gabs um 7, mit Palatschinken, Joghurt und Bananen, und danach Abmarsch den Canyon entlang. Der Weg ist relativ gemuetlich und fuehrt durch zwei Doerfer ohne Strassenanschluss. Es wird dort alles mit Eseln und Mulis von Cabanaconde runter gebracht. Ein ziemlicher Aufwand, wenn man bedenkt, dass der Aufstieg aus dem Canyon sicher drei Stunden dauert.

Der Canyon, unten fliesst der Rio Colca.

Der Canyon, unten fliesst der Rio Colca.

Das einzige Transportmittel im Tal sind die Tiere.

Das einzige Transportmittel im Tal sind die Tiere.

Die Oase Sangalle, und links die Serpentinen, die wieder aus dem Canyon rausfuehren.

Die Oase Sangalle, und links die Serpentinen, die wieder aus dem Canyon rausfuehren.

Bereits zu Mittag erreichten wir die Oase Sangalle, wo wir planmaessig die zweite Nacht verbringen sollten. Es gab wunderbare Pools mit herrlich erfrischendem Wasser, was wir natuerlich sofort ausgenutzt haben. Nachdem wir einige Zeit faul in der Sonne liegen konnten, verschwand sie aber auch schon gegen 3 Uhr, und es wurde empfindlich kalt. Wir haben deshalb beschlossen, unsere Sachen zu packen und doch noch aus dem Canyon raus zu gehen und die Nacht in Cabanaconde zu verbringen. Das letzte Stueck des Weges mussten wir im Dunkeln gehen, aber dafuer haben uns heisse Duschen erwartet. Herrlich!

Kleine Wasserfaelle kommen direkt aus dem Gestein raus

Kleine Wasserfaelle kommen direkt aus dem Gestein raus

Die Oase Sangalle

Die Oase Sangalle

Bei der Hitze war ein Sprung ins Wasser sehr angenehm!

Bei der Hitze war ein Sprung ins Wasser sehr angenehm!

Es war auch richtig noch hochzugehen, weil uns so das Aufstehen um 3 Uhr frueh und der Aufstieg im Dunkeln erspart blieb. Am dritten Tag brachen wir naemlich schon um 7 in Richtung Cruz del Condor auf, dem besten Punkt im Canyon um Andenkondore zu sehen. Und wie wir sie gesehen haben! Zuerst hats zwar lange gedauert, bis sie sich in die Luefte geschwungen haben, aber so gegen halb 10 sind sie dann direkt ueber unsere Koepfe geschwebt. Ein tolles Schauspiel, vor allem weil die Tiere wirklich riesig gross sind, und wir sogar ihre Kopfbewegungen sehen konnten.

Der Aussichtspunkt Cruz del Condor

Der Aussichtspunkt Cruz del Condor

Und das ist einer der Kondore, Fluegelspannweite ca. 3 Meter!

Und das ist einer der Kondore, Fluegelspannweite ca. 3 Meter!

So nah kamen sie heran

So nah kamen sie heran

Um 10 kam dann der Bus, mit dem wir zurueck nach Arequipa gefahren sind. Die heissen Quellen in Chivay haben wir uebrigens ausgelassen, in Thermen koennen wir zuhause in Oesterreich auch wieder gehen.

Insgesamt war das Trekking im Colca Canyon nicht so ueberwaeltigend, wie wir es uns vorgestellt und von anderen gehoert haben. Am besten war noch der letzte Tag am Cruz del Condor, weil man sowas sonst nirgendwo zu sehen bekommt. Aber wegen des Wanderns muss keiner in den Canyon kommen. Falls doch, den Guide kann man sich uebrigens komplett sparen. Das einzige, was etwas schwierig sein koennte, ist am ersten Tag aus Cabanconde rauszufinden. Aber dazu steigt man einfach um 6 in Arequipa in den Bus, sucht sich eine Touristengruppe heraus, wartet auf der Plaza bis die mit dem Mittagessen fertig ist, und folgt denen dann in sicherer Entfernung die ersten 10 Minuten aus der Stadt raus. Danach ist alles einfach - und ohne Guide wesentlich billiger.

© Julia und Markus, 2008
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Eintauchen in die wunderbare Welt Südamerikas, die Anden mit Zelt und Rucksack entdecken, und 6 Monate Zeit dafür - ein Traum für so viele, und für uns geht er jetzt in Erfüllung. Mit diesem Reisebericht wollen wir allen Zuhausegebliebenen zumindest ein paar wenige Eindrücke von unserer Reise geben, und bei manchen vielleicht das Fernweh wecken damit sie es uns gleichtun und diese traumhafte Welt entdecken.
Details:
Aufbruch: 06.01.2008
Dauer: 6 Monate
Heimkehr: 05.07.2008
Reiseziele: Argentinien
Chile
Bolivien
Peru
Ecuador
Der Autor
 
Julia und Markus berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
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