Ein Segelsommer auf der Adria

Reisezeit: Mai - September 2009  |  von Thomas Lippert

4. Montenegro: Der Badeort Herzeg Novi

Herceg Novi - Badeort am Eingang zur Bucht von Kotor

Cleo fährt durch die Hafeneinfahrt am Ende des mit einem grünem Leuchtfeuer abgeschlossenen mächtigen Wellenbrechers. Der Berg mit der darauf errichteten Stadt liegt nun backbords. Zwischen den sich an den Hang klammernden Häusern ragen immer wieder die grünen Wedel von Palmen oder die satte Färbung von Kiefergewächsen hindurch. Vor uns trotzt düster die Festung der Stadt. Auf der Steuerbordseite ist der Kai mit dem Hafenmeister in weißem T-Shirt, der seinen Arm in die Höhe reckt. Wir wissen jetzt, wo wir festmachen können und lassen nach guter Vertäuung unsere Cleo allein am Kai zurück.

Hafenmole mit Blick zur Festung Forte Mare

Hafenmole mit Blick zur Festung Forte Mare

Das Bild der Stadt zeigt viel Grün zwischen den Häusern. Die gartenarchitektonische Gestaltung von Herzog Novi ist perfekt.

Das Bild der Stadt zeigt viel Grün zwischen den Häusern. Die gartenarchitektonische Gestaltung von Herzog Novi ist perfekt.

Es ist heiß hier in der "Neuen Stadt des Herzogs". Die Luft steht und wir haben nicht mehr viel zum Ausziehen an. Herzeg Novi wurde an einen steilen Berg gebaut, zwingt uns ein paar Stufen nach oben zu laufen. Nein, es sind mehr als nur ein paar Stufen. Herzog Novi ist von Treppen durchzogen. Es ist vierzehn Uhr, Schatten ist an den steilen Aufstiegen schwer zu finden. Und wenn doch, dann halten dort bereits Touristen inne. Mit ihren Kameras um den klebrigen Hals oder mit kraftkostenden Rucksäcken stehen sie an die Mauern gelehnt um zu schnaufen und zu verschnaufen. Ich schwitze ebenso wie alle hier. Mindestens. Mir fällt ein, dass ich ein Handtuch vergessen habe. Doch noch tut's das T-Shirt: ein Drittel ist immerhin noch nicht dunkel vom Schweiß.

Claudia geht es kaum besser. In ihrem Sommerkleidchen gibt sie jedoch wenigstens äußerlich eine gute Figur ab. Wir beschließen, unsere touristischen Erkundungen nicht zu dieser heißen Zeit zu fortzusetzen (wir haben ja im Grunde auch noch gar nicht damit angefangen), sondern uns einen schattigen Platz unter hoffentlich dunklen Sonnenschirmen einer Pizzeria zu suchen. Natürlich finden wir nach dieser Anstrengung eine schöne Lokalität in der Altstadt auf dem Ðurkovic-Platz und erholen uns dort. Jetzt schwitzen die Kellner ...

Hier geht's zum Strand von Herzeg Novi. Nicht an allen Stellen ist er so so schön wie hier. Es gibt auch noch Betonüberreste aus der Zeit des Sozialismus. Dem Badespaß der Montenegriner tut dies jedoch kaum einen Abbruch.

Hier geht's zum Strand von Herzeg Novi. Nicht an allen Stellen ist er so so schön wie hier. Es gibt auch noch Betonüberreste aus der Zeit des Sozialismus. Dem Badespaß der Montenegriner tut dies jedoch kaum einen Abbruch.

Blick von Kanli Kula aus der Bucht heraus zur offenen Adria.

Blick von Kanli Kula aus der Bucht heraus zur offenen Adria.

In der Festung Forte Mare findet im Sommer ein Filmfestival statt.

In der Festung Forte Mare findet im Sommer ein Filmfestival statt.

Blick von Forte Mare in Richtung des Inneren der Bucht Boka Kotorska.

Blick von Forte Mare in Richtung des Inneren der Bucht Boka Kotorska.

Auf dem Kanli Kula

Auf dem Kanli Kula

Blick vom Kanli Kula Richtung Osten

Blick vom Kanli Kula Richtung Osten

Herzeg Novi hat vier Befestigungsanlagen aufzuweisen:

  • Die mit dem italienischen Namen benannte Forte Mare liegt direkt unten am Meer neben dem Hafen.

  • Die ehemalige Zitadelle wachte ebenfalls am Meer. Von ihr besteht heute im Wesentlichen nur noch ein Tor. Der Großteil der mächtigen Mauern hat das Erdbeben von 1979 nicht überstanden und stürzte ins Meer.

  • Die von den Türken errichtete Kanli Kula ist die größte der drei Stadtfestungen. Sie liegt an oberster Stelle der Altstadt. Im Volk hat sich für diesen die Bezeichnung Blutturm herausgebildet. Eine Version der Geschichte besagt, dass die Außenmauern der Festung durchgehend rot vom Blut der abgewehrten Angreifer gefärbt gewesen sein sollen.

  • Spaniola, die spanische Festung. Sie liegt am höchsten am Berg, außerhalb der Altstadt. Sie wurde von den Spaniern nicht gebaut, sondern lediglich restauriert. Dennoch behielt sie den Namen Die Spanische bis zum heutigen Tag. Die Venezianer und später die Österreicher nutzten Spaniola als Gefängnis. Durch seine exponierte, sich über die Stadt erhebene Lage bietet dieses Bauwerk den umfassendsten Ausblick auf die Stadt und den äußeren Teil der Bucht.

Viele unfertige Häuser, deren Baubeginn offensichtlich bereits längere Zeit zurückliegt, stehen ungeniert Seite an Seite mit ...

Viele unfertige Häuser, deren Baubeginn offensichtlich bereits längere Zeit zurückliegt, stehen ungeniert Seite an Seite mit ...

... langsam aber ganz gewiss vor sich hin verfallenen Häusern, wie hier auf der rechten Seite im Bild sichtbar.

... langsam aber ganz gewiss vor sich hin verfallenen Häusern, wie hier auf der rechten Seite im Bild sichtbar.

Blick auf den Hafen von Herzeg Novi

Blick auf den Hafen von Herzeg Novi

© Thomas Lippert, 2009
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Über vier Monate im und am Meer unterwegs mit allem, was man sich wünschen kann: nette Menschen, wunderschöne Orte, gigantische Landschaften, herrliches Wetter... Und auch mit Einigem, was sich keiner wünscht: Segelschaden, Probleme mit dem Motor und schließlich einem Blitzschlag am Ankerplatz, der unseren Törn vorzeitig beendete. Auch die Vorbereitungen zu dieser Reise - Probleme mit dem Job, der Wohnung und anderen Dingen - werden thematisiert.
Details:
Aufbruch: 01.05.2009
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 30.09.2009
Reiseziele: Kroatien
Bosnien und Herzegowina
Montenegro
Italien
Slowenien
Der Autor
 
Thomas Lippert berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
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