addicted to life

Reisezeit: April 2020 - Dezember 2021  |  von Markus Knüsel

just relax

weinfarm valpolicella

weinfarm valpolicella

netter pool

netter pool

valpolicella

valpolicella

vicenza

vicenza

be in love with your life, every minute of it

wir brachen unsere zelt am gardasee ab und begaben uns in die hügel von valpolicella, ein weingebiet von italien. der zufall wollte es, dass mein ehemaliger vorgesetzter, beinahe nachbar und kumpel reto und seine lebensgefährtin heidi ferien in dieser weinregion machten. wir buchten uns über sie ein zimmer auf der selben weinfarm. reto wies uns an, nicht unbedingt über verona zu fahren, was wir auch eigentlich wollten, jedoch unser navi nicht. plötzlich standen wir in den vororten von verona im stau. aber zum glück nicht für lange und schon bald fanden wir uns inmitten der rebbergen. die strassen wurden immer enger und kurviger. unser bus schnaubte wie wild, die meiste zeit fuhren wir im 2ten gang um die engen kurven hoch. doch schon bald erreichten wir das wunderschöne weingut le coibe. das haus ist etwas vom schönsten was ich je gesehen habe. das zimmer war einmalig schön, der pool nur himmlisch und die gastgeber einfach so was von zuvorkommend. herrlich. nach einer herzlichen begrüssung von reto und heidi gesellten wir uns gleich zu ihnen an den pool und verquatschten uns den ganzen nachmittag, schliesslich haben wir uns ja auch schon lange nicht mehr gesehen. am abend fuhren uns reto & heidi ein bisschen im tal umher, erklärten uns die spezialitäten vom amarone wein und die schönheit dieses gebietes ist unbeschreiblich, einfach nur himmlisch. das abendessen toppte den wunderschönen tag noch. wir hauten rein, als gäbe es kein morgen mehr, der wein war saumässig lecker und vom kaffee muss ich ja nichts sagen. vor mitternacht fuhren wir dann wieder den hügel hoch zu unserer weinfarm. die strassen waren leer gefegt und erst nach einigen minuten fahrzeit erinnerten wir uns wieder daran, dass ja in italien noch eine ausgangsperre ab 23 uhr galt. upsi...

trotz dem schönsten zimmer seit langem und einem göttlichen bett, schlief ich nicht gut. das lag wohl an dem vielen kaffee und dem vielen essen vom vorabend. mit vielleicht 4.5 stunden schlaf erwachte ich schon ein bisschen verkrügelt, aber das frühstück auf dem weingut machte alles wieder wett. meine fresse, was uns da wieder aufgetischt wurde. mir fehlten die worte. wir verbrachten noch den halben nachmittag am pool mit heidi und reto, bevor wir schweren herzens die beiden super netten persönlichkeiten verlassen mussten und uns auf den weg nach vicenza machten. wir entschieden uns wieder für den weg welcher wir auch auf dem hinweg genommen hatten, einfach nicht wieder über verona. natürlich kam es anders, schlimmer noch. wir fuhren direkt ins stadt zentrum von verona, feierabendverkehr inklusive. ich gab dann ziemlich bald schon einige schimpftiraden von mir, welche aber zum glück nur claudi anhören musste (also mein glück war es, dass es nur eine person anhören musste, ihr pech war es, dass sie diese person war. sorry). nach dem chaos in der stadt, ging das chaos auf den strassen weiter. die fernfahrer leisteten sich rennen auf der autobahn, es war also wieder mal höchste aufmerksamkeit geboten. nach rund einer stunde erreichten wir vicenza sicher und hundemüde. noch einkaufen und was essen, dann ging es bald ins bett. zwei erlebnisreiche, schöne tage im weintal neigten sich dem ende zu.

wir blieben zwei nächte in vicenza, damit wir auch die stadt noch besichtigen konnten. zwar kennt wohl kaum jemand diese stadt, wir hatten vom weinbauer aber nur gutes gehört, also fuhren wir die 8 kilometer vom zeltplatz zum stadtzentrum mit dem drahteseln. die fahrt war nichts besonderes, jedoch haben wir festgestellt, dass italien weitaus mehr fahrradwege besitzt als die schweiz. in der altstadt von vicenza angekommen, machten wir eine sightseeing tour light, besuchten diverse plätze und kirchen, hingen mit den studenten im park herum und tranken kaffee & assen eis in schmucken strassenkaffees bzw. gelateria und genossen die paar stunden in der stadt.

wenig spektakulär war die fahrt nach venedig bzw. eine halbinsel vor venedig und ein ort am meer mit dem namen ca'savio. rund eine 25 kilometer lange karavane kam uns entgegen, die italiener gingen nach hause vom verlängerten wochenende, die deutschen und österreicher zurück in ihr land, am montag begannen wieder die schulen. schon bald kam die karavane aber zum stillstand (am anfang war es noch stockender verkehr), ich sage euch, ich wäre durchgedreht. in richtung venedig kamen wir aber normal schnell voran und kurz nach mittag erreichten wir einen kleinen zeltplatz, der gekonnt unser mail ignoriert hatte, aber inzwischen waren wir es uns gewohnt, auf unsere anfragen keine antworten zu kriegen. für stellplätze war dies in dieser reisezeit auch kein problem gemäss unserer erfahrung, es hatte nie zu viele fahrzeuge, verlängern war auch bisher kein problem. wir suchten uns einen stellplatz gleich in der nähe vom meer aus, zu fuss etwa 100 meter. mit einem typischen italienischen apero gestärkt, erkundeten wir auch gleich das meer und die dünen. das wasser war erstaunlicherweise warm für mein empfinden. rund zwei stunden später schauten wir auch noch im dorfkern mit unseren drahteseln vorbei, kauften ein und genossen lecker essen in einem netten restaurant.

die velos brachten uns am folgenden tag an die 4 kilometer nahe schiffsstation. die fahrt nach venedig markusplatz benötigte 30 minuten. dumm nur, dass wir die fähre um 30 sekunden verpassten, also mussten wir die wartezeit mit einem kaffee überbrücken. eine halbe stunde später machten wir es dann besser und schon bald legten wir in venedig an. ich möchte mir nicht vorstellen, was normalerweise hier abgeht, aber auf der fähre waren schon einige leute, welche mir ziemlich auf den wecker gingen. allenvoran eine schweizer familie mit ihren lauten anweisungen über das ganze schiff und das noch mit einem ostschweizer dialekt...

venedig erwartete uns von der schönen seite. obwohl wieder das erste kreuzfahrtschiff seit corona angedockt haben soll, war die stadt nicht so übervoll. ich war schon mal in venedig vor ein paar jahren, doch zu einem vergleich heute versus damals reichte das nicht: november 201?, südafrika rugby spiel in padova, am nächsten tag bei saukälte und grossem hangover durch die gassen von venedig geschlichen und der markusplatz stand einen meter unter wasser – damals hatte es auch nicht viele touristen. und heute? es hatte zwar genügend touristen für meinen geschmack und auch die fähre war schon ziemlich voll, aber ist wohl nichts dergleichen, was hier vor f##k covid oder dann im juli/august 2021 abgehen wird.
wir schlenderten also gemütlich und ohne hetzte durch die gassen und über die brücken. genossen gelati, kaffe und pizza. knipsten dutzende fotos. kurz gesagt wir hatten einen perfekten tag in venedig, dem gibt es eigentlich auch nicht mehr viel hinzufügen. die fähre zurück verpassten wir dann um 2 minuten, fahrplan lesen fehlanzeige, wohl nicht so unsere stärke, denn die reception druckte uns diesen noch extra am vortag aus. naja. und ja, auch auf dem rückweg gab es nervende touristen auf dem schiff...

es stand eine erneute fahrradfahrt auf dem programm. wir kriegten eine brochure mit verschiedenen radtouren und entschieden uns für die „wasser & kanäle“ tour. die erste hälfte war aber sehr enttäuschend, denn die führte uns an der hauptstrasse entlang an den anfang der insel. wenigsten alles veloweg, aber die aussicht war nix. das änderte aber, als wir dann die lagune erreichten. plötzlich alles natur pur und genau das, was wir uns eigentlich unter der ganzen tour vorstellten. der ganze küstenabschnitt war eine baustelle, in einem jahr wird es einen super neuen veloweg geben. wir fuhren auf der neu gemachten strasse ohne gross verkehr, also war es nicht so schlimm, dass der veloweg noch nicht fertig war. aber super projekt, bezüglich veloweg sind die italiener zu beneiden, jedenfalls die im norden. wieder zurück, kräftigten wir uns mit einem apero, bevor es dann an den strand ging. das wasser war nun aalglatt und auch die temperatur ganz angenehm erfrischend. beim reinlaufen begleiteten mich viele fische und einige krebse. am abend gab es dann wieder mal pizza mit gefühltem durchmesser von einem meter. aber lecker allemal.

eine schifffahrt die ist lustig, eine schifffahrt die ist schön. genau nach diesem motto starteten wir den dritten tag in venedig. wir kauften uns eine tageskarte und fuhren am morgen nach burano. diese stadt liegt ebenfalls in der lagune, wasserwege und nette brücken inklusive. dazu kommen aber noch die farbigen häuser und der richtig schräge krichenturm. die häuser wurden anscheinend früher farbig angestrichen, damit die heimkehrenden fischer die häuser besser finden konnten. nach zwei stunden ging es wieder per boot zur nächsten lagunen stadt - murano der name. diese stadt war dann wiederum bekannt für das farbenfrohe murano glas, welches auf dieser insel hergestellt wird. sauteuer, sag ich euch. ehrlich gesagt, auch nicht so mein ding. wiederum eine stunde später brachte uns das schiff nach venedig, jedoch auf der anderen seite vom markus platz. diese gegend war kaum touristisch und auch wieder mit einheimischen bevölkert. sehr wahrscheinlich waren dort die mieten noch erschwinglich und air bnb kein thema, da nicht interessant. wir liefen bis zum canal grande und fuhren mit dem boot an den markus platz. dort hatten wir dann gleich anschluss zurück nach punta sabbioni, wo unser zeltplatz lag. vor punta sabbioni sah man auch ganz gut den verbauten hochwasserschutz für venedig mit dem namen „mose“. dieses riesige projekt verschlang über 6 milliarden euro und fast eine milliarde davon wurde unterschlagen. fast die ganze lokale und nationale regierung war involviert und es hätte schon viel früher fertig gestellt werden sollen. diverse politiker wurden inhaftiert und die korruption führte bis zu silvio berlusconi hoch, wen wunderts. ob es dann beim nächten hochwasser hilft, sei dahingestellt. naturschützer meinen, dass wegen des steigenden meeresspiegel die barrieren bereits heute zu tief seinen. sind wir mal gespannt, für venedig und die anderen städte wäre es zu hoffen, dass es funktioniert.

regen weckte uns am letzten tag in venedig. jedoch nicht von der extremen sorte, also blieben wir noch eine stunde liegen & lasen und vorbei wars. so frühstückten wir ein bisschen später und gingen dann auch später mit den drahteseln los. ziel heute war die „sonnenuntergang- tour“, welche wir aber am sonnenhöchststand abspuhlten. wir fuhren an die küste und dieser entlang zum oben erklärten hochwasser schutz damm. leider kriegten wir dadurch kaum noch was vom meer zu sehen, weil a) ganz einfach der damm zwischen 2-3 meter erhöht wurde und b) noch all die baracken für die bauarbeiter inkl. bagger vor ort waren. schon ein krasses projekt. wir fuhren trotzdem dem damm entlang bis zu einem leuchttum, wo dann auch gleich der strand unserer insel begann. lecker kaffee und zurück gings. am nachmittag machte das wetter vollends auf und wir genossen ein paar stunden standleben, bevor wieder dunkle wolken die sonne verdeckten, jedoch kam es zu keinen weiteren regenfällen.
der zeltplatz füllte sich wieder ein wenig mehr, es ging schliesslich aufs weekend zu.

mit gewissem wehmut verliessen wir den zeltplatz, uns gefiel venedig und umgebung total gut. leider oder zum glück kriegten wir einen schnellen impftermin, weshalb wir bereits wieder den rückweg antreten mussten, damit wir zur gegebenen zeit auch wieder in der schweiz sind. die fahrt führte uns durch 250 italienische autobahn kilometer, zuerst zurück nach venedig und dann mit der autobahn richtung mailand. in brescia verliessen wir dann die autobahn und fuhren iseo an. der zeltplatz lag direkt am see, relativ klein und gemütlich. gleich nach ankunft erkundeten wir das dorf und die nähere umgebung. am abend war dann fussball euro beginn, italien spiel in italien zu schauen, lustige kombination.

etwas früher als üblich ging es aus den federn, wir wollten auf die insel monte isola, welche im iseosee liegt. also packten wir wiederum die velos und fuhren nach iseo down town und erreichten das schiff. das gute daran war, dass wir die drahtesel mitnehmen konnten, somit hatten wir die möglichkeit mit unseren velos die insel zu umrunden. das schiff war schon ziemlich gut besetzt, auf der insel ging es aber noch sehr schläfrig zu und her. noch... also fuhren wir los und umrundeten die insel durch schmucke gassen und nette dörfer. die gassen waren so eng, dass normale autos nicht durchkamen, also fuhren alle einheimischen vespas oder dann die motorisierten dreiräder mofas. herrlich. nur dass die einheimischen auch auf diesen gefährten manchmal wie monster fahren. nach gut einer stunde erreichten wir bereits wieder den ausgangspunkt, nun war dieser aber voll mit touristen. das schöne daran; alles italiener. offensichtlich besuchen die einheimischen den gardasee nur ungern, was ich ihnen absolut nicht übel nehmen kann. wir beschlossen aufgrund der grossen betriebsamkeit wieder zurück ans festland zu fahren. mit uns bestiegen zwei italienerinnen das schiff, welche wohl schon einen zu tief sitzen hatten, aber auch das gefühl die weisheit mit löffeln gefressen zu haben. als das schiff andockte, stand die eine der beiden bereits auf der zugbrücke und wollte lange nicht begreiffen, dass die matrosen diese zuerst ans schiff ziehen mussten. dann wollte sie das schiff besteigen, ohne die ankommenden leute zuerst auszusteigen zu lassen. auf dem schiff legten sie sich wie teenies mit den matrosen an, indem sie immer wieder die maske unters kinn zogen wenn diese nicht gerade auf die zwei ladys guckten, weil dann ja ihre viel zu dick aufgetragene schminke nicht zum vorschein gekommen wäre.
von iseo fuhren wir dann zurück zu unserem bus und guckten das em spiel wales vs schweiz, welches genau so ausging, wie ich es erwartete. unser letzter abend in bella italia verbrachten wir dann direkt am see mit einem leckeren risotto und seafood pasta. wir werden das land, leute und essen sehr vermissen, ganz bestimmt.

und jetzt sind wir also auch mit bill gates microchip ausgestattet, jedenfalls mit dem ersten von zwei teilen, hehe.

venedig

venedig

venedig

venedig

venedig

venedig

venedig - leerer markusplatz

venedig - leerer markusplatz

venedig

venedig

burano mit den farbigen häuser

burano mit den farbigen häuser

murano - farbigs glas

murano - farbigs glas

veloausflug an den damm - immer dabei die birdies

veloausflug an den damm - immer dabei die birdies

© Markus Knüsel, 2020
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Die Reise
 
Worum geht's?:
dem sommer durch die welt folgen
Details:
Aufbruch: 07.04.2020
Dauer: 20 Monate
Heimkehr: Dezember 2021
Reiseziele: Costa Rica
Schweiz
Kolumbien
Italien
Frankreich
Deutschland
Dänemark
Schweden
Live-Reisebericht:
Markus schreibt diesen Reisebericht live von unterwegs - reise mit!
Der Autor
 
Markus Knüsel berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/13):
Christof 1631089588000
Göte­borg... ich war vor etwa 25 Jahren auch mal dort - ir­gen­dwie erkenne ich meine Gefühle von damals in deinen Worten wieder. Es gib­t/gab ohne Zweifel auch sehr schöne Ecken, aber auch viele Orte, wo es einfach ziem­lich ab­ge­fuckt und schmut­zig zu und her geht.
Toni von Moos 1620391077000
Hoi Knüsi - Du u­nerm­üdlicher Rei­se­berich­te-­Schrei­ber ...

vie­len Dank für die immer sehr inte­res­santen Berich­te aus der fremden Welt, ob­wohl's dann oft auch ne­ga­ti­ve Ein­drücke sind (po­li­tisch, corona & nat­ürlich Deine überaus von Dir ge­lieb­ten "Sel­fie-­Grin­gos" ...
Ich bin dann ges­pannt auf Deine Fah­rkünste, dh ob Du Dir was ab­schau­en kon­ntest für Deine ho­met­rips mit Deinen Woh­nmo­bil­!
sa­lut Toni & Maya
Antwort des Autors: hi toni
besten dank für dein feedback. ich probiere möglichst objektiv zu schreiben und da gehört auch das negative dazu.. aber schlussendlich überwiegt das positive natürlich bei weiten.
was meine fahrkünste anbelangt; unser vw bus ist so langsam und hat so wenig ps, da nützen mir die gelernten erfahrungen aus kolumbien kaum was...
anonym 1619069270000
Super und sehr aus­führlich gesch­rie­ben, man ist "da­bei"­.....ob man in diesen Zeiten unter­wegs sein muss, muss jeder für sich selbst ent­schei­den. Je­den­falls ist Deine Reise ein Er­leb­nis, um das Dich viele ben­ei­den werden. Wie Du andere Touris, z. B. aus FR und USA besch­reibst, er­schreckend, diese Nai­vität und Rücksich­tslo­sig­keit ge­genü­ber an­de­ren. Bleib gesund!
LG Esther