Bis nach Südamerika und noch viel weiter.... :-)

Reisezeit: Juni 2011 - Juni 2013  |  von Matthias Juranitsch

Galapagos Inseln: Isla Espanola

TAG 4 - 22.07.2011

Um 12 Uhr wurde ich vom Kapitän unseres Tourschiffes "Johnsi" höchstpersönlich im Hafen von Puerto Baquerizo Moreno mit einem Schlauchboot abgeholt und zu unserem Tourschiff Sulidae gebracht. Ich war noch alleine, da die anderen Teilnehmer der Tour erst um 13 Uhr mit dem Flugzeug aus Guayaguil ankamen. Um 13:30 waren wir dann jedoch vollständig (zwei weitere Österreicher und 3 Schweizer, eine aus dem deutschen und zwei dem französischen Teil),....leider wurden somit meine "Spanisch-Praxislektion II" bis auf weiters verschoben, da wir uns untereinander bzw. mit unserem Guide hauptsächlich in Englisch bzw. Deutsch verständigten...... Das wir auf unserem für 12 Passagiere ausgelegtem Boot nur zu 6 waren, war im Nachhinein betrachtet unheimliches Glück. Als kleinere Gruppe waren nämlich die Ausflüge angenehmer und es blieb uns mehr Zeit zum schnorcheln, da alles viel rascher ging (Landung am Strand per Boot, jeder Einzelne fotografiert irgendwas, etc.).

Sulidae Tourschiff

Sulidae Tourschiff

Die Sulidae ist ein Tourist-Class Boot welches 1901 erbaut wurde (und wohl schon einige Male überholt wurde),....über mein Wahl war ich schon bei Ankunft an Bord sehr glücklich, da dieses Schiff einfach Abenteuer ausstrahlt. Schon bei meiner Buchung in Quito hatte ich mir die Kajüte am Ende des Schiffes reserviert und bewohnte diese bis zum Ende unserer Tour auch ganz alleine - also die größte Kabine mit der genialsten Aussicht (die gesamte Kajüte war nach hinten hinaus verglast). Ich hätte diese Aussicht in den kommenden Tagen auch sicher genossen, wenn um diese Zeit im Bereich der Galapaosinseln die See nicht dermaßen rauh gewesen wäre. In den kommenden Nächten in denen wir die jeweils nächste Insel ansteuerten wurde ich wie eine Flipperkugel in meiner Kajüte hin und her geworfen.

Überstehen kann man das auch nur mit einer leichten Überdosis Medikamenten gegen Seekrankheit (Mareol). So warf ich mir jeden Tag statt der empfohlenen einzelnen Tablette immer gleich 2 Mareol ein,....und überstand so die rauhe See der kommenden Tage. Als ich am Ende der Tour auf Santa Cruz ankam quälte mich dann auch noch für rund 4 Tage die Landkrankheit, die jetzt auch nicht besser ist als die Seekrankheit. Effekt: Ständiges Gleichgewichtverhalten wie bei einem 2 Promille Silvesterrausch - btw wer darunter leidet sollte tunlichst VERMEIDEN unter der Dusche kurz mal die Augen zu schließen,....im Selbsttest erprobt musste ich feststellen, dass man sich wie ein Kreisel zu drehen beginnt, was wiederum mehrmaligen Vollkontakt mit der Duschwand bzw. der Duschkabine nach sich zieht. Betreffend Seegang ging es uns die ganze Reise über allen gleich schlecht (alle überstanden wir es aufgrund der erwähnten Mareol-Überdosis zum Glück ohne dass sich jemand das Abendessen nochmals durch den Kopf gehen lassen musste). Ich hatte in Puerto Baquerizo Moreno nach Beendigung der Prohibition eine Flasche Havanna Club zum mixen besorgt (war dann doch gar nicht so teuer), da es uns jetzt allerdings allen dermaßen schlecht ging, wollte keiner auch nur an einen Cuba Libre denken, geschweigeden einen trinken. So blieb also die Flasche bis zum letzten Abend ungeöffnet und auch am letzten Abend trank jeder von uns nur eine 1 cl Autofahrermischung,......eher anstandshalber! .....

Wurde also nichts aus meinem chilligen Plan mit Buch und Cuba Libre bei ruhiger See jeden Abend in den Sonnenuntergang zu schippern. Stattdessen verbrachte ich meine Abende mit Mareol zugedröhnt in der Kabine und versuchte nicht bei jeder Welle mit dem Gesicht an der Kajütenwand zu kleben bzw mir keinen Oberschenkelhalsbruch beim Duschen und Zähneputzen zuzuziehen. Auch eine neue aber nicht unbedingt wichtige Erfahrung war, sich bei jedem Klobesuch an der Klomuschel festzukrallen in der Hoffnung nicht vom Topf zu fallen.

Zur Sulidae kann abschließend gesagt werden, dass es ein ur gemütliches, sauberes, abenteuerliches und lustiges Boot mit sehr netter Besatzung ist. Das Essen an Bord war suuuuper gut (der Koch hat nämlich ein Restaurant und probiert an Bord immer neue Rezepte aus,.....lecker!)

Aber zurück zum ersten Tag. Als schließlich alle an Bord waren, ihre Kajüten bezogen hatten und wir unser erstes Mittagessen zu uns genommen hatten gab's noch einen Landausflug zur Laguna El Junco und nach Galapaguera. Beides von mir bereits am Vortag besucht, gab's jetzt keine erwähnenswerten Neuerkenntnisse - Lagune noch immer Nebel wie in Schottland; Galapaguera - Schildkröten nicht viel größer als am Tag zuvor.

Zurück im Hafen begang ich dann jedoch einen folgenschweren Fehler. Ich hatte mir ja extra für die Reise Kajakturnschuhe (Salomon Tech Amphibien II) zugelegt,....also Turnschuhe die man sowohl in der Stadt als auch im Wasser tragen kann - tolle Sache.........aber, wie gesagt folgender grooooßer Fehler meinerseits: Da die Schuhe vom "Schottlandausflug" voller Schlamm waren wusch ich sie am Strand, im Hafen von Puerto Baquerizo Moreno,......ich fand noch lustig, dass sich dort so viele Seelöwen tummelten,.....jetzt denkt ihr,...na und? Was war jetzt dein foooooolgenschwerer Fehler ?!?!?..... Offensichtlich hinterließen die Seelöwen in dieser netten Bucht das eine oder andere Exkrement im Wasser,.....und so moderten meine Schuhe zwei Tage später vor sich hin.

Tag und Nacht roch ich in meiner Kajüte einen an meinen Schuhen haftenden ekiligen Seelöwen-poops-Moder-Schimmel-geruch,......."Sealionpoop,...the new fragrance from Calvin Klein",...
In den folgenden Tagen versuchte ich diesen "verführerischen" Duft von meinen Schuhen zu bekommen,....Duschbad, Rei aus der Tube, Desinfektionsalkohol und sogar in letzter Verzweiflung Listerin Mundwasser!!! Effekt: Seelöwen-poops-Moder-Schimmel-geruch MIT einem Hauch von Minze *kotz*

Da man ja wenn man Fisch isst Zitronenwasser zum Händewaschen gereicht bekommt (oder zumindest Zitronenerfrischungstücher) versuchte ich meine Schuhe in letzter Verzweiflung dadurch zu retten sie in einem Gemisch aus Zitronensaft, Weichspüler und Waschmittel zu kochen,.....Effekt: So guuut haben noch keine meiner Schuhe gerochen, juhuuu voller Erfolg! ,....naja,....nicht voller Erfolg,.......sie sind jetzt 1 Größe kleiner und aufgebogen wie eine Banane , ABER sie stinken nicht mehr.

TAG 5 - 23.07.2011

Ähhhm,....aja, zurück zu den Galapagos Inseln....

Am späteren Abend legte unser Schiff in Richtung Espanola ab,....sie See war rauh, der Schlaf entsprechend unruhig. Um 6 Uhr Tagwache und ein ausgezeichnetes Frühstück. Als ich an Bord komme kann ich nur noch staunen - Isla Espanola - wir ankern in der Bucht "Gardner Bay" - ein Kilometerlanger in der Morgensonne strahlender Sandstrand mit hunderten von herumliegenden Seelöwen - ein wunderschöner Anblick. Die nächsten Stunden verbrachten wir an diesem Strand - Seelöwen bewundern, herumwandern, schnorcheln - ein unbeschreibliches Erlebnis.

Gardner Bay

Gardner Bay

schnorcheln unter Seelöwen...

schnorcheln unter Seelöwen...

Als ich mich am Strand hinknie um in entsprechendem 2 Meter Abstand Fotos von herumliegenden Seelöwen zu machen schleicht sich ein Seelöwenbaby auf der Suche nach seiner Mutter an mich heran. Jetzt soll man hier die Tiere ja möglichst nicht erschrecken und so beschloss ich anstatt aufzustehen in der Hocke zu verweilen. Das Seelöwenbaby kam immer näher und schaute mich mit großen Augen an - dachte offensichtlich das meine Knie Muttermilch beinhalten und begann daraufhin an meinem rechten Knie zu nuckeln. Als da jetzt - no-na-net - nix rauskam saß das kleine Fellknäuel leicht verstört vor mir und glubschte mich weiter an. (Nachtrag: Das bei dieser Gelegenheit gefilmte Video hatte bisher immer den gleichen Effekt auf Leute denen ich das Video zeigte:" Ohhhhhh, Ahhhhh,....mei is des süüüüüß". -Hier weiter unten ein Standbild des Videos... ok und nun alle zusammen "Ohhhhhh, Ahhhhh,....mei is des Süüüüüß".

"Ohhhhhh, Ahhhhh,....mei is des Süüüüüß"

"Ohhhhhh, Ahhhhh,....mei is des Süüüüüß"

und gleich nochmal,....der kleine Seelöwe

und gleich nochmal,....der kleine Seelöwe

Am Nachmittag gings dann ans andere Ende von Espanola nach Punta Suarez. Hier verbrachten wir mehrere Stunden mit einem Spaziergang über die Inseln. Dabei sahen wir die unterschiedlichsten Tiere - hier nur ein kleiner Überblick über die Tiere die wir sahen und die Dinge die wir über selbige erfuhren:

In einem Land vor unserer Zeit - ein Marine Iguana

In einem Land vor unserer Zeit - ein Marine Iguana

Marine Iguanas - die vermutlich faulsten Tiere überhaupt! (ja, fauler als der Koalabär, das Faultier und der Seelöwe zusammen) Ein Wissenschaftler schloss vor einigen Jahren mal einen Iguana an ein EKG oder irgendso eine "Maschine mit dem BING" an (kenn mich da jetzt nicht sooo gut aus),...einige Minuten später - Nulllinie - "Verdammt ich hab das Vieh getötet!",......einige Minuten später .....BING!..., wieder ein Ausschlag......!?!?

Die sind soooo faul, dass sie zeitweise körperlich vollkommen auf Stand-by gehen, dass nichtmal eine "Die Maschine mit dem BING" eine Aktivität aufweißt! Daneben können sie schwimmen und Salzwasser trinken das sie in ihrem Kopf filtern,....das Salz niesen sie dann aus (weswegen sie eine salzige Kruste am Kopf kleben haben,....igitt,....Rotz auf der Stirn *bäääh*).

am anderen Ende der Insel...

am anderen Ende der Insel...

Marine Iguana

Marine Iguana

Blue Footed Boobie (Blaufußtölpel - im Folgenden BFB): Die hängen hier überall herum und schauen die vorbeigehenden Touristen neugierig oder auch irgendwie dümmlich an. Die Blue Footed Boobies heißen so, weil sie grelle blaue Füße haben. In Wirklichkeit haben sie jedoch nicht nur blaue Füße sondern der gesamte Körper ist unter den weißen Federn ebenfalls blau. Die Farbe kommt vom Karotin in ihrer Nahrung - je mehr Nahrung, desto mehr Karotin, desto blauer. Die blauen Füße sind in der Welt der Blaufußtölpel eine Art Statussymbol,....also der Porsche der BFB-Männchen. Hat ein BFB-Männchen sehr blaue Füße ist er der Traummann für die BFB-Weibchen "Hast du den gesehen,....der hat richtig toll blaue Füße,.....der ist sicher ein guter Jäger,.....Hmmmmm! ist er nicht ein Traummann?",......Das Paarungsverhalten ist dann ähnlich dem der Menschen. Die BFB beginnen voreinander zu tanzen (Abends in der Disco) und sich ihre Füße zu zeigen (so bissl posend antanzen, herzeigen der Statussymbole - teure Kleidung, super Schlitten vor der Disse). Am Ende hält das BFB-Mänchen einen Zweig (Wohnungsschlüssel) vor die Nase des Weibchens,...wenn sie ihn annimmt sind sie offiziell zusammen und bauen ein Nest (......).

....Hi,...ich sah dich da so herumstehen und dachte mir ich schau mal zu dir rüber. Du hast übrigens wunderschöne Füße.....

....Hi,...ich sah dich da so herumstehen und dachte mir ich schau mal zu dir rüber. Du hast übrigens wunderschöne Füße.....

Eine kleine unsympatische Seite haben die BFB jedoch auch: Jedes Weibchen legt 2 Eier - eines zum Überleben, das zweite so als Backup Ei für den Fall das Nummer 1 unerwartet draufgeht. Schlüpfen jedoch beide Eier und überleben beide Neugeborenen einige Tage, bringt das erstgeborene Küken bei erstbester Gelegenheit das kleine Geschwisterchen eiskalt um....(an dieser Stelle ganz liebe Grüße und DANKE fürs am Leben lassen an meine ältere Schwester )

....guckst du,...2 Eier.....

....guckst du,...2 Eier.....

Blowhole am anderen Ende der Insel (eine Welle wird durch das Blowhole ind der Klippe gedrückt und bläst in die Luft wie ein Geysir)

Blowhole am anderen Ende der Insel (eine Welle wird durch das Blowhole ind der Klippe gedrückt und bläst in die Luft wie ein Geysir)

Albatros: Diese wunderschönen Vögel findet man hier ausschließlich auf der Insel Espanola - rd. 14.000 Paare. Im Winter setzen sich die Vögel nach Peru oder sonst wo ab, dazu fliegen sie rund 3.000 km. Bei ihrer Rückkehr versuchen sie entweder einen neuen Partner zu finden oder mit dem Exlebensabschnittspartner vom letzten Jahr bzw dem Flirt vom Winterurlaub in Sonst-Wo wieder Kontakt aufzunehmen,...so eine Art "aufgwärmte G'schicht". Bei rund 28.000 Albatrossen ist das wiedererkennen nun aber etwas schwierig und so tanzen auch die Albatrosse - jedoch in erster Linie nur um sich wiederzuerkennen. Sich bekannten Pärchen tanzen dabei wie beim 90er Hit "Eyyy, Macarena" die gleichen Bewegungsabläufe durch,...also um den Tanzstil vom letzten Mal wiederzuerkennen,.....diese Tänze zu beobachten ist der Brüller. "Kopf nach links, Kopf nach rechts, step, step, Kopf unter den rechten Flügel, step step, wackeln nach links, Kopf in die Höhe,....Eyyy, Macarena!!!......etc.

...entschuldige,...kennen wir uns nicht?....

...entschuldige,...kennen wir uns nicht?....

Let's dance!,................Eeehh, Macarena!.....

Let's dance!,................Eeehh, Macarena!.....

....und wenn sich die Albatros-Mama und der Papa-Albatros ganz, ganz, viel lieb haben,...dann....

....und wenn sich die Albatros-Mama und der Papa-Albatros ganz, ganz, viel lieb haben,...dann....

Lava Lizard

Lava Lizard

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ab Juni 2011 geht es einmal um die Welt,...so ist zumindest der Plan,…wie lange es tatsächlich dauert und wo es dann überall hingeht wird sich noch zeigen... Dieser Blog ist für alle, die wissen wollen wo auf der Welt ich mich gerade rumtreibe und was ich dort so erlebe. Das erste Jahr in Südamerika ist leider schon vorüber,...aber im Herbst geht's sofern alles klappt weiter in Richtung Asien und Ozeanien ,-) Freu mich natürlich über Nachrichten im Guestbook. Viel Spass beim „Mitreisen“!
Details:
Aufbruch: 15.06.2011
Dauer: 24 Monate
Heimkehr: Juni 2013
Reiseziele: Ecuador
Cotopaxi
Peru
Bolivien
Chile
Argentinien
Paraguay
Uruguay
Brasilien
Österreich
Der Autor
 
Matthias Juranitsch berichtet seit 10 Jahren auf umdiewelt.
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