3 Monate Freiwilligenarbeit in Togo

Reisezeit: März - Juni 2012  |  von Johannes Dolle

Allgemeines Interesse an Deutschland

Es herrscht in Togo allgemein ein großes Interesse an Deutschland und der deutschen Sprache vor. Die deutsche Kolonialherrschaft wird von der togolesischen Bevölkerung im Nachhinein überwiegend positiv gesehen (die französische Herrschaft hingegen weniger).
Während an der erwähnten Radiosendung hauptsächlich Schüler von meiner Schule teilgenommen haben, gab es auch an einer anderen Schule in Atakpamé einen Deutsch-Club, dort habe ich mir einmal ein sehr amüsantes Theaterstück in deutscher Sprache angeschaut. Viele Togolesen träumen davon, irgendwann einmal nach Deutschland auszuwandern, bzw. einige tun es tatsächlich.

Briefmarke [5]

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In der Tat fahren die Leute dort tatsächlich auf alles ab, was deutsch ist und viele möchten sich in Deutsch mit einem unterhalten. So hatte ich eine interessante Begegnung an einem Tag, als ich gerade im Krankenhaus war. Eine junge Frau kam auf mich zu, „es gäbe jemanden, der wolle mich unbedingt sprechen“, sagte sie. Zunächst hatte ich die Befürchtung, dass man mich um Geld bitten würde, da jemand den Doktor nicht bezahlen könne, sah mich gezwungen, ihr zu folgen. Doch letztlich führte sie mich lediglich zu einem kranken altem Mann, welcher sehr gut Deutsch sprach und bloß ein wenig mit mir plaudern wollte. Es war ein sehr schöner Moment!
Außerdem tragen viele Leute in Togo gebrauchte T-Shirts aus Deutschland, auf denen etwas Deutsches drauf steht. So habe ich Leute gesehen, welche T-Shirts mit Aufschriften von Sportvereinen und Kegelclubs aus Deutschland getragen haben, sowie von der Autonomen Antifa Braunschweig. Außerdem gesehen habe ich "Spießer? - Nein Bausparer!" und "Ich bin zwar Pleite, aber reich an Erfahrung." Eine andere deutsche Freiwillige, die ich dort kennen gelernt habe, sah einen Mann, der "Brustvergrößerung durch Handauflegen" auf seinem T-Shirt stehen hatte. Wir haben uns sehr darüber amüsiert.

"Spießer?"

"Spießer?"

"Nein. Bausparer!"

"Nein. Bausparer!"

© Johannes Dolle, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Eine nette Gastfamilie, eine amüsante deutsche Radiosendung, viele kontaktfreudige Menschen, eine turbulente Szene mit einem Taschendieb und eine schwere Krankheit nach der Rückkehr
Details:
Aufbruch: März 2012
Dauer: 3 Monate
Heimkehr: Juni 2012
Reiseziele: Togo
Der Autor
 
Johannes Dolle berichtet seit 6 Jahren auf umdiewelt.
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