Nach nur einem Jahr zurück in Peru!!!

Reisezeit: März / April 2008  |  von Stefan Frei

La Cordillera Blanca

Letztes Wochenende (02./03.11.) bekam ich Besuch von Wiebke, einer deutschen Studentin aus Leipzig, die zur Zeit in einem sozialen Projekt in Lima arbeitet. Nachdem sie über meine umdiewelt.de-Seite über meine Planungen erfahren hatte, hatten wir schon vor meiner Abreise einiges an Tipps ausgetauscht.

So bemühte ich mich zunächst als Fremdenführer durch Trujillo und versuchte beispielsweise das Wenige, was mir von meinem Besuch von ChanChan in Erinnerung geblieben ist, weiterzugeben. Außerdem wagte ich mich auch erstmals in das doch recht kühle Meerwasser Huanchacos. An gemütliches Schwimmen wie an Nordsee oder Mittelmeer war allerdings aufgrund des Wellengang nur in eine Richtung zu denken. Umgekehrt war Vorwärtskommen kaum möglich. 5 Meter geschwommen, Welle, und von vorne,...

Huaraz

Nach 2 Tagen in Trujillo machten wir uns dann Samstag nachts auf zu nem dreitägigen Trip in die Cordillera Blanca. Nach 9 Stunden Busfahrt kamen wir schließlich morgens um 6 im Touristädtchen Huaraz auf 3100m an.

Nachdem wir das Hotel bezogen hatten, uns von verschiedenen Tourveranstaltern von jeder Menge teurer Bustouren vorschwärmen ließen, erwarteten wir sehnsüchtig die Öffnung der Tourist Information, um "neutrale" Informationen zu unserer geplanten Wanderung zum Lago Churrup einzuholen. Im Nachhinein vielleicht ganz gut dort zu erfahren, dass wir dafür viel zu spät dran waren. So verbrachten wir den Tag mit Erkundung des abseits der aufdringlichen Reiseveranstalter ganz netten Städtchens. Vor dem Mittagessen gings dann noch auf einen Hügel am Stadtrand, wobei ich durch die Höhenluft schon hierbei kräftig ins Schwitzen geriet (trotz allen Cocatees).

Einheimische beim Wäsche waschen

Einheimische beim Wäsche waschen

Mit einem Bärenhunger zurück im Städtchen kam eine der Spezalitäten der Region, die Pachamanca, genau richtig. Diese bestand aus einer Platte mit Huhn, Lamm- und Ziegenfleisch, 2 verschiedenen Tamales (einem ganz leckeren Maisgericht), Kartoffeln sowie jeder Menge weiteren Gemüses. Es ist mir ein Rätsel, wer das alles an einem Mittag essen soll...

Den Tag beschlossen wir mit einem Abstecher zu den Thermalbädern von Monterrey, die allerdings noch eine größere Entäuschung darstellten als die Banos del Inca in Cajamarca. In einer Badewanne konnte man sich 20 Min in Thermalwasser entspannen. Nach einem kurzen Spaziergang durch den Markt von Huaraz am Abend fielen wir schließlich gegen halb 9 todmüde ins Bett.

Tag 2: Yungay - Lago Llanganuco - Laguna 69

Wesentlich interessanter wurde der 2.Tag. Nach einer eineinhalbstündigen Fahrt im Dörfchen Yungay angekommen, erfuhren wir zunächst, dass wir abermals sehr spät dran waren, da der letzte Kombi vom Lago Llanganuco bereits um 4 Uhr ins Tal fährt.

Da die Senora des Hostals, wo wir unsere Rucksäcke ließen, gar nicht aufhören wollte uns von der Laguna 69 vorzuschwärmen ("Es taaan taaaaan bella!", obwohl sie selbst noch nie dort war), beschlossen wir in aller Eile ein Taxi zum Lago Llanganuco (3850m) zu nehmen, um uns von dort gegen halb 11 auf die mit rund 3 Stunden veranschlagte Wanderung (Hinweg) zur Laguna 69 zu machen.

So blieb auf der Wanderung durch eine meiner Meinung nach wunderschöne Landschaft leider wenig Zeit diese in aller Ruhe zu genießen. Auf schmalen Gebirgspfaden vorbei an Gletscherbächen, Wasserfällen und zu Wiebkes Freude jeder Menge wilder Kühe waren ständig die schneeweißen Berge in der Ferne Motivation zur Eile. Erschwerend kam neben der Höhenluft noch dazu, dass sich die Auskunft der Touristeninfo in Huaraz, es gäbe unterwegs Verpflegung, als falsch herausstellte. So mussten wir uns den ganzen Tag über mit Wiebkes Banane begnügen (Jaja, zur Note frisst der Teufel Fliegen...).

Als wir nach knapp 2 3/4 Stunden gerade drauf und dran waren umzukehren, um noch rechtzeitg ins Tal zu kommen, erblickten wir dann schließlich doch die hellblau schimmernde Lagune am Fuß einiger schneebedeckter Berge, die wohl alle so um die 6000m messen dürften.

Auf dem gesamten Weg kam uns gerade mal ein einziger Wanderer entgegen, hinter uns erspähten wir noch 2 weitere Rucksacktouristen, die allerdings weit vor der Lagune umgekehrt sein müssen. Da unser Weg soweit ich weiß der einzige ist, der zur Lagune führt, dürften wir also an jenem Tag 2 von 3en gewesen sein, die die Laguna 69 zu Gesicht bekamen.

La Laguna 69 (Sesenta y nueve)

La Laguna 69 (Sesenta y nueve)

Und ab auf den Rückweg...

Und ab auf den Rückweg...

20 Minuten gönnten wir uns an der Lagune, so dass wir ca. 2h 15 hatten, um bis 16 Uhr den Lago Llangunuco zu erreichen. Kurz nach 4 kamen wir dann auch dort an. Allerdings weit und breit weder Kombi noch eine Menschenseele in Sicht. Als wir schon Angst hatten die über 20 km nach Yungay zu Fuß zurücklegen zu müssen, kam gegen halb 5 ein landwirtschaftlicher Lkw vorbei. Zu unserer Überraschung trafen wir auf der Ladefläche schon einen freundlichen und sehr redseligen älteren Peruaner an. Wenig später stiegen außerdem einige Indigenas in traditioneller Kleidung zu (auch Jugendliche), die sich in Quechua unterhielten. Ein weiteres besonderes Erlebnis, diese knapp eineinhalbstündige Fahrt...

3.Tag: Caraz - Laguna Parón - Rückfahrt

Um nicht wieder zu spät loszukommen, waren wir bereits am vorigen Tag nach Caraz, neben Huaraz der zweite größere Ort in der Cordillera Blanca, gefahren. Heute galt es vor 6 aufzustehen, um den Kombi um 7 ins Bergdorf Parón zu erwischen.

Nach gut einer Stunde dort angekommen, erfuhren wir allerdings, dass der letzte Kombi bereits um 14.30 zurückfahre. Da uns die Dauer der Wanderung zur Laguna Parón wechselweise mit zwischen zweieinhalb und 5 Stunden (Hinweg) beschrieben wurde, war also abermals Eile angesagt.

Durch ähnlich schöne Landschaft wie am Vortag, dieses Mal auf einem deutlich breiteren und besseren Weg, machten wir uns also auf den Weg. Allerdings mussten wir nach 3 Stunden feststellen, dass wohl eher die 4-5 Stunden Wanderung der Wahrheit entsprechen. So standen wir also abermals kurz davor umzudrehen. Ziemlich verdutzt waren wir dann, als uns plötzlich weit abseits jeglicher Ziviliation ein Taxi entgegenkam, das kurz zuvor 2 amerikanische Touristen zur Lagune gebracht hatte. Übrigens die einzigen beiden Touristen, die wir an diesem Tag zu Gesicht bekamen.

So beschlossen wir also entgegen aller unserer Prinzipien den Rest des Weges im Taxi zurückzulegen, das uns anschließend auch wieder ins Tal brachte.

Die Lagune selbst war auch ganz nett, deutlich größer als die Laguna 69 am Vortag und genauso umringt von schneebedeckten Bergen. Der Berg im Hintergrund (Alpamayo) soll "Paramount Pictures" als Vorbild für ihr Logo gedient haben. Schade nur, dass sich an beiden Tagen die Sonne nur sehr vereinzelt erblicken ließ.

An der Laguna Parón

An der Laguna Parón

Der Alpamayo

Der Alpamayo

Nach einem mittaglichen Spaziergang durch Caraz fuhr ich dann abends weiter nach Huaraz und von dort über Nacht nach Trujillo, um am Mittwoch morgen um 7 pünktlich in meinem Seminar zu sitzen. Ich bin stolz darauf, dass mir nicht einmal die Augen zufielen, auch wenn der Vortrag durchaus dazu eingeladen hätte...

Plaza de Armas de Caraz

Plaza de Armas de Caraz

© Stefan Frei, 2006
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach meinem Auslandssemester 2006/07 in Trujillo bot sich kurzfristig wieder die Möglichkeit dorthin zu reisen. Meine Reise führte mich nach einiger Zeit im Hause meiner Freundin in den Norden des Landes und nach Ecuador. Ein Monat Südamerika - im Nachhinein zu kurz, um sich wirklich wieder an das Leben dort zu gewöhnen. Schön wars trotzdem!
Details:
Aufbruch: 04.03.2008
Dauer: 5 Wochen
Heimkehr: 04.04.2008
Reiseziele: Peru
Lambayeque
Bolivien
Der Autor
 
Stefan Frei berichtet seit 18 Jahren auf umdiewelt.