Nebensaison Januar/Februar/März in Swakopmund
Festtag:Es hat geregnet heute Nacht
Es prasselt aufs Dach
Ich wache von einem nie gehörten Geräusch auf. Spritzt da einer die Hauswand an ?
Das läßt mir keine Ruhe, ich stehe auf und sehe rundherum alle Steinflächen glitzern. Und mein Fahrrad steht im Regen !
4 Stunden später ist es hell, die Steinflächen glitzern immer noch und das Gras im Garten ist fast 10 cm gewachsen.
Werde ich da heute was unternehmen können ?
Der Wirt beruhigt mich - alles schon vorbei, nur etwas warten, dann ist alles verdunstet.
Der wolkenverhangene Himmel bleibt auch über 11 Uhr hinaus, da wird es am besten sein, etwas landeinwärts zu radeln, vielleicht wieder nach Rossmund Village.
800 Meter durch Wüste seit dem Stadtrand von Swakopmund-Kramersdorf, da habe ich die Wolken hinter mir gelassen. Das Bahngleis muß ich überqueren.
9 km/ querbeet oder 19 km/h und rasant Überholtwerden ?
Um Rossmuns Village und deren riesige Golfanlage zu erreichen, muß man Richtung Windhuk fahren, Es bleibt nichts anderes übrig als die Hauptstraße zu benutzen und dabei durch das riesige Autobahnkreuz zu fahren, über das man auch nach Walfishbay im Süden oder Henties Bay im Norden gelangen kann.
Entsprechend lebhaft ist der Verkehr.
Auf dem Zuweg zum Autobahnkreuz gibt es breite, gepflasterte Standstreifen, die ich gut benutzen kann, dazu der Rückenwind genau in meinem Tempo, das wäre ein Genuß, wenn nicht, ja wenn nicht die Druckwolken der überholenden Laster und schnell rasenden PKWs wären. Auf sandigen Straßen würden die einen auch noch minutenlang in aufgewirbeltem Staub einhüllen.
Am Ende der Einmündungen der Zufahrten/Ausfahrten muß ich die Fahrbahn wechseln und fahre dabei in zugewehte Sandhügelchen, deren Tiefe ich erst beurteilen kann, wenn ich drin bin..
!
Wollte ich die Strecke weiter Richtung Windhoek benutzen, wäre ich entweder auf solche sandigen Seitenstreifen angewiesen oder auf einen 10 cm breiten gelben Strich am geteerten Fahrbahnrand in der Hoffnung, dass die Überholer einen weiteren Bogen um mich fahren.
Das Dumme ist nur:. Bei Gegenverkehr können die keinen Bogen machen, dann muß ich schnell links in die Sandrinne ausweichen und kann nur hoffen, beim etwaigen Umkippen nicht nach rechts umzufallen.
Da ist rechts unten die Mulde von Rossmund Village doch die bessere Zielsetzung heute
Gepflegte Straßen ohne hohe Bordsteinkanten und nur gelegentliche Autos, so sieht es unten im Village aus.
Verführerisches Gefälle
Rechts ab über eine Kleine Brücke, dann lasse ich mich auf der Salt Road herunterrollen, ca 8 % Gefälle, ich werde immer schneller, der Fahrtwind kühlt angenehm ab.
Eine leichte Rechtskurve vor den ersten Häusern, da geht die Salt Road in eine Schotterpiste mit quergeriffelten kleinen Sandhäufchen über. Die sind aber nicht weich zum kurzen Einsacken, sondern fast steinhart. Da Rad klappert, dass mir fast die Zähne herausfallen. Scharfes Bremsen kann noch gefährlicher werden, ich halte nur Auschau nach Streifen in Fahrtrichung ohne solche Riffelungen und versuche die anzusteuern.
Das gelingt am Ende, mein Tempo hat sich halbiert, die Klemme an der Gepäckhaltertasche hat sich gelöst, Zeit schleunigst anzuhalten!
Wenn ich hier das nächste Mal hinfahren sollte, dann unbedingt vor der sandigen Strecke bremsen !
So hohe Querwellen können auch Wüstenautos gefährlich werden: Bei einem Wohnauto ging das Kühlsystem an Bord durch die Erschütterungen kaput.
Mich hatte "nur" die Minisandwelle mit dem Rad erwischt ! Eine größere hätte ich vielleicht rechtzeitig wahrnehmen können.
| Aufbruch: | 13.01.2026 |
| Dauer: | 8 Wochen |
| Heimkehr: | 11.03.2026 |