searching for a better summer

Reisezeit: September 2014 - September 2015  |  von Alexander K

India: Gokharna & Bombay

Nachdem wir ca. um 03.00 uhr nachts nochmal den Bus wechseln mussten, um das letzte Stück ans Meer per Minibus zu fahren, wurden wir dann eine Stunde später irgendwo in der Pampa, aber immerhin schon mit Meeresrauschen im Hintergrund ausgesetzt. Zusammen mit zwei anderen Deutschen aus dem Bus haben wir uns dann auf die beschwerliche Suche nach ner Übernachtungsmöglichkeit gemacht. Leider gestaltete sich dies um einiges schwieriger als erwartet, da alle noch gepennt haben und der Qualitätsstandard hier um einiges tiefer lag als noch in Hampi. Außerdem konnten wir aufgrund der Dunkelheit eh kauim was sehen, so dass wir vier uns kurzerhand dazu entschieden haben am Strand zu pennen. Das war bis auf die Hunde in der Nacht und Kühe am Morgen auch soweit ok, die sich so aufgeführt haben, als hätten wir ihnen ihren Schlafplatz weggenommen. Irgendwann morgens, als es eh schon zu heiß zum Weiterschlafen war, sind wir dann alle vier gleichzeitig aufgewacht, als uns eine Kuh mit voller Leibeskraft angeschrien hat, nur um dann gemächlich weiter zu laufen. Zwischendrin war ich schon mal wach, als ich feststellen musste, dass mir ne andere Kuh gerade die Haare vom Kopf essen wollte. Verrückte Viecher, die ihren heiligen Status ganz schön ausnutzen.
Morgens hats dann aber glücklicherweise hingehauen eine recht coole Unterkunft für die letzten paar Tage zu finden, bevors dann morgen schon weitergeht nach Bombay und im Anschluss für zwei Tage nach Deutschland, bevor wir uns dann hoffentlich in Kuba weiterhin die Sonne auf den Pelz scheinen lassen können.
Wir sind hier etwa 20 Gehminuten von Gokharna entfernt am Kudle Beach und um so weiter südlicher man läuft, desto leerer und einsamer werden die Strandabschnitte.
Außer Schwimmen, Bräunen und Relaxen lässt sich hier glücklicherweise nicht viel machen, was nach den letzten vollgepackten Tagen und teils anstrengenden Fahrten ganz gut ins Programm passt.
Wir sind gerade dabeim, die unterschiedlichen Icecoffeshakes zu testen und schaun dann nochmas was die beiden Trierer Jan und Roman so geplant haben, bevors nachher per Nachtzug über Goa ins finale Bombay geht.

Jan, Roman, fremdes Kind and us..

Jan, Roman, fremdes Kind and us..

schön den Sonnenbrand schützen

schön den Sonnenbrand schützen

Bombay

Leider sind die Züge oftmals so lange in Indien, dass man mit etwas Pech am komplett falschen Ende des Gleises steht, so dass in diesem Fall nur noch Rennen hilft oder man steigt irgendwo im Zug ein und kämpft sich dann mit nem sperrigen und schon wieder ultraschweren Rucksack durch die verschiedenen Abteile zu seinem Waggon. Wir dachten allerdings nen filmreifen Sprint hinlegen zu können um dann locker auf den fahrenden Zug aufspringen zu können. Das hat bei mir auch noch mühselig geklappt, aber als Simone am Zug war aufzuspringen, war dieser auch schon was schneller und die 20 Kg aufm Rücken haben dann den Rest dazu beigetragen, Simone auf der Stufe stehend nach hinten aus dem Zug zu reissen. Im gleichen Moment hat ein schnell reagierender Inder Simone am Schopf gepackt und so noch halten und zum Glück zurück in den Zug ziehen können. Damit war die Story perfekt. Junger Inder rettet Weisser das Leben. So oder so ähnlich wurde die Geschichte dann nämlich im Zug von Simones Retter erzählt und jeder wollte ein Bild von Simone erhaschen, um dann wahrscheinlich im Nachhinein behaupten zu können mit ihr befreundet zu sein oder selbst Initiator der Rettungsaktion gewesen zu sein.
Was das angeht, sind die Inder wirklich krass, weil es dem Großteil unglaublich wichtig zu sein scheint, mit ausländischen Freunden prahlen zu können. Ich wurde bei Bilder oft gebeten, doch bitte meinen Arm freundschaftlich auf die Schulter zu legen. Simones Hero wollte, dass wir am nächsten Morgen seinem Bruder am Bahnsteig erzählen, nun die besten Freunde zu sein usw.
Irgendwann dann konnten wir uns endlich von dem Typen trennen, der uns unbedingt noch in den von uns angestrebten Stadtteil Colaba fahren wollte, was wir aber dankend ablehnten.

Wir haben am Bahngleis noch ne verloren wirkende junge Deutsche getroffen, die sich mit uns n Taxi geteilt und sich darüber gefreut hat, gleichzeitig auch noch die gerettete weisse Frau sehen zu können, von der sie am Vorabend so viel im Zug gehört hat. Oh Mann ey.. Was hat dieser Typ sich da ausgesponnen.
45 Minuten später hiess es dann auch schon wieder ein Zimmer finden zu müssen, was sich in Mumbai leider nicht so einfach gestaltet. Komischerweise sind die Unterkünfte hier nämlich gleich mal mindestens doppelt so teuer wie im Rest des Landes, aber trotzdem haben wir noch n fensterloses Zimmer in einer der billigeren Unterkünfte gefunden.
Da wir nicht mal ein Tag in dieser mit 30 mio. Einwohnern vollgepackten Stadt hatten, war an Ausruhen diesmal leider nicht zu denken. Zumindest ein bisschen wollten wir doch sehen und da wir in unserem Reiseführer gelesen hatten, dass mehrere Agenturen wohl geführte Touren durch die Slums anbieten, haben wir uns für eine davon entschieden und sassen zwei Stunden später schon im Taxi mit unserem Slumguide, der sich als witziger Typ herausstellte und uns in das stadtviertel- große „Slum“ Dharavi gebracht hat, von wo wir unseren Walk mit ihm per Fuss fortsetzten.
So konnten wir n bisschen Einblick kriegen und waren äußerst überrascht, wieviel in den engen Gassen und runtergekommenen Häusern produziert wird. Hier waren wir nochmal um einiges auffälliger und zogen so die Blicke auf uns.
Da ein Großteil des Films „Slumdog Millionaire“ hier gedreht wurde, kamen wir immer wieder an einschneidigen Spots aus dem Film vorbei, worauf unser Guide natürlich mächtig stolz war. Im Anschluss an das Slum fuhren wir noch an der größten Outdoor-Wäscherei Bombays, sowie den hängenden Gärten, die den höchsten Punkt Mumbais ausmachen, vorbei. Alles in allem ne recht lebendige und quirlige Stadt, die etwas sauberer als Delhi zu sein scheint, uns jedoch dieser eine Tag gelangt hat. Damit geht’s für uns nach nicht ganz einem halben Jahr voller aufregender Erfahrungen und Bilder, cooler Bekanntschaften, ca. 90 unterschiedlichen Unterkünften und geschätzten 300 Stunden im Bus, Bahn oder Flugzeug über Istanbul zurück nach Deutschland. Dort wird nochmal umgepackt, Bilder zwischengespeichert, Freunde besucht und auf die Weiterreise nach Varadero/Kuba übermorgen vorbereitet.
In diesem Sinne, liebste Grüße aus Indien! Namaste

Simones Retter

Simones Retter

platz scheint auch hier rar zu sein

platz scheint auch hier rar zu sein

seiltänzerin auf geheiss der mutter

seiltänzerin auf geheiss der mutter

kids of dharavi

kids of dharavi

streets of dharavi

streets of dharavi

the one and only slumdog! frisch aus dem Becken der Wäscherei gehüpft

the one and only slumdog! frisch aus dem Becken der Wäscherei gehüpft

another photoshooting

another photoshooting

die größte Wäscherei Bombays

die größte Wäscherei Bombays

© Alexander K, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Vier Jahre nachdem wir nun von unserer ersten einjährigen Weltreise zurück sind, konnten wir dem Fernweh nicht mehr Stand halten und haben uns noch einmal dazu entschieden, für 12 Monate loszugehen. Dieses Mal steht folgende Route an: Istanbul - Kuala Lumpur - Sumatra - Nepal - Indien - Kuba - Ecuador - Peru - Bolivien - Argentinien - Urucuay - Brasilien
Details:
Aufbruch: 01.09.2014
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: 10.09.2015
Reiseziele: Türkei
Indonesien
Nepal
Indien
Kuba
Ecuador
Peru
Bolivien
Brasilien
Der Autor
 
Alexander K berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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