addicted to life

Reisezeit: April 2020 - Dezember 2021  |  von Markus Knüsel

øøøøøø

rømø - fährschiffe auf sand?

rømø - fährschiffe auf sand?

rømø

rømø

ride

ride

ride damm

ride damm

endlich wieder ferienmodus. das mag jetzt für viele von euch wie hohn klingen, aber wir empfinden es ein wenig so. in italien und auch frankreich waren wir zeitlich begrenzt, da wir wieder für die impfung zu hause sein mussten. deutschland war „nur“ durchreise. hier in dänemark konnten wir es uns endlich wieder mal erlauben, an einem ort zu bleiben, so lange wie es uns lieb war. und das taten wir bereits auf rømø. nachdem wir am ersten tag noch zu wenig von sønderstrand gesehen hatten, regnete und stürmte es am zweiten tag auf der nördlichen insel von sylt praktisch den ganzen tag. wir packten unseren bus hilfsbedürftig und fuhren an den nördlichen strand mit dem namen lakolk. dieser strand war aber viel touristischer als sønderstrand. erstens gab es da einen zeltplatz, einkaufsmöglichkeiten und beizen direkt am strand. zudem fuhren viele mit ihren monster camper direkt auf den strand (ist erlaubt), um dann kiten zu gehen oder andere sachen am strand zu unternehmen. dann gab es natürlich noch diejenigen, die mit ihren motocross-töffs usw. am strand herumrasten. ich persönlich fand, dass man den strand ganz für motorfahrzeuge sperren sollte. leute, das alles ist naturschutzgebiet, vögel brüten dort, robben kommen da an land und das sollte geschützt werden.
gegen frühen abend fuhren wir ein super schmuckes cafe an, welches uns von stu empfohlen wurde. wir tranken lecker kaffee und hausgemachte kuchen/torten. sau lecker, aber auch sauteuer. ich begann in rømø dann auch das sechste buch der mørck-serie von jussi adler olson, einem dänischen schriftsteller, zu lesen.

dritter tag in rømø. bisschen ausschlafen, schliesslich war ja sonntag. übliches frühstück, aber dann ging es gleich mit dem velo richtung sønderstrand los. dort liefen wir die 3 kilometer über das wattenmeer bis zum wasser. dann bei gutem wind ein bisschen dem wasser entlang bis wir zu den dünen schlenderten und wieder einmal mit abfall sammeln begannen. wie üblich kam so einiges zusammen. wir gönnten uns dann aber schon eine pause in den dünen und genossen die sonne, der wenige wind in den haaren und die ruhe. ganz vereinzelt sahen wir noch leute am strand oder in den dünen. aber meistens war lediglich das lachen der möven zu hören. einfach herrlich. danach ging es zurück zum bus, wo wir uns einen kaffee gönnten und ein bisschen lesepause draussen an der sonne machten. so lässt es sich leben...
abends zogen wir nochmals los. wir wollten das wattmeer bei flut sehen, war aber nicht viel anders als am nachmittag, obwohl das meer sicher um zwei meter höher war.

rømø verliessen wir nur ungern, denn der zeltpaltz wie auch die insel behagten uns sehr gut. wir fuhren die insel wieder hoch und dann über den damm zurück. später bogen wir links ab richtung ride. die fahrt war gemütlich, nicht lange und immer wieder gab es nette landschaften oder häuser zu sehen. auch beim camping war unser platz frei, also kurz was essen und los ging es. mit den fahrräder fuhren wir zuerst in die stadt, schauten uns noch die überreste einer burg an, wobei da nicht mehr viel übrig war ausser einer wand und dem wassergraben. der dom war ganz nett und der kaffee und die traditionelle süssigkeit mundete auch ganz gut. es war aber noch früher nachmittag, weshalb wir einem fluss und einem moor entlang fuhren, in der hoffnung noch ein paar vögel zu sehen. taten wir aber nicht, lediglich rehe in einem gehege. dann ging es weiter zu einem anderen natur reservat. wir wanderten oder fuhren mit dem velo durch die weiten von dänemark. und überall entdeckten wir schöne blumen oder dann doch noch einige tiere. zwei rehe (ohne gehege), dutzende libellen, vögel, usw. gegen den frühen abend gingen wir nochmals in die stadt, danach kauften wir noch ein. die zeltplätze hier in dänemark funktionieren ein wenig anders als bisher; für das duschen bezahlen wir separat. für 4 minuten warmes wasser meistens um einen franken. wir schafften es bisher immer für 4 minuten zu zweit, sogar inkl. haare waschen. weltrekord. dafür werden kochstellen frei zur verfügung gestellt, also machen wir davon gebrauch. leider gibt es auch hier in dänemark; asoziale dummköpfe. sei es den ganzen raum einzurauchen, weil man das anfeuern nicht im griff hat oder dann von 6 kochplatten 4 gleichzeitig zu benutzen.

erneut erwartete uns ein frischer morgen mit ganz wenig regen. wir schmarozten wieder und kochten unseren morgenkaffee und das rührei an der öffentlichen kochstelle, ohne dabei von jemanden gestört zu werden. wir packten unsere sachen bereits wieder nach einem tag, weil a) zu grosser camping und b) die stadt plus umgebung schon gestern gesehen. wir fuhren mit herbie aber noch an den nahegelegenen damm. und dieser hat es in sich, denn wäre der nicht da, gäbe es ribe und umgebung gar nicht mehr. der damm und die schleusen können einem wellen-wasser-ansturm von bis zu 7 metern abfedern. jedoch mit der klimaveränderung und dem daraus resultierendem meeresspiegelanstieg könnte der damm in der zukunft nicht mehr reichen. super mond + super flut + starker sturm = über 7 meter, also kann sich jede*r selber ausrechnen, was passieren könnte. und ja, der klimawandel gibt es. und ja, es gibt länder die bezüglich co2 ausstoss einiges mehr tun als die schweiz, z.b. dänemark. nur zur erinnerung an diejenigen, welche bei der letzten abstimmung in der schweiz das gefühl hatten, was es bringe, wenn die schweiz alleine was dagegen tut. augen auf, es dreht sich nicht immer nur um uns schweizer und spätestens seit diesem sommer sollten wir alle wissen, dass wir in ein problem laufen. jetstream lässt grüssen und wetter spielt verrückt in europa.
nach dem damm fuhren wir nach esbjerg, eine hafenstadt. nichts spezielles, halt eine hafenstadt. es gabt dort 4 grosse männer skulpturen mit dem namen „der mensch am meer“ und eigentlich wollte ich die gar nicht sehen. aber wir fuhren daran vorbei, also wieso nicht. ich stand also gestandene 10 minuten vor diesen 4 grossen dinger und wollte ein foto schiessen ohne leute drauf. hat nicht funktioniert. ich konnte gerade mal einen mann ohne leute fotografieren. unsere selbstverliebte selfie-gesellschaft hat mich wieder, koooootz!

wir fuhren 500 meter weiter an einen leeren parkplatz und assen ein sandwich. wir genossen die einsamkeit und das einfahren der schiffe und das zuschauen wie die ebbe zurückkam. echt krass, wie schnell das ging. plötzlich erschienen sandbänke, wo ich depp zuerst meinte, es seien robben. hypernervös nahm ich das fernglas, falschmeldung.
auf einmal parkte ein auto neben uns und 4 asiaten stiegen aus. nachdem alle eine reingepafft hatten, zogen die jungs die langen hosen ab, packten einen grossen kübel und begaben sich ins wattenmeer. fernglas immer noch in meiner hand, beobachtete ich die jungs. die waren auf krabben aus. krabbenjagd muss wohl legal sein hier in dänemark.
in skjern fanden wir dann einen herzigen kleinen camping platz, wo dusche inklusive war und auch keine störenden leute in der öffentlichen kochstelle. jedoch feuerte unser deutsche nachbar etwas zu gut ein, der rauch flog genau zu uns rüber. wenigsten sassen wir draussen an der frischen luft. der ort skjern war auch nichts besonderes, es gab da eine vikinger skulptur, welche noch nett anzuschaunen war. und dann noch eine holländische windmühle, welche ebenfalls hübsch aussah. die natur um skjern sollte aber super schön sein, weshalb wir hier zwei nächte blieben.

die nacht war ganz geruhsam ausser ein paar schreiende weirdos. eigentlich könnte dieser zeltplatz so was wie ein ort aus meinen skandinavischen psycho-thriller sein, die leute waren ziemlich schräg. zum beispiel gab es diesen typen als nachbar, nacken und arme wie ein bulle. jedoch kochte der jeden tag in der küche was feines und ging dann in sein gemieteten wohnwagen und macht es sich dort gemütlich. eigentlich nichts besonderes, aber dann ballert er sich literweise bier weg, liess alles gekochte & nicht ausgegessene stehen und schaut sich iregendwelche filme auf dem handy an. das vorzelt sah aus, alles voll wäsche, bierbüchsen, essensresten von einer woche, einfach gruselig.

wir machten einen ausflug in die fjorde von skjern. es gab da ein renaturierungsprojekt des flusses. eine tolle sache! wir fuhren auf einem damm entlang des flusses und stellten schon bald die schönheit dieses naturschutzgebietes fest. in den 60er jahren bändigte man den fluss hier und erstellte pumpstationen, damit das land trotz moor zu landwirtschaftlichen zwecken genutzt werden konnte. wie die natur auch so schön zurückschlägt, gab es immer wieder hochwasser und somit beschloss man den ursprünglichen platz dem fluss wieder zurück zu geben, jedenfalls einen grossen teil davon. mit vollem erfolg. wir umfuhren den nationalpark und sahen viele schöne landschaften und diverse vögel, ein paradies für die. es soll an die 250 vogelarten hier geben. endlich kam auch die sonne den ganzen tag zum vorschein, damit wir den tag auch richtig geniessen konnten.

ein tag am fjord von ringkobing lag vor uns. wir fuhren von skjern los nach nymindegab. ein super schöner ort mit einem windrad. aber das schönste war der strand an der nordsee. ziemlich wenig leute, voll mit bernstein und noch einige bunker vom ww II. aber der strand und seine dünen waren eigentlich das schönste an allem. die reise ging weiter nach hvide sande, wo wir unbedingt den frischen fisch vom morgen versuchen mussten. da wurde ich leider gleich zwei mal opfer von arroganten deutschen (beim parkplatz und beim abholen des essens), claudi meinte einfach, ich sei manchmal zu lieb für diese welt. ich kriegte aber trotzdem die fish & chips, claudi ihre fisch frikadellen. und sie waren hammer, jeder ärger war im nu verschwunden. hvide sande war uns aber zu touristisch, weshalb wir gleich weiter zogen. die landschaft war einfach unbeschreiblich schön. links die nordsee, rechts der fjord und dazwischen so hübsche häuschen, einfach ein traum. in sondervig fanden wir leider keinen zeltplatz, weshalb wir nach ringkobing gingen, welches am fjord, aber nicht an der nordsee war. aber nicht so schlimm, zeltplatz lag in einem wald, ziemlich gemütlich. mit dem velo ging es dann am frühen abend richtung stadt, wo wir uns noch einen kaffee gönnten und die kleine stadt erkundeten.

es ging weiter nach norden mit stopp an einem bunker strand, wo sich gegen 10 bunker ruinen vom ww II befanden. einfach krass, was dort alles in die dünen gebaut wurde und jetzt beinahe oder ganz im meer versinkt. danach fuhren wir weiter nach thyborøn, unserem nächsten spot. wir nahmen unsere velos und radelten die dünen entlang richtung down town, wenn man das so nennen darf. schon bald gab es wieder eine bunkeranlage am strand zu betrachten. erneut krass. dort sahen wir eine deutsche familie, wo der junge (etwa 10 jahre alt) sich inmitten der dünen vergnügte. aussdem riss er das dünenhafer raus, welche mit grossem aufwand angepflanzt wurden. hey, gehts eigentlich noch? und was machten die eltern? nichts... kotz! einige paar hundert meter später gab es ein hübsches mahnmahl für die vor der küste gesunkenen schiffe. im ersten weltkrieg gab es eine seeschlacht zwischen england und deutschland, wo hunderte schiffe involivert waren. die grösste schiffschlacht aller zeiten. und und deshalb stellte man pro gesunkenem schiff einen stein mit namen auf und steinskulpturen herum, als zeichen wie viele personen darbei starben. ein ebenfalls deutscher jung riss an diesen steinskulpturen herum und wieder interessierten sich die eltern keinen deut um ihren sohnemann. meine fresse, die welt geht zugrunde, echt! im fischerdorf fand dann ein strassenfest statt mit musik, essen und flohmarkt. wir genehmigten uns einen kaffe und ein bubble-waffle-eis. wow was für eine zuckerbombe, aber so good! den gleichen weg ging es zurück mit einem halt beim berühmten schneckenhaus. ein mann zog vor dutzenden jahren hier nach thyborøn, seine frau hatte aber keine freude daran. also versprach er ihr etwas zu bieten, dass niemand vorher gesehen hatte. also sammelte der herr so viele muscheln und seeschnecken und verzierte das ganze haus mit tausenden von diesen dingern. wunderschöne arbeit. heute ist dieses haus ein museum. danach ging es zurück zum zeltplatz und wir kochten uns die gekauften lachs-frikadellen und machten daraus lachs-firkadellen-pitas. wow, so lecker.

+++***+++***

reisen & das stille örtchen

wer es nicht gerne stinkig mag, kann hier gerne das lesen dieses kapitels beenden. nach 7 monaten reisen ist mir aufgefallen, dass es bei den kloaktivitäten in backpackers in costa rica & kolumbien oder auf zeltplätzen in europa zu ähnlichen verhaltensweisen kommt, welche ich a) nicht verstehe und b) immer wiederkehrend waren. endlich zeit, dem auf den grund zu gehen.
ich muss aber vorher gestehen, ich liebe es im stehen zu pinkeln. würde ich mir ein haus bauen lassen, es müsste ein pissoir installiert werden.
*was ich aber am stehpinkeln nicht verstehe...
...wieso nutzen männer die schüssel und nicht das pissoir?
...schüssel im stehen? (das fragen sich wohl auch alle weiblichen leserinnen des blogs)
...und schaffen es nicht einmal den ring hochzuklappen? (dito oben)
*in hostels und zeltplätzen gibt es häufig gemischte klo's und duschen, also im doppelten sinn für frauen & männer, aber auch ein klo und eine dusche im selben raum. fast immer gibt es aber in solchen zeltplätzen oder hostels noch „reine“ duschen (meistens aber zu wenig) und „reine“ klo's. also wieso in gottes namen gehen alle leute gross in einem gemischten (wc-dusch-)raum, obwohl es noch freie klo's hat?
*dann gibt es auf dem camping die möglichkeit von einem quickstopp. da erscheint man erst um 18 uhr abends und muss um 10 uhr morgens wieder weg sein. oft hat man ein klo und eine dusche für die quickstopper. dann ist es also tatsächlich vorgekommen, dass normale camper den hund gassi führen, damit sie auf den quickstopper klos ihr business erledigen können. (hund draussen an der leine)
*wieso wird beim drücken gestöhnt als sei man am gebären?
*zum schluss noch ein klassiker. jeder zeltplatz hat einen ort, wo man die chemische toilette entleeren kann, gratis wohlverstanden. aber es gibt immer noch idioten, die meinen diese „rollkoffer“ im normalen klo zu leeren... einfach kacke solche leute...

skjern

skjern

hvide sande

hvide sande

thyborøn - bunkernlage ww II

thyborøn - bunkernlage ww II

© Markus Knüsel, 2020
Du bist hier : Startseite Europa Dänemark øøøøøø
Die Reise
 
Worum geht's?:
dem sommer durch die welt folgen
Details:
Aufbruch: 07.04.2020
Dauer: 20 Monate
Heimkehr: Dezember 2021
Reiseziele: Costa Rica
Schweiz
Kolumbien
Italien
Frankreich
Deutschland
Dänemark
Schweden
Live-Reisebericht:
Markus schreibt diesen Reisebericht live von unterwegs - reise mit!
Der Autor
 
Markus Knüsel berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/13):
Christof 1631089588000
Göte­borg... ich war vor etwa 25 Jahren auch mal dort - ir­gen­dwie erkenne ich meine Gefühle von damals in deinen Worten wieder. Es gib­t/gab ohne Zweifel auch sehr schöne Ecken, aber auch viele Orte, wo es einfach ziem­lich ab­ge­fuckt und schmut­zig zu und her geht.
Toni von Moos 1620391077000
Hoi Knüsi - Du u­nerm­üdlicher Rei­se­berich­te-­Schrei­ber ...

vie­len Dank für die immer sehr inte­res­santen Berich­te aus der fremden Welt, ob­wohl's dann oft auch ne­ga­ti­ve Ein­drücke sind (po­li­tisch, corona & nat­ürlich Deine überaus von Dir ge­lieb­ten "Sel­fie-­Grin­gos" ...
Ich bin dann ges­pannt auf Deine Fah­rkünste, dh ob Du Dir was ab­schau­en kon­ntest für Deine ho­met­rips mit Deinen Woh­nmo­bil­!
sa­lut Toni & Maya
Antwort des Autors: hi toni
besten dank für dein feedback. ich probiere möglichst objektiv zu schreiben und da gehört auch das negative dazu.. aber schlussendlich überwiegt das positive natürlich bei weiten.
was meine fahrkünste anbelangt; unser vw bus ist so langsam und hat so wenig ps, da nützen mir die gelernten erfahrungen aus kolumbien kaum was...
anonym 1619069270000
Super und sehr aus­führlich gesch­rie­ben, man ist "da­bei"­.....ob man in diesen Zeiten unter­wegs sein muss, muss jeder für sich selbst ent­schei­den. Je­den­falls ist Deine Reise ein Er­leb­nis, um das Dich viele ben­ei­den werden. Wie Du andere Touris, z. B. aus FR und USA besch­reibst, er­schreckend, diese Nai­vität und Rücksich­tslo­sig­keit ge­genü­ber an­de­ren. Bleib gesund!
LG Esther