Pete´s World Domination Tour

Reisezeit: April 2011  |  von Peter Hartmann

Indien: Jaisalmer

Etwa 11 Uhr morgens kamen wir in Jaisalmer an und aus dem Fenster konnte man schon die lauernden Schlepper der Hotels und TukTuk Fahrer sehen. Im Bus warnten die Leute uns noch davor die Dienste dieser Herren zu beanspruchen, da so die Uebernachtung wegen der Provision fuer das Hotel teurer wird und man wegen der kostenlosen Hinfahrt auch fast dazu genoetigt wird, das Hotel ohne gesehen zu haben auch zu nehmen.
Der Busfahrer bzw. einer von der Busgesellschaft zeigte uns dann einen Inder, der uns fuer 5 Rupies, also ungefaehr 10 Cent zum Stadtzentrum fahren kann und irgendwie zu der Gesellschaft zu hoeren schien. Ein ungewoehnlich niedriger Preis. Zwei Englaenderinnen waren mit an Bord. Im Jeep fragte der Fahrer uns hoeflich, ob er uns eine Unterkunft zeigen soll oder uns zum Stadtzentrum fahren soll. Der Preis von 3 E fuer ein Doppelzimmer klang schonmal gut.
Das Hotel war dann wirklich toll im orientalischen Stil und vorallem von oben bis unten sauber, sogar die Bettwaesche war komplett weiss! Sofort sagten wir und die Englaenderinnen zu, dort zu bleiben.
Hungrig gingen wir auf die ebenfalls schoen eingerichtete Dachterasse und fragten beim Warten auf das Essen den Hotelbesitzer nach seinem Angebot einer Kamelsafari. Da wir am naechsten Abend weiter nach Delhi reisen wollten, empfahl er uns gleich am Nachmittag mit dem Jeep zu den Sandduenen zu fahren und dort mit den Kamelen zu reiten, den Sonnenuntergang anzusehen und dabei zu Essen. Das hoerte sich gut an und die Englaenderinnen buchten auch die Tour mit uns, da sie ebenfalls am naechsten Tag Jaisalmer wieder verlassen.
Ebenfalls konnte uns der Besitzer Zugtickets organisieren, die Fahrt nach Delhi bricht sogar unseren alten Chinarekord von 16 h, da diesmal 18 h auf uns warteten. Allerdings mit Bett und Fahrt ueber die komplette Nacht. Damit haben wir am Ende etwa 40 h in Bus oder Zug verbracht, nur um ein kleines Gebiet in Indien zu bereisen.

Das Essen war gut und nach einer dringend notwendigen Dusche ging es schon in den Jeep. Unterwegs zeigte uns der Fahrer noch ein paar Monumente und ein verlassenes Dorf. Die Fahrt dauerte etwa 45 Min., da immerhin 40km auf einer Wuestenstrasse zu fahren waren.
Vor einem Wuestendorf warteten die Kamele und Fuehrer schon auf uns. Zuerst zeigte der wirklich nette Dorfbewohner und Kamelfuehrer uns sein Dorf, dabei wurden wir von den Dorfkindern regelrecht umlagert.
Danach suchte sich jeder ein Kamel aus, wobei die einfach alle haesslich waren!
Meins stand aber erstmal ohne mich auf und groehlte dabei rum, weil es sich nicht wieder hinsetzen wollte. Die anderen Kamele waren dagegen brav wie ein Lamm. Das Reiten war dann nicht wirklich spektakulaer und mein Gaul machte durch Groehlen oefter zu verstehen, dass er anscheinend keinen Bock auf die Veranstaltung hatte. Die Sandduenen hingegen waren wirklich toll und wir konnten sehr schoene Fotos knipsen. Beim Essen gab sich der Kamelmann sehr viel Muehe, jedenfalls dauerte es mind. 1 h bis es fertig war. Dafuer schmeckte es leider dann ungefaehr nach garnichts, was die Englaenderinnen sofort begeisterte, denn bei der engl. Kueche kann man ja schon froh sein, wenn es wenigstens nach Nichts schmeckt.
Der Jeepfahrer bot uns auch noch sog. Wuestenwein an, der sich aber als eklig schmeckender Schnaps entpuppte. Das Geschirr wurde mit Wasser und dem Spuelmittel der Wueste, Sand, gereinigt. Als es dunkel wurde, wollte uns der Fahrer zu dem Hotel eines Freundes fuehren, in dem getanzt wird. Das kam uns schon etwas komisch vor, da leider vorher zu oft versucht wurde, uns bei so einer Gelegenheit etwas zu verkaufen. Bei dem Freund war aber nichts mehr los, aber irgendwo in der Wueste soll wohl ein Tanz sein. Dort kamen wir auch irgendwann mal an und tatsaechlich tanzte eine nett gekleidete Inderin um ein Feuer zu traditioneller indischer Musik. Leider war das nur eine Touristenveranstaltung, da die einzigen Zuschauer 2 Spanier waren und die Inder eher desinteressiert weiter weg sassen und garnicht zuguckten. Wir tanzten etwas mit und wollten dann nach Hause. Insgesamt war das ein sehr schoener Tag, die Wuestenatmosphaere kam sehr gut rueber bei dem Trip und alle waren gluecklich.

Leider hielt das Glueck nicht lange an, da Linda in der Nacht Brechdurchfall bekam und den Spass bis zum naechsten Morgen in anstaendiger Schlagzahl wiederholte. Da es Linda morgens aber einigermassen gut ging, zog ich nach dem Fruehstueck alleine los um das Fort zu erkunden, fuer das Jaisalmer so beruehmt ist. Allerdings ist das Fort nur von aussen spektakulaer, innendrin sieht es auch nicht viel anders aus als die Stadt drumherum und da ein Shop neben dem anderen ist, gleicht es eher einem Markt. So kaufte ich gleich zu Beginn eine luftige, lange Hose, die ich gut fuer Zugfahrten oder abends als Moskitoschutz benutzen kann fuer erneut 2,50 E. Mit dieser Hose sehe ich auch aus wie typischer Hippie-Indienreisender, fehlt nur noch ein Joint. Im Fort redete ich noch etwas mit einem Spanier und Italiener, die sich zu einer Minireisegruppe zusammengetan haben und seit ein paar Wochen so durch Indien reisen. Auf dem Weg nach draussen traf ich noch eine alleinreisende Spanierin, die schonmal 9 Monate in Indien gereist ist, so konnte ich viel von ihr ueber das Land und Reiseziele erfahren.
Als wir uns zu einem Schatten fluechteten und uns dort unterhielten, kam ein Shop-, Hotel-, Restaurant- oder Sonstwasbesitzer/Schlepper an und stellten die Fragen, die man taeglich von solchen Leuten hoert, Woher kommst du, Wie heisst du usw. Da er uns aber bei der Unterhaltung stoerte und mir auf die Nerven ging, sagte ich ihm hoeflich, dass ich keine Lust habe auf sein Fragen und Antwortspiel und ich auch nichts kaufen moechte. Daraufhin wurde er aggressiv und fragte warum ich denn in sein Land komme, wenn ich so mit den Leuten rede blabla, die Spanier sagte ihm noch, dass ich ja nicht unhoeflich war und er redete weiter und sagte dann, ob ich so mit ihm spreche, weil ich aus dem Hitlerland komme. Das fand ich dann nicht so ganz nett und dann sagte ich ihm sehr unhoeflich, dass er doch besser gehen sollte, das tat er dann auch, denn er war einen Kopf kleiner als ich. Vielleicht sollte er nochmal ein Verkaufsseminar besuchen, denn so kann er sicherlich niemanden in seinen Shop oder was auch immer locken.
Da ich soweit alles gesehen hatte in der kleinen Stadt, ging ich zurueck Richtung Hotel und traf dabei die Englaenderinnen, die gerade eine Ledertasche fuer Linda kauften, da man in Jaisalmer fuer einen Bruchteil des normalen Preises gute Lederqualitaet bekommt. So nahm ich die Tasche gleich mit. Die spanisch-italienische Co-Produktion lief mir auch nochmal ueber den Weg und da ich ihnen im Fort Fotos von dem Kameltrip zeigte, hatten sie inzwischen die selbe Tour fuer den Nachmittag gebucht.
Im Hotel wieder angekommen freute sich Linda ueber die Tasche und das Packen begann. Nach dem Essen ging es dann auch zum Bahnhof und meine bisher laengste Reise ueberhaupt stand an, eine 18stuendige Zugfahrt!
Die war aber halb so wild, da wir uns mit netten Amis unterhalten konnten und dann noch einen Film auf dem Laptop angesehen haben. Schlafen ging dann auch super und Linda pennte geschwaecht praktisch die ganze Nacht und Morgen bis zur Ankunft in Delhi.

das wohl beste Zimmer der ganzen Indienreise

das wohl beste Zimmer der ganzen Indienreise

Blick ueber Jaisalmer vom Dach unseres Hotels

Blick ueber Jaisalmer vom Dach unseres Hotels

kniet nieder vor dem König!

kniet nieder vor dem König!

ein verlassenes Wüstendorf

ein verlassenes Wüstendorf

ganz schön gross so ein Kamel

ganz schön gross so ein Kamel

Wüstenfestung

Wüstenfestung

© Peter Hartmann, 2011
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Hallo liebe Lesefreunde, nun will ich mal das Dingen hier mal testen!
Details:
Aufbruch: April 2011
Dauer: unbekannt
Heimkehr: April 2011
Reiseziele: Thailand
Laos
Hongkong
Macau
China
Indien
Der Autor
 
Peter Hartmann berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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