Nebensaison Januar/Februar/März in Swakopmund
Ziel Waterberg
Ein Luxusbad für uns allein
Auch bei den hohen Nachttemperaturen entwickeln wir Schlafroutine.
Wichtig ist dann aber das Bad am Morgen, am besten ein Swimmingpool. Den finden wir wenige Meter von unserem Stellplatz hinter einem Wall und kommen aus dem Staunen nicht heraus:
Kupfer machts möglich
Schon zu Urzeiten haben Ureinwohner hier Kupfererz an der Erdoberfläche gefunden und verarbeitet. Seit über 100 Jahren wird in Tsumeb nun Kupfer professionell gefördert und verhilft zu bescheidenem Wohlstand hier. Nun hat man auch noch Seltene Erden entdeckt, da wird es sehr schnell Investoren hier geben.
Das Auto hat eine Macke
Wir haben bisher jede Tankstelle auf dem Weg genutzt, um Diesel nachzutanken, denn einen Reservekanister haben wir nicht. Hier in Tsumeb gibt es Tankstellen mehrerer Anbieter. Nachdem wir uns heute dass tolle Schwimmbad gegönnt haben, leisten wir unserem Nissan heute Markensprit aus der Muschel. Komischerweise fängt das Auto 60km nach dem Tanken gelegentlich an zu stottern und Ben konnte trotz Vollgas die Geschwindigkeit nicht halten. Manchmal geht nicht mehr als 60km/h. Im Standgas geht der Motor auch gern mal ganz aus. Ausgekuppelt und Gaspedal durchgedrückt und, wenn es gut läuft, liefert der Motor noch 3000 U/min. Aber unter Last kommt man da nicht ran. Wir hegen den Verdacht, daß der Markensprit aus der Muschel Schuld ist.
Das Innere des Autos hat weiter eine dicke Salzkruste, ist da was verstopft ?
Nach unserer Überlegung kann das Gehoppel nur auf einen Fehler bei Luft- oder Dieselzufuhr zurückzuführen sein. Beides wird ja für die Verbrennung benötigt. Luft- und Dieselfilter sind vor 9000km gewechselt worden, Schäden sind trotz der Salzkruste nicht zu erkennen.
KI hilft weiter
Ben prüft auch die elektrischen Zuleitungen die salzverkrustet und teilweise blank sind, anschließend neuer Fahrversuch, das Stottern kommt immer wieder.
Was bleibt da noch ?
Mal sehen, ob das Handy mit Künstlicher Intelligenz eine Antwort geben kann, denn daß unser Vermieter uns die Kavallerie zur Hilfe schickt, ist nicht zu erwarten.
Wir schildern kurz das Problem, erwähnen auch, dass wir einen Nissan fahren, laden eine Abbildung vom Motorraum aus dem Benutzerhandbuch des Autos hoch, da bekommen wir umfangreiche Ratschläge, von denen einer genau unseren Fall betreffen könnte.
Gemini, der alte Besserwisser, führt das Gehoppel auf einen Fehler bei Luft- oder Dieselzufuhr zurück.
Die KI erklärt uns, daß das ein bekanntes Problem bei unserem Nissan Motor sei, daß die Steuerung auf verschmutzen Diesel mit Gehoppel reagiert. Es gibt eine Handpumpe auf dem Dieselfilter, mit der man kurzfristig Abhilfe schaffen kann. Das funktioniert auch, aber eben nur kurzfristig.
Die Weiterreise ist gewährleistet, aber die Handpumpe werden wir noch öfter bemühen!
von Tsumeb Richtung Grootfontein
Hier müßte gestern der große Regen heruntergekommen sein, in der Regenzeit hier wohl nichts Besonderes. Rechts und links der Straße alles eingezäunt, dahinter Rinderweiden oder sogar große Maisfelder. Der Name der nächsten Stadt läßt ja auch auf viel Wasser schließen. Wir biegen aber kurz vor Grootfontein rechts ab, um nach erneutem Rechtsabbiegen den Meteoriten zu besichtigen, der hier an der Erdoberfläche zu sehen sein soll.
Den Meteoriten muß man gesehen haben !
Er wird touristisch auch gut vermarktet -gegen Eintrittsgeld. Dafür werden wir auch gleich porträtiert.
dem Pflug eines Farmers war der Fund zu verdanken
ein Farmer hatte sich über die Schrammspuren seines Pfluges gewundert, nachgegraben und war auf einen riesigen Eisenklumpen gestoßen, den er analysieren ließ.
Herausgekommen ist die Erkenntnis, dass das Eisenstück vom Himmel gefallen sein mußte, ohne in der Atmosphäre zu verglühen.
Eine weitere Besonderheit für Namibia, dessen Geologie schon interessant genug ist.
Wir werden nach der Reise uns in dem Atlas "Namibia ,its land, water and life" noch weiter informieren müssen über das, was wir nur von außen hier sehen konnten.
Auch übers Internet ist er Atlas zugänglich :http://atlas of namibia.online
Blankes Eisen, das kaum rostet, weil es hier so trocken ist oder weil so viele Touristen jeden Tag darauf kratzen ?
Akustik rund um den Meteoriten
Steht man an einer bestimmten Stelle und gibt einen Ton von sich, dann kann man das Echo an anderen Stellen genauso gut hören. Extra für die Vermarktung durch den Tourismus so gebaut !
Ziel Waterberg über abenteuerliche Pisten
Mit 60 km/h soll man hier angeblich durchkommen, immerhin bis zum Waterberg Campsite etwa 175 km. An Hand der vierstelligen Straßennummer beim Einfahrtsschild wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind, hoffentlich stimmt auch die Richtung , da hilft die steil stehende Sonne wenig, allenfalls der Blick voraus auf etwas hohes Flaches, nachdem wir ca. 80 km hinter uns haben.
Bildungszentrum mitten in der Pampa
Wiederholt fahren wir durch Weidetore, die teilweise erst von uns oder einem Bedienungspersonal geöffnet werden müssen. Offenbar sind rechts und links riesige Farmen, Warnschilder vor Wild gibt es nicht mehr, statt dessen welche mit Rindern drauf.
Plötzlich öffnet sich links eine Fläche mit modensten gelben Gebäuden und sogar einem Sportstadion mit Publikumssitzen. Zutritt nur für hier Studierende und Lehrkräfte, können wir entziffern.
Wer hier was studieren soll, läßt sich nicht feststellen, jedenfalls wird es hier wenig Ablenkung geben.
Nebensaison vorteilhaft oder riskant ?
Diese Frage stellt sich mal wieder. Solange wir in der Spur fahren können, geht es ganz gut. Begegenungen können mühsam werden.
Bachquerungen hier durchs Süßwasser
Angekündigt werden alle Bachdurchquerungen mit einem speziellen Warnschild, aber wie riskant sie sind, ist an jeder Stelle anders. Mal kann man sie vorsichtig seitlich umfahren (Vorsicht, nicht seitlich umkippen), meistens ist geradeaus mit Bugwelle geeignet. Aber was, wenn es zu steil runter und wieder rauf geht ?
Hier gibt es nicht einmal eine Spur vorhergefahrener Fahrzeuge, also wieder Neuland für uns !
Waterberge tauchen auf
Nach dem Grün und der Pfützen zu urteilen, gibt es hier Wasser.
Die Besonderheit liegt aber in der Geologie: Auf dem Plateau versickert der Regen ins Grundwasser, das Grundwasser trifft unten auf eine wasserundurchlässige Schicht, die aber etwas nach Süden/Südosten schräg abfällt und unten bis an die Erdoberfläche führt. Dort gibt es dann Quellwasser, solange es einige Monate vorher geregnet hat.
Waterberg Campsite
Lodges und Campsite haben hier getrennte Zufahrten.
Oben am Hang sehen wir ein rotes Dach, von dem aus man eine tolle Fernsicht haben müßte. Aber dorthin kommen nur Lodgegäste, die vom Führungspersonal dorthin begleitet werden, gegen Gebühr, versteht sich.
Wir fahren 8 km zurück zum Campsite-Eingang, der Zutrittspreis läßt unsere Erwartungen steigen, zumal es sogar in der Höhe einen Swimmingpool geben soll.
Kreisrund mit 50 cm Wassertiefe finden wir ihn nach einem abenteuerlichen Aufstieg auf engsten, steilen Wegen vor.
Deswegen wohl muß man hier spätestens am nächsten Morgen bis 10 Uhr ausklarieren, damit zu bestimmten Tageszeiten es nur Autos geben kann, die in derselben Richtung fahren: Nachmittags aufwärts, morgens abwärts, immer ohne Gegenverkehr !
Und wer die 10 Uhrgrenze verpaßt, der muß für einen weiteren Tag bezahlen und ihm werden Führungsangebote unterbreitet.
Strom nur von der Sonne
aber mit Speicherbatterie für Beleuchtung und Duschwasserpumpe.
Zum Abendessen sind wir auf unsere mitgebrachten Stühle und den Tisch angewiesen, aber unter einer schattenspendenden Abdeckung mit Warnschild: Vorsicht, keine Lebensmittel unbeaufsichtigt lassen, hier gibt es Schimpansen, die alles klauen können.
Uns besucht statt dessen ein Waschbär, der uns wiederholt seine bissigen Zähne zeigt. Erst als wir laut brüllend ihm kräftig entgegentrampeln, zieht er sich zum benachbaren Campsite Nr. 8 zurück. Dort müssen die dortigen Camper mit ihm umgehen lernen.
Die Kante des Hochplateaus, das man allein nicht erklimmen darf. Fürsorglich durchdacht für neugierige Touristen.
| Aufbruch: | 13.01.2026 |
| Dauer: | 8 Wochen |
| Heimkehr: | 11.03.2026 |