Kuehe, Kinder, Katastrophen -Alleine in Indien

Reisezeit: Oktober 2005 - April 2006  |  von Juljenka P.

Schildkroeten in Kundapura

oh mein gott! Fuenf Tage internetentzug und schon warten so viele schoene nachrichten auf mich. das ist echt toll. leider habe ich kaum noch zeit hier etwas zu berichten, da gleich die letzten vorbereitungen fuer die beachparty steigen. (JAAAA! hier hat es naemlich immernoch pralles Wetter!) deshalb heute mal news in kurzform:
1.
Ich bin in Kundapura in ein kleines haeuschen eingezogen, dass ich mir mit sieben anderen mal mehr mal weniger teile. Dazu kommen hunderte ameisen, eine kroete, unendliche tausendfuessler, die ein oder andere schimmelkreatur und die ueblichen moskitos aber in indien ist man ja gastfreundlich. ausserdem ist das haus echt gefaehrlich, weil viel zu niedrig fuer leute wie mich. ich haue mir andauernd den kopf an.
1,5
Es sind Hanna aus Frankfurt, Kevin aus Canada, Pravim aus Indien, Francois und Jo aus Frankreich, Caterine aus Luxemburg, Richard aus England und ich, die diese kleine Wg bewohnen.
2.
unsere arbeitsaufgabe besteht im moment darin schilder zu malen (in Sanskrit...das sind die buchstaben, die alle aussehen wie n oder u ) und mit denen von haus zu haus zu tingeln, um den fischern klar zu machen, dass sie uns anrufen sollen, wenn sie eier finden oder schildkroeten sehen. Viel mehr als ein schild zu halten kann man dabei nicht tun, weil die fischer kein englisch sprechen, aber ohne diese aufgabe, waere ich vielleicht nie in die klitzekleinen doerfer gekommen und haette mal das wirkliche leben am ende der zivilisation kennengelernt. (Auf der einen Seite paradiesische Steinhaeuser an weissem Sandstrand, auf der anderen seite richtig arme leute, die von den paar fischen irgendwie leben muessen. aber alle liessen uns sofort in ihre gaerten. das da ein paar weisse vorbeikamen, um turtels zu retten, wird man sich im dorf wohl noch einige jahre erzaehlen.
3.
In indien schafft ein BUs drei arbeitsplaetze: einer schreit aus dem bus, wo es hingeht (das waer doch mal was auf dem bismarkplatz!), einer kassiert dubioserweise irgendeine summe rupees und einer (der furchtloseste) faehrt. Damit koennte man in Deutschland doch einige Arbeitsplaetze schaffen...ganz abgesehen von den innendesignern, die den kunstvollen kitsch an den unmoeglichsten stellen platzieren.
4.
Ich habe mich daran gewoehnt auf loecher anstatt auf toiletten zu gehen und daran, dass meine klamotten ewig dreckig sein werden. ab jetzt werde ich mich nicht mehr beschweren.
5.
Ich kann keine chapati mehr sehen!!!!!!
6.
Das Geschlecht einer Schildkroete kann nur durch die Temperatur der eier bestimmt werden. (da war mir doch das huhn lieber)
7.
MOrgen kaufe ich mir ein handy, dann koennt ihr mich mal anrufen, wenn ihr wollt. (OK ich gebe zu es war bloed meines nicht mitzunehmnen Papa)
8.
Heute steigt eine Beachparty mit allen volunteers(und denen die sonst noch hier irgendwo aRBEITEN) , lagerfeuer, marchmallows, cocktails und gegrilltem fisch (frisch vom hafen). Ihr seid alle herzlich eingeladen.
9.
Wir haben hier andaueren Stromausfall. Einige male am Tag aber keinen stoerts.
10.
Viele Gruesse an alle...meldet euch weiterhin. ich freu mich so darueber.
JUlia

© Juljenka P., 2006
Du bist hier : Startseite Asien Indien Schildkroeten in Kundapura
Die Reise
 
Worum geht's?:
Von Tsunamiopfern, Aidsaufklaerung und Gurus, von Sueden nach Norden und Osten nach Westen. Zum Reisen und Arbeiten in ein Land, in dem immer alles anders kommt, als man es erwartet...
Details:
Aufbruch: 01.10.2005
Dauer: 7 Monate
Heimkehr: 29.04.2006
Reiseziele: Indien
Nepal
Thailand
Malaysia
Laos
Der Autor
 
Juljenka P. berichtet seit 19 Jahren auf umdiewelt.