Kanada - Von der West-zur Ostkueste oder doch erstmal in den Norden?

Reisezeit: Mai 2010 - September 2011  |  von Isabel Maltan

eingelebt

Hallo meine Lieben,

ich weiss, dass ihr schon lange nichts mehr von mir gehoert habt!
Also dachte ich mir, so geht`s ja nicht und es wird mal wieder Zeit ein Lebenszeichen von mir zu geben.

Wie ihr seht, geht`s mir ganz blendend.
Abgesehen von den ueblichen Durchhaengern, einer selbst verschuldeten Schwefelvergiftung und Dehydrierung, weil man die dreifache Zeit in den Hot Springs verbracht hat, trotz der Baderegeln, die sich ein kluger Mensch ausgedacht hat, aber dafuer kann ich sagen, dass mein Koerper jetzt wirklich entgiftet ist.
Was ist passiert? Der Alltag hat mich eingeholt.
Tagsueber arbeite ich als Housekeeper, nachts gehe ich aus (falls ich nicht total fertig ins Bett falle), spiele Billard (Das ist immer ein Spass und benoetigt noch viiiiieeeele Trainingsstunden), hoer mir eine gute Band an oder geh tanzen.

Das ist Janina, auch eine Deutsche mit der ich viel Zeit verbracht habe und die sich jetzt nach Montreal aufgemacht hat

Das ist Janina, auch eine Deutsche mit der ich viel Zeit verbracht habe und die sich jetzt nach Montreal aufgemacht hat

Endlich habe ich mir einen grossen Wunsch erfuellt und lerne Gitarre zu spielen, ausserdem habe ich einmal in der Woche Zumba, eine Mischung aus Salsa, Merengue, Samba, Bauchtanz und noch mehr. Man ist nach einer Stunde gluecklich ausgepowert und ich kann es wirklich jedem empfehlen.

Zwei Monate bin ich nun schon hier, ueberall wird man wieder erkannt und ist jetzt schon ein local. Ziemlich cool!
Nach wie vor liebe ich Banff.

Die Rehe, die ueberall rumlaufen oder liegen.
Die Berge von Schnee ueberzuckert, vom Nebel verborgen oder von der Sonne funkelnd, sich gegen den blauen, wolkenlosen Himmel abzeichnend.

An diesen Tagen macht es einem die Kaelte manchmal schwer, all die Schoenheit zu geniessen und in sich aufzusaugen.
So wie heute mit -34 Grad.
Die Autos springen nicht an, Fenster vereisen von innen, sogar die Haare frieren ein und man sieht aus wie mit Puderzucker bestaeubt.
Und trotzdem kann man beim Anblick der Umgebung all das ganz leicht vergessen.

Man setzt sich in ein Cafe, beobachtet Snowboarder und Skifahrer bei ihrem Weg auf die Piste, voller Vorfreude bald auf dem Berg zu sein und sich die Haenge hinunter zu stuerzen.
Unter der Woche ist Banff ein gemuetliches kleines Kaff mit schlendernden Einheimischen, doch sobald sich das Wochenende naehert ist es mit der Ruhe vorbei.
Banff wird von den Leuten aus Calgary und Edmonton ueberrannt.
Es ist immer lustig zu sehen wie sich die Szene von locker gekleideten und nur Freunde treffen wollenden Leuten in aufgestylte Wochenendebesucher verwandelt, von denen manche verrueckt genug sind, in High Heels und Minirock unterwegs zu sein, wahrscheinlich alles Russinnen. Ich bevorzuge jedenfalls meine lange Unterhose und meine Bergschuhe.

Silvester

Silvester

Ein bisschen unscharf das Feuerwerk

Ein bisschen unscharf das Feuerwerk

Ich wohne jetzt nicht mehr Downtown, sondern 15 min. entfernt in der Staff Accom des Banff Centers.
Fuenfzehn Minuten, die ich in der Frueh laenger schlafen kann.
Das Banff Center ist eine einzigartige Institution.
Mitten in der Natur gelegen, ermoeglicht es Kuenstlern sich fortzubilden, auszutauschen, zu komponieren, zu schreiben, einfach in Ruhe und absolut ungestoert ihrer Kunst nachzugehen.
Es ist eine Universitaet mit Restaurant, Fitnesscenter, Hotels, Fernseh- und Aufnahmestudios, Tanz- und Konzertsaelen, eigenem Club, Gallerien, Bibliothek, alles was man sich im kuenstlerischen Bereich wuenschen kann.
Das Beste fuer mich ist, dass es Open Studios gibt, wo man den Kuenstlern ueber die Schulter schauen kann, dass man Rabatt fuer all die Veranstaltungen und fuer das Fitnesscenter bekommt.
Endlich wieder Kunst und dieser Ort summt nur so vor Kreativitaet.
Jeder, auch die Angestellten, werden eingebunden und ermuntert dieser freien Lauf zu lassen.
Seine Sinne spielen zu lassen und sich neuen Dingen zu oeffnen.
Dafuer nehme ich auch Housekeeping in Kauf, ein sehr stressiger und koerperlich anstrengender Job.
Ich hoffe jedoch mit der Zeit hier etwas anderes zu finden.

Und sonst?
Alles beim Alten.
Verwirrt wie eh und je und mit meinen Gedanken immer woanders.

Eddie`s Burgerbar ist einer meiner Favoriten, alles organisch und frisch zu bereitet.
Der Kinderburger hat mir einige Lacher eingebracht

Eddie`s Burgerbar ist einer meiner Favoriten, alles organisch und frisch zu bereitet.
Der Kinderburger hat mir einige Lacher eingebracht

Wir mussten unbedingt mal die Fischaugen Einstellung ausprobieren

Wir mussten unbedingt mal die Fischaugen Einstellung ausprobieren

Also lasst es euch gutgehen und diesmal lasse ich frueher von mir hoeren. Versprochen!

© Isabel Maltan, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Trudele durch die Welt. Sie ist so schoen; Gib dich ihr hin und sie wird sich dir geben. Kurt Tucholsky
Details:
Aufbruch: 16.05.2010
Dauer: 16 Monate
Heimkehr: September 2011
Reiseziele: Kanada
Der Autor
 
Isabel Maltan berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
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