Norwegen – Lofoten 2010: Erfüllung eines Traumes

Reisezeit: Juni / Juli 2010  |  von Marion S.

4.Tag – Fahrt nach Svolvær

Fahrt über Laukvika (Fv888) nach Svolvær und zurück (182 km)

Das Wetter ist durchwachsen (Sonne und Wolken) und ein etwas frischer Wind (10°C). Heute wollen wir die Strasse an der Westseite der Insel Austvågøy befahren und eventuell noch bis Svolvær weiter. Zunächst stehen wir ca. 9:45 Uhr vor dem kleinen Laden in Digermulen am Fähranleger um zu sehen was es hier gibt. Der Laden macht jedoch erst um 10:00 Uhr auf, wir nutzen die Zeit um den Fährfahrplan nach Store Molla zu studieren, vielleicht fahren wir ja auch mal rüber. Der angeschriebene Fahrplan lässt sich jedoch mit meinen Internetrecherchen und den bisherigen Beobachtungen nicht in Übereinstimmung bringen. Erst im Laufe der Woche beobachten wir, dass es fast jeden Tag andere Abfahrtszeiten gibt, oft flexibel reagiert wird und die Bewohner scheinbar telefonisch die Fährüberfahrt bestellen oder auch mal stoppen bis sie mit dem Auto von irgendwo wieder zurück sind. Wir schaffen es in dieser Woche nicht nach Store Molle zu fahren.
Der Laden ist für eine Grundversorgung ausreichend, allerdings frisches Obst und Gemüse sollte man am Wochenbeginn nicht erwarten - nach unserer Beobachtung kommt am Donnerstag frische Lieferung.
Nach dem Einkauf starten wir unsere Tour mit Tagesverpflegung im Auto. Die 20 km von Digermulen bis zur E10 dauern über eine Stunde, da wir das sonnige und klare Wetter zu zahlreichen Fotostops nutzen. Trotz aller Versuche finden wir keine Stelle von der aus man in den Trollfjord richtig hinein sehen kann, lediglich die Einfahrt ist gut auszumachen. Die Landschaft aus Wasser und Berghängen mit Schneefeldern im hellen Sonnenlicht begeistert uns an vielen Stellen den Raftsund entlang. Eine unbedingt zu empfehlende Tour.

Trolltindan von der Strasse nach Digermulen

Trolltindan von der Strasse nach Digermulen

Hinter der kleinen Insel in der Mitte ist die Einfahrt zum Trollfjord

Hinter der kleinen Insel in der Mitte ist die Einfahrt zum Trollfjord

Raftsundbrücke von Süden fotografiert

Raftsundbrücke von Süden fotografiert

Auf der E10 fahren wir durch mehrere kleinere Tunnel und landschaftlich wieder sehr reizvolle Strassenabschnitte um dann erstmals einen Unterwassertunnel (Sløverfjordtunnel, Länge 3.340 m) zu durchfahren. Es geht spürbar tief hinunter und dann durch eine Senke wieder hinauf.
Gleich nach dem Tunnel biegen wir Richtung Fiskebøl ab und tangieren den Ort mit dem Fähranleger. Viele schöne Stellen mit Blick auf Hadseløya laden wieder zum Halten und Fotografieren ein.
Die Strasse um den Morfjord mündet in die schon bekannten "Piste" um später doch wieder Asphaltstrasse zu werden. Wir fahren zwischen hell leuchtenden Stränden und gewaltigen Berghängen hindurch. Auf der anderen Seite des Fjords gibt es sogar eine Dünenlandschaft mit verstreut liegenden Häuschen. An der Kirche von Sanden direkt am Meer machen wir wieder Fotostop ehe es im Grunnførfjord über einen Damm geht. Bei Delp halten wir an einer Klippe um unser Mittagpicknick einzunehmen und viele schöne Fotos zu schießen. Vor Reiseantritt hatte ich über die Matmorawanderung gelesen, wir wollen wenigstens ein kleines Stück auf den Berg hinauf. Der Wanderparkplatz ist direkt neben der Strasse, der Weg diesmal zu finden. Bald stehen wir auf einem Felsvorsprung der wunderbare Blicke von oben nach Westen und Süden eröffnet. Überall in der Ferne steigen Felsklötze aus dem Meer. Dieser Aussichtspunkt hat unsere Erwartungen voll erfüllt.

Blick nach Hadseløya

Blick nach Hadseløya

erhöhte Aussicht an der Matmora nach Nordwest auf Hadseløya, rechts vorne die Halbinsel Sandsmelen

erhöhte Aussicht an der Matmora nach Nordwest auf Hadseløya, rechts vorne die Halbinsel Sandsmelen

Blick über Laukvika und dahinter links der Berg Hoven auf Gimsøya, dahinter das Massiv Høynesaksla auf Vestvågøy

Blick über Laukvika und dahinter links der Berg Hoven auf Gimsøya, dahinter das Massiv Høynesaksla auf Vestvågøy

Weiter geht's nach Laukvika. Die Landschaft hier ist flach, nur wenig höher als das Meer und wirkt irgendwie lieblich weil kein Berg den schönen Ort erdrückt. Er ist abgelegen aber nicht einsam, mit einem verzweigten Hafengebiet, vielen schönen Häusern und einem Laden sowie Restaurant.
Auf der weiteren Fahrt nach Vestpollen nehmen wir den Abstecher nach Vatnfjord mit. Bei der Betrachtung der Häuser ganz am Ende des Abzweigs fragen wir uns ob es ein Segen oder ein Fluch ist hier leben zu dürfen? Sicher von Beidem etwas. Als Urlaubsplätzchen ist es jedenfalls wunderschön hier. Wir laufen auf einem alten Damm noch ein Stück Richtung Küste wo die vielen kleinen Schäreninseln sichtbar werden. Hier muss früher ein Fischereihafen oder eine Befestigungsanlage gewesen sein wie verfallene Grundmauern und ein gut befestigter Fahrdamm bezeugen. Das Farbenspiel zwischen dem heute tiefblauen Meer, den teils begrünten flachen Felsen und den Berghängen in der Ferne ist hier besonders intensiv.
Weiter geht es am Fuße der gewaltigen Matmora entlang bis zum Campingplatz Sansletta. Wir sind begeistert von dem urigen Cafe im architektonisch interessantem Eingangsgebäude genauso wie von der Lage des Platzes und der Sauna mit Freiluftbottichen direkt am Fjord.

Küste vor Vatnfjord mit Blick Richtung Norden über Laukvik

Küste vor Vatnfjord mit Blick Richtung Norden über Laukvik

Saunabottiche auf dem Sansletta Campingplatz

Saunabottiche auf dem Sansletta Campingplatz

Durch ein imposantes Tal mit "gefalteten" Felswänden und einer "Wellenstrasse" geht es wieder auf die E10.
Obwohl es schon später Nachmittag ist fahren wir noch nach Svolvær. Genau an einem Tunnel vor dem Ort wird die Strasse neu asphaltiert was Stau und sogar etwas Wartezeit bedeutet. Während die Landschaft am Wegesrand immer wieder begeistert enttäuscht der Ort selbst etwas durch seine eigenwillige Mischung aus traditionellen Holzhäusern, langweiligen modernen Betonbauten und supermoderner Hotelarchitektur. Der Blick von Seeseite auf den Ort mit den steilen Felswänden dahinter ist allerdings imposant. Wir laufen einige Kilometer durch den Ort, suchen die Touristinformation auf wo es aber kaum Material kostenfrei gibt und warten auf die Ankunft des Hurtigrutenschiffes.
Da ich erschöpft und müde bin und durch die fehlende Sonne hinter dem Berg jetzt auch friere, trinke ich im Cafe am Markt in Ruhe einen norwegischen Latte. Matzi pilgert weiter durch die Stadt, endlos lange, so dass ich schon denke er ist ins Wasser gefallen. Begeistert fährt er uns danach noch auf die stadtvorgelagerte Insel Kjeøya, die er zu Fuß erkundet hatte. Die Blicke auf die Stadt mit den Bergen dahinter und andererseits auf die vorgelagerten Inseln sind von dieser Stadtinsel besonders schön.

Rückblick auf Svolvær

Rückblick auf Svolvær

das Hurtigrutenschiff nähert sich Svolvær, im Hintergrund der Südzipfel der Store Molle

das Hurtigrutenschiff nähert sich Svolvær, im Hintergrund der Südzipfel der Store Molle

interessante Perspektive

interessante Perspektive

Dann geht es auf die mehr als einstündige Heimfahrt nach Digermulen. Nach einer warmen Suppe schlafen wir angefüllt mit den gewaltigen Eindrücken des Tages.

© Marion S., 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
3 Wochen mit einem Mietwagen auf den Lofoten unterwegs. (11.06.2010 - 02.07.2010)
Details:
Aufbruch: 11.06.2010
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 02.07.2010
Reiseziele: Norwegen
Der Autor
 
Marion S. berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.