Nebensaison Januar/Februar/März in Swakopmund
heute viele Kilometer vor uns
Sonnenaufgang so spannend wie Sonnenuntergang gestern
Im Schatten des Berges wachen wir auf.
Liegt da gar ein Grünschimmer am Berghang ? Und die Wüste unten mal gelb, mal braun auch mit Grünschimmer ? Wir haben nun bewölkten Himmel und dennoch solche Farbspiele ?
Rechtzeitiger Start ist angesagt !
Wir sollten den Westeingang zur Etoschapfanne eigentlich heute erreichen, wieviel Kilometer wären das bis dorthin, fragt mich Ben, als ich die Karte aufgeschlagen vor mir habe.
Ich komme auf etwa 320 km, wenn wir von hier aus auf dem eingeschlagenen Weg Uis erreichen und uns dann nordnordwestlich auf den kürzesten Wegen halten.
Mit 30 km/h ist das aber nicht zu schaffen, also erst mal los !
Kurzes Frühstück an Bord, dann zurück auf die "Straße", die wir nach einigem Suchen auch wiederfinden.
Berge liegen vor uns, demnach müßte der Weg also rechts an den Bergen entlang führen. erst ein mal führt er uns näher ran und bergauf.
Dann sehen wir links oben eine steile Spur bergaufwärts.
Ein Blick auf Google Maps, da sollen wir also entlang !
Ist das zu schaffen ?
Von weitem gesehen dürften das 20 % Steigung sein, keine unserer Karten gibt etwas dazu an.
Der Weg teilt sich mal wieder, da nehmen wir die rechte Seite mit weniger Steigung, dann eine leichte Linkskurve mit tiefen Autospuren.
Ein kurzer Anlauf nach dem Umschalten auf Viergangantrieb, da bleiben wir auf der Stelle und sacken hinten ab.
Gut, dass wir eine Schaufel dabei haben, also hinten freischaufeln und vorsichtig rückwärts, um anschließend einen neuen Versuch zu machen
So kann es nicht weitergehen !
Nach dem Freischaufeln nehme ich mit den Händen den letzten Sand weg und staune, wie fein er ist. Da genügt ein Hauch von Wind, um solchen Staub hier hinzulegen. Und das, obwohl man rechts und links hauptsächlich grobe Steine sehen kann.
Zum Photographieren bleibt da keine Zeit.
Weitere Versuche mit Rückwärtsbefreien gehen zwar, aber vorwärts bergauf stecken wir immer wieder fest.
Und das, obwohl uns die große Steigung erst noch bevorsteht !
Da werden wir umkehren müssen !
Können wir hier denn überhaupt wenden, ohne festzusitzen ?
Ja, Wenden gelingt, Schaufel griffbereit in den Führerstand und bloß weg hier bergab!
Welchen Weg können wir denn nun nehmen ? Und wieviel Sprit haben wir noch im Tank ?
Zunächst mal zurück bis auf eine befahrbare Straße wie gestern vor dem letzten Rechtsabbiegen.
Dabei kommen wir an unserer Übernachtungsstelle wieder nach 2 Stunden entlang und treffen auch die Buxtehuder Camper wieder, die uns genauso freundlich begrüßen wie gestern abend und wir beraten uns gemeinsam gegenseitig.
Um die besser befahrbare Straße zu erreichen, müssen wir erst mal 78 km zurück mit Tempo 30 und ständigem Schluckauf, von dort bis zur nächsten Tankstelle wären es bis Henties Bay noch weitere 72 km.
Würden wir statt dessen von dort aus den Weg nordwärts entlang der Küste durch den Skeleton Naturpark nehmen, könnte es vielleicht nach 240 Kilometern eine Tankstelle geben.
Dort wären wir näher an unserem heutigen Ziel. Aber auf Straßen, deren Qualität Zweifel läßt.
Wenn die Tankstelle dort dann keinen Sprit hat oder geschlossen ist, wie es in den Naturparks in der Nebensaison offenbar üblich ist ?
Da bleibt nur die Alternative zurück nach Südosten bis Henties Bay zum Tanken und von dort aus endlch auf den richtigen Kurs nach Nordosten, allein bis Uis weitere 122 Kilometer.
In gut 2 1/2 Stunden kommen wir zur Tankstelle und lassen unseren Tank
volllaufen. Zu unserem Erstaunen war er sogar noch zu einem Viertel gefüllt gewesen, also nur etwa 13 Liter pro 100 km Verbrauch bisher !
Die schnurgerade Straße Richtung Uis im Nordosten bringt uns wenigstens schnell weiter, ist aber doch langweilig.
Rechts ein Zeichen, dass wir uns einem Ort mit Zivilisation nähern, Stromleitung bis zu einer Verbrauchsstelle ! Geradeaus nur Luftspiegelung !
Kurze Erholungspause ist nötig
Eine Mittagsmahlzeit in Uis ist eine Erholungspause mit Blick auf weiße Fördergruben - hier soll es Nickel geben. Es sieht sogar nach bescheidenem Wohlstand aus hier.
Touristen kaufen hier ein, um sich dann zu den Lodges und Campsites westlich am Hang des Brandbergs zu begeben. Ein lohnendes Ziel zwar, aber wir wollen ja zur Etoschapfanne.
Wie weit können wir heute noch kommen ?
Unsere Karten und auch Google Maps lassen keine Rückschlüsse auf die Qualität der Straßen zu, allenfalls auf einer Karte, die neben den Kilometern auch die Bestzeiten nennt, die man für die Teilstrecken benötigt. Wenn die eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h ergeben, dann ist stotterhaftes Fahren angesagt.
Unser geplanter Weg nordwärts über Khorixas und Kamanjab, etwa 215 Kilometer soll in gut 2 Stunden möglich sein, das sieht gut aus !
Doch die Straße selbst ist eine Schotterpiste, in die die dort gefahrenen Autos oft Querrillen eingefahren haben, die unser Auto so Zittern lassen, dass uns die Zähne herausfallen könnten. Irgendwann und irgendwo hat auch ein Regen Rinnen oder Schlaglöcher hinterlassen, die man erst kurz vorher erkennen kann. Dennoch wiederholen sich die Schilder mit Begrenzung auf 100 km/h, wo wir nicht mehr als 80 km/k riskieren wollen.
Khorxias lassen wir links liegen, denn wir haben noch Chancen, unser Tagesziel im Non-Stopp zu erreichen.
Noch weitere 108 km bis Kamanjab, hier in Khorxias ist erst Halbzeit auf der Schotterstecke !
Springböcke haben wir ja schon mal gesehen, sollte vor uns der Haufen schon Elefantenmist sein ? Von der Wüste waren wir in die Steppe gekommen, hier fängt wohl die Savanne an !
Noch 54 Kilometer bis zuim Ziel, sogar wieder beste Teerstraße
Kurz vor Kamanjab kommt von rechts eine gute Straße, die wir nun nehmen können.
Jede Gelegenheit zum Tanken sollten wir wahrnehmen. Ich nutze sie, um nebenan und Biervorräte und 2 Wein-bibs zu beschaffen.
Übernachtung im Wartebereich zum Eingang in den Etoshapark
Wir erreichen unser Tagesziel tatsächlich kurz vor Sonnenuntergang in einer Campsite abseits der Straße mit einer schönen Ausstattung:
Alles, was unser Campen bequemer macht, hat diese Campsite zu bieten für bescheidenes Nutzungsentgelt
| Aufbruch: | 13.01.2026 |
| Dauer: | 8 Wochen |
| Heimkehr: | 11.03.2026 |