Nebensaison Januar/Februar/März in Swakopmund
Start am Sonntag
alles läuft wie geplant
Unsere Einkäufe nach der Übernahme des Autos können wir pünktlich gegen 12 Uhr abschließen, da können wir über Henties Bay und weiter nach Nordwesten fahren und uns nachmittags entscheiden, wie wir weiter fahren werden.
300 km pro Tag geradeaus, das könnte langweilig werden Immerhin gestattet die Salt Road eine Maximalgeschwindigkeit von 120 km/h, wir werden auch tatsächlich mal von einem Auto überhalt, zwei weitere begegnen uns pro Vietelstunde.
Abwechselung willkommen am Cross Point
die größte Ansammlung von Seehunden weltweit. Portugiesische Seeleute hatten sich vor 540 Jahren hier Frischfleisch besorgt.
Damit auch andere diese Stelle finden konnten, wurde ein Kreuz angebracht. Aber das mußte man in dem häufigen Nebel dann hier auch finden.
Gelang das nicht, konnte man festkommen und nicht wieder weg.
Deshalb ist die Küste mit Schiffswracks übersät und trägt den Namen Skeleton coast - Skelettküste.
"Die vielen Touristen in der Hauptsaison kann ich und will ich nicht zählen !"
Wir haben aber Nebensaison, da schaut uns die Seehündin auch mal gern freundlich an und läßt sich abbilden
Skelettküste würde sich nicht ändern, also Kurs Richtung Inland
Jetzt brauchen wir unsere Landkarten und Google Maps.
Direkt von Cross Point führt ein Weg nach Nordosten, allerdings soll man dort auf 67 Kilometern bis Missum Crater nur eine Schotterstecke haben, die wir bestenfalls mit 60 km/h befahren könnten.
Da ist ein Umweg mit einem höheren Anteil an Salt Road wohl besser, also Kurs zunächst Nordwest und später eine andere Straße rechts ab, die zwar Schotterstraße sein soll, aber Geschwindigkeiten bis 80 km/h ermöglichen wird.
So kann man locker weiterfahren, irgendwo müssen wir nur erneut rechts weg Richtung Nissum Crater. Da müßte es ja einen Wegweiser geben in, ja - in wieviel km Entfernung müßte der kommen ?
wo und wie geht es weiter ?
Schilder kommen ab und zu, nur wird da immer wieder auf den Naturschutz hingewiesen und auf die Pflanze, die es nur in der Namib gibt und die 2000 Jahre alt werden kann: Weltwitschia.
Wir steigen aus, um ein Exemplar mal zu fotografieren.
Beim Einsteigen sehen wir rechts von uns einen Sandweg abzweigen, an dem wir gerade vorbeigefahren sind.
Sollte das nicht endlich die gesuchte Abzweigung für uns sein ? Google maps meint ja dazu, also zweigen wir ab.
Das scheint auch richtig zu sein, denn nun begleiten uns die Welwitschias auf beiden Seiten fast wie eine Allee, ab und zu auch ein neues Naturschutzschild mit gleicher Beschriftung.
Also befinden wir uns noch im Dorob Nationalpark, wo wir nicht zum Übernachten stehen bleiben dürften.
Diese Pflanze kann monatelang ohne Wasser überleben. Wenn ich da mein Wasser darauf ablasse, wäre das ja eine willkommene Spende. Aber darf ich das ?
Vorstoß ins Unbekannte
Der Abzweigweg lässt viele Wünsche offen, maximal 30 km/h sind möglich, höchste Aufmerksamkeit vor jedem Loch und jeder Kurve ist nötig, manchmal bieten sich Nebenwege an, auf denen man Fahrspuren sehen kann, aber führen die auf den richtigen Weg zurück oder anderswohin ?
Benedikt wählt die Spuren aus, die am wenigsten Erschütterungen verursachen könnten.
An der Küste konnte man sich an der Windrichtung orientieren, auch bei Nebel oder Bewölkung.
Hier haben wir Abendsonne, die uns aber mal von hinten, mal von rechts oder links beleuchtet - na ja, es soll ja durch den Missum Crater gehen, der rundherum von Bergen umgeben sein soll und auf dessen Fußboden sich nachts die Skorpione tummeln.
Vielleicht muß man da einen Bogen fahren.
Nach unserer gefahrenen Zeit gerechnet, müßten wir den Krater aber schon hinter uns haben, bis zu einem Camp müßten es noch 38 km sein.
Aber die Berge liegen noch vor uns oder unser Weg wird vor den Bergen abzweigen nach, - ja, nur rechts käme infrage.
Weder Google maps noch unsere Papierkarten zeigen Höhenlinien an.
Zumindest ist unser Kurs Richtung Gebirge mit leichten Steigungen wohl nicht falsch......
Da sehen wir hinter einer Anhöhe ein parkendes Campingmobil stehen. Das steuern wir an und werden freundlich auf Deutsch begrüßt, sogar gleich mit einem Glas schönsten Trinkwassers ! Man kommt aus Buxtehude und hat wohl schon einige Jahre Safarierfahrung. Man zeigt uns, wo wir sind und ich staune nur - weiter noch nicht ?
Da werden wir uns auch hier ein Plätzchen zum Übernachten suchen müssen und morgen weiterfahren.
Wir rollen noch einen Kilometer weiter landeinwärts, dann über harten jungfräuichen Wüstenschutt etwas bergauf, bis wir eine Stelle finden, auf der wir unser Gefährt waagerecht zum Stehen bringen können.
Kurz danach fällt die Sonne hinter den Bergen herunter und wir sehen die beleuchteten Wolken von unten:
Von Minute zu Minute ändern sich die Farben des Himmels und der Steine am Boden. Absolute Stille, nicht mal ein Zirpen zu hören oder Fliegen oder gar Mücken
Erste Schlafnacht an Bord
Die Temperatur sackt auf erträgliche Werte, ich ziehe mir sogar meinen Schlafsack über die Ohren, obwohl es keine Mücken gibt. Die Kojenlänge ist etwas knapp.
Wie es morgen weitergeht, ist mir ganz egal,
Ben liegt neben mir uns schnarcht schon.
Nachts muß ich mal raus, um ein Geschäft zu erledigen. Ich spende einer Welwitschia wieder etwas Liqudität.
Auf dem Rückweg fällt mir der Satz über die hier zahlreichen Skorpione ein und ich bin heilfroh, dass ich mir die hohen Schuhe für die wenigen Meter außenbords angezogen habe., obwohl ich keins der Viecher zu sehen bekomme.
Einfach ausgestreckt liegen, ohne schlafen zu müssen, geht auch, stelle ich fest, als es hell wird und wir die Wasserversorgung an Bord testen wollen.
| Aufbruch: | 13.01.2026 |
| Dauer: | 8 Wochen |
| Heimkehr: | 11.03.2026 |