Zwei Bayern auf Reisen

Reisezeit: Mai - Dezember 2009  |  von Georg Holl

Thailand: Ayutthaya

18.10. - 19.10.

Mit dem Zug ging es hinaus aus Bangkok, nach "Ayutthaya", der früheren Hauptstadt Thailands. Für die Fahrt, die wegen einiger unplanmäßiger Stopps (z.B. Kühe auf den Gleisen) zwei Stunden statt einer gedauert hat, wählten wir das billigste Ticket: 3. Klasse für 70 Cent. Zwar hatte unser Waggon nicht die befürchteten, aber auch gewünschten Holzbänke, aber bewegen durfte man sich trotzdem nicht, da sonst die Sitze in sich zusammenkrachten. Aber von der "Holzklassen-Romantik", wie man es von Asien hört und sich vorstellt, keine Spur: Niemand lag auf dem Flur, keine Hühner hüpften herum, keine Bretterverschläge als Wände, kein stinkendes, trinkendes Volk. In "Ayutthaya" angekommen hieß es dann den Zug nach Thailändischer Art zu verlassen: Ohne Bahnsteig, mitten auf die Gleise. Als unsere Rucksäcke aus dem Fenster heraus gereicht wurden, störte die Idylle nur ein ständiges Hupen eines anderen Zuges, der auf dem Gleis, auf dem wir standen, uns entgegenkam.
Zu "Ayutthaya" kann man nicht viel sagen, außer dass die Stadt geschichtlich sehr wichtig für Thailand gewesen ist. Sie war die Hauptstadt Thailands von 1350 bis 1767, bis sie von den Burmesen erobert und zerstört wurde, und darauf der König Richtung Süden floh und dann Bangkok einige Jahre später als neue Hauptstadt aufbaute.
Zu sehen gibt es in dieser Stadt viele und herrliche Bauten und Statuen, und man kann sich gut vorstellen, welche Ausmaße die Stadt früher gehabt hat, einfach riesig. Zur Besichtigung der Stadt liehen wir uns Fahrräder aus, doch wir haben sicher nicht alles gesehen.
Meinen absoluten Tiefpunkt in der Sache "Toilette" hab ich dann bei einem der Tempel erleben müssen: Vom Durchfall geplagt wurde ich (wegen meiner "Taschentuch-Vergesslichkeit") schon ein wenig geübt im Umgang mit dem Schlauch auf der Toilette (obwohl es immer wieder ein komisches Gefühl ist, mit nasser Unterhose herumzulaufen), doch dieses mal gab es keinen Schlauch, sondern nur einen Eimer Wasser und ein Hundenapf im Eimer... Naja!

Das sich auf einer Reise beinahe täglich alles ändert, hab ich schon mehrmals erwähnt. In "Ayutthaya" gab es nun eine größere Änderung, Piet und ich haben uns nach 3 ½ Monaten gemeinsamer Reise getrennt und jeder reist die letzten zwei Monate alleine weiter. Nicht weil wir uns gestritten hätten, sondern weil es sich herauskristallisierte, dass wir beide für den Abschluss der Reise verschiedene Vorstellungen, Ziele und Prioritäten haben. Und da war es in unseren Augen das Sinnvollste und Vernünftigste, das jeder seinen eigenen Weg gehen soll.
Für Piet geht es nun direkt weiter nach Kambodscha, von dort weiter durch Vietnam nach Hanoi, von wo er einen Zug nach Peking nehmen will und von dort mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Moskau fahren will, mit einem einwöchigen Stopp in der Mongolei.
Ich will noch den "ärmeren und touristenloseren" Teil Thailands mit dem Roller besuchen, bevor es dann über ein paar wichtige historische Stätten Thailands nach Norden geht, darauf nach Laos. Dort will ich dann den Mekong - Fluss quer durch Laos, Kambodscha bis ins Mekongdelta in Vietnam hinunterreisen, mit gelegentlichen Ausflügen ins Hinterland. Ob dann noch die Zeit reicht, um Vietnam vollständig zu bereisen, wird sich noch herausstellen.
Aber morgen geht es erst einmal für vier Tage mit einem ausgeliehenen 100ccm Honda-Roller hinein in den Nordosten von Thailand.

© Georg Holl, 2009
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Vom entspannten Liebesurlaub zur abenteuerlichen Männerreise in 2 Akten mit kurzem Zwischenspiel (Solo): 1. Akt: Schorsch und Claudi auf den Fiji-Inseln und in Neuseeland. Zwischenspiel: Schorsch von Cairns nach Melbourne 2. Akt: Schorsch und Piet über Australien und Indonesien quer durch Süd-Ost-Asien (Malaysien, Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam, China, Tibet, Bhutan, Nepal, Indien).
Details:
Aufbruch: 10.05.2009
Dauer: 7 Monate
Heimkehr: Dezember 2009
Reiseziele: Fidschi
Neuseeland
Australien
Singapur
Malaysia
Thailand
Laos
Der Autor
 
Georg Holl berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.