Nach nur einem Jahr zurück in Peru!!!

Reisezeit: März / April 2008  |  von Stefan Frei

Festival Internacional de la Primavera

Jährlich lockt das Festival Internacional de la Primavera in den ersten Frühlingswochen jede Menge Touristen aus ganz Peru und den umliegenden Ländern nach Trujillo. Höhepunkt ist der große Umzug am letzten Sonntag des Festivals, dieses Jahr am 15.10.06.

Leider ging ich fälschlicherweise davon aus, dass der Umzug nicht um 15, sondern um 14 Uhr beginne, so dass ich nicht den ganzen Umzug zu sehen bekam. Sowas passiert hier wohl nur allzu oft, da oft keiner so wirklich Bescheid weiß.

Da die beiden Mädels (Sindy und Rocío) sowie Sindys Freund, mit denen ich mich für 14 Uhr bei mir verabredet hatte, -wie könnts anders sein- ca. eine Stunde zu spät kamen und ich schon vom Treiben der nicht weit entfernten Avenida España mitbekam, beschloss ich gegen 14.45 mich alleine in Richtung Umzug aufzumachen.

Keine allzu gute Idee, wie sich ziemlich schnell herausstellt! Als ich einige Meter weiter einen Stehplatz mit etwas besserer Sicht erspähe und mich auf den Weg dahin mache, stellt sich mir in der Menschenmasse etwas unsanft ein kräftiger Mann in den Weg und hindert mich daran weiterzugehen. Es dauert wieder einige Zeit, bis ich realisiere, was gerade vor sich geht. Allerdings bin ich dieses Mal wesentlich schneller als das letzte Mal in Chiclayo und ein Griff an meine Hosentasche bestätigt meine Vermutung, dass die Geldbörse wieder den Besitzer gewechselt hat.

Wie ich wusste, dass in der Menschentraube gerade ein zweiter Mann links von mir der Übeltäter war, kann ich mir nicht wirklich erklären. Auf jeden Fall ist meine erste Intuition richtig. Und ohne in meinem Schockzustand nachzudenken, greife ich unter seine übergehängte Jacke, wo er seine linke Hand samt Geldbörse versteckt hat und entreiße ihm letztere.

Keine Ahnung, woher ich den Mut nahm. Im Nachhinein denke ich, dass es nicht wirklich gefährlich war, da es sich die beiden in der Menschenmasse nicht erlauben konnten auch nur das geringste Aufsehen zu erregen. So hatte ich also auch das 2.Mal das Glück meine Geldbörse inclusive sämtlicher Scheine wiederzubekommen...

Nach diesem Erlebnis hatte ich selbstverständlich zunächst nicht mehr besonders viel Lust mich nochmal an die Straße zu wagen. Als mich dann aber kurz darauf Rocío auf mein Handy anruft und sich wundert, warum ich nicht mehr zuhause bin, bin ich doch schnell wieder an die Straße zu bewegen. Und bereut habe es nicht...

Die Hauptattraktion des Umzugs sind zweifelsohne die Schönheitsköniginnen aus verschiedensten Ländern Amerikas, Departementos oder Organisationen Perus, die auf prachtvoll dekorierten Wägen vorüberfahren. Meiner Meinung nach konnte sich jedoch weder die Miss Bolivia noch die Miss Mexiko oder United States mit sämtlichen Peruanerinnen messen .

Auch die Telekommunikationsgesellschaft Claro spart nicht an schönen Frauen

Auch die Telekommunikationsgesellschaft Claro spart nicht an schönen Frauen

Außerdem präsentieren sich verschiedene Firmen mit speziell gestalteten Wägen, Schulen, Kindergärten,... Auch die peruanische Kultur, speziell die der Inka, Moche oder Chimu sowie die umliegenden archäologischen Stätten werden vorgestellt. Alles in allem ein wirklich sehr schöner Umzug, den man sich -sollte man sich während der Frühlingszeit in Nordperu aufhalten bzw. peruanisches Fernsehen empfangen- nicht entgehen lassen sollte.

Sklaven der Inka (?)

Sklaven der Inka (?)

Auch die kleinsten freuen sich auf schön dekorierten Wägen mitwirken zu dürfen

Auch die kleinsten freuen sich auf schön dekorierten Wägen mitwirken zu dürfen

Und zu guter Letzt verbringen Rocío, Sindy, Guillermo und ich einen wunderbaren Abend an der Plaza de Armas und in einem gemütlichen, kleinen Restaurant bei delikatem peruanischem Fastfood .

Rocío, Sindy und ein glücklicher "Gringito" auf der Plaza de Armas

Rocío, Sindy und ein glücklicher "Gringito" auf der Plaza de Armas

© Stefan Frei, 2006
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach meinem Auslandssemester 2006/07 in Trujillo bot sich kurzfristig wieder die Möglichkeit dorthin zu reisen. Meine Reise führte mich nach einiger Zeit im Hause meiner Freundin in den Norden des Landes und nach Ecuador. Ein Monat Südamerika - im Nachhinein zu kurz, um sich wirklich wieder an das Leben dort zu gewöhnen. Schön wars trotzdem!
Details:
Aufbruch: 04.03.2008
Dauer: 5 Wochen
Heimkehr: 04.04.2008
Reiseziele: Peru
Lambayeque
Bolivien
Der Autor
 
Stefan Frei berichtet seit 18 Jahren auf umdiewelt.