Neuseeland - ein Traum wird wahr; First Stop: Singapur

Reisezeit: Februar 2013 - Februar 2014  |  von Andrea Wittenbecher

Neuseeland: Rotorua, 13.4. bis 4.6.

Die naechsten Wochen sind mehr oder weniger vom ganz normalen Alltag gepraegt.
Ich habe meine Probearbeit im Restaurant erfolgreich hinter mich gebracht und nun neben meinem Job als Cleaner im Hostel einen Job als Kellnerin.
Da ich manchmal schon vormittags um 11 Uhr im Restaurant sein muss, um zu staubsaugen, die Toiletten zu putzen und die Tueren aufzuschliessen und vorher schon das Hostel geputzt habe, bleibt nur wenig Freizeit. Mein momentaner Alltag ist ist durch Arbeiten gepraegt.
Die Arbeit im Restaurant ist eine interessante Erfahrung, aber meine Kolleginnen machen es mir nicht leicht. Sie tuscheln hinter meinem Ruecken, belaecheln mich und schliessen mich aus gemeinsamen Gespraechen oder Aktivitaeten aus. Wenn ich helfen moechte und das Geschirr abraeume, weil es ein geschaeftiger Abend ist, werde ich angefaucht: Dont do anything in my section! ...Oookay
So gehe ich taeglich mit ein wenig Bauchschmerzen auf Arbeit ins Restaurant und sage mir immer wieder, dass es ja nur fuer eine bestimmte Zeit ist und ich ein bisschen Taschengeld verdienen kann. Solange ich meine -eigene section- habe und bis zu 8 Tische gleichzeitig bediene, macht mir die Arbeit auch wirklich Spass. Ich treffe auf die verschiedensten Menschen aus verschiedensten Laendern, habe sehr angenehme, interessante Small-Talks und bekomme gutes Trinkgeld! Im Restaurant an sich verdiene ich brutto $ 15/h. Das ist fuer Neuseeland ziemlich gut. Der Mindestlohn liegt bei $ 13.50. Und fuer mein Bett muss ich auch nichts zahlen, sodass ich das verdiente Geld fuer Lebensmittel und meine Weiterreise sparen kann. Dieser Gedanke haelt mich am Ball

Meine freien Tage verbringe ich meist im Hostel, weil ich einfach nur nichts machen will oder gehe fuer einen Spaziergang oder Run in die Redwoods.
Einen Tag unternehme ich ich zwischen der Arbeit im Hostel am Morgen und der Arbeit im Restaurant eine organisierte Wild-Water-Rafting-Tour auf dem Kaituna River und stuerze mich mit 5 anderen und unserem Guide einen 7m hohen Wasserfall hinunter!!!
Um halb zwei Uhr werden eine andere Travellerin und ich am Hostel abgeholt und zum Kaituna River Base gebracht., wo wir alle unsere Ausruestung wie bspw. Rettungswesten, Paddel sowie eine erste Einweisung bekommen. Ich bin meeegaaa aufgeregt und mein Magen rumort vor Nervositaet. Ein wenig feuchte Haende habe ich auch. Nun geht es mit dem Bus zum River, wo wir erneut auf unser Verhalten waehrend des rafting trips hingewiesen werden und die Kommandos durchgehen. Bevor wir im Wasser in die Schlauchboote steigen, wird eine Art Gebet ausgesprochen. Man bedankt sich, ehrt den Fluss und verspricht mit Umsicht den Fluss zu nutzen. Dann gehts aufs Wasser und es heisst erst mal Paddeln. Nach nur wenigen Minuten kommt auch schon der erste Wasserfall, zwei Meter tief. Nun heisst es im Boot in die Hocke gehen und gut festhalten! Wow! Erste Huerde geschafft! Ich bin bereits patsch nass, aber ich sitze noch im Boot und alle anderen habe es auch gepackt. Unser Guide erzaehlt zwischendurch, weil wir nur langsam vor uns hintreiben, immer ein wenig ueber die Umgebung und den durch die Wasserkraft des 7m tiefen Wasserfall (Oekere Falls) erzeugenden Strom. Der Kaituna River hat Stromschnellen der Kategorie 5. Die Umgebung ist mal wieder ein Naturspektakel und neben dem Wild-Water-Rafting ein toller Ausflug.

Nach nur wenigen Minuten erreichen wir den 7m tiefen Wasserfall. Bevor es runter geht, bekommen wir erneut einen Sicherheithinweis. Dann gehts los, wieder in die Hocke, gut festhalten und ab gehts! Fuer eine kurze Weile tauchen wir vollkommen im Wasserfall ab. Wowoooo! Juhu! Abgefahren, Nervenkitzel vom feinsten Wir sitzen alle noch im Boot und Jubeln vor Begeisterung. Adrenalinstoss! Letztlich war es dann doch nicht so schlimm, wie ich dachte. Eher im Gegenteil; noch mal, noch mal Den restlichen Raftingtrip meistern wir als gutes Team und haben jede Menge Spass. Gegen 3 Uhr nachmittags sind wir wieder in der Basis und machen uns auf den Rueckweg zum Hostel. Noch 1,5 Stunden, dann muss ich im Restaurant sein und ich bin total erschoepft. Mir zittern die Arme vom Paddeln und die Beine von Anspannen, um sich im Boot zu halten. Als wir im Hostel ankommen, bleibt mir nur Zeit in meine Arbeitskleidung zu springen und mich auf den Weg zu machen.
Bis zu meinem naechtsen Ausflug zum Wai-O-Tapo Thermal Wonderland verbringe ich die folgenden Wochen fast ausschliesslich mit Arbeiten.
Wie gesagt, verbringe ich meine Freizeit meist in den Redwoods, wenn ich nicht faul auf der Couch rumhaenge. Die Redwoods liegen ca 3 km suedoestlich der Stadt. Urspruenglich gab es hier 170 verschiedene Baumarten, die seit 1899 angepflanzt wurden, um herauszufinden, welche Baeume sich am besten fuer Bauholz eignen. Die Montrey-Kiefer erwies sich dabei als Volltreffer. Heute sind es jedoch die maechtigen kalifornischen Redwoods, die den park so grossartig machen. Es gibt verschiedene Wanderwege durch den Wald, die von einem halbstuendigen Spaziergang bis zu einem tagesausflug reichen. Die Luft ist wundervull frisch und sauber und das einzige, was an den einkehrenden Herbst erinnernt, ist der Duft nach Pilzen. Zu gerne wuerde ich auf die Pilzsuche gehen. Ich habe aber keine, ueberhaupt keine, Ahnung, welche Pilze geniessbar und welche ungeniessbar sind. So geniesse ich einfach den Duft des Waldes, die tolle Umgebung und das Zwitschern der Voegel. Nur wenige Menschen begegnen mir auf meinen Ausfluegen in den Redwoods und die meisten joggen an mir vorbei

Im Kuirau-Park und auch an der Lake Front ist sichtbar der Herbst eingekehrt. Es ist herrlich bunt und an den sonnigen Tagen ein maerchenhafter Anblick. So langsam wird der Herbst aber auch ueber die sinkenden Temparaturen, die steigenden regnerischen und kuerzeren Tage spuerbar.
Das Wai-O-Tapo Wonderland ist eines der beruehmtesten thermischen Schutzgebiete des Landes. Sein Name bedeutet Heiliges Wasser. Hier findet sich auf relativ kleinem Gebiet viel Interessantes wie der brodelnde, farbenfrohe Champanger Pool, der blubbernde Schlammpool, beeindruckende Mineralsteinterassen und der Lady Knox Geyser, der taeglich puenktlich um 10:15 Uhr ausbricht und seine Wasserfontaene ca 20 m in die Hoehe spuckt. Leider ist es heute sehr neblig, was das ganze sonst so farbenfrohe Wonderland mit seinen thermischen Daempfen in ein graues Vulkangebiet verwandelt. Zudem ist es heute Morgen auch ziemlich kalt und ich zu leicht bekleidet. Meine urspruenglichenErwartungen des heutigen Ausflugs sind dadurch gerade etwas gedaempft. Der Ausbruch des lady Knox Geyser ist fuer mich eine kommerzielle Attraktion. Auch wenn der Geyser heisse Daempfe ausprueht, ist doch die 20 m hohe Fontaene eine von Hand gemachte Attraktion, denn der Guide, der ein wenig von der Geschichte des Geysers erzaehlt, gibt Seife in die Oeffnung und nach nur wenigen Minuten spuckt der Geyser nach ein paar Seifenblasen eine riesige Fontaene Spuelwasser
Obwohl es, wie bereits erwaehnt, heute sehr neblig und ungemuetlich ist, bin ich von der Vielfaeltigkeit des thermal Parks wirklich beeindruckt.
Nach ca 2h Aufenthalt im Park muss ich wieder am Bus sein, der uns zurueck in die Stadt bringt. Auf der Fahrt ueberqueren wir ein Gebiet, wo zwei Erdplatten aufeinandertriften und es daher mehrere leichte Erdbeben taeglich gibt. Die Landschaft sieht erneut unwirklich aus. Ein ueberdimensionaler, mit Gras bewachsener Maulwurfshuegel neben dem anderen, die durch die beiden aueinandertreffenden Erdplatten terrassenartig gewachsen sind. Im Hintergrund zeigt uns unser Busfahrer und Tourguide den Vulkan Maungakaramea (Rainbow Mountain). Nun scheint auch die Sonne! Tja, so wechselhaft wie die Landschaft ist, so wechselhaft ist auch das Wetter.

Am 21.5. ist mein letzter Arbeitstag. Durch das bereits seit vier monatige taegliche Putzen im Hostel und das Bedienen im Restaurant habe ich mir eine Sehnenscheideentzuendung im rechten Arm und kann ihn kaun noch ohne Schmerzen bewegen. Ich habe schon seit ueber einer Woche unheimliche Beschwerden und mich daher entschieden, meinen Job im Restaurant zu kuendigen. Eigentlich hatte ich geplant, bis zum 31.5. zu arbeiten und dann langsam Richtung Queenstown zu reisen. Aber ehrlich gesagt, hat mir der Job eh nicht wirklich viel Freude bereitet, weil die Atmosphaere so haesslich war und somit war die Entscheidung schnell getroffen und der Job gekuendigt.
Meine ersten nun freien Nachmittage, ich arbeite weiterhin im Hostel, verbringe ich im Bett, lese und schlafe mich gesund. Das Wetter bietet sich dafuer herrlich an, denn es ist kalt und es regnet in Stroemen.
Nachdem sich dann das Wetter langsam wieder gefasst und ich mich ausgeschlafen habe, mache ich wieder meine Runden durch die Redwoods oder entlang der Lakefront, durch die Government Gardens und durch die Strassen.
Am 30.5. fahre ich mit David, einem englischen guy, der seit letztes Jahr September hier im Hostel arbeitet und fast schon zum Inventar gehoert, nach Taupo, wo David einen 1.500ft tiefen Skydive machen wird und ich auf eine Erkundungstour in und um Taupo mache.
Nach einem kurzen Spaziergang am Lake Taupo und einem kurzen Stadtbummel entscheide ich mich fuer einen Walk zu den Huka-Falls, wenige Kilometer noerdlich der Stadt. Mein Weg fuehrt mich vom Stadtzentrum entlang der Spa Rd bis zum Spa Thermal Park, wo der eigentliche Wanderweg zu den Huka Falls entlang des Huka Rivers durch idyllisches Naturschutzgebiet beginnt. Ich bin mal wieder so ziemlich die einzige auf diesem teilweise sehr schmalen Pfad. Nach einer ca 1,5h Wanderung komme ich an den gigantischen Huka Falls an. Das Wasser ist hellblau und schaeumt, wo es den Fall in den Fluss mit Saus und Braus fliesst. Am Carpark holt mich David dann ab und wir fahren gemeinsam zurueck nach Rotorua.
Die letzten Tage vor meiner Weiterreise nach Queenstown verbringe ich meine Zeit faul im Hostel, geh fuer ne Runde durch den Kuriau Park joggen oder Organisiere meine Fahrt nach Christchurch ueber Wellington, Picton und Christchurch. An meinem letzten Tag in Rotorua ueberkommen mich wieder gemischte Gefuehle: einerseits freue ich mich riesig auf neue Abenteuer, darauf Ines, Dave, James und Hoovert in Queenstown zu treffen. Andererseits bin ich auch ein wenig traurig aus dem Blarneys Rock auszuziehen und die letzten zwei Monate hier abzuschliessen.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Da der Flug bis Neuseeland unglaublich lange dauert und eine Zwischenlandung (Singapur oder Dubai) unabdingbar ist, habe ich mich entschieden, ein paar Tage in Singapur zu verweilen.
Details:
Aufbruch: 06.02.2013
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: Februar 2014
Reiseziele: Deutschland
Singapur
Neuseeland
Der Autor
 
Andrea Wittenbecher berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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