Micha, Elli und das Nemo-Land...

Reisezeit: Oktober 2008 - Juli 2009  |  von Elli & Micha

Die Suedkueste: Lakes Entrance - Wilsons Promontory

Frohe Weihnachten euch allen!

Wir sitzen grad in einem "Cybercafe" in Cowes auf Philip Island... Um uns herum laeuft alles den gewohnten Gang. Weihnachten ist hier ja erst am 25.! Das kann uns natuerlich nicht stoeren; wir werden nachher schoen essen gehen und den "heiligen Abend" gebuehrend ausklingen lassen...
Unser letzter Bericht aus Orbost ist ja schon wieder ein bisschen her... Vielen Dank an die Halsabschneider von Internetcafebesitzern, die wohl der Meinung sind, Touristen seien Dukatenscheisser!
Naja... also wir sind von Orbost in das an der Kueste gelegene Urlaubsdoerfchen Lakes Entrance gefahren... Ein echtes Paradies fuer alle, die es lieben Preisvergleiche und Wettbewerbssituationen von diversen Campingplaetzen zu analysieren. Hier gab es bestimmt 20 - 30 verschiedene Plaetze... von 5 Sternen bis minus 3! Preislich aber alle hochauf! Wir entschieden uns fuer die guenstige, vor dem Ort gelegene Variante mit durchschnittlich 4 Sternen... Da wir aus Orbost schon vor dem schlechter werdenden Wetter geflohen waren, verwunderte es uns nicht etwas scheel von der Seite angeguckt zu werden, als wir nach einem Zeltplatz fragten. Wir bekamen dann noch den Tipp, uns mit dem Zeltaufbau zu beeilen, da eine Unwetterwarnung fuer das Gebiet ausgesprochen war. Das nahmen wir natuerlich nicht richtig ernst, da wir dachten mit Regen koennen wir ja nun langsam umgehen.
Das Zeltaufbauen dauerte trotzdem nicht lange, der Regen liess schliesslich auch nicht auf sich warten. Wir fuhren noch in die Stadt rein, assen Abnedbrot und chillten spaeter auf dem Campingplatz in der netten Campkitchen. Ploetzlich ging ein Sturm los, der unsere Folie vom Auto riss... Wir schafften es auch nicht, sie wieder fest zu machen (Boden zu weich). Da es immernoch regnete und langsam dunkel wurde, mussten wir uns was einfallen lassen. Unser kleines Zelt legte sich naemlich auch schon ziemlich bedrohlich auf den Boden... Und in unser Auto regnet es ja immernoch rein, wenn keine Folie drauf ist!

Micha kam auf die crazy Idee, mit dem Auto rueckwaerts in der Campkitchen einzuparken, damit wir ein Dach ueber dem Kopf haben. Gesagt, getan...
Ein wenig nachgemessen, beschlossen, es passt und mit ein wenig Koordinationshilfe eingeparkt - Stolz wie Oskar! Da dies aber doch schon ziemlich bizarr war, sind wir dann doch lieber zum Campingplatzbesitzer und fragten nach, ob das in Ordnung waere. Er war nicht so begeistert, schlug aber vor unser Zelt dort reinzustellen. Also wurde (immernoch bei Sturm und Regen!!) wieder ausgeparkt... und das Zelt reingeschleppt. Das stand jetzt zumindest schonmal trocken. Wir parkten das Auto in eine etwas windstillere Ecke und legten es mit Handtuechern aus... Was soll man machen... Nach einer schalflosen Nacht und viel Regen (draussen und im Auto...) war morgens alles nass, kalt und wir schlecht gelaunt. Es sah naemlich auch nicht nach Besserung aus. So entschlossen wir uns eine Huette anzumieten, um ueberhaupt mal wieder trocken zu werden.
Dort fuehlten wir uns natuerlich gleich heimisch. Zu unserem Glueck sind wir auf einem Dauercampingplatz gelandet und diese Huetten werden nicht so haeufig benutzt, so dass der Gasbrenner fuer das Warmwasser nicht funktionierte. Der Chef hat noch ein bisschen drauf rumgekloppt, beschlossen "is kaputt" und seine Frau hat uns 20 Dollar Rabatt gegeben! Juhuu!! Da war die Rechnung einfach und wir blieben gleich noch 2 Naechte! Und die Nacht in dem nassen Auto war gleich wieder entschaedigt!
Um das Auto wieder trocken zu kriegen sind wir mit Heizung auf voller Pulle in das ca. 35 km entfernte Bairnsdale gefahren. Oder auch das "Shopping Paradies" genannt. Wir konnten uns jedoch zurueckhalten...

Das lag vielleicht auch an der Sinnesueberreizung durch die gefuehlten 1000 kleinen und grossen bunten Laeden. Bairnsdale scheint grossen Aufwand in die Planung und Ansiedlung seiner Laeden gesteckt zu haben. Vielleicht gibt es dort deshalb nur Geschaefte - und keine Wohnhaeuser!
Es gibt ganze "Bezirke" fuer jede Art von Laden... alle grossen auf einen Haufen, die Mittleren dicht an dicht und die kleinen saeumen sich an der Hauptstrasse in einem schier unueberwindbaren, unuebersichtlichen, nicht endend wollenden Misch Masch!
Hm... nun denn - die Autotrockenaktion war erfolgreich und wir waren um ein paar echte "Gewuerzspekulatius" reicher, da wir an Aldi nicht vorbeikamen.
Zurueck in Lakes Entrance haben wir die naechsten 2 Tage mit Promenadenbummel, Kaffeetrinken, Strandwandern und Hafenbesichtigung (da gabs riesige Pelikane!) verbracht. Das Wetter wurde auch von Tag zu Tag wieder besser und die Campingplatzmutti hasste uns fuer jeden weiteren Tag mehr, da sie sich insgeheim wohl ueber den 40% Rabatt aergerte... Naja... uns doch egal! Als dann der Warmwasseranschluss repariert wurde, reisten wir ab !
Unser naechstes Ziel hiess Sale... Vorher machten wir noch einen Stop am vielversprechenden "Golden Beach". Doch unsere Erwartungen wurden voellig niedergeschlagen... ein kleiner, dreckiger Strand, der mehr an einen daenischen Hinterhofstrand erinnerte... dieser Eindruck hielt uns dann auch davon ab den benachbarten "Paradise Beach" zu besuchen! Namen sind eben nicht alles - so kann man sich taeuschen! Als wir dann in Sale ankamen, bot sich uns ein vergleichbar schlechter Anblick. Eine Stadt, die wohl eher gegen das Aussterben kaempfte... 1/3 aller Haeuser zu verkaufen und nicht wirklich nett. Wir entschieden uns die naechst grossere Stadt anzufahren - Traralgon.

Hier verbrachten wir die Nacht. Der Campingplatz war mit dem Dauercampingplatz voller Angestellter im Niedriglohnsektor in Canberra vergleichbar... also nur schlafen und weiter! Ein bisschen Enttaeuschung ueber Viktoria machte sich jetzt grad doch in uns breit!
Das sollte sich aber schnell aendern! Wir wollten in die Nachbarstadt "Moe", die es aber auch nicht schaffte uns zu ueberzeugen und zu halten, sodass wir einem Wegweiser gen "Walhalla" folgten... Dieser Name war doch vielversprechend! Die kleine Stadt wars auch! Es war eine historische, wiederaufgebaute Stadt, die an die Goldrauschzeiten erinnern sollte. Hier verbrachten wir den Nachmittag mit umherschlendern und genossen den altertuemlichen Charme dieses Doerfchens.
Zum Abend hin fuhren wir einen Campground am "Tarra-Bulga-National-Park" an. Der liegt in der Naehe der Stadt "Yarram" auf dem Weg zurueck an die Kueste. Hier schlugen wir unser Lager direkt neben einem Fluss im Regewald auf. Den kuehlen Abend verbrachten wir am Lagerfeuer... Morgens ging es dann Wandern.
Wir haben dort einen Dschunglepfad zu den "Cyathea"-Wasserfaellen, einer kleinen und wackeligen Haengebruecke und denkmalaehnlichen alten Baumstuempfen eingeschalgen...
Unseren Nachmittagssnack holten wir uns in einer kleinen Fish & Chips Butze in "Port Albert" ab. Der Laden wurde uns empfohlen und war auch wirklich lecker!
Geschlafen haben wir dann zwischen "Port Albert" und "Alberton" (man beachte die ausgefallene Staedtenamenwahl), wo wir den bislang schoensten Sonnenuntergang bewundern konnten.
Am naechsten Morgen ging die Reise weiter nach "Wilsons Promontery", einem bekannten Nationalpark. Dort holten wir uns eine Camperlaubnis und fuhren zu dem Campingplatz nach "Tidal River". Obwohl, eigentlich ist "Tidal River" ein einziger Campingplatz mit 480 Plaetzen... einem Shop, einem Restaurant und einem Kino. Dort verbrachten wir eine Nacht und konnten abends freilebende Wombats beobachten. Die drehen naemlich abends ihre Kreise auf dem Platz... voll suess!!!
Am naechsten Morgen war mal wieder Wandern dran. Man hatte uns erzaehlt, den "Mount Oberon" muesse man erklimmen, wenn man schon mal da ist. Also taten wir so! Vom Campingplatz aus ging es mit einem Shuttlebus zu einem ca. 7 km entfernten Parkplatz. Von dort aus starteten wir gut ausgeruestet mit Tonnen von Aepfeln und Wasser (es waren gefuehlte 40 Grad...!) unseren ca. 3,5 km langen Aufstieg. Es fuehlte sich laenger an... Endlich oben angekommen genossen wir jedoch eine gigantische Aussicht ueber den Nationalpark und die kleinen Vorinseln. Der Abstieg war einfacher und ging auch schneller. Trotzdem bekamen wir den Muskelkater unseres Lebens... Soweit zu unserer Fitness!
Wir waren auch zu fertig, als das wir noch Lust gehabt haetten, einen der weiteren 12 - 18 km langen Wanderwege zu erkunden!
So fuhren wir weiter, als Ziel ein Plaetzchen fuer Weihnachten zu finden.
Das fanden wir hier auf "Philip Island". Hier gibt es noch viel zu erkunden, dazu aber spaeter mehr.

Wir wuenschen euch frohe Festtage! Feiert schoen, lasst euch reich beschenken und geniesst die freie Zeit!

Liebe Gruesse
Elli & Micha

Auto in Campkitchen
-
stolzer Micha

Auto in Campkitchen
-
stolzer Micha

jaja, deutsche Massarbeit ^^

jaja, deutsche Massarbeit ^^

Unsere Huette fuer 3 Naechte

Unsere Huette fuer 3 Naechte

Hafen in Lakes Entrance

Hafen in Lakes Entrance

cooler riesen Pelikan

cooler riesen Pelikan

Goldmine in Walhalla
(hier wurden bis 1912 ca. 14 Tonnen Gold rausgeholt!!)

Goldmine in Walhalla
(hier wurden bis 1912 ca. 14 Tonnen Gold rausgeholt!!)

altes Cafe/Laden in Walhalla

altes Cafe/Laden in Walhalla

Strasse mit Bach (Walhalla)

Strasse mit Bach (Walhalla)

mutige Strasse durch die Berge...

mutige Strasse durch die Berge...

lustige Kurve

lustige Kurve

unser Platz am Tarra Bulga Nationalpark

unser Platz am Tarra Bulga Nationalpark

Bach hinter unserem Platz...
voll schoen!!

Bach hinter unserem Platz...
voll schoen!!

Bruecke durch den Regenwald, Tarra Bulga
(denkt es euch Hochkant ^^)

Bruecke durch den Regenwald, Tarra Bulga
(denkt es euch Hochkant ^^)

Tarra Bulga

Tarra Bulga

historische Riesen-Baumstuempfe
(der Baum war mal ca. 80m hoch!)
(denkt es euch Hochkant ^^)

historische Riesen-Baumstuempfe
(der Baum war mal ca. 80m hoch!)
(denkt es euch Hochkant ^^)

Aussicht von Unterwegs

Aussicht von Unterwegs

Aussicht von Unterwegs

Aussicht von Unterwegs

Sonnenuntergang am Port Albert

Sonnenuntergang am Port Albert

Einfahrt in "Wilsons Promotory Nationalpark"

Einfahrt in "Wilsons Promotory Nationalpark"

kleine, suesse Wombats

kleine, suesse Wombats

Aussicht vom "Mount Oberon", 
"Wilsons Prom"

Aussicht vom "Mount Oberon",
"Wilsons Prom"

Aussicht vom "Mount Oberon", 
"Wilsons Prom"

Aussicht vom "Mount Oberon",
"Wilsons Prom"

© Elli & Micha, 2008
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Am 28.10. steigen wir mit gemischen Gefühlen in Hamburg in den Flieger und werden dann am 30.10. morgens um sechs in Sydney ankommen. Von da aus beginnt unsere ca. 8-monatige Endeckungstour quer durch Australien. Viel Spaß mit unserem Reisebericht!
Details:
Aufbruch: 30.10.2008
Dauer: 8 Monate
Heimkehr: 04.07.2009
Reiseziele: Australien
Der Autor
 
Elli & Micha berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
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