Kuehe, Kinder, Katastrophen -Alleine in Indien

Reisezeit: Oktober 2005 - April 2006  |  von Juljenka P.

So ist es in Indien

Hallo liebe Leuts
Habe gerade einen Deutschen getroffen, der gestern hier angekommen ist und bin ueber die Wetterlage aufgeklaert worden. Mein herzliches Beileid.
Und als ich mich so mit dem Neuling unterhalten habe, ist mir mal wieder klar geworden, dass die ganzen Sachen hier fuer euch ja voellig unnormal sind. Deshalb gibts jetzt mal ein paar Facts aus meiner knallhaerten Realitaet:
***In den meisten Restaurants, in denen ich esse, gibt es keine englische Speisekarte (falls es ueberhaupt Auswahl zwischen verschiedenen Gerichten gibt). Wenn es eine gibt, vertreibe ich mir die Zeit damit, die lustigsten Rechtschreibfehler zu suchen. Da gibt es den "plane rise" (=plain rice...mein Favourite) und den "Painappel juice".
*** jegliche Art von Transportmitteln wird bis zum Bersten ausgelastet (bis zum bitteren, bitteren Maximum)
*** Das Leben spielt sich grundsaetzlich vor meinen Augen ab. Da Wohnraum knapp ist, wird auf der Strasse gefruehstueckt, gewaschen, gespielt, gepinkelt... und alles ist lebendig.
***Praktisch jede Frau traegt einen Sari und diese langen Stoffbahnen werden vor den Hausern getrocknet, was alles in bunte Farben taucht.
***Ich werde jeden Tag etliche Male nach meiner Herkunft gefragt. "Excuse me Maedaeeeeeeem. Which country do you belong toooooo?", fragt im Oxfoddialekt der gebildete Student und "Cantri, Cantri?", der Chaiverkaeufer.
*** Die Toilettenanstehordnung in unserem Hotel ist nach Kasten geordnet. Es gibt keine Frauentoilette und ich bin ganz unten in der Rangordnung.
*** Es gibt IMMER einen Special price fuer mich. Und wenn es mal kein Handeln gibt, dann immernoch Discount.
*** Bananalassi und Chai schmecken koestlich und Strassenfrittiertes ist eine Suende wert (oder zwei).
*** Es hat nie jemand Wechselgeld. Mit hundert Rupees (2Euro) sind die meisten gnadenlos ueberfordert und rennen so lange rum, bis sie im uebernaechsten Shop hinter der sechsten Strassenecke jemanden finden, der ein paar Scheine auftreiben kann hat.
*** Ich werde immer angeschaut. Wenn ich im Bus sitze dreht sich die Haelfte der Menschen um und starrt mich fassungslos und unglaeubig an.
***In Indien kann man nichts mal eben schnell erledigen, alles dauert, ist mit handeln und fragen verbunden und mehr ein Erlebnis, als ein Mittel zum Zweck. (Chai trinken geht schnell!).
*** Das Essen ist grundsaetzlich fettig und lecker
*** Es ist nie ruhig oder einsam und es riecht immer nach irgendetwas.
*** Und zu guter Letzt: Es ist alles in allem ein freundliches warmes Chaos, das man einfach lieben muss.

Seit zwei Tagen bin ich dem ganzen jedoch mitlerweile entflohen und meditiere im OSHO Ashram. Dafuer fehlen mir allerdings im Moment noch die Worte (und dass soll doch was heissen, oder?). Wohl der verrueckteste Ort, an dem ich je war. Freut euch also auf die naechst spannende Episode aus dem Leben der Julia ... und nicht vergessen... abschalten!

© Juljenka P., 2006
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Von Tsunamiopfern, Aidsaufklaerung und Gurus, von Sueden nach Norden und Osten nach Westen. Zum Reisen und Arbeiten in ein Land, in dem immer alles anders kommt, als man es erwartet...
Details:
Aufbruch: 01.10.2005
Dauer: 7 Monate
Heimkehr: 29.04.2006
Reiseziele: Indien
Nepal
Thailand
Malaysia
Laos
Der Autor
 
Juljenka P. berichtet seit 19 Jahren auf umdiewelt.