Australien - Ostküste 2008

Reisezeit: März - Mai 2008  |  von Heilwig Sandhagen

Mittwoch, 16.04.2008, Whitsunday Islands

Heute heisst es wieder früh aufstehen! Die Nacht war unruhig. Es hat immer wieder sehr heftig geregnet. Um 6.30 Uhr ist der Himmel wolkenverhangen. Wir machen uns fertig und werden um 8.00 Uhr pünktlich vom Bus abgeholt, nachdem wir einige Ungereimtheiten geklärt haben, wer denn nun der Veranstalter unserer Tour ist, nämlich nicht Maxi Tours (wie es im Voucher steht), sondern Ragamuffin, nimmt er uns auch mit.

Die Hostess, die uns den ganzen Tag begleitet, steigt eine Station später hinzu. So nach und nach klappern wir alle Hotels und Campingplätze ab, bis wir schließlich 15 Personen an Bord haben. Dabei sehen wir auch, dass der Mittelpunkt von Airlie Beach noch viel weiter Richtung Shut Habour liegt. Dort ist aber auch nicht viel los. Der Bus kurvt uns bis Shut Habour, wo wir direkt unsere Schuhe ausziehen müssen und an Bord des Segelschiffs gehen.

Die Ragamuffin

Die Ragamuffin

Unter Deck schmeißen wir unser Gepäck in extra dafür bereit stehende Hängematten und gehen gleich wieder aufs Upper Deck. Dort müssen sich erst mal alle ein Plätzchen suchen, was gar nicht so leicht ist, weil es nur wenige Sitze gibt und die meisten sich einfach auf die glatte Fläche des Schiffs setzen. Leider hat Thomas seinen Bauchladen mit der Videokamera im Camper vergessen....

Es ist sehr windig, aber die Sonne versucht, gegen die Wolken anzukämpfen.

Die Sonne kämpft mit den Wolken

Die Sonne kämpft mit den Wolken

Dann geht es los. Wir erhalten eine kurze Einweisung in die wichtigsten Verhaltensweisen an Bord (festhalten, Kopf einziehen, Mann über Bord, etc.) und dann den Ratschlag, uns so oft wie möglich mit Sonnencreme einzureiben, da gerade das wolkige Wetter trügerisch und gefährlich sein kann. Thomas und ich sind schon mit Schutzfaktor 50 eingecremt, wir wollen kein Risiko eingehen.

Einige Freiwillige dürfen nach einiger Zeit helfen, das Segel zu setzen. Dabei müssen sie an Winden ganz schön kräftig kurbeln und sind danach völlig k.o.

Die Fahrt dauert ca. 2 Stunden. Erst sieht es so aus, als ob die Sonne siegen würde, dann aber erwischt uns der Regen doch ganz plötzlich. Die Regenjacken können gar nicht schnell genug verteilt werden und wir werden alle ordentlich nass.

Der Regen kommt....

Der Regen kommt....

Dann kommt wieder urplötzlich die Sonne hervor. So geht das den ganzen Tag. Außerdem werden wir ordentlich durchgepustet. An den Whitsunday Inseln vorbei geht es zur Blue Pearl Bay. Wir erhalten Anzüge, die uns vor den lebensgefährlichen Jelly Box Quallen schützen sollen (allerdings laut Crew nur zu 85 %, da Kopf und Hände und Knöchel nicht bedeckt sind) sowie Taucherbrille, Flossen und Schnorchel. Dann werden wir mit einem Beiboot ans Ufer, einem kleinen Strand, der nur aus Korallenstücken besteht, gebracht. Wir sehen alle in den engen "Strampelanzügen" etwas lächerlich aus.

Thomas geht zuerst ins Wasser, was bei mir schon die ersten Lachanfälle auslöst. Er fällt mit den Flossen fast der Länge nach hin.

Ich habe erst etwas Respekt vor den Quallen, da aber alle im Wasser sind und bisher keiner um sein Leben schreit, traue ich mich dann auch.
Sobald ich den Kopf unter Wasser stecke, ist alles voller bunter Fische! Ich vergesse sofort alle Angst und schwimme los. Zuvor besorge ich mir noch eine "Noodle", eine flexible Stange aus schwimmendem Material, die man sich unter den Oberkörper legen kann, damit man nicht untergeht. Das macht das Schnorcheln wesentlich leichter. Nach einer Weile teile ich mir die Noodle mit Thomas und wir bewundern nebeneinander die Unterwasserwelt. Die ist einfach toll. Tausende Fische (u.a. Regenbogenfische, Doktorfische, etc.) schwimmen um uns herum, man kann mit den Händen nach ihnen greifen. Außerdem sehen wir wunderschöne Korallenbänke in allen Formen und Farben. Zwischendurch schmeißt die Crew noch Fischfutter ins Wasser, so dass man mitten in den ganzen Fischen drin ist. Man fühlt sich wie im Aquarium!

Leider regnet es zwischendurch immer wieder heftig, so dass die Farben etwas getrübt sind. Bei Sonnenschein wäre das Ganze sicherlich noch eindrucksvoller. Nach ca. 1 Std. wird mir kalt. Da hilft auch kein Schwimmen mehr. Wir gehen ans Ufer, schnattern im Strampelanzug im Wind vor uns hin und suchen den Strand nach Muscheln ab, die hier allerdings zwischen den ganzen Korallenteilen sehr selten sind.

Der Korallenstrand bei Blue Pearl Bay

Der Korallenstrand bei Blue Pearl Bay

Nach einer halben Stunde werden wir endlich von der Crew abgeholt. Alle haben Hunger. An Bord pellen wir uns aus den nassen Klamotten und fallen über das kalte Buffet her, das aus Salaten und kalten Hühnerbeinen besteht. Dann geht es wieder an Deck. Als wir uns gerade wieder mit Sonnencreme eingeschmiert haben, fängt es aus heiterem Himmel wieder an wie aus Kübeln zu gießen. Thomas und ich sind die einzigen Standhaften. Wir haben in weiser Voraussicht unsere Regencapes mitgebracht, die uns halbwegs vor Wind und Regen schützen.

Dann geht die Rückfahrt los. Erst nutzen wir den Schiffsmotor, dann wird aber wieder das Segel gesetzt. Der Skipper will uns nun offensichtlich zeigen, was er drauf hat, jedenfalls legt er das Schiff so schräg in den Wind, dass wir wirklich fast senkrecht zur Wasseroberfläche dahingleiten.

Leider haben Thomas und ich die hinterste Bank am Heck des Schiffs, wo man sich nicht zurücklehnen kann. Vielmehr müssen wir uns mit den nackten Füßen an der Rehling abstüzten, um nicht ins Wasser zu fallen. Das ist auf Dauer super anstrengend.

Durch den ständig wieder einsetzenden Regen sind wir richtig durchfroren. Ich bin froh, dass ich diesmal meine Fliesjacke dabei habe. Zwischenzeitlich steht das Schiff so schräg, dass ich fürchte, wirklich ins Wasser zu fallen und froh bin als der Skipper nach ca. ½ Stunde, die mir viel länger vorkommt, das Schiff wieder gerade stellt.

Später stand das Boot noch schräger, da konnte ich keine Kamera mehr halten...

Später stand das Boot noch schräger, da konnte ich keine Kamera mehr halten...

Gott sei Dank - wieder gerade!

Gott sei Dank - wieder gerade!

Wir fahren an den zahlreichen Inseln vorbei, die allesamt Traumstrände haben, aber leider nicht bei diesem Wetter wirken.

Regen, Regen, Regen...

Regen, Regen, Regen...

Nach 2 Stunden erreichen wir wieder den Hafen, gehen von Bord und werden mit dem Bus zum Campingplatz gebracht. (Der Ausflug hat heute 244 $, inkl. Mittagessen und Getränke gekostet, allerdings hatten wir schon weitere 34 $ von Deutschland aus angezahlt).

Das war ein schöner, wenn auch anstrengender Ausflug. Man muss schon seetüchtig sein. Für empfindliche Mägen ist das nichts!

Durchgepustet!

Durchgepustet!

Wir aber haben einen Bärenhunger und gehen, nachdem wir uns die Salzkruste abgeduscht und geschrubbt haben in der gegenüberliegenden Kneipe Essen (Schnitzel und Knoblauchbrot mit Salat). Danach kehren wir müde zu unserem Camper zurück und schauen uns noch eine DVD an. Man kann abends einfach nicht draußen sitzen, weil man von tausenden von Viehchern total zerstochen wird. Ich habe ca. 50 Stiche an den Beinen und weitere am restlichen Körper....

Stiche am ganzen Körper....

Stiche am ganzen Körper....

Du bist hier : Startseite Australien & Ozeanien Australien Mittwoch, 16.04.2008, Whitsunday Islands
Die Reise
 
Worum geht's?:
Dieses Jahr führte uns unsere Reiselust nach Australien. Von der wunderschönen Traumstadt Sydney ging es nach Brisbane und von da aus mit dem Camper die Küste rauf bis nach Cairns.
Details:
Aufbruch: 24.03.2008
Dauer: 6 Wochen
Heimkehr: 01.05.2008
Reiseziele: Australien
Der Autor
 
Heilwig Sandhagen berichtet seit 17 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors