Micha, Elli und das Nemo-Land...

Reisezeit: Oktober 2008 - Juli 2009  |  von Elli & Micha

Emerald - Toowoomba

G' day

Nachdem wir nun in "Emerald" angekommen sind, merken wir auch wieder den starken Unterschied der verschiedenen Regionen Australiens. Hier in "Emerald" ist definitiv kein Outback mehr. Die Landschaft ist wieder gruener geworden und es verwundert nicht, dass der Australier diese Region "Central Tablelands" nennt. Es ist stark huegelig geworden. Auch das Wetter hat sich deutlich veraendert. Hatten wir im Outback noch stets stahlblauen Himmel mit kleinen Wolkengruppen muessen wir uns hier wieder an "Kuestenwetter" mit Regengebieten und die herbstlliche Jahreszeit gewoehnen. Windig ist es geworden und einige Baeume lassen langsam aber sicher ihre Blaetter fallen. Das Thermometer erreicht tagsueber nur noch rund 20 Grad - schon fast ein bisschen frisch. Aber auch so fuehlen wir uns hier wohl...! Ausser nachts vielleicht, wenn wir anfangen, alle unsere Decken zu nutzen, um nicht wegen kalten Fuessen aus dem Schlaf gerissen zu werden.

"Emerald" ist eine Oase an der Grenze zum Outback. Eine bluehende Stadt mit allen Laeden und Einrichtungen, wie wir sie von den Kuestenstaedten gewohnt sind. Die Benzinpreise sind wieder auf Normalhoehe gefallen und es sind keine Schwankungen vor mehr als 40 cent pro Liter von Tanke zu Tanke zu erwarten. Hier fuehlen wir uns direkt wieder wohl!
Unser Besuch im Informationszentrum brachte uns die Empfehlung fuer einen sehr schoenen, ausserhalb der Stadt befindlichen, an einem Stausee gelegenen Campingplatz. Wir liessen uns schon mal vorab einbuchen, um uns ein bisschen die Stadt anzugucken und um ein paar Einkaeufe zu machen. Heute sollte es endlich mal wieder was leckeres zu Essen geben. Wir hatten Lust auf BBQ mit alles!

Als wir am spaeten Nachmittag auf dem Campingplatz ankamen, wussten wir, dass wir gut mit unser Vorabeinbuchung beraten waren. Der Platz war voll... Voller angelsuechtiger Rentner! Kein Wunder, denn der aufgestaute "Lake Maraboon" war anscheinend das perfekte Angelrevier. Ziemlich alle Residierenden waren den Tag ueber mit ihren Booten unterwegs und wollten abends den Fang schmackhaft gegrillt zu sich nehmen. Also mussten wir uns mit unserer BBQ-Idee hinten anstellen... Schlange stehen vorm Grill kann auch witzig sein. Vorallem wenn man den verschiedenen Grilltechniken der Australier zuschauen kann...
Nachdem wir endlich einen Grill ergattern konnten und unsere 4-Sorten-Grill-Kreation schmackhaft mit Kartoffeln, Zwiebeln und Pilzen zubereitet hatten, mussten wir feststellen, dass unser Einkauf auf leeren Magen irgendwie quatsch war. Wir hatten natuerlich viel zu viel und unser Essen fuer den naechsten Tag war schon gesichert. So vollgefuttert legten wir uns gemuetlich, in Decken gemummelt, in unser Auto und liessen den Abend mit "Batman - Dark Knight" ausklingen... Heath Ledger auf Englisch hat wirklich den Oskar verdient!
Am naechsten Morgen, nach ein paar kurzen Smalltalks - wir schienen, auf diesem Renterplatz eine reine Attraktion zu sein -, machten wir noch einen kleinen Spaziergang zum angrenzenden Stausee. Ein bisschen direkt am Ufer den leichten Wellen zuschauen und von einem Lookout aus ein wenig die gewaltigen Ausmasse dieses Bauwerks bestaunen. Wer redet hier eigentlich immer von Duerre? In dem Ding ist so viel Wasser, dass man damit komplett "Emerald" absaufen zulaufen lassen koennen!

Danach ging unsere Reise weiter in Richtung Kueste. Urspruenglich wollten wir nur eine kurze Etappe fahren, aber durch einen Tipp, den wir von Peter und Marge erhalten hatten, trieb es uns weiter bis in einen kleinen gepflegten Nationalpark. Marge hatte von einem hervorragendem Campingplatz in Mitten des "Cania Gorge Nationalparks" geschwaermt, weshalb wir den knapp 450 Kilometertripp auf uns genommen hatten.
Enttaeuscht wurden wir nicht! Direkt bei unser Ankunft am spaeten Nachmittag, durften wir der taeglichen Freiluftvogelfuetterung beiwohnen. Der Nationalpark ist wegen seiner hohen Vogelvielfalt (ueber 150 Arten) geschuetzt. Wir konnten einige Papageien, Kakadus und Huehner bestaunen...
Wir blieben auf diesem schoenen Waldcampingplatz zwei Tage und haben neben dem mal wieder anstehenden Waeschegewasche eine sehr entspannte Zeit genossen.
Wir liessen den ersten Abend bei Lagerfeuer, wunderschoenem Sternenhimmel und Open-Air Kino ausklingen. Vorher beobachteten wir noch die kleinsten Mini-Ratten-Kaengurus der Welt, die die restlichen Kruemel der Vogelfuetterung suchten. Eine kleine Gruppe der putzigen Tierchen stoeberte grunzend hoppelnd ueber den Fuetterungsplatz. Voll cool!
Am zweiten Tag bewanderten wir ein bisschen den Nationalpark. Ein ersten Abstecher machten wir zu dem Stausee dieses Nationalparks. Wieder randvoll! Wo soll denn nun die Duerre sein? Naja... Ein weiterer Abstecher fuehrte uns auf alte Goldgraeberpfade. Gefunden haben wir nichts, dafuer durften wir die alten vergammelten Werkzeuge besichtigen. War nicht so spannend, aber was solls. Die Landschaft - Eukalyptuswald durchzogen von Sandsteinklippen - entschaedigte einiges. Wir machten uns dann auf den Rueckweg zum Campingplatz, um wieder bei der Vogelfuetterung dabei zu sein. Sekunden nachdem der Ranger mit der Vogelfutterkiste das Feld betreten hatte, flogen die Scharen von Voegeln ein. Der Ranger erzaehlte ein bisschen ueber die verschiedenen Arten und dann bekamen alle eine Handvoll Koerner, um die Voegel zu fuettern. Das war ein Spass! Ein "Kingparrot" auf meinem Kopf und auf Ellis Schulter, ein "Rainbow Loriket", der versuchte, auf Ellis Sonnenbrille zu landen, dutzende "Lorikets" fressend auf unseren Haenden, kleine schwarze Papageien huepfend auf dem Boden, riesige weisse und rosane Kakadus auf den Baeumen und eine horde Huehner zwischen unseren Fuessen. Total super! Der ganze Spass dauerte eine knappe halbe Stunde und war das Highlight des Nationalparkbesuchs.

Auf diesem Campingplatz guckten wir auch das erste Mal seit langem wieder die Abendnachrichten. Eigentlich ein Wunder, dass der Fernsehanschluss hier funktionierte, denn Handyempfang, Internet und Telefonzelle waren hier Fehlanzeige. Wir mussten erschreckender Weise feststellen, dass ein Cyclon in der Region "Brisbane" aufs Festland getroffen ist. Dieser verwuestet gerade die komplett Suedkueste Queenslands und die Nordkueste von New South Wales. Hm... da sind wir ja gar nicht so weit von weg, bzw. da wollten wir ja wieder hin .

So besuchten wir am folgenden Tag als erstes ein Informationzentrum in der naechsten Stadt, um unsere geplante Reiseroute mal zu ueberpruefen. Wir bekamen hilfreiche Wetterinformation und Vorhersagen und den neusten Strassenzustandsreport. In Anlehnung daran, haben wir nun endgueltig beschlossen, unseren weiteren Weg zurueck nach Sydney auf einem Highway im Inland (ca. 150 Kilometer von der Kueste) fortzusetzen. Hier sind alle Strassen in Takt, keine Ueberschwemmungen und keine uebermaessigen Regenfaelle zu erwarten. Das hoert sich gut an und wir koennen ja auch mal Glueck haben!

Wir sind derzeit in "Toowoomba" angekommen. Das liegt direkt westlich von Brisbane in Inland und ist eine 90.000 Menschen Metropole. Hier sind wir seit zwei Tagen und sind unseren Berichtschreibungspflichten mal wieder nachgekommen . Elli arbeitet momentan stark gegen eine leicht einschleichende Erkaeltung an und wir haben uns intensiver mit unserer Studiumszukunft auseinandergesetzt. Allmaehlich zaehlen wir schon die Tage rueckwaerts bis zu unserer Ankunft in Deutschland, sind aber auch sehr gespannt auf die Philipienen.

Heute soll es weitergehen... Wir wollen die Grenze nach New South Wales ueberqueren!

Bis hierhin beste Gruesse
Elli & Micha

Campingplatz in "Emerald"

Campingplatz in "Emerald"

"Lake Maraboon"

"Lake Maraboon"

der Staudamm in "Emerald"

der Staudamm in "Emerald"

... Raupe! ...

... Raupe! ...

da sonnt sich einer auf der Strasse...

da sonnt sich einer auf der Strasse...

Campingplatz im "Cania Gorge NP"

Campingplatz im "Cania Gorge NP"

"Rainbow Lorikets"

"Rainbow Lorikets"

...froehlich!

...froehlich!

...auch froehlich!

...auch froehlich!

...aha!

...aha!

so ein grosser Kakadu

so ein grosser Kakadu

Unterwegs im "Cania Gorge NP"

Unterwegs im "Cania Gorge NP"

Unterwegs im "Cania Gorge NP"

Unterwegs im "Cania Gorge NP"

Unterwegs im "Cania Gorge NP"

Unterwegs im "Cania Gorge NP"

ein Struvelpeter...

ein Struvelpeter...

soo gross...

soo gross...

die spinnen die Australier...
- ne "Big Orange" -

die spinnen die Australier...
- ne "Big Orange" -

Eindruck von Unterwegs

Eindruck von Unterwegs

Eindruck von Unterwegs
- gleich wirds nass -

Eindruck von Unterwegs
- gleich wirds nass -

© Elli & Micha, 2008
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Am 28.10. steigen wir mit gemischen Gefühlen in Hamburg in den Flieger und werden dann am 30.10. morgens um sechs in Sydney ankommen. Von da aus beginnt unsere ca. 8-monatige Endeckungstour quer durch Australien. Viel Spaß mit unserem Reisebericht!
Details:
Aufbruch: 30.10.2008
Dauer: 8 Monate
Heimkehr: 04.07.2009
Reiseziele: Australien
Der Autor
 
Elli & Micha berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
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