Norwegen - einmal zu den Lofoten
29.06.2026 - Lofoten
Annäherung über See
Gestern Abend haben wir uns während einer 3,5 stündigen Fährfahrt den Lofoten langsam genähert. Allein die Silouette der 170km langen Inselgruppe war es wert diesen Weg zu wählen. Die See war ruhig und so verging die Zeit entspannt und kurzweilig.
Die Nacht verbringen wir auf dem Parkplatz direkt am Fähranleger. Zu unserer Überraschung ist es ruhiger als gedacht und so konnten wir gut schlafen. Doch leider war es am Regnen als wir aufwachen.
Unser erster Anfahrtspunkt ist der Ort A im Südwesten der Inselgruppe. Es regnet nicht mehr, aber die Berge versinken im Dunst.
Ehe wir weiter fahren, treffen wir noch eine Entscheidung. Wir mieten uns für drei Nächte eine schöne Hütte in Ramberg direkt am Wasser. Das ist nun unsere wunderschöne Basis um die Lofoten in aller Ruhe zu erkunden. Herrlich, ich bin richtig glücklich mit dieser Unterkunft.
Ramberg
Nachdem wir die Unterkunft bezogen haben, erkunden wir Ramberg und die Umgebung. Es gibt einen kleinen Hafen und man kann auf eine Mole gehen.
Auf dem Weg dorthin sehen wir viele Möwen und zwei kleine Küken direkt am Wegesrand. Im Bild kann man sehen, wie sie Schutz vor dem Stein suchen.
Fischkutter - Auf den Lofoten arbeiten noch 5000 Einwohner Hauptberuflich als Fischer. Insgesamt haben die Lofoten rund 24000 Einwohner.
Entlang des Fjords sehen wir viele Holzgestelle an denen unzählige Köpfe des Kabeljau getrocknet werden.
Kabeljau Köpfe
Die getrockneten Köpfe werden vor dem Verzehr eingeweicht und bilden dann die Grundlage für Fischfond und Suppe. Sie werden im großen Stil nach Nigeria exportiert. Der Export began vor 60Jahren mit einer Hungersnot in Nigeria. Da die Fischköpfe lange haltbar sind und viele Proteine bieten, haben die Norweger die Fischköpfe als humanitäre Hilfe nach Nigeria geliefert. Dort haben sich die Fischköpfe zum unverzichtbaren Bestandteile der nigeranischen Küche entwickelt.
Abendstimmung, aber kein Sonnenuntergang! Denn hier ist es zur Zeit 24 Stunden hell. Ich habe mich inzwischen daran gewöhnt. Es ist genial ohne Rücksicht auf einbrechende Dunkelheit aktiv sein zu können.
Tag 2
Am Morgen hat es wiedermal geregnet. Wir machen uns dennoch auf den Weg zum Startpunkt einer Wanderung, die uns die freundliche Mitarbeiterin an der Rezeption empfohlen hat. Ziel der Wanderung ist die Kvalvika Bucht. Diese ist nur zu Fuß oder mit dem Boot zu erreichen.
Startpunkt ist der Parkplatz am Torsfjord. Dort angekommen regnet es in strömen und der Wind rüttelt an unserem Bus.
Gegen 12Uhr hat der Regen nachgelassen. Also Wanderstiefel an und los. Natürlich haben wir auch unsere Regensachen angezogen, sicher ist sicher.
Nach anfänglich steinigem Weg ging es nun über Bohlen. Denn hier waren wir im moorigen Gelände unterwegs.
Je höher wir gekommen sind je steiniger wurde der Weg. Vom Regen war alles dazwischen matschig und insgesamt leicht rutschig. Da muss die Aufmerksamkeit immer im nächsten Schritt liegen.
Steile, schroffe Felswände ragen empor und es herrscht eine ordentliche Brandung.
Wir machen ein kurzes Picknick und treten dann den Rückweg an.
Fast wieder am Parkplatz. Das war eine wunderbare Tour und es ist trocken geblieben Die Regenkleidung diente hervorragend als Windschutz.
Nusfjord
Kaum sitzen wir wieder in unserem Bus, schüttet es heftig. Nach einer kurzen Pause beschließen wir nach Nusfjord zu fahren. Es soll eines der hübschesten Dörfer Norwegens sein.
Am Ende der Straße quasi in einer Sackgasse liegt Nusfjord. Das ganze Dorf ist in privatem Besitz einer Familie.
Der Ort ist eine Art Museumsdorf. Um es sich ansehen zu können muss man 150Kronen je Person Eintritt zahlen. Das "Dorf" ist nett anzusehen und die Lage ist wildromantisch. Es gibt Gastronomie, Scheunen die etwas über die ehemalige Fischerei erzählen und eine alte Bäckerei in der man die leckeren, norwegischen Zimtknoten bekommt. Dort existiert noch immer der riesige aus Fels gemauerte Backofen, indem 100 Brote auf einmal gebacken werden können. Die einstigen Fischerhäuser wurden umgebaut und dienen als Touristen Unterkünfte.
Nach der Besichtigung von Nusfjord spüren wir Müdigkeit und Hunger. Somit fahren wir auf direktem Weg zurück zu unserer Unterkunft und lassen den Abend ausklingen.
Tag 3
Unstad ist ein winzig kleines Dorf an der Westküste der Lofoten. Es liegt etwas abseits der Touristenströme. Von dort startet eine ca. 9km lange Wanderung zum Ort Eggum. Es ist eine Streckenwanderung, d.h man muss den Weg auch zurück gehen. Da die Wanderung im Reiseführer als leicht und fast eben beschrieben wird, trauen wir uns das zu.
Etwa 5km von uns entfernt liegt Eggum. Wir sind inzwischen 2,5km gegangen. Dafür haben wir eine gute Stunde gebraucht. Da es sich um eine Streckenwanderung handelt und sie keinesfalls leicht zu wandern ist, beschließen wir bereits hier umzudrehen. Aber erst nach dem Picknick
Teile des Weges sind durch eine Kette gesichert, an der man sich festhalten kann.
Nicht selten geht es arg am Abhang entlang.
Vor uns liegen über eine Stunde Fahrt zurück zu unserer Unterkunft. Wir kaufen noch ein, um etwas leckeres zu kochen. Ansonsten Füße hoch und die Aussicht genießen.
Tag 4 - Eggum
Die drei Tage in der schönen Unterkunft sind vorbei und das Camperleben hat uns wieder. Da wir gestern die Wanderung von Unstad nach Eggum auf halber Strecke abgebrochen haben, fahren wir heute nach Eggum um von dort in Richtung Unstad zu gehen. Außerdem gibt es in Eggum auch einen schönen Stellplatz. Das kleine Dorf ist wie Unstad ein Sackgassenort. Auf der Fahrt dorthin treffen wir Anke aus Bochhof, die von Kiel zum Nordkap radelt. Wir haben sie inzwischen mehrfach getroffen und so ist es ein freudiges Wiedersehen.
Obwohl es kein Campingplatz ist, kostet die Nacht 300Kronen. Es gibt aber ein kleines Café mit Toiletten, Abfallentsorgung und Frischwasser. Man lässt sich die tolle Lage bezahlen, was für uns absolut in Ordnung war.
Viel Raum für Mensch und Natur. Es gibt kaum Zäune und Gärten sondern wilde Wiese so weit das Auge reicht.
Die Luft ist zwar mit 13Grad kalt, aber die Sonne und der blaue Himmel waren so richtig zum wohlfühlen.
Tag 5 - Hanøy
Heute führt uns der Weg über Henningsvaer, an Svolvai vorbei bis nach Hanøy, ehe wir morgen die Lofoten verlassen.
Wir haben fantastisches Wetter, das Thermometer zeigt 17Grad und die Straße nach Henningvaer bietet tolle Aussichten.
Henningvaer
Am Ende der malerischen Straße, die sich an die Felswände klammert und immer wieder einen wunderschönen Blick auf den Fjord gibt, liegt das Dorf Henningvaer. Einst ein reines Fischerdorf, ist es heutzutage stark vom Tourismus geprägt. Am langgezogenen Hafen reihen sich Cafés, Restaurants und Boutiquen. Die Fahrt dorthin hat sich gelohnt, der Ort ansich war uns zu sehr an Touristenströme angepasst und dennoch durchaus sehenswert.
Blick auf Svolvaer. Im Industriegebiet haben wir unsere Gasflasche auffüllen lassen. Eine Möglichkeit, die wir gern genutzt haben, denn es gibt nur wenige Anbieter bei denen man deutsche Gasflaschen auffüllen lassen kann und unsere erste war gerade verbraucht.
Der Stellplatz für die nächste Nacht. Neben uns stehen drei weitere Wohnmobile. Von unseren schwedischen Nachbarn erhalten wir ein paar Tipps für die geplante Weiterreise durch Schweden -
Morgen verlassen wir die atemberaubend schönen Lofoten. Steil aufragende, schroffe Berge, windgepeitschte Küstenlandschaft, fantastische Fjorde, einsame Buchten, verträumte Dörfer und Häfen mit den typischen roten Boots- und Fischerhütten, all das und noch viel mehr gibt es auf dieser einzigartigen Inselwelt zu entdecken. Hinter jeder Kurve, von jedem Berg tut sich ein neues unvergessliches Panorama auf. Das können selbst wolkenverhangene Tage nicht trüben. Aber natürlich hat auch hier die moderne Welt einzug gehalten und auch der Tourismus zerstört manch idylischen Ort. Aber dennoch lohnt es sich die Lofoten zu entdecken. Eine der besten Möglichkeiten der Natur wirklich nah zu kommen, ist das Wandern. So jedenfalls haben wir es empfunden. Wir haben hier eine wundervolle, glückliche Zeit mit vielen wertvollen Momenten verbracht.
| Aufbruch: | 14.06.2026 |
| Dauer: | 6 Wochen |
| Heimkehr: | 25.07.2026 |